Alpenveilchen [Cyclamen persicum]


Botanischer Name
Cyclamen persicum
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Erdbrot, Erdscheibe, Saubrot
Alpenveilchen - Einleitung

Allgemeine Informationen

Cyclamen. Primelgewächse. Naturschutz für Wildveilchen.

Cyclamen persicum, Hybriden
Cyclamen persicum, Hybriden
Bild: Botanikus

Alpenveilchen - Aufzucht und Lebenszyklus

Aufzucht

I. Garten: Boden humos, kalkhaltig, durchlässig, lehm- und sandhaltig, geschützt vor zuviel Nässe und Kälte. Die Knolle darf nicht verletzt werden. Standort halbschattig/schattig im Schutz von Gehölzen, die die Sonne abhalten. Erdabdeckung 2 - 3 cm. Die Abdeckung immer wieder erneuern mit Kompost. Auch als Winterabdeckung mit Fichtenreisig geeignet. Blüte 4 oder Herbst, meistens vor Laubaustrieb. Sie können gut auf Baumscheiben wachsen. Man kann sie zusammenfassen zu 8 - 10 Stck. Sie passen gut zu Efeu, Farnen, Immergrün, Kletterfeige, Lavendel, Salbei. Nur Cyclamen hederifolium und neapolitanum vertragen bedenkenlos einen trockenen Standort in voller Sonne. - Geeignet auch für handelsübliche Steingartenstauden.

Vermehrung durch Samen, im Herbst bei 24° aussäen. In Einheitserde mit etwas Sand umsetzen. Die Zeit bis zur ersten Blüte dauert über ein Jahr.

Schnittblumen müssen kreuzweise eingeritzt werden am Stielende oder 1 cm darüber mehrmals mit einer spitzen Nadel angestochen werden.

Alle Alpenveilchen sind giftig, besonders die aus der Knolle.

II. Haus: Pflanzung Ende 8. Alte Wurzeln und Erde entfernen. Die Knolle muss stets etwas über der Erde stehen. Einheitserde mit Sand, kalkfrei. Blumen aus dem kühlen Gewächshaus langsam umgewöhnen. Die Knolle sollte möglichst groß sein. Halbschatten, später auch volle Sonne. Nordseite ist günstig, ggf. auch Ostseite. Vor Herbststürmen und Regen schützen. Die Blüten vertragen nur geringen Frost. Im Hause für einen hellen, nicht zugigen, kühlen Platz sorgen, er sollte etwa zwischen 15 - 18° haben, neuere Züchtungen vertragen oft höhere Temperaturen zwischen 15 bis 20°. Kalte Füße vertragen sie allerdings auch nicht. Nicht den Topf an andere Stellen setzen, regelmäßig gießen, nicht feucht, nicht trocken, und düngen, auch im Winter, sofern sie hell und kühl stehen, alle 14 Tage. Organischer Flüssigdünger im Verhältnis 1 : 1 mit Wasser verdünnt und nur alle vier Wochen im Winter. Ab 4 beginnt die Ruhezeit, nur wenig gießen. Ab 5/6 können sie auf die Terrasse, im Schatten. Im August umtopfen und darauf achten, dass die Knolle nicht ganz von Erde bedeckt wird und herausragt.

Beim Gießen darauf achten, dass kein Wasser auf die Blatt- und Blütenansätze kommt, sie würden faulen. Nur kalkfreies Wasser zum Gießen benutzen. Am besten in den Untersetzer gießen und nach einer halben Stunde den Rest wegschütten. Feuchte Luft wirkt positiv. Wachsen die Blumen nicht über das Laub hinaus, ist die Erde nicht sauer genug. Während der Blüte alle 14 Tage düngen. Im späten Frühjahr vergilben die Blätter, dann darf nicht mehr gedüngt werden, die Wasserzufuhr wird eingeschränkt. Verblühte und vergilbte Stängel ausreißen, damit keine Reste verbleiben, die zu einer Infektion führen können; dabei die Knolle festhalten. Danach hell und kühl stellen, 10 - 15°.

