Fertigkompost


Fertigkompost.

Viele Gemeinden bieten Kompost aus eigener Produktion an. Man sollte nach etwaigen Zutaten wie Sand, Erde, Kalk usw. und Analysen über Schwermetalle, Pestizide, Insektizide usw. fragen. Geht bei einem Keimversuch in diesem Kompost keine Pflanze auf, kann man einigermaßen sicher sein, dass auch keine Krankheiten übertragen werden. Pro Person und Jahr werden mehr als 100 kg Kompostabfälle in der Bundesrepublik verwertet. Mindeststandard sollte das RAL-Gütezeichen Kompost sein, besser ist das RAL-Umweltzeichen (Blauer Engel).

Darin sind folgende Höchstmengen an Schwermetallen vorgesehen:

(RAL-Gütezeichen erster Wert, RAL-Umweltzeichen zweiter Wert)

  • Blei 150/100 mg/1kg Trockenmasse
  • Nickel 50/50 mg
  • Cadmium 1,5/1 mg
  • Quecksilber 1/1 mg
  • Chrom 100/100 mg
  • Zink 400/400 mg
  • Kupfer 100/75 mg

Die AGöL empfiehlt noch niedrigere Werte. Die löslichen Mineralien betragen: Kalium 2.000 - 6.000 mg/l, Phosphor 1.200 - 2.400 mg/l, Stickstoff 300 - 600 mg/l.

Verwendung:

Bäume: 4 l/qm etwa alle 2 Jahre auf die Baumscheibe.

Bodenverbesserung: 2-4 l/qm, alle paar Jahre wiederholen bei armen, sandigen, auch schweren Böden.

Gemüse: 1-4 l/qm jährlich, je nachdem, ob es sich um Stark- oder Schwachzehrer handelt.

Neupflanzung: Pflanzlöcher vorbereiten mit Kompost 2, Erde 8 Teile

  1. Rasen: Nach dem Vertikutieren im Frühjahr direkt auf die Rasenfläche streuen, 2 mm hoch. Verhindert Moosbefall. Mehrmals wiederholen.
  2. Sträucher: 2-4 l/qm alle paar Jahre wiederholen. Unter die Sträucher streuen und einharken.
  3. Urbarmachung: 6-7 l/qm, am besten, Erde und Kompost direkt vermischen, 20 - 30 cm tief.

Naturgemäß schwanken die Mineralienwerte stark. Man kann etwa ausgehen von folgenden Prozenten:

OrganischeGesamtsubstanz: 30%. pH-Wert um 8, C/N-Verhältnis 15 : 1. Kalzium: 3%. Kalium: 1%. Magnesium: knapp 1%. Phosphat: knapp 1%. Stickstoff 1%.

Die Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V., Schönhauser Str. 3, 50968 Köln, stellt u.a. folgende Qualitätsanforderungen:

Frei von keimfähigem Samen und austriebsfähigen Pflanzenteilen sowie phytotoxischen Stoffen. Wassergehalt max. 45 Gew.% bei loser, max. 35 Gew.% bei Sack-Ware, bei einem Gehalt von mehr als 40% organischer Substanz sind höhere Wassergehalte erlaubt. Mindestgehalt an organischer Substanz 20% i.d.TS.

BGK Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. D-51149 Köln, Von-der-Wettern-Str. 25  www.bgkev.de

 

 

Wissenschaftler der Uni Göttingen, u.a. Prof. Saternus, haben festgestellt, dass die Krankheit Botulismus (Lebensmittelvergiftung), die durch Clostridien-Bakterien hervorgerufen wird, wieder stärker auftritt. Vor allem gilt das für den plötzlichen Kindstod. Bei 82 verstorbenen Babys haben sie nach Clostridien geforscht, bei der Hälfte sind sie fündig geworden, mindestens 20% sind daran verstorben. Bei Säuglingen, die zu Vorsorgeuntersuchungen in die Kinderpraxis gekommen waren, zeigten sich ebenso 20% infiziert. Prof. Böhnel, Göttingen, geht davon aus, dass allein in Deutschland 1.000 Rinder und Pferde jährlich an dem Clostridiengift sterben. Die Sporen des Pilzes sind in der Natur weit verbreitet, z.B. durch den Tierkot. Eine mögliche Gefahrenquelle für den Menschen ist für Prof. Böhnel der Kompost, der aus Bio-Müll hergestellt wird. Im Kompost von verschiedenen Kompostwerken hat er die Pilzsporen festgestellt. Für den Erwachsenen sieht er kaum eine Gefahr, wohl aber für Kleinkinder, die noch keine robuste Darmflora ausgebildet haben und deshalb durch geringste Mengen gefährdet seien.