Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden [Prunus domestica]


Botanischer Name
Prunus domestica
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden - Einleitung

Allgemeine Informationen

Siehe auch den Einführungstext zu Obstbäume, allgemein.

Prunus_domestica
Bild: Botanikus

  • Pflaumen sind groß und rund und haben immer eine Fruchtnaht.
  • Mirabellen sind kugelrund, gelb, Größe etwa wie Kirschen. Sie sind oft auf der Sonnenseite rötlich angehaucht.
  • Zwetschen sind länglich und kleiner als Pflaumen, sie haben festes Fleisch und keine Fruchtnaht. Sie reifen nur am Baum aus.
  • Renekloden sind immer kugelrund, haben helles Fruchtfleisch und eine gelbgrüne bis violettrote Haut. Größe 3 - 4 cm.

Nur virusfreie Bäumchen mit rotem Etikett anpflanzen.

Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Mittelschwere, humusreiche, feuchte, kalkhaltige Böden sind günstig, pH-Wert 6.5 - 7. Der Boden darf nicht austrocknen.

Lage

Pflaumen und Mirabellen brauchen sonnige, warme, geschützte Lagen.

Aufzucht

Siehe auch 'Sorten'.

Wer niedrige Bäume haben will, kann das nur mit Hilfe von Spaliergerüsten und Schrägpflanzung. Das gilt z.B. für Auerbacher, Chrudymer, Ersinger, Stanley, The Czar, Zimmers, weniger gut für Hauszwetsche und Mirabelle von Nancy, noch weniger gut für Bühler und Frühbühler. Zwei starke Pfähle im Abstand von etwa 4,50 m, 200 cm hoch, werden in den Boden geschlagen und zwei Drähte von 3 mm Stärke in Höhe von 200 und 80 cm gespannt. Der Abstand zu anderen Pflanzungen sollte mindestens 1,50 m betragen, etwa 2,50 m zum Gebäude. Einjährige Veredelungen sind vorzuziehen. Sie werden entweder bei gerader Pflanzung am unteren Draht angebunden, der darüber befindliche Teil wird heruntergebunden mit einem Winkel von 40° zur Vertikalen. Oder der Stamm wird gleich insgesamt im Winkel von 40° seitlich gepflanzt und der auch der darüberliegende Teil so angebunden. Letztere Form ist später besser zu bearbeiten.

Nach der Pflanzung den Mitteltrieb etwas einkürzen, alle Seitenäste unterhalb des Drahtes abschneiden. Ein starker senkrechter Trieb wird ein Jahr später stark abgebogen und angebunden, so dass sich ein Y (Y-Krone) mit dem Mitteltrieb ergibt. Später werden steile und zu kräftige Triebe weggeschnitten und der Öffnungswinkel beider Hauptäste noch etwas erweitert auf ca. 90°. Im dritten und vierten Jahr wird ausgelichtet, so dass Zweige und Äste möglichst gleich verteilt sind. Steile Triebe werden weggeschnitten, heruntergebunden bzw. nach außen umgeleitet, wenn sie gebraucht werden. Wie auch bei normal gezogenen Bäumen werden stark nach unten hängende Tragäste durch Einkürzen auf nach oben stehende Zweige umgeleitet. Beide Leitäste werden am oberen Draht nach außen in die Waagerechte umgeleitet, um die Höhe zu begrenzen. Steile Triebe auf den Leitästen werden abgeschnitten. - Pflaumen und Zwetschen mit Stiel pflücken. Pflaumen bevorzugen einen Tiefwurzler, der nur schwierig wegzubekommen ist. Wühlmausstop durch Einsaat von Kapuzinerkresse.

Die Weito-Unterlage führt zu kleinen Bäumen mit etwa 2 - 2,5 m Höhe. Siehe auch 'Obstbaumunterlagen'.

Bei Spritzungen mit Schwefel ist zu beachten, dass folgende Arten darauf empfindlich reagieren (Blattfall): Frühe Fruchtbare, Schöne aus Löwen, The Czar, Oullins Reneklode. Schwefel niemals bei Sonne spritzen.

Bestäubung:

Siehe die Tabelle hier Pflaumen - Bestäubung.  

Z.T. selbstfruchtbar (Borsumer Zwetsche, Hauszwetsche, Mirabelle von Nancy), z.T. selbstunfruchtbar. Auch Schlehen und Zier-/Blutpflaumen (Prunus cerasifera) sind geeignete Bestäuber. Mirabellen sind selbstfruchtbar, sie wachsen am besten auf warmen (Sand-)Böden. 