Den Sommer über den Topf ins Freie setzen, dabei vor Regen und Sonne schützen. Die Knolle niemals verdorren lassen. Frühestens ab E 8, falls es sehr trocken ist, die Erde erneuern, am besten mit lockerer Lauberde, und den Topf warm stellen; erst wenn sich die ersten Blätter zeigen, darf wieder normal gedüngt und gegossen werden. Der Wurzeldruck von Gehölzen ist unbedingt erforderlich. - Begleitpflanzen: Bruchkraut, Farne, Primeln, Schattengräser.

Alpenveilchen blühen unermüdlich, wenn Sie welke Blüten regelmäßig entfernen. Dazu werden die Stiele nicht abgeschnitten, sondern mit einem Ruck aus der Knolle gezogen. Das gelingt leicht, wenn Sie den Stängel etwas drehen.

Alpenveilchen können ziemlich schnell zusammenfallen. Warmer Stand verstärkt die Ausbreitung. Sie sind anfällig für pilzliche und tierische Schädlinge.

Alpenveilchen - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Alpenveilchen - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Winterharte Alpenveilchen:

Cyclamen africanum, große Blüte rosa bis weiß, 8 - 10, 8 cm. Für Kalthaus gut geeignet.

Cyclamen balearicum, bildet im Frühjahr mit kleinen, weiß-violett gestreiften Blüten.

Cyclamen cilicium, Blüte rosa, teilweise mit rotem Auge, 9 - 10, 6 cm. Danach Laubaustrieb. Es ist nicht ganz winterfest.

Cyclamen coum, Blüte karminrot, rosa, weiß von Spätwinter - Frühjahr 3 - 4.

Cyclamen coum, Alpenveilchen
Cyclamen coum, Alpenveilchen
Bild: Botanikus

Wurzeln werden an der Unterseite gebildet. Blätter rund. Warme, geschützte Lage, kalkhaltige Erde. Sonne oder lichter Schatten, im Sommer nur beschattet. Unter laubabwerfenden Bäumen gedeiht es gut in einem lockeren Boden. - Vermehrung durch Samen. Topfsorten benötigen einen fremden Pollen, man muss mit einem Pinsel den Blütenstaub von der einen zu der anderen übertragen. Wildsorten brauchen keine Nachhilfe. Etwas Winterschutz in rauen Lagen empfehlenswert, vor allem im ersten Standjahr. Wird als langlebig empfohlen. Diese Pflanze kann sich auch allein zwischen den Farnen gut behaupten.

Cyclamen creticum. Kommt im ganzen Mittelmeerraum vor, Blütezezeit ist ebenfalls im Frühjahr.

Cyclamen graecum beginnt bereits im Spätsommer zu blühen. Die rosa Blüten sind mit einem karminrotem Auge ausgestattet.

Cyclamen hederifolium (früher neapolitanum), efeublättriges Alpenveilchen, blüht rosa bis weiß im Herbst 8 - 10, 6 - 15 cm.

Cyclamen hederifolium, efeublättriges Alpenveilchen
Cyclamen hederifolium, efeublättriges Alpenveilchen
Bild: Botanikus

Die oben befindlichen Wurzeln dürfen nicht entfernt werden, die nach außen gewölbte Seite kommt nach unten. Sonniger und trockener Standort wird vertragen. Halbschatten/Schatten. Das herzförmige, marmorierte Laub erscheint nach den Blüten. Keine Staunässe, der Boden sollte eher trocken gehalten werden. In Gruppen zu 5 Stck. auspflanzen, nur flach mit Erde bedecken, 3 - 4 cm. Begleitpflanzen Fetthenne, Glockenblumen (glomerata), Lampionblume, Staudenwicke. Die Pflanzen werden bis zu 30 Jahre alt mit einem Knollen von 20 cm und bis zu 200 Blüten. Für Steingärten und Topf, unter Bäumen und Sträuchern, es verwildert. Im ersten Winter etwