Schwammspinner [Kretzschmaria deusta (Xylariaceae)]


Botanischer Name
Kretzschmaria deusta (Xylariaceae)

Allgemeines

Schadbild

Kretzschmaria deusta Holzkeulenartige (Xylariaceae).

Die Weibchen sehen mottenähnlich aus, sind beige-grau gefärbt, mit gezähnten schwarzen Querstreifen, 4 cm lang, Flügelspannweite 5 - 7 cm, die Männchen sind kleiner. Ihre Flügel sind graubraun ohne Zeichnung. Die Weibchen legen im Herbst ihre Eier an Baumstämme. Die Gelege können bis zu 2000 Eier haben, rötlich, mit Haaren überdeckt, so dass der Eindruck eines Schwammes entsteht. Überzogen sind sie außerdem mit einer klebrigen Masse. Schlupfzeit 4. Bei Wind lassen sich die winzigen Raupen mit ihren Haaren als Luftballon weithin tragen, bei Windstille verbleiben sie auf dem Baum, auf dem sie geschlüpft sind. Nach sechs Wochen haben die Raupen ihre Endgröße von 5 - 7 cm erreicht. Sie haben vorn blaue und hinten rote Warzen, beide stark behaart, und drei gelbe Längslinien auf dem Rücken. Die Haare können Nesselallergien beim Anfassen verursachen, beim Einatmen asthmatische Anfälle und Reizhusten. Sie fressen Bäume und Sträucher radikal ab, vorzugsweise Birken, Buchen, Eichen, Hainbuchen, Kiefern, Weiden, auch Gräser, Obstbäume, selbst Topfpflanzen in Wohnungen. Sind die Pflanzen der Umgebung kahl gefressen oder werden die Zweige stark erschüttert, lassen sie sich an einem Seidenfaden vom Wind weitertragen, bis über 20 km. Ab 6/7 Verpuppung in Gespinsten in Verstecken wie unter Rinde und Astgabeln, ab 7/8 schlüpfen die Schmetterlinge. Die männlichen Falter sind bis 9 aktiv, die trägen Weibchen verbleiben in der Nähe ihres Schlupfortes. Die Weibchen locken die Männchen mit Pheromonen an. Danach beginnt erneut Begattung und Eiablage. Nasskalter Frühling verhindert Massenauftritt, warme und trockene Tage begünstigen ihr Erscheinen in großen Mengen.

Abwehr: Natürliche Feinde der Falter sind Eulen und Fledermäuse, der Eier und Raupen: Raubwanzen, Schlupfwespen und andere Raubinsekten. Allenfalls der Kuckuck frisst die Raupen. Raupen von den Bäumen klopfen und sammeln. Am Anfang Bacillus thuringiensis Berliner, var. kurstaki (Neudorffs Raupenspritzmittel oder Dipel) auf gefährdete Pflanzen spritzen. Das Fraßgift wirkt schnell, die Raupen fressen nicht mehr und sterben nach wenigen Tagen ab. Niem. Später Insektizide gegen beißende Insekten (Spruzit usw.), Pheromone.

Apfelbäume, Weiden. Weibchen sind träge, weißgefärbt, die Männchen sind kleiner und flugaktiv. Die Eier werden im Herbst an dem Stamm abgelegt. Meist sind es um die 2000 Stück pro Gelege, sie sind mit rötlich-braunen Haaren bedeckt und ähneln einem Schwamm. Im April schlüpfen die Raupen. Sie sind bis zu 50 mm lang, bunt, haben Haarbüschel. Sie können sich mit Hilfe eines Seidenfadens vom Wind in die Ferne tragen lassen und fressen dort weiter. Im Juni verpuppen sich die Raupen, im Juli/August schlüpfen die neuen Jungschmetterlinge.

Vorbeugung

Apfelbäume. Weiden. Raupenspritzmittel (Bacillus thuringiensis Berliner, var. kurstaki). Niemsamen.

Bekämpfung