Birnbäume [Pyrus communis]


Botanischer Name
Pyrus communis
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Birnbäume - Einleitung

Allgemeine Informationen

Pyrus communis. Rosengewächs.

Ihre Zahl wird auf weltweit auf mehrere Tausend geschätzt.

Pyrus communis
Pyrus communis
Bild: Botanikus

  1. Sommerbirnen (7 - 9): Augustbirne, Bunte Juli, Clapps Liebling, Frühe aus Trevoux, Stuttgarter Geißhirtle, Williams Christbirne.
  2. Frühherbstbirnen (9 - 10): Andenken an den Kongress, Blutbirne, Doppelte Philippsbirne, Gellerts Butterbirne, Gute Graue, Gute Luise, Münchner Wasserbirne, Triumph von Vienne.
  3. Herbstbirnen (10 - 12): Alexander Lukas, Boscs Flaschenbirne, Clairgeau, Conference, Diels Butterbirne, Kolberreutbirne, Köstliche von Charneu, Poiteau, Tongern, Vereinsdechantbirne.
  4. Winterbirnen (12 - 4): Gräfin von Paris, Großer Katzenkopf, Madame Verte, Nordhäuser Winterforelle, Pastorenbirne, Winterdechantsbirne.
  5. Most- und Saftbirnen: Gelbmöstler, Großer Katzenkopf, Münchner Wasserbirne, Oberösterreichische Weinbirne, Rotpichlbirne, Schweizer Wasserbirne, Steirische Weinbirne.

Siehe auch Übersicht Birnbäume - Sorten sowie Übersicht Birnbäume - Bestäubung.

Birnbäume - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Mehr noch als beim Apfel wird Geschmack und Qualität der Früchte von den Bodenverhältnissen und dem Klima bestimmt. Der Boden sollte niemals zu feucht sein, wechselfeuchte Lagen sind ebenfalls ungünstig. Kalte, staunasse Böden sind für alle Birnen ungeeignet, sie können zu Krebs und Schorf führen. Die Kronen müssen immer lichtdurchflutet geschnitten werden, damit Schorf keine Chance hat. Vor allem bei Sämlingsunterlagen ist ein tiefgründiger, nicht zu fester, nährstoffreicher Boden erforderlich. Sandiger Lehmboden ist durchaus etwas vorteilhafter anzusehen. Durch stetiges Mulchen und Kompostgaben müssen die hohen Nährstoffansprüche erfüllt werden.

Lage

Siehe wegen der Ansprüche auch "Apfelbäume", es ist aber eine wärmere, geschützte, sonnige Lage erforderlich, sonst fehlt das volle Aroma, vor allem bei spätreifenden Sorten; durch ihre frühere Blüte sind sie gefährdeter bei Spätfrost. Nur Bosc's Flaschenbirne blüht etwas später. Wandspalier oder Standort vor einer Süd- bzw. Südwestmauer sind vor allem für diese Sorten günstig.

Wertvolle Edelsorten sollten immer an der Südwand als Spalier gezogen werden.

In ungünstigen Lagen nur weniger empfindliche Sorten pflanzen, die gegen Spätfröste besser gerüstet sind wie Anjou, Conference, Gräfin von Paris.

Aufzucht

Ganzjährig mulchen. Löwenzahn auf die Baumscheibe, vor allem älterer Birnbäume, pflanzen oder Senf aussäen.

Auf Quitte veredelte Bäume brauchen ein Leben lang immer einen Pfahl. Bei der Planung sollte man daran denlen, dass der Kronen-Durchmesser eines auf Sämling gebauten Baumes bis zu 8 m wachsen kann.

Buschbäume, Halb- und Hochstämme; Spindelbüsche sind für kleine Gärten besonders geeignet. Da Birnen selbstunfruchtbar sind, müssen wegen der besonderen Befruchtungsverhältnisse oft zwei bis drei Sorten angepflanzt werden. Wer dafür nicht die Voraussetzungen hat, kann sich ein oder zwei andere Sorten einveredeln lassen. Sie müssen aber auch auf die Blütezeit hin abgestimmt sein. - Kalkböden führen zu Chlorosen. Auch Birnen als Spalier an der Hauswand können vom Haus aus durch Abgabe von Kalk negativ beeinflusst werden. An ungünstigen Lagen werden die Früchte nicht ausreichend aromatisch. - Die einreihige Spalier-Kultivierung, vor allem der Birne

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Bild: Botanikus

mit kurzem Fruchtholz, hat sich bewährt und wird oft praktiziert.

Spalierobst reift am schnellsten. Die meisten Birnen sind auf Quittenunterlage A (dann brauchen die Wurzeln Winterschutz) oder C veredelt, die keine Tiefwurzler sind. Solche Bäume tragen schnell, wachsen aber langsam und brauchen eine Stütze. Birnensämlinge als Unterlage werden hoch bis sehr hoch (Halb- und Hochstämme), sie wurzeln tief, die Früchte sind aber meistens aromatischer, der Ertrag beginnt spät, aber das Lebensalter ist wesentlich höher, sie sind auch frostfest. In diesem Falle ist tiefgründiger Boden ohne Staunässe erforderlich, humos, sandig, nährstoffreich und leicht. Man kann dazu in dem unteren Bereich etwa 50 - 150 g/qm geben. Im oberen Bereich wird gut verrotteter Stallmist oder reife Komposterde dazugegeben. Um die Bäume sollte auf jeden Fall eine Baumscheibe aus Mulch und Kompost gegeben werden. Bormangel kann sich jedenfalls katastrophal auswirken. Außerdem muss jedes Jahr geschnitten werden. Den Mitteltrieb schneidet man ebenfalls zurück, er sollte nur eine halbe Scherenlänge die länglichen Seitentriebe überragen. Gerade bei einer Birne muss man aufpassen, dass dieser Baum zu einer breiten Krone hin erzogen wird. Der Kronendurchmesser kann durchaus über 8 m hinauswachsen. Der Grenzwert für den Winter liegt bei -20°, er sollte nicht überschritten werden.

Jährlicher Schnitt, alle Haupttriebe einkürzen, auf breite Erziehung achten, notfalls die Triebe stäben, herabbinden oder beschweren, vor der Blüte. Ggf. nach Junifall einen Teil der Birnen ausbrechen, wenn der Fruchtbehang noch zu groß ist. - Gerade bei der Birne ist es ratsam, mehrere Früchte auf einem Baum zu veredeln. So kann man den Bedarf auf mehrere Monate strecken.

Bei Spalierbirnen platzen manchmal die Früchte auf. Das ist sortenbedingt, keine Krankheit, bei Diels Butterbirne, Gräfin von Paris, Olivier de Serres. Jungfernfrüchtigkeit (Parthenokarpie) kann nach Blütenfrost eintreten. Solche Früchte sind weniger schmackhaft. Vor allem die Sorten Alexander Lucas, Conference, Diels Butterbirne, Frühe von Trévoux, Gellerts Butterbirne, Köstliche von Trèvoux, Tongern, Triumph von Vienne und Williams Christ neigen dazu. Steinzellen können bei kühler, nasser oder zu trockener Witterung entstehen, besonders bei den spättragenden Sorten.

Nashi braucht warme, humusreiche, tiefgründige Böden und Windschutz. Ggf. besser in Hausnähe pflanzen oder dort als Spalierobst ziehen. Baumscheibe ganzjährig mit Kompost, Rasenschnitt usw. abdecken.

Bäume, die überreichlich Frucht ansetzen, müssen durch Sommerschnitt und ggf. durch Ausdünnen entlastet werden. Oft ist scharfer Schnitt angebracht, um ein Vergreisen zu verhindern. Die steil aufragenden Äste mancher Birnbäume schon früh waagerecht binden, um ein Optimum an Ertrag zu erhalten. Gerade bei der Birne ist die Veredelung auf drei, oder auch sogar auf vier Reiser eine wichtige Empfehlung. Auf diese Weise lässt sich die Reifezeit auf mehrere Monate verteilen. Man sollte dem jungen Baum schon beim Einwachsen eine gute Hilfe geben: Thomasphophat 50 - 150 g/qm in die untere Häfte, oben drauf kommt gut verrotteter Stallmist oder reife Komposterde. Auch Borax sollte dem Boden zugeführt werden. Für alle Spaliere sollte immer die Unterlage Quitte A genommen werden.

Die neue OHF-Unterlage ist gegen Feuerbrand resistent, sie ist geeignet für Busch, Spindel und Niederstamm, aber noch nicht für alle Birnensorten. Wühlmausstop durch Einsaat von Kapuzinerkresse.

Siehe auch Veredlungen:

Dazu ist es erforderlich, die Spaliere in folgender Art zu formieren. Das gilt auch für andere

Spaliere:

  1. Fächerspalier. Zwei Leittriebe werden über die Wand verteilt. Nach dem Austrieb bleiben zwei kräftige Triebe erhalten, sie werden anschließend auf vier Triebe erhöht, schließlich wird dieser Satz in den nächsten vier Jahren immer weiter ausgebaut. Das Stützgerüst sollte schon fächerförmig ausgebaut werden.
  2. Einfache Palmette. Die erste waagrechte Stütze wird etwa in Kniehöhe befestigt, daraufhin kommen alle anderen Stützen jeweils 30 cm darüber. Es bleibt nur ein einfacher Mitteltrieb erhalten.
  3. Doppelpalette. Sie wird mit zwei Mitteltrieben ausgerüstet.
  4. Kandelaberpalette. Sie unterscheidet sich dadurch von der einfachen Plamette, dass die waagerechten Zweige nicht waagerecht bleiben, sondern in Endhöhe langsam nach oben umgelenkt werden.
  5. U-Form/V-Form. Die U-Form eignet sich gut zur Einrahmung eines Fensters.
  6. Schnurbaum. Es wird jeweils ein einziger Triebe entweder waagerecht gezogen oder auch dann wieder ins Senkrechte. Es ist erforderlich, dass jegliche Palmettenkonstruktion etwa 10 - 20 cm von der Wand entfernt ist.

Zum Bau eines Spaliers brauchen Sie Kanthölzer 5 x 5 cm und Latten von 2,5 x 2,5 cm, möglichst imprägniert. Zur Montage nehmen Sie 6er oder 8er Dübel mit passenden Schrauben oder Nägeln. Wählen Sie Abstände zwischen 1 m und 1,50 m senkrecht und bringen Sie quer zur Wand die Latten im Abstand von 50 cm an. Man kann auch auf die senkrechten Hölzer verzichten, muss dann aber für die Querlatten einen Abstandhalter von 5 cm darunter setzen, um die Luftzirkulation nicht einzuengen. - Am besten legen Sie ein 1 bis 1,3 m breites Beet an. Sie sollten es mit Kompost verbessern, damit es etwa 20 cm tiefer wird als der Wurzelballen. Der Baum sollte 20 cm von der Wand entfernt sein, diese Schrägordnung ist vorgegeben. Lassen Sie dem Bau nur zwei Seitentriebe, einer nach rechts, der andere nach links mit nach vorn gerichteten Seitentrieben. Er wird um etwa ein Drittel gekürzt. Der Mitteltrieb bleibt 50 cm höher, auch hier bleibt das Auge nach vorn gerichtet. Im nachfolgenden Jahr werden wieder zwei Triebe ausgesucht und um 50 cm erhöht und wiederum wird der Mitteltrieb um weitere 50 cm vergrößert. Jeweils werden die Seitentriebe an den querliegenden Latten befestigt. - Unter einem vorspringenden Dach fühlt sich auch die Gute Luise wohl, sie bekommt dann keine Schorfflecken. - Sie können auch bei Äpfeln und Birnen den Mitteltrieb ganz entfernen und stattdessen zwei oder vier Seitentriebe belassen. Für Sauerkirsche, Aprikose und Pfirsich können Sie auch mehrere Seitentriebe zurücklassen. Die Schattenmorelle benötigt den Haupttrieb.

Birnbäume sollen nicht mehr gestrichen werden, es soll auf die Selbstheilungskräfte gesetzt werden.

Ernte

Birnen sind reif, wenn sie sich bei leichter Drehung lösen. Werden Blätter mit gelöst, ist es zu früh. Immer nur trockene Früchte ernten, dann hat Pilzbefall geringere Chancen. Am besten jeweils den Stiel anfassen. Birnen sollte man immer frühmorgens ernten.

Nashi-Birnen, Pyrus pyrifolia

Die apfelförmige Frucht hat eine sehr dünne, glatte, blassgelbe Schale. Das helle, saftig-feste Fruchtfleisch gleicht dem eines Apfels, dabei ist es weicher und körniger. Der erfrischend-süße Geschmack erinnert an eine Mischung aus Apfel und Birne. Höhe der Bäume 3 - 5 m, auch als Busch oder Halbstamm. Diese Birnbäume blühen etwas früher als die normalen Birnbäume, meist sind ihre Blüten etwas mehr spätfrostgefährdet. Winterhärte bis -20°. Ihre Namen enden mit seiki oder shinseiki, sui, Kosui. Die Enden deuten auf eine glatte (seiki) oder auf auf eine rauhe (sui) Schale. Früchte mit einer grünen Schale, die mit zunehmender Reife gelb werden oder mit berosteter Schale, die dann golden bis braun werden. Reif sind sie zwischen September und Oktober. Nashis bekommen ihre Reife im Kühlschrank oder an einem kühlen Platz, man kann sie ggf. bis drei Wochen reifen lassen. Asiatische Birnen werden im Herbst oder im Fühjahr als ein- oder zweijährige Obstgehölze gepflanzt. Bei uns wird vor allem eine Quitte genommen, die die Wuchseigenschaften bestimmt. Gezogen werden sie an einem Drahtspalier oder Pfahl. Als Befruchter eignen sich ganz besonders die Williams-Christ-Birnen. Sie brauchen einen leicht sauren Boden. Bei hohem Kalkgehalt neigen sie leicht zu Chlorose. - Nashis sind sehr empfindlich. Deswegen werden sie oft einzeln verpackt gekauft. Die Frucht wird gewaschen und kann wie ein Apfel mit oder ohne Schale gegessen werden. Sie eignet sich kleingeschnitten für Fruchtsalate und Süßspeisen. Nashis halten sich gekühlt gut zwei bis drei Wochen frisch. - Die Nashi Birne enthält Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), die eine antioxidative und damit z. B. eine zellschützende Wirkung besitzen.

Nijiseiki: Mittelstark wachsend. Sehr saftige, glatte, grüngelbe Frucht. Wohlschmeckende und beliebte Sorte. Gut lagerfähig, hohe Erträge. Reifezeit bis Ende September.

Kosui: Schwachwachsend, angenehmes Aroma. Rostbraune bis grünliche Früchte, sehr süß und saftig. Reifezeit Anfang September.

Tsu Li: Knackige und saftige Früchte, mittelgroß, gelbgrün, bei Vollreife ins Kupferfarbene. Sehr ertragreich. Reifezeit Mitte September.

Benita: Kreuzung aus der Nashi-Birne und der europäischen Birnensorte Général Leclerc (Pyrus communis). Eiförmige, goldgelbe Früchte mit einer leichten Berostung. Aromatisch, knackig und saftig. Blüht mittelfrüh. Reifezeit Ende August. Der Baum ist mittelstark wachsend und hat eine sehr breite Krone. Gute und sogar frühe Erträge. Hohe Widerstandskraft gegen Schorf.

Lagerung

Optimale Lagerung bei 0°-1°, einlagig, auf der Seite oder dem Kelch.

Wenn die Früchte hart und grün geerntet und bei dieser Temperatur gehalten werden, kann man folgende Sorten bis März aufbewahren: Lukas, Boscs, Conference, Gräfin, Luise, Madame Verte, Vereinsdechant.

Reife Birnen scheiden wie Äpfel und Bananen das Reifegas Ethylen aus, sie sollten deshalb getrennt von anderem Obst und Gemüse aufbewahrt werden.

Sie haben nachreifende Früchte.

Birnbäume - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Birnbäume - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

U-Form Gellerts Butterbirne, Reife Mi 9, Befruchter Conference.

U-Form Williams Christbirne. Reife Mi/E9. Befruchter Conference. Anfällig für die Birnengallmücke, Feuerbrand. Etwas anfällig für Schorf.

U-Form Delbard Gourmande, 100 - 250 cm hoch, auch für Töpfe geeignet. Ernte 10.

U-Form Conférence/Bonne Louise, 3 m hoch, 4 m breit, Ernte 9 - 10. Dessertbirne Dessera und Novembra. Sie befruchten sich gegenseitig. Conférence ist für ihr süßes Fruchtfleisch bekannt (Bakker)

U-Form Williams Christ und Clapps Liebling. Gegenseitige Befruchtung. Genussreife von September/Oktober.

U-Form Williams Christbirne und Conference. Genussreife Sept./Okt., gegenseitige Befruchtung. Zwei leckere und ertragreiche Birnensorten auf einem Stamm. (A&S).

U-Form Verbund Gellerts Butterbirne und Williams Christbirne. Beide sind saftig und süß. Gellerts Ernte im September, bis November genussreif. Christbirne ab Mitte August ernten, bis Ende Oktober haltbar. Veredelt.

U-Form Herbsttafelbirne Gute Luise. In Europas Hausgärten weit verbreitet. Früh einsetzende, hohe Erträge. Mittelgroße, gleichmäßig wachsende Früchte. Reife: Ende September, Anfang Oktober. Bester Befruchter aller bekannten Birnensorten. (A&S).

U-Form Champagner-Birnen-Apfel Prosecco. Selbstbefruchtend. (A&S).

U-Form Saft-Pfirsich. Beliebte englische Sorte Peregrine mit weißem Fruchtfleisch und ausgezeichnetem Geschmack. Selbstbefruchtend. (A&S).

 

Sorten 2

Pyrus salicifolia, weidenblättrige Birne.

Pyrus_salicifolia
Bild: Botanikus

Sonnig. Die Blätter sind silbrig grün gefärbt. Die weiße Blüte ist wenig auffallend. Höhe 4 - 6 m, dafür ist sie klein. Sie gedeiht auch auf trockenem Boden. Nährstoffreich, keine schweren Böden. Durch seine tiefen Wurzeln ist teilweise Pflasterbelag am Fuße des Baumes möglich.

Blattschäden können auftreten durch Celaflor und Neem. Das gilt vor allem für Conference, Alexander Lukas, Bristol Cross, Comice, Guyot, Lectier, HW 606, Illinois 13 b, 83 Maxi, Trevoux, Winterdechant.

Birnen enthalten Ballaststoffe, Biophenole (Gerbstoffe), Flavonoide (!), Vitamine A, B, C, Kalk (!), Kalium (!), Eisen, Phosphor, Kieselsäure, Sorbit (Bekannt für Diabetiker).

  • Alexander Lukas: Nach der Erziehung nur auslichten. Schwefel. Feuerbrand. Triploid. - Dieser Birnbaum gehört zu den weniger anspruchsvollen Birnensorten, sehr gelungen für Wandspaliere. Wärmebedürfnis ist gering. Für fast alle Böden geeignet, nur auf wechselfeuchten Lagen macht er nicht mehr mit. Auswahl möglich für Buschbäumchen, Halb- und Hochstämme. Zur Auswahl benötigen Sie mindestens drei Sorten, z .B. Alexander Lucas, Bosc's Flaschenbirne und Conference. Einige der Früchte wiegen etwa ein halbes Pfund. Das saftreiche Fruchtfleisch ist sehr druckempfindlich. Sie werden am besten Ende September bis Anfang Oktober geerntet. Sie sollten noch nicht ganz ausgereift sein, sonst fallen sie vom Baum. Nur mit Stiel anfassen. Kühlgelagert halten sie bis Ende Dezember. Vor allem die Sorte Alexander Lucas neigt zur Jungfernfrüchtigkeit.
  • Bosc's Flaschenbirne: Steile Leittriebe, langes, überhängendes Fruchtholz. Nach der Erziehung nur auslichten. Schwefel. Kupfer. - Nur für sonnige Lagen, empfindlich gegen Frost. Dadurch ist sie nur für trockene, aber gelinde Winterfröste geeignet. Echte Aromabomben. Fein und saftig aromatisch ist ihr Fruchtfleisch. Damit reiht sie sich ein in die vorderste Front. Bosc's werden besser geschält als mit Schale verzehrt. Bei der Ernte nur den gebogenen Stiel benutzen. Bosc's wird nur mit fast geradem Stiel geerntet, alles, was steil in die Höhe weist, wird begradigt. Stetiger scharfer Rückschnitt. Werden die Stämme älter, verkahlen die Äste zunehmend. In diesem Falle muss rechtzeitig auf jüngere und waagrecht stehende Triebe umgeschaltet werden.
  • Bunte Juli: Kupfer - . Sie reift früher heran als die Frühe von Trevoux. Mitte Juli kann die Ernte beginnen. Die Birnen werden mittelgroß, das Fruchtfleisch ist weich und sehr saftreich. Das Fruchtfleisch erinnert an Zimt. Die Birnen müssen innerhalb einer Woche gegessen werden, da sie ihren Geschmack sehr leicht verlieren. Sie wächst nur schwach und bis mittelstark. Die meiste Kraft geht in die Fruchttriebe. Deswegen überaltern die Bäume schnell. Ein guter Schnitt ist zeitlebens wichtig. Sie bringt aber nur auf guten Böden Fruchtqualität.
  • Clairgeaus Butterbirne: Trotz ihrer etwas schwankenden Erträge ist sie eine gute und robuste Birne, auch für den Hausgarten. Sie kann in allen Baumformen, auch als Hochstamm gezogen werden. Ein Spalier an der Hauswand kommt ihren Ansprüchen entgegen. Sie wächst so schwach wie sonst keine Birne. Die Bäume bleiben klein, aber streben steil aufwärts. Selbst auf Sämlingsunterlage bleiben sie klein. Die Birnen reifen Anfang Oktober. Der richtige Pflücktermin muss genau abgepasst werden, denn bei zu früher Ernte sind die Früchte geschmacklos. Eine zu späte Ernte hat hohe Verluste durch Fruchtfall zur Folge.
  • Clapps Liebling: Hängende Triebe, mittellanges Fruchtholz. Muss scharf geschnitten werden. Schorf. - Mit Clapps Liebling beginnt die Birnensaison. Die Schale ist hart und trocken. Bei der Reife sind sie gelbgrün ausgefärbt und weisen eine streifige Backe auf. Sie haben auf diese Art und Weise ihr Aroma entwickelt. Das Fruchtfleisch ist sehr saftig und fein süß-säuerlich. Schon nach wenigen Wochen wird es körnig. Sie müssen rechtzeitig geerntet werden. Gut geeignet als Wandspalier. Im Frühjahr, Frühsommer und Herbst düngen. Weinbaulage ist ideal. Die Baumschulen bieten Clapps als Buschbäume, Halb- und Hochstämme an. Die Veredelung klappt auch auf einem Sämling. Sie müssen allerdings auch im Sommer geschnitten werden. Als Bestäuber gelten Bosc's Flaschenbirne, Gellerts Butterbirne, Gräfin von Paris, Gute Luise, Charneu usw. An feucht-kühlen Orten wird der Baum häufig von Schorf befallen. Bester Schutz ist eine luftige Krone. - Clapps Liebling kann bereits eine Woche vorher abgepflückt werden. Sie können dann bei Zimmertemperatur nachreifen.
  • Condo: Condo reift etwa ab Mitte September. Schon junge Bäume tragen reich. Die Früchte sind gleichmässig und die Unempfindlichkeit gegen Obstbaumkrebs und Schorf. Das Fruchtfleisch ist saftig und zart schmelzend, der Genuss wird nicht durch Steinzellen beeinträchtigt. Condo ist nicht nur für den Erwerbsanbau interessant, sondern auch für den Hausgarten. Die Bäume neigen nicht zur Vergreisung.
  • Conferénce: Nach der Erziehung nur auslichten. Kupfer, Baumkrebs und Viruskrankheiten. Durch die richtige Vorsorge sollte Baumkrebs ausgeschnitten und richtig versorgt werden. - Conference gedeiht als Spalier genau so gut wie als Buschbaum oder Hochstamm. Unempfindlich gegen Krankheiten. Die Früchte sind von edelster Gestalt. Geschmack wie Honigmelonen. Von Mitte September an werden die Früchte geerntet. Warten Sie nicht, bis die Birnen am Stamm schon teigig werden. Am besten ist es, wenn Sie schon vorher auf der Südseite die ersten Früchte ernten und erst dann auch von Woche zu Woche weiter pflücken, um den optimalen Reifepunkt dieser Birnen zu ernten. Sie benötigt mehr Wärme als andere Standorte. Deshalb ist sie für den Spalieranbau besonders zu empfehlen. Der Boden muss genügend feucht sein. Jährlich im Frühjahr düngen. Bei jüngeren Bäumen unbedingt Baumscheibe anlegen und bei Bedarf wässern. Conference gehört zu den wenigen Sorten, deren Blüten ohne Befruchtung zu vollwertigen Birnen heranwachsen. Conference neigt zur Jungfernfrüchtigkeit. Trotzdem darf auf einen Pollenspender nicht verzichtet werden: Bosc's Flaschenbirne, Gute Luise, Köstliche von Charneu und viele andere Sorten. - Conference wächst mittelstark. Die Leitäste streben schräg nach aufwärts, was das Schneiden sehr erleichtert im Gegensatz zu den steilwachsenden Sorten Gute Luise und Williams. Beste Erfahrungen wurden mit Mauerspalieren gemacht. Nach dem Junifall sollte von Hand die Überzahl der verbleibenden Früchte noch getilgt werden.
  • Frühe von Trevoux: Kurzes Fruchtholz. Verträgt scharfen Schnitt. Schorf in geringen Fällen. - Frühe von Trévoux neigt zur Jungfernfrüchtigkeit. Sie können frisch vom Baum am besten vertragen werden. Ernte im August. Trotzdem schmeckt sie sehr gut, saftig und aromatisch. Ihre Früchte sind leider nicht lagerfähig. Die Sorte trägt so reich, dass man beinahe jedes Jahr ernten kann. Die Blüte ist wenig frostempfindlich. Am besten ist es, wenn man ihre Lage durch Gehölzecken aus Nordischer Eberesche, Liguster oder Weißbuche absichert. Als Pollenspeicher sollten Sie am besten drei Bäume bevorraten: Gellert's Butterbirne, Bosc's Flaschenbirne und Jules Guyot oder auch andere. Die Frühe von Trevoux wächst mittelstark, die Äste sind steil nach oben gerichtet und wenig verzweigt. Das überwiegend gute Fruchtholz besteht vor allem aus Fruchtspießen. Diese Sorte kann als Halbstamm oder als Hochstamm gepflanzt werden. Auch für den Kleingarten ist sie sehr wertvoll, sie kann auch als Spindelbusch, als Obsthecke oder Wandspalier gut geeignet sein. Bormangel führt zu deformierten Früchten. Krone alljährlich ausdünnen. Ringsherum um den Baum wird eine Mulchschicht aus reifer Komposterde angelegt. Im Frühjahr wird zur Verbesserung des Nährstoffangebots eine Handvoll Dünger angelegt. Ist das Nährstoffangebot zu groß und der Junifall zu gering, so genügt die Handausdünnung. Die Früchte werden frisch verzehrt. Ein letztes Merkmal ist die Verfärbung der Fruchtkerne von Weiß nach Hellbraun.
  • Gellerts Butterbirne: Fruchtholz mittellang, kann scharf geschnitten werden (Langer Schnitt = wenig Substanzverlust). Schorf. - Gellerts Butterbirne neigt zur Jungfernfrüchtigkeit. Diese Birne gehört zu den besten Birnen, im Hausgarten darf sie nicht fehlen. Die Saftschale darf nicht im Wege stehen, sie kann und darf ohne diese Umhüllung gegessen werden. Ihre große Anbaubreite verdankt sie mäßigem Anspruch an Wärme und ihre Widerstandskraft gegen Winterfrost. Allerdings sollte sie einen windgeschützten Platz bekommen, sonst fallen ihre Früchte auf den Rasen. Die Bäume wachsen sehr stark. Die Stammverlängerung über alle übrigen Leitäste ist stark dominierend. Bei freiem Wuchs ergeben sich daher schlanke, hohe Bäume, deren Blühwilligkeit sehr begrenzt ist. Es empfiehlt sich, diese Leittriebe schon sehr früh waagrecht zu binden. Dadurch wird die Blühfähigkeit gefördert und Ihre Neigung zur Alternanz lässt sich ebenfalls entgegenwirken. Eine bessere Verzweigung der Äste kann zudem nur durch einen kräftigen Rückschnitt aller Leittriebe erreicht werden. Die Wartezeit lässt sich verringern, wenn Sie Quitte A als Unterlage verwenden, denn hierauf lassen sich die Bäume auch als Nieder- oder Halbstamm erziehen. Jährlicher scharfer Schnitt erforderlich. Einjährige Bäume auf einen Meter kürzen, im zweiten und dritten Jahr alle Triebe um die Hälfte kürzen. Tiefhängende Triebe entfernen. Im Laufe der Jahre werden dadurch gut verzweigte, breitpyramidale Kronen herangezogen. Gellerts Butterbirne ist starkwüchsig und wächst auf einer Sämlingsunterlage zu einem mächtigen Baum heran. Anspruchlos, für alle Böden. Staunässe fördert das Auftreten von Obstbaumkrebs. Durch eine Zwischenveredlung mit Gellerts lassen sich Quitte A mit den Edelsorten eine gute Abhilfe schaffen. Kultursorte als Krone, Gellerts als Stamm und Quitte als Wurzel. Sie ist eine gute Bestäubersorte für andere Birnen: Boscs, Clairgeau, Clapps Liebling, Gute Luise, Köstliche von Charneu, Vereinsdechant und Williams Christ. - Die Anfälligkeit für Schorf kann dadurch zurückgehen, dass Sie für luftige Kronen sorgen, in jedem Jahr.
  • Gräfin von Paris: Schwefel, Kupfer. - Königin unter den Birnensorten. Paris gehört zu den extrem spät reifenden Sorten. Erst Ende Oktober bzw. Anfang November sind die Früchte soweit gereift, dass sie geerntet werden können. Zu frühe Ernte beeinträchtigt die Lagerfähigkeit und den Reifeprozess. Denn auch nach der späten Ernte können die Birnen noch nicht gleich verzehrt werden, sie benötigen nochmals sechs bis acht Wochen bis zur Nachreife. Zum Essen werden die Birnen geschält, so dass sie zur Krönung des Essens werden. Mitte bis Ende Juni fallen die kleinen und schlecht ernährten Früchte sofort ab, der Rest müßte per Hand ausgedünnt werden. Dieser Baum benötigt einen sonnigen und einigermaßen geschützten Standort. In rauen Lagen versagt diese Sorte. Warme, tiefgründige und nährstoffreiche Böden sind notwendig. Schädlings- und Krankheitsbefall vorbeugen. Diese Sorte neigt etwas zum Aufplatzen der Früchte. Ein ausreichend feuchter Boden ist Voraussetzung. Geeignete Pollenspender sind Bunte Juli, Gellerts Butterbirne, Köstliche von Charneu und Neue Poiteau. Ganz ausgezeichnet entwickelt sich Paris als Wandspalier, wo sie Wärme und Schutz der Hauswand findet. Auch hier muss genügend Wasser bereit gestellt werden. Das Wachstum muss durch kräftigen Rückschnitt und gute Düngung gefördert werden. Sie müssen jährlich geschnitten und jung gehalten werden. Eine Baumscheibe aus Mulch und Komposterde ist ebenfalls nötig. - Paris ist nur wenig anfällig gegen Schorf u.a. Aber bekannt ist ihre Anfälligkeit gegen Kupfer-, Schwefel- und andere Spritzmittel, die die Entwicklung der Birnen stören.
  • Gute Graue: Triploid. - Diese Bäume erreichen ein Alter von 100 Jahren, die Früchte bleiben klein. Anfang September kann die Ernte begínnen. Schon nach wenigen Tagen werden sie unbrauchbar. Diese Sorte wird auf Sämling veredelt, Quitte A ist nicht geeignet. Erst nach 10 Jahren beginnen die Bäume zu tragen, dann aber gleich mit Massenernten. Sie bringt überall gute Ernten hervor. Diese Sorte ist sehr widerstandsfähig gegen Frost und Schorf, allerdings können Spätfröste und nasskalte Witterung zu Ertragseinbußen führen.
  • Gute Luise: Kurzes Fruchtholz. Verträgt scharfen Schnitt, der kräftige Mitteltrieb sollte regelmäßig abgelenkt werden. Schwefel. Triploid. - Die hervorragende Qualität dieser Birne ist begründet durch hohe Ansprüche an Boden und Pflege. Sie ist eine ausgesprochen kräftig wachsende Sorte. Ihr Wuchsdrang wird durch eine Veredelung auf Quitte A etwas gezügelt. Die Krone verzweigt sich ordentlich und bildet eine wohlgeformte Pyramide. Der Haupttrieb entwickelt sich derart dominierend, dass er während des Schnitts ordentlich zurechtgestutzt wird, damit auch die Seitenäste wachsen können. Überhaupt tut ihr ein kräftiger Schnitt gut und da sie Schnitte sehr gut verträgt, eignet sie sich auch ausgezeichnet als dekoratives Spalier. Pflanzfertige Bäume sollten nicht älter als zwei bis drei Jahre sein. Gute Bestäubungspartner sind Conference, Gellerts Butterbirne und Herzogin Elsa u.a. Da die Gute Luise schon recht bald zu tragen beginnt, ist der Fruchtansatz so üppig, dass er im nächsten Jahr aussetzt. Deshalb ist es ratsam, einen Teil der unreifen Früchte schon im Juni abzunehmen, so dass er auch im nächsten Jahr recht ordentlich trägt. Ungeeignet für raue Gegenden. Gedeiht gut als Spalier an geschützter Südseite. Leicht saure Gartenböden, empfindlich gegen Trockenheit. Bei großem Fruchtansatz ausdünnen. Düngung mit Horn- oder Knochenmehl und Kompost. Mitte September wird die Gute Luise erntereif. Zum Lagern wird sie am besten schon ein bis zwei Wochen vorher gepflückt und im Keller kühl aufbewahrt. Die Birnbäume reagieren auf Bormangel sehr empfindlich. Im Nachwinter braucht man 10 g Borax/qm und wässert gut. Die Wurzeln brauchen ein tiefes Pflanzloch, weil der Grundwasserstand zwei bis drei Meter sein sollte. Jungbäume müssen durch einen tiefen Pfahl geschützt sein. Baumscheibe mit Gießrand nicht vergessen. Am leichtesten pflanzt man den Halb- oder Hochstamm zu zweit ein. Auch das Aussäen von Senf ist ratsam. Eine Gabe Horn- oder Knochenmehl, etwa 150 g/qm, im Februar/März und reichlich Kompost ernähren den Baum gut. Dieser Baum reagiert auf Wärme, bei Trockenheit bleibt er empfindlich. - Schorf: Spaliere werden kaum von Rost befallen, auf diese Weise sollte man auch luftige Kronen aufbauen.
  • Jules Guyot: Kupfer. - Eine robuste Tafelbirne. Sie wird befruchtet von Alexander Lucas, Köstliche aus Charneu, Madame Verté und Williams Christ. Die gleichmässig verzweigten Seitenäste bringen mittelhohe, aber gleichmässige Ernten. Unter der hellgrünen Schale steckt ein schmelzendes Fruchfleisch von hervorragender Qualität, sie sind sehr saftig. Dieser Saft bildet sich aber nur an günstigen Standorten. Zeigen sich bis Ende August die ersten orangegelben Backen auf den Früchten, sind sie pflückreif. Man baut sie am besten als Spalier an einer warmen Hausmauer an.
  • Köstliche aus Charneu: Kurzes Fruchtholz. Verträgt scharfen Schnitt. Schwefel, Kupfer, Schorf. - Köstliche von Trèvoux (Bürgermeisterbirne) neigt zur Jungfernfrüchtigkeit. Voll ausgereift besticht diese Birne mit ihrem feinwürzigem Aroma, sie besitzt einen butterweichen Schmelz. Geeignet sind die Pollenspender wie Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Gräfin von Paris, Poiteau oder Williams Christ, die gleichzeitig wiederum bestäubt werden von Charneu. Wenn Sie diese Birnen an einem kühlen Ort aufbewahren, halten sie sich mehrere Wochen. Eingemacht als Kompott - zusammen mit Preiselbeeren - sind sie ein kulinarischer Genuss in den Wintermonaten. Auf diese Weise sind sie geeignet für alle Birnen-Lagen. Allerdings sind sie sehr empfindlich gegen Winterfrost. Verträgt weniger gut durchgearbeiteten Boden besser als andere Sorten. Starker Wuchs, jährlich im Spätwinter schneiden, bei Spalier auch Sommerschnitt durchführen. Baumscheibe erneuern. Auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren. - Charneu wächst sehr stark, der Haupttrieb ist kaum zu bändigen. Er schießt direkt in die Höhe und lässt den Seitenästen kaum Gelegenheit. Man sollte ihm dazu keine Gelegenheit geben. Am besten schneiden sie im Februar/März. Der Mitteltrieb wird nicht eingekürzt. Dadurch können Sie die Wuchsfreudigkeit des Baumes etwas bremsen. Wenn der Mitteltrieb dennoch zu lang wird, kürzen sie ihn auf den nächsten darunterstehenden, aufrechten Trieb zurück. Diesen kürzen Sie ebenfalls nicht ein, sondern lassen ihm seine natürliche Endknospe. Bei älteren Kronen, die zu hoch geworden sind, ist es ratsam, den Haupttrieb recht tief zu köpfen. Ihr Bedürfnis nach Feuchtigkeit ist sehr hoch. - Erst im nächsten Jahr kurz nach dem Austrieb den Schorf spritzen.
  • Madame Verté: Zur gleichen Zeit wie die Früchte der Sorte Gräfin von Paris reifen auch die von Madame Verté. Sie gilt als Liebhabersorte für den Hausgarten, besonders in warmen Gegenden. Als robuste und wenig empfindliche Sorte wird sie dem Hobbygärtner Freude machen. Wegen ihrer geringen Wuchskraft bleiben ihre Bäume klein, die Äste wachsen steil nach oben. Rückschnitt nur schwach ausbilden. Das Fleisch von Madame Verté wird als zart schmelzend empfunden. In ungünstigen Lagen bilden die Früchte viel Gerbsäure aus, was ihre Qualität eindeutig mildert. An geschützter Stelle sind die Erträge regelmäßig und mittelhoch. Ein weiterer Vorteil ist ihre geringe Windanfälligkeit.
  • Nordhäuser Winterforellenbirne: Diese Sorte kann man sehr gut lagern, sie wird auch nicht nach wenigen Wochen einen Teil Ihres Geschmacks verlieren. Ausgezeichnete Tafelbirne. Die Winterforelle wird im Oktober reif, ist im Januar essreif und hält durch bis März. Ein guter Pollenspender. In Wind- und Höhenlagen werden die Früchte sehr körnig und anfällig für Schorf.
  • Novembra. Er sollte erst im Oktober baumreif geerntet werden. Er kommt in das Lager, die Früchte entwickeln dann nach Wochen volles Aroma.
  • Pastorenbirne: Triploid. - Wenig anfällig, mit hohen Erträgen. Gut für Hausgarten. Die Birnen können ab Ende Oktober geerntet werden und lassen sich bis Januar lagern. Starkwüchsig. Sie bildet große Kronen. Hochstamm oder Spindel. An den vielen kurzen Leittrieben sind soviele Fruchtspieße, dass man sie auslichten muss. Sie gedeiht sogar auf kühlen, nasskalten Stellen und auf trocken-sandigen Boden.
  • Schöne Helene: Diploid. Meistens mittelfrüh, Geschmack süß, wird später noch besser. Ertrag ist hoch und auch die Reifezeit hervorragend, bis Ende August. Lagerung bis März. Kaum anfällig für Birnengitterrost, Birnenschorf, Feuerbrand, Pilzkrankheiten und Birnenblattsauger. Dieser Apfel ist sehr robust, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Tongern: Als gute Befruchtersorte für Vereinsdechant gilt die regional bedeutsame Tongern, eine ausgezeichnete Tafel- und Kompottbirne. Sie bekommt nur bei bester Pflege qualitativ hochwertige Früchte. Im Hausgarten ist sie aber eine robuste und geschmackvolle Sorte. In der Jugend wachsen die Bäume mittelstark, im Ertragsalter geht die Wuchskraft stark zurück. Strenger Schnitt fördert die Kurztriebsbildung und damit die Erträge. Ab Ende September reifen die großen, kelchbauchigen Früchte. Essreif wird Tongern nach Lagerung von etwa vier bis sechs Wochen, gekühlt hält sie sich bis Dezember. Vor dem Verzehr sollten die Früchte geschält werden, denn die Schale ist dick und hart.
  • Triumph von Vienne: Quitte nein. - Es war ein Zufallssämling. Sie sind ab Mitte September erntereif. Hervorragende Tafelbirne, sie schmecken süß und saftig. Die Fruchtschale ist sehr rau und muss erst geschält werden. Überschüssiges Obst kann als Backfüllung verwendet werden. Erziehung erfolgt vorwiegend als Niederstamm. Wegen der Brüchigkeit des Holzes sollte der Schnitt nur sehr kurz sein. Sie wächst gut als Spalier in geschützten Lagen. Fremdbestäubung mit Guter Luise und Williams Christ. Triumph von Vienne neigt zu einer Jungfernfrüchtigkeit.
  • Vereinsdechants: Schwaches mittellanges Fruchtholz. Nach der Erziehung nur kurz auslichten. Schwefel. - Sie besitzt ein Aroma wie sonst keine andere Sorte. Seitdem ist sie die Nummer 1 unter den Spätbirnen. Sie gehört offenbar zu den allerbesten Sorten. Zum Verzehr müssen sie geschält sein, damit ihr vollkommenes Aroma durchschlägt. Werden die Birnen bei 0° - 1° gelagert, halten sie sich bis zum Januar. Falls Sie nicht solange auf die Früchte von Vereinsdechant warten wollen, können Sie es mit dem Umveredeln versuchen. Vereinsdechant verträgt sich gut mit anderen Sorten. Ein grober Griff hinterlässt im Fleisch Druckstellen. Beim Pflücken deshalb nur mit den Stielen abdrehen. Die reifen Früchte halten bis Ende November. Auch als Hausspalier geeignet. Mäßig hart gegen Winter- und Spätfröste. Wasser ist notwendig. Die Sorte verträgt sich sehr gut mit Quitte A, beim Kaufwunsch sollte sie Vorrang haben. Vereinsdechant neigt zu einer langsamen Jugendentwicklung, Sämlinge beginnen erst spät zu fruchten. Die Leitäste wachsen steil und werden während des Erziehungsschnittes regelmäßig auf flachere Seitentriebe zurückgeschnitten. So kann sich die Krone öffnen. Später werden die Bäume nur noch ausgelichtet und bei Bedarf verjüngt. Spalierbäume müssen jährlich im Spätwinter und im Sommer geschnitten werden. Vereinsdechant ist diploid, Ihre langandauernde Blüte macht sie zu einer wertvollen Befruchterpflanze. Als Pollenspender eignen sich Boscs Flaschenbirne, Clapps Liebling, Conference, Gellerts, Williams Christ, Gute Luise und Bunte Juli sowie andere. Ohne ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit wird die Fruchtentwicklung gehemmt. Auf kalkreichen Böden treten oft Blattchlorosen auf. Nach einem guten Erntejahr legt sie häufig eine Pause ein, um neue Kräfte zu sammeln. Sie setzt im folgenden Jahr keine Früchte an. Diese Alternanz ist im Hausgarten unangenehm, man versucht, mit einem jährlichen Sommerschnitt und bei starkem Fruchtansatz mit einem Ausdünnen der Früchte im Juni zu begegnen. Auf Quitte A als Unterlage sind die Bäume viel frostempfindlicher als auf Sämling, und für einen trockenen Standort wird eine viel frostempfindlichere Schorfanfälligkeit gemeldet als in Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Williams Christ: Fruchtholz mittellang. Kann scharf geschnitten werden. Kupfer. - Sie ist eine köstliche Birne, aber auch gut geeignet zum Einmachen. Sie wird schon Ende August gepflückt. Sie sollten schon etwa eine Woche vor der Pflückreife abgepflückt werden. Dann sind sie noch hart und unempfindlich. Nach etwa vier Wochen im Keller müssen sie gegessen oder in anderer Weise weiterverarbeitet werden. Mit Williams Christ kommt eine gute Bestäubersorte direkt in den Baum, die auf andere Sorten umveredelt werden können. Der Baum wird groß und stark, aber durch entsprechende Schnittmaßnahmen lassen sich auch andere Birnensorten heranziehen. Mit Quitte A verträgt sie sich nicht. Aber mit Gellerts lässt sie sich gut auf einfachere Stammbildner verändern. Der Baum wächst stark und reckt seine Leitäste sehr nach oben. Man muss also diese Leittriebe auf waagerechte Formen umerziehen. Auch als Spalier oder Wandspalier ist er gut geeignet. Die Entwicklung von Fruchtspießen am älteren Holz ist dagegen ungeordnet. Es ist daher ratsam, den Baum regelmäßig und frühzeitig zu verjüngen.  Williams Christ braucht einen warmen, geschützten Boden, ihre Ansprüche sind nicht gerade bescheiden. Höchsten Wert legt Williams Christ auf Bodendurchlüftung. Verdichtete, staunasse Erde setzt ihr extrem zu. Gerade bei kleineren Bäumen sollte über dem Wurzelbereich eine Baumscheibe aus Mulchmaterial angelegt werden, die im Februar oder März angereichert werden. Gute Bestäuber sind: Clapps Liebling, Gellerts, Conference, Winterdechantsbirne und Vereinsdechantsbirne. Für beinahe alle anderen Sorten gilt Williams Christ als guter Bestäuber. Weniger als -20° werden nicht vertragen. Stets ausreichend wässern. Holunderblüten über die Birnen gebreitet sollen konservierend wirken.

 

Säulen-Birnbaum Decora, E 9 - A 10 große Früchte mit roter Deckfarbe, kegelförmig. Mittelspät. Befruchtung durch 'Saphira'. Lagerfähig bis Mi 12. Im Sommer die Seitentriebe einkürzen auf 10 -15 cm. (A&S).

Säulen-Birnbaum Saphira, Mi 9 flaschenförmige, gelbliche Früchte. Mittelfrüh. 200 - 250 cm. Befruchtung durch 'Decora' oder andere Birnbäume. Lagerfähig bis Mi/E 1. Im Sommer die Seitentriebe einkürzen auf 10 -15 cm. (A&S).

Säulen-Birnbaum Concord, für Balkon, Garten und Terrasse, 2 - 3,5 m hoch. Im Sommer die Seitentriebe einkürzen auf 10 -15 cm. Genussreife September bis Januar. Reifezeit September bis Oktober. Sonne, Halbschatten, Bienenfutterpflanze. (Pötschke)

Prosecco, Champagner-Birnen/-Apfel. Züchtung aus einer italienischen Birne und einem französischen Gourmet-Apfel. Reichtragend, völlig anspruchslos. Die Früchte kann man monatelang aufbewahren. Hoher Saftgehalt. Ideal für Balkon oder Terrasse. (A&S). (Siehe auch unter Äpfel).

 

Neue Sorten sind: Harrow Sweet, würzig und relativ widerstandsfähig gegen Feuerbrand. Schöne Helene (Conference x Gute Luise), ziemlich robust, sehr aromatisch. Uta, ziemlich resistent, aromatisch. - Über die Resistenz der neuen Sorten liegen wenige Erkenntnisse vor.

Siehe auch Übersicht Birnensorten oder http://www.obstsortendatenbank.de/

Birnbäume - Weiteres Wissenswertes
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