 

Gegen die Wintersonne mit ihren nachfolgenden Schäden sollten die Bäume geweißt werden (z.B. Bio-Baumanstrich oder Baumanstrich).

Eine Trichterkrone lässt genügend Sonne zum Reifen der Früchte herein. Baumscheibe mit Kompost abdecken. Alle Steinobstbäume am besten nach der Ernte schneiden, späterer Schnitt kann zur Bleiglanzkrankheit führen. Dabei werden die Leitäste um etwa 2/3 zurückgenommen, der Mittelast sollte ca. 15 cm über der Saftwaage geschnitten werden. Pflaumen benötigen nur wenig Schnitt. Zu lange Zweige entfernen. Auch die Wurzeltriebe und die Stammaustriebe unterhalb der Leitäste müssen regelmäßig entfernt werden.

Ernte

Zwetschen entfalten erst ihr volle Süße und ihr volles Aroma, wenn sie vom Stiel ausgehend etwas einschrumpfen. Haupterntezeit für Renekloden und Pflaumen ist 8/9, bei den Pflaumen etwa zwei Wochen nach der Blaufärbung. Hervorragender Geschmack der Zwetschen und auch eine Reifezeit bis zu vier Wochen. Sie benötigen sonnige Standorte mit humosen Böden, sie ist allerdings etwas kleinfrüchtig (Hauszwetsche) zu den moderneren Früchten. Aber sie hat einen hervoragenden Geschmack. Nur für Scharka hat sie etwas Anfälligkeit.

Lagerung

Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Zwetschen, Prunus domestica.

Boden tiefgründig, sandiger, humoser Lehmboden. Standort geschützt, warm, Sonne. Es gibt selbstfruchtbare und sterile Sorten. Oft können die Schlehen als Befruchter dienen. Man sollte die Pflaumen ausdünnen, sofern sie 1,5 cm groß sind. Die Haltbarkeit steigt dadurch.

  • Anna-Späth-Zwetsche. Reift 9 - 10. Frucht ist rundlich-oval, groß, steinlösend, süß und saftig. Sie kocht sich süß. Der Baum ist sehr reichtragend und frosthart. Busch- , Halb- und Hochstamm.
  • Bühler Frühzwetsche. Reift 8. Frucht mittelgroß, festes Fleisch, hochkugelig, aromatisch, nicht steinlösend, sie kocht sich sauer. Hoher Ertrag. Für Sofortverzehr. Geeignet für gute Zwetschenlagen, feuchte Böden. Ziemlich frostfest. Benötigt Wärme und Feuchtigkeit, nur für gute Lagen. Selbstfruchtbar. Buschhalb- und -hochstamm. Geeignet auch für Weito-Unterlage.
  • Cacaks Beste. Reife Mi - E 8. Frucht länglich-oval, dunkelblau, steinlösend, Gewicht z.T. über 60 g. Vollreife abwarten, dann ist das Optimum an Geschmack erreicht. Starker Wuchs. Hoher Ertrag.
  • Ersinger Frühzwetsche. Reife 7 - 8. Trägt regelmäßig und viel, süß und saftig. Teilfertil. Frostgefährdet, nur für Weinbaulagen und ähnliche, sie braucht u.U. Jahre, bis sie wieder richtig Kraft hat. Änfällig für Rote Spinne, Frost und Virenkrankheiten. Für geschützte Lagen, Weinbauklima. Nicht zur Konservierung geeignet. Busch, Halb- und Hochstamm.
  • Geisenheimer Top. Macht sich gut als schlankwachsender Obstbaum, sie bekommt einen krönenden, ausgezeichnet süß-säuerlichen Geschmack. Wegen der späten Reife auch für schwierigere Lagen geeignet. Genussreife: September.
  • Graf Brühl. Die blaufrüchtige mittelspäte Sorte ist Fruchtscharkatolerant und ähnelt etwas Stanley. In ihren Verwertungschancen kommt sie der Hauszwetsche nahe. Sie blüht mittel bis spät, sie ist teils selbstfertil, aber Fremdbefruchtung bringt sicherere und höhere Erträge. Befruchter sind Frigga, The Czar, Hauszwetsche und Gräfin Cosel. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein und ist dann hoch. Auf Grund der folgenden Reife kann das Durchpflücken sinnvoll sein. Die Früchte sind mittelgroß, 35 - 45 g, das Fruchtfleisch löst sich vom Stein. Reifezeit etwa 10 Tage vor Stanley. Der Geschmack ist süß-säuerlich mit feinem Pflaumenaroma. Gut geeignet für Frischverzehr, als Belegfrüchte, Kompott oder Konfitüre. Das Laub zeigt Scharkasymptome, jedoch sind die Früchte frei von Pocken oder Marmorierungen. Der Wuchs bleibt mittelstark, er bildet breit ausladende Kronen mit schräg aufrechten, später mehr hängenden Fruchtästen. Die Verzweigungsdichte ist mittel, ein etwas strengerer Schnitt fördert die Fruchtgröße. Für Intensivanlagen und Liebhaberanbau.
  • Haganta. Wegen seiner Größe rekordverdächtig. Mit bis zu 80 g Gwicht stellt sie jede andere Pflaume in den Schatten. Schon die ganz junge Pflanze mit dem goldgelben Fruchtfleisch können Sie ernten. Mit der äußerst gesunden und scharkatoleranten Haganta sind die Erntekörbe schnell gefüllt. Selbstfruchtbar, aber mit Hanita werden sie noch gesteigert. Genussreife Mitte/Ende September. Riesenzwetsche. Buschobst, einjährige Veredelung. (Pötschke).
  • Hanita. Die Früchte können bis 50 g schwer sein. Scharkatolerante Frucht mit frühen, hohen und regelmäßigen Ernten. Für Frischverzehr und Backen. Genussreife Ende August/Mitte September. Buschobst, einjährige Veredelung. Sie kann kaum übertrumpft werden.
  • Hauszwetsche. Reift ab Mi 9. Steinlösend. Guter Geschmack, festes Fleisch. Für Gebäck, Konservierung und Rohessen. Anfällig gegen Pflaumenwickler, Rost und Scharka. Sollte durch Tophit ersetzt werden, ggf. auch durch Valjevka. Selbstfruchtbar. Recht anspruchslos, auch für raue Lagen. Viele Lokalsorten. Busch-, Halb- und Hochstamm. Selbstbefruchtend.
  • Hauszwetsche. Dieser niederbayerische Typ ist besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten. Steinlösend. Um 1940 in einem Obstgarten in Nöham aufgefunden. Busch-, Halb- und Hochstamm. Kann auch als schlanker Baum auf einer U-Form wachsen.
  • Italienische Zwetsche. E 9. Große, schwarzblaue, saftige, wohlschmeckende, aromatische, fleischige, steinlösende Zwetsche. Der Baum ist frosthart und gesund. Auch für raue Lagen geeignet. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • Katinka. Frühtragend, selbstfruchtbar, mit starker Scharkatoleranz, Fruchtfäule. Blaue Frucht, mittelgroß. Kann gut auch zum Backen benutzt werden. Diese Zwetsche ist sehr robust, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Lützelsachser Frühzwetsche. Reift E 7. Frucht groß, dunkelblau, saftig. Selbstunfruchtbar. Weniger geeignet für kalte und Höhenlagen. Auch zum Einmachen nicht geeignet. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • Ortenauer Zwetsche. Reift E 8 - Mi 9. Frucht groß bis sehr groß, dunkelblau, Fleisch grüngelb, aromatisch, steinlösend, selbstfruchtbar. Zieht leichte Böden vor, spätfrostempfindlich. Anfällig für Scharkakrankheit und Frost.
  • Ruth Gerstetter. Reift A 7. Frucht groß, süß, blaubraun, hochkugelig. Sie braucht einen geschützten Standort mit genügend Bodenfeuchtigkeit. Eignet sich nur zum Rohessen. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • Schönberger Zwetsche. E 8 - A 9. Sehr große, saftige, süße, steinlösende Zwetsche. Der Baum ist frosthart, gesund und sehr reichtragend. Diese Sorte ist in Ostbayern sehr verbreitet und wird als 'Große Hauszwetsche' bezeichnet. Bestens verwertbar als Kuchenbelag, Marmelade, Dörrfrucht, Schnapsfrucht. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • Stanley-Zwetsche. Reift 9/10. Zwei Wochen nach der Blaufärbung beginnt die Vollreife, dann ist sie süß, würzig und steinlösend. Farbe dunkelblau, Fleisch grünlich-gelb. Selbstfruchtbar. Nur für Weinbauklima, hoher Wärmeanspruch. Reift lange.
  • Tipola. Hervorragend in Geschmack und Farbe. Die gelben Früchte der Honigzwetsche Tipola halten, was ihr Aussehen verspricht. Sie sind 35 - 40 g schwer. Selbstfruchtend. Genussreife Ende Juli/Mitte August. Buschobst. Einjährige Veredelung. (Pötschke).
  • Top. Reife 9 - 10. Frucht mittelgroß, oval, dunkelblau. Fleisch orangenfarbig, fest, süß. Auch zur Konservierung geeignet.
  • Tophit. Ernte A 10. Selbstfruchtbar. Steinlösend. Vortrefflicher Geschmack. Frucht ist etwa hühnereigroß. Wenig anfällig gegenüber Infektionskrankheiten.
  • Wangenheimer Frühzwetsche. Reift 8 - 9. Frucht mittelgroß, Farbe rot, rund, süß, saftig, würzig und steinlösend. Eine pflaumenförmige Zwetsche. Geeignet für alle nährstoffreichen Lagen, dafür benötigt sie weniger Wärme als andere Sorten. Er ist besonders üppig und auch wegen seiner Frosthärte für raueste Lagen geeignet. Man kann ihn gut einmachen. Frosthart. Selbstfruchtbar. Halb- und Hochstamm.
  • Zimmers Frühzwetsche. Reife A-Mi 8. Hochkugelige, große, süße, besonders aromatische Frucht. Nur zum Frischgenuss, der Baum bleibt klein. Er ist reichtragend, aber nur für gute Böden. Selbstunfruchtbar. Nur für Weinklima. Scharkaanfällig. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • U-Form Hauszwetsche. Spätsorte für alle Verwendungszwecke. Mittelgroße, länglich-ovale Früchte mit schwarzblauer Haut und hellblauem Reif. Reife Ende September/Mitte Oktober. Selbstbefruchtend.

Zwetschen auf Weito-Unterlage werden von Läusen meistens gemieden wegen ihres frühen Triebabschlusses. - Die Landeslehr- und Versuchsanstalt, Weinsberg, hat die Sorten Hanita, Fellenberg und Bühler Frühzwetsche als geschmacklich am besten ausgewählt. Entfernen Sie im zweiten Jahr nach der Pflanzung alle Seitentriebe, die tiefer als 50 cm über dem Boden stehen, ebenfalls alle zu steil oder zu dicht stehenden Seitentriebe. Den Mitteltrieb 40 cm über dem höchsten Seitentrieb einkürzen. Leitäste, die steiler als 45° zum Mitteltrieb stehen, mit kleinen Gewichten beschweren.

Säulen-Zwetschenbaum Imperial und Fruca werden angeboten. Imperial wächst spät, Fruca 14 Tage vorher. Sie sind selbstbefruchtend. Sehr robuste, frühzeitig mit hohen Erträgen einsetzende Sorte. Aroma wie Hauszwetsche. Wuchshöhe 2,50 m. (S&A).

Für den Garten werden vor allem empfohlen: Bühler, Elena und Hanita. www.obstsortendatenbank.de einschließlich der alten Zwetschen. Es gibt 2.300 Obstsorten.

Nachreifend.

Pflaumen. Prunus domestica.

Prunus_cerasifera
Bild: Botanikus

Ausreichend feuchter und durchlässiger Boden. Die Blüte A 5 ist spätfrostgefährdet. Der Kronendurchmesser ist je nach Unterlage nur 4 - 6 m groß. Pflanzung 10/11. Pflanzabstand 8 - 10 m. Pflanzschnitt im Frühjahr. Auch Schlehen, Zierpflaumen und die Mirabelle von Nancy können als Befruchter dienen.

  • Blutpflaume, Prunus cerasifera Nigra, Wildobst, dient als Befruchter für Pflaumen und Zwetschen. In den Jahren nach der Pflanzung die unteren Äste abschneiden bis zur gewünschten Stammhöhe.
  • Blue free - Pflaume. Reift E 8. Frucht ist groß, blau, das Fleisch goldgelb, fest, steinlösend.
  • Champion. Sonne. 3 m Höhe. Diese Pflaumensorte überrascht Sie mit Ihren Früchten so groß wie ein Apfel. Die Früchte sind weich, saftig und herrlich im Geschmack. Nach zwei Jahren kann von September-Oktober geerntet werden. (Bakker),
  • Empress. Blaue Riesenpflaumen leuchten an den Zweigen ab der zweiten Augusthälfte. Das Fruchtfleisch ist fest, leicht steinlösend und von sehr ansprechendem Aroma. Sie ernten regelmäßig überreiche Mengen dieser edlen Pflaumen, die auch in vollreifem Zustand nicht fallen. Selbstbefruchtend. (A&S).
  • Gelbe Eierpflaume. Reift A - Mi 9. Frucht oval, oft sehr groß, Fleisch hellgelb, süß, zufriedenstellend steinlösend. Wuchs mittelhoch. Mittelfrüher Massenträger. Selbstbefruchtend. Durchmesser 4 cm (A&S).
  • Gräfin Cosel. Gräfin Cosel ist eine blaue, großfrüchtige Frühpflaume für den Frischverzehr, die sich besonders durch ihre hochgradige Scharka-Toleranz an Blatt und Frucht auszeichnet. Befruchtersorten sind Frigga, The Czar, Graf Brühl und Hauszwetsche. Der Ertrag setzt früh ein und ist mittel bis hoch, Alternanz ist gering. Fruchtdurchmesser 35 - 45 g, steinlösend. Reifezeit Anfang August, 2 - 4 Tage vor the Czar. Sehr gute Tafelfrucht, auch zur Marmeladenherstellung geeignet, nicht für Konservierung. Wuchs ist stark mit ausladenden Ästen. Geprüfte Unterlagen sind Pflaumenslg., Myrobalanenslg. und die vegetativ vermehrbare Schwamborn 103. Für Intensivanlagen und Liebhaberanbau.
  • Haferschlehe (Prunus insititia). 3 - 5 m hohes Strauchgewächs, sie war fast ganz in Deutschland ausgestorben. Ihren Namen verdankt sie der Fruchtform. Die Früchte sind etwa 2,5 cm groß, sie schmecken dannn natürlich auch am besten, wenn sie kurz vor dem Frost stehen. Blütezeit ab April/Mai, Fruchtreife August/September. Sie findet eine Verwendung in formlosen Mischhecken (A&S).
  • Jojo. Reife ab Mi 9. Steinlöslich. Wenig anfällig gegen Infektionskrankheiten, gegen Scharka als einzige resistent. Früchte mittelgroß, länglich oval, dunkelviolett und mit starker Beduftung. Lange am Baum haltbar und gut steinlösend. Selbstbefruchtend. (A&S).
  • Riesen-Pflaume Jumbo. Der Name bezieht sich auf die Früchte, die besonders groß sind. Das Fruchtfleisch ist zart, saftig und süß. Die Früchte sind im August/September reif. Selbstbestäubend. Höhe 3 m, Sonne (Bakker).
  • Kirkespflaume. Starker Wuchs, mittlere Böden, selbstfruchtbar. Rötlich-blau, gutes Aroma, große Frucht. Ende VIII genießbar.
  • Königin Victoria. Reift E 8 - Mi 9. Selbstbefruchtende Pflaume. Frucht groß, oval, blass goldgelb, steinlösend, weißgepunktet. Für alle Zwecke geeignet, Marmelade, Konservierung, Kompott. Der Baum ist übermäßig reichtragend. Auch für geschützte Höhenlagen geeignet, er bevorzugt gute, feuchte Böden. Busch-, Halb- und Hochstamm. Robust, aber scharkaanfällig. Genussreife Mitte August - Mitte September.
  • Laxton's Delicious. Leuchtendrote Dessertpflaume, Befruchtung durch Wyedale.
  • Magna Glauca. M 7 - E 7. Widerstandsfähige, große, runde, schwarzblaue, saftige und steinlösende Frucht mit würzigem Geschmack, kocht sich säuerlich. Bevorzugt leichte Böden und warme Lagen. Busch-, Halb- und Hochstamm.
  • Ontario-Pflaume. Reift 7 - A 8. Kugelrunde, große, manchmal sehr große goldgelbe Frucht. Starkwüchsig, ertragreich. Geeignet für Konserve. Selbstfruchtbar.
  • Pflauri. Vielseitig verwendbar. Sie sind so groß wie Pfirsiche. Pflauri ist eine deutsche Züchtung mit hoher Widerstandskraft. Fruchtreife Anfang bis Mitte September. Selbstbefruchter (A&S).
  • Pluot. Pflaume gekreuzt mit Aprikose. Sie ist süßer als eine Pflaume, sie sieht eher ihr ähnlich. Sie ist glatt und glänzend, teilweise ist sie etwas nussiger.
  • Präsident. Riesenpflaume 8 cm. Wohlschmeckend. Resistent gegen Monilia-Spitzendürre.
  • The Czar. Reift A 8. Frucht mittelgroß, oval, dkl.-blau, steinlösend. Frühpflaume. Die Früchte reifen nicht gleichzeitig. Gute Einmachfrucht. Der Baum ist frosthart und reichtragend. Er verlangt aber humusreiche, feuchte Böden. Selbstfruchtbar. Busch-, Halb- und Hochstamm. Darf nicht mit Schwefel gespritzt werden.
  • Duo - Pflaume, Bleue de Belgique/Reine Claude d'Oullins, 3 m hoch, 4 m breit. Sie befruchtern sich gegenseitig. Erntezeit Juli/August. Höhe 3 m (Bakker).
  • Pflaumen-Duo, schwarzblaue Hauszwetsche und mit gut steinlösenden Fruchtfleisch und die zuckersüße gelbe Eierpflaume. Hohe, regelmäßige Erträge. Gegenseitige Befruchtung. Alles auf einem Stamm. (A&S).

Derr Grenzwert für Kälte liegt bei -20°. Er sollte nie überschritten werden oder doch mit Schutz für Rindenrisse. Kleine Spindelbäume und Halbstämme brauchen einen gut durchlüfteten und sehr guten Boden. Sie werden als Bäume 80 Jahre alt. Für den Garten gelten die gelbe Eierpflaume, Ontario und President als gut geeignet.

Pflaumen haben nachreifende Früchte.

 

Renekloden, Prunus domestica.

Renekloden benötigen mehr Sonne, Wärme und Humus als Pflaumen und Zwetschen. Diese 'Edelpflaumen' sind weitaus größer als die normalen Pflaumen. Sie können nur wenige Tage, aber dann kühl, gelagert werden. Man sollte sie sofort weiterverarbeiten. Die Bäume können jährlich gedüngt werden. Man verbraucht dazu 10 g/qm Stickstoff, 3 - 5 g/qm Phosphat und 8 - 10 g/qm Kali und außerdem Kompostmittel. Es ist erforderlich, dass sie veredelt werden durch Ziersträucher wie Schlehen oder die Blutpflaume.

  • Graf Althanns Reneklode. Reife 8/9. Früchte kugelrund, groß, rötlich-violett. Fleisch gelb bis bernsteinfarbig, saftreich, wohlschmeckend, aromatisch. Steinlösend. Für Frischverzehr und Konservierung. Stark wachsender Baum, steht besonders gut vor einer Mauer. Fremdbestäubung durch Königin Victoria, Grüne Reneklode oder andere. Stellt keine besonderen Ansprüche. Auch als Busch erhältlich.
  • Große Grüne Reneklode. Reift E 8/Mi 9. Frucht steinlösend, rund, gelbgrün, mittelgroß, sehr süß, herrliches Aroma (Honigsüße Frucht). Der Baum ist frosthart und gesund, wünscht aber eine sonnige, warme Lage. Gute Einmachfrucht. Busch-, Halb- und Hochstamm. Für Sofortverzehr und Konservierung.
  • Ouillins Reneklode. Reift Mi - E 8. Frucht groß, saftig, süß, gelb bis grünlich-gelb mit roten Punkten, schwachwürzig. Vor allem für Sofortverzehr und zum Einmachen geeignet. Selbstfruchtbar. Der Baum ist frosthart und reichtragend. Auch für ungünstigere Lagen. Wird oft verwechselt mit Ontariopflaume. Halb- und Hochstamm. Sie darf nicht mit Schwefel gespritzt werden.

Renekloden können auch durch Schlehen und Zierpflaumen bestäubt werden. Für den Garten geeignet sind: Graf Althans Reneklode, Große grüne Reneklode, Oullins Reneklode.

Nachreifend.

www.obstsortendatenbank.de einschließlich der alten Renekloden. 2.300 Obstsorten.

Mirabellen, Prunus domestica.

Mirabellen benötigen mehr Sonne und Wärme als Pflaumen und Zwetschen, um ihr volles Aroma zu erreichen. Der Boden sollte möglichst locker und sandig sein. Er sollte ganzjährig gemulcht werden. Zweimal im Jahr (Frühjahr und Frühsommer) kann Brennessel- und Beinwelljauche zusätzlich gegeben werden. Die etwa kirschgroßen, kugelrunden Früchte sind gelb oder grünlich und haben bei Reife auf der Sonnenseite eine zarte rötliche Färbung. Wer die Arbeit nicht scheut, mag die Früchte im Frühstadium ausdünnen, um Größe und Aroma zu verbessern. - Die Wuchshöhe kann weitgehend durch die Unterlage mitbestimmt werden. Oft wird eine Trichterkrone vorgezogen, die für baldige Abtrocknung des Blattwerks und der Zweige sorgt. Das kann bei regenreicher Lage von Bedeutung für die Gesundheit von Baum und Früchten sein. Aus Gesundheitsgründen sollte man sogleich nach der Ernte auch den notwendigen Auslichtungsschnitt vornehmen. - Pflanzung im Spätherbst, Abstand je nach Wuchsstärke zwischen 4 - 6 m. Pflanzungen, die mit Myrobalane veredelt sind, wachsen stärker, mindestens 5 m. Bei der Unterlage St.Julien genügen auch schon 4 m. Die Vorteile sind frühere Erträge und aromatischere Früchte. Wer keinen Mirabellenbaum mit Pyramidenkrone hat, sollte auch schon im späteren Alter den Haupttrieb herausschneiden. Nachreifend.

 

Aprikola - Mirabellen-Aprikose.

Prunus domestica, Mirabelle
Prunus domestica, Mirabelle

  • Bellamira reift ab Mitte 8 oder auch später. Beide sind hoch widerstandsfähig gegen die Spitzendürre und den Scharka-Virus. Wenig anfällig für Rost und Monilia. Diese Bezeichnung vertritt einen Baum, der im Sommer schon die ersten Früchte hervorbringt. Größe der Frucht 18 g. Nach 4 Jahren Vollertrag. Hauptreifezeit von Mitte August - Mitte September. Gesamthöhe 3 m, er kann durch Schnitt im zeitigen Frühjahr selbst bestimmt werden. Eventuelle Seitentriebe entfernen. Selbstfruchtbar. (A&S, Pötschke).
  • Berudge. Sie hat pflaumenrote Mirabellen. Auch Berudge ist selbstfruchtbar.
  • Mirabelle von Nancy. Ernte Mi/E 8. Früchte süß, gelb, groß, an der Sonnenseite rötlich, steinlösend, hervorragend zum Einmachen. Reiche Lagen.Warme Lage. Für Frischverwertung und Konservierung. Selbstfruchtend. Guter Pollenspender für Pflaumen. Busch-, Halb- und Hochstamm. U-Form: Sie ist selbstbefruchtend. Hinsichtlich Ertragssicherheit, Qualität und vielseitiger Verwendbarkeit eine der wertvollsten Mirabellensorten. (A&S).
  • Mirabellen-Aprikose Miracose, absolute Neuheit, dass eine Frucht aus der Mirabelle und der Aprikose eine neue Frucht bilden. Aus Herrenhäuser Mirabelle und der Aprikose Harley. Ernten Sie jedes Jahr Ende September/Anfang Oktober große Mengen der gelben Früchte mit den rötlichen Bäckchen. Krankheitsresistent für Scharka, Rost und Monilia. Winterhart bis -20. Selbstbefruchtend.  Diese Mirabelle ist robust, für Anfänger und Fortgeschrittene (A&).Auch geeignet für die Säulen-Aprikose.
  • Miragrande von Anfang bis Mitte September. Beide sind hoch widerstandsfähig gegen die Spitzendürre und den Scharka-Virus. Sie trägt schon im zweiten Jahr saftige Früchte.

Für den Garten sind geeignet: Nancy Mirabelle, Bellamira, Mirabelle aus Metz, Flotows Mirabelle.

Pflaumen/Zwetschen/Mirabellen/Renekloden - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Die Früchte enthalten Anthocyane (blauer Farbstoff), Ballaststoffe (!), Betacarotin, Biophenole, Isoflavonoide, Niacin, Sorbit, Vitamine B1+2, C, E, Fruchtzucker, Fruchtsäuren, Eisen, Kalium (!), Kalzium.

Zubereitung

Nutzung