Porree [Allium ampeloprasum]


Botanischer Name
Allium ampeloprasum
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Breitlauch, Winterlauch, Gemeiner Lauch, Fleischlauch, Lauch
Porree - Einleitung

Allgemeine Informationen

Allium ampeloprasum. Amaryllisgewächse.

Allium porrum, Porree, Lauch
Allium porrum, Porree, Lauch
Bild: Botanikus
Porree - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Durchlässiger, humoser, lockerer Boden. pH 6,0 - 7,5. Starkzehrer. Nährstoffreicher Boden und gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit erforderlich: Kalireich düngen mit Holzasche, Brennessel- und Beinwelljauche.

Lage

Volle Sonne, warme Lage.

Aufzucht

Anzuchttemperatur mindestens 16°, sonst schießt er später. Frühester Aussaattermin 1 für Frühanbau, für Sommeranbau 2 - 3, für Herbstanbau 3 - Anfang 4, Winteranbau 4. Frostsaat ist möglich.

Bei Auspflanzung A - E 5 werden die Pflanzen besonders dick und wohlschmeckend, aber platzen auch leichter. Bei Auspflanzung Mi - E 6 werden sie schmaler, aber frosthärter. Bei Auspflanzung winterharter Sorten A 8 kann im nächsten Jahr mit besonders dicken Schäften gerechnet werden.

Keimtemperatur 20°, Weiterkultur 12 - 14°. Pflanzabstände 30 x 15 cm.

Schäfte verlängern durch Anpflanzung der Jungpflanzen in 15 cm tiefen Gräben oder Pflanzlöcher, die nach und nach aufgefüllt werden. Im Frühherbst dann die Pflanzen anhäufeln, damit sie lange weiße Schäfte bekommen, oder bei normaler Pflanzung öfters anhäufeln. Tiefes Einpflanzen über 8 cm zu Beginn bringt Mindererträge. Zurückschneiden der Blätter verlängert den Schaft ebenfalls. Oder mit Pflanzholz etwa 20 cm tiefe Löcher herstellen und die Pflanzen hineinstecken. Angießen und dabei etwas Erde anschlämmen, aber nicht andrücken. Später zweimal anhäufeln. Oder ein schwarzes Plastikrohr über die Pflanze bis zur Ernte stülpen. Lange weiße Schäfte bilden die Pflanzen nur, wenn die Sprosse weitgehend vor Licht geschützt werden.

Mit Kompost oder Pflanzenjauche den Sommer über düngen, nicht in die Schäfte gießen! Nicht zu sehr antreiben, er verliert dadurch an Geschmack. Der Gehalt an Nitrat kann wesentlich vermindert werden, wenn die Pflanze mit einer Grabegabel etwas angehoben wird, ohne dass alle Wurzeln abreißen, und dann erst nach Mittag endgültig geerntet wird. Es gibt winterharte Sorten, wiederholtes Frieren und Auftauen und plötzliche Kälteeinbrüche sind aber gefährlich. Deswegen Abdeckung mit Reisig vorteilhaft, noch besser bei zu erwartenden tiefen Temperaturen: Anhäufeln, mit Laub und Vlies abdecken. Oder im Schatten einschlagen. Auch unter Glas im Dezember mit Wurzeln und Blättern einschlagen, gelegentlich wässern. Bei Temperaturen über 0° Fenster öffnen. Sicherer ist Ausgraben und Einschlag unter Laub oder Reisig z.B. unter dem Hausdach, Nordseite. Ernte im Dezember vermeidet meistens Kälteschäden. Blaugrüner Wintereskimo (Baldur) ist ziemlich winterhart.

 

Porree - Überssicht Aussaat/ Pflanzung/ Ernte
Aussaat Pflanzung Ernte
Porree früh Dezember - Januar März - Juni
Porree Herbst März - April August/Oktober
Porree Winter April - Mai Januar - April

 

Wenn die Blüte dauernd ausgebrochen wird, bilden sich an den Wurzeln Perlzwiebeln.

 

Ernte

Sommerporree kann von Juli bis September aus dem Boden gezogen werden. Dabei bricht der weiße Schaft aber leicht ab. Legen Sie ihn daher mit einer Pflanzschaufel frei oder heben Sie die Pflanze mit der Grabgabel aus. Im Gemüsefach hält Lauch bis zu 5 Tage.

Lagerung

Für Sofortverbrauch Wurzeln abschneiden, für Einschlag und Einlagerung Wurzeln belassen. Im letzteren Fall die Blätter etwas einkürzen. Eingewickelt in feuchtes Tuch kann man ihn einige Tage aufbewahren. Wegen seines Geruchs aber nicht mit anderen Nahrungsmitteln zusammenlegen. Einfrieren ist möglich.

Danach den Porree längs, also vom Wurzelansatz bis zur Blattspitze aufschneiden und sorgfältig zwischen den Blättern waschen, denn hier verbirgt sich noch Erde.

In der Nähe von Früchten, die Ethylen abgeben - wie Apfel oder Tomaten - sinkt seine Haltbarkeit.

Nachbarschaft

Günstig: Mischkultur. Basilikum, Borretsch, Endivie, Erdbeeren (Grauschimmel), Kamille, Kohl, Kohlrabi, Kopfkohl, Mairüben, Möhren (Möhrenfliege), Pastinaken, Petersilie, Rettich, Ringelblumen, Rosenkohl, Salat, (Schnitt-)Sellerie, Spinat, Tomaten und Wermut. Guter Verbund mit Blumenkohl, Sellerie und Tomaten.

Ungünstig: Bohnen, Erbsen, Gartenkresse, Grünkohl, Knoblauch, Mangold, Rote Bete, Schnittlauch, Zwiebeln.

Fruchtfolge

Vorkultur Leguminosengemisch erhöht den Ertrag. Untersaat Feldsalat.

Porree kann jahrelang auf derselben Stelle angepflanzt werden, andere Gärtner haben allerdings entgegengesetzte Erfahrungen gemacht, sie halten einen Abstand von 3 - 4 Jahren ein.

Hinterlässt gute Bodengare, Bodentiefe der stickstoffreichen Wurzeln bis 1,5 m. Anzuchttemperatur.

Folgt gut Frühkartoffeln als Nachanbau, Möhren folgen ihm wiederum gut als Nachkultur.

Porree - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Porree - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Resistente und tolerante Gemüsesorten:

  • Carlton F 1 (Hild) bringt höhere Erträge, die Kulturzeit ist verkürzt. Sommersorte. Bio-Saatgut.
  • Davinci F 1 (Pötschke) Diese Sorte bringt 100% mehr Ertrag als vergleichbare alte Sorten. Von Natur aus tolerant. Die Schäfte sind lang, das Laub ist dunkelblau-grün. Errntezeit: September bis Dezember. Robust gegen Blattfleckenkrankheit.
  • Herbstriesen 2/Hannibal (Kiepenkerl), bewährter Herbst- und Winterporree. Sehr zuverlässig und ertragreich. Bewährte Sorte mit langen, weißen, glatten, schmackhaften Schäften. Mildwürzig. Bio-Saatgut.

Allium ampeloprasum, Ewiger Lauch. Im Herbst gepflanzt, erwachsen aus den Perlzwiebeln im Frühjahr porreeähnliche Stangen. Nach der Blüte sterben die Pflanzen ab. Die neugebildeten Brutzwiebeln bilden wieder neue Triebe.

Porree - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Enthält äther. Öle, Betacarotin, Senföl, Vitamin B1,2,6(!), Folsäure, C, E, Kalzium, Kalium, Phosphor.

Zubereitung

Zarte Stangen schmecken besser.

Die Blätter können für klare Suppen mitgegart werden. Gerade im unteren Blattgrünteil sind wichtige gesund erhaltende Stoffe vorhanden.

Porree - Verwendung in der Medizin

Volksmedizin

Porree stärkt das Immunsystem, wirkt infektionshemmend, antibakteriell und bringt Verdauung und Gallenfluß in Schwung.

Wer regelmäßig Porree isst, stimuliert die Nieren und hilft dem Körper zu entschlacken und entwässern, wovon Rheumaleidende besonders profitieren. Auch der Bildung von Nierensteinen soll das kalorienarme Gemüse vorbeugen. Die schwefelhaltigen Sulfide wirken antibakteriell.

Porree - Weiteres Wissenswertes