Kindstod, plötzlicher


Unerwartete Todesfälle im ersten Lebensjahr, vor allem im 2. - 4. Monat, sonst von der 5. Woche bis zum ersten Geburtstag. In Deutschland sterben 1 - 2 Säuglinge je Tag daran, im Winter mehr als im Sommer. Die Kinder sterben im Schlaf an Herz-Kreislauf-Versagen. Zu 60% sind es Jungen.

Er kann entstehen durch Bauchlage der Babies, rauchende (Risikosteigerung um das achtfache) oder drogenabhängige Mütter, junges Alter der Mutter, mangelnde Ausbildung der Mutter, Überwärmung des Kindes durch zu starke Raumüberheizung (Norm 18 - 20°) und dicke Decken (keine Federbetten und Fellchen), zugedeckte Nase oder zugedeckter Mund, evt. Magenbakterien Helicobacter pylori, zu frühes Abstillen vor der 6. Lebenswoche, besser 4 - 6 Monate, Biotinmangel und durch Clostridien, die die Lebensmittelvergiftung hervorrufen (Uni Göttingen: Von 82 verstorbenen Babies war die Hälfte infiziert, siehe 'Fertigkompost'). Vorgefunden wurden die toten Säuglinge zu 80% in der Bauchlage, zu 33% war der Kopf bedeckt, 13% waren nass geschwitzt. Ein Zusammenhang mit Selenmangel ist in der Diskussion.

Frühgeburten sind besonders betroffen. Wenn sie Schwierigkeiten mit der Atmung haben, steigt das Risiko auf das Dreifache. Kopfkissen, Lammfelle, dicke Federbetten und flauschige Unterlagen sollten aus dem Kinderbett verschwinden. Ein Schlafsack sollte wie folgt gewählt werden: Körpergröße + 10 cm Spielraum zum Wachsen. Neuerdings empfiehlt das Grüne Kreuz auf Grund internationaler Studien regelmäßiges 'Nuckeln' im 1. Lebensjahr. Schläft der Säugling im Schlafzimmer der Eltern, sinkt das SIDS-Risiko um ein Drittel. Alarmzeichen sind: Atmungsschwierigkeiten wie Atempausen von mehr als 15 Sekunden Dauer, Nach-Luft-Ringen beim Saugen und Schlucken, Blauverfärbung des Gesichtes, heftiges Schwitzen im Schlaf. Es gibt auch die These, dass Amalgamfüllungen bei der Mutter und Impfungen Ursache sein könnten: Viele Impfpräparate enthalten Thimerosal als Konservierungsmittel. Dies ist eine Quecksilberverbindung. Kinder haben in den ersten Lebensjahren kaum Entgiftungsfähigkeiten ausgebildet. In den USA gab es (2001) eine Anhörung über die Quecksilberwirkung auf Kinder, auch im Zusammenhang mit Autismus. Nur ein einziges, kleines Kuscheltier, in dem das Kind nicht das Gesicht vergraben kann. - Bei einem Kongress in Atlanta wurde das Risiko eines plötzlichen Kindstodes durch Rauchen der Mutter und Verzicht auf Stillen gleichgesetzt mit Bauchlage des Säuglings (01). Die Universität von Washington hat eine Theorie entwickelt, wonach Wärmestress viele der vorgenannten Faktoren erklären könnte: Wärmestress umfasst alle Konditionen, die den Wärmehaushalt stören, ohne dass die Körpertemperatur unbedingt ansteigen müsste. Zwischen Wärme- und Atemzentrum im Gehirn besteht eine enge Wechselbeziehung. Wärmestress kann die Atmung vorübergehend zum Aussetzen bringen. Deshalb die Warnung, Säuglinge nicht zu warm einzupacken, das Schlafzimmer nicht zu überheizen ( 16 - 18°) und für Frischluft zu sorgen. Keine Wärmflasche ins Bett. Rauchen ist zu unterlassen, denn Nikotin verengt die Hautgefässe, was zu verminderter Wärmeabgabe führt. Mangel an Vitamin B 7 Inhaltsstoffe Obst/Gemüse Vitamine - Z. Siehe auch Kapitel Gesunde Ernährung - Rauchen. - Rauchen der Mutter und ihr Verzicht auf Stillen ist für den plötzlichen Kindstod gleichzusetzen mit der Bauchlage des Säuglings (Kongress in Atlanta 01). - Bei Gefährdung lohnt sich ein Überwachungsgerät. Clostridium botilinum, der hochgiftige Botulismuserreger, kann sehr gefährlich werden, man sollte es Kindern bis ein Jahr nicht geben, auch nicht mit einem Antihustenmittel, Bestreichen der Brustwarzen und des Schnullers.

02 Pasteur-Institut, Paris/Stockholmer Karolinska-Institut: Bei Experimenten mit Mäusen wurde ein Zusammenhang der Säuglingssterblichkeit mit Rauchen nachgewiesen. Das Nikotin dämpft die Empfindlichkeit eines Eiweißkomplexes im Gehirn, das bei Sauerstoffmangel einen Aufwachreflex auslösen soll. Ständiger Rauch könnte beim plötzlichen Säuglingstod dieselbe Ursache haben. Immerhin ist er die häufigste Todesursache von Kleinkindern in den Industrieländern im Alter von 4 Wochen bis zu einem Jahr. Pro Jahr sterben in Deutschland mehr als 500 Babys daran.

Rauchen der Mutter und ihr Verzicht auf Stillen ist für den plötzlichen Kindstod gleichzusetzen mit der Bauchlage des Säuglings (Kongress in Atlanta 01).

02: Uni Uppsala will eine Verbindung sehen zwischen einem hohen Nitratgehalt des Trinkwassers und plötzlichem Kindstod. Durch Nitrat werden Bakterien daran gehindert, einen Bestandteil der Milch abzubauen, der dann zur Vergiftung führt. Säuglinge sollten erst nach Vollendung des 6. Lebensmonates Spinat bekommen.

02. Fachkongress in Mailand. Dr. Paul Goldwater berichtete, dass er in allen autopsierten Leichen plötzlich verstorbener Säuglinge das toxisch wirkende Nebenprodukt (vor allem Curlin) des Bakteriums E. coli entdeckt habe, das aber bei keinem Kinde der Vergleichsgruppe vorhanden war.

02: Gem. British Medical Journal war die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes höher bei denen, die auf vorher benutzten Matratzen schliefen. -

In Holland und Norwegen wurde durch gezielte Aufklärung der plötzliche Kindstod um 90% gesenkt.

03. Nach einer Aufklärungsaktion in Sachsen sind die Todesfälle rapide gesunken. Informationen über www.babyschlaf.de.

04 Gem. Veröffentlichung in 'Proceedings of the National Academy of Sciences' kann plötzlicher Kindstod auch durch einen Genfehler (TSPYL) verursacht sein.

 

Siehe auch plötzlicher Kindstod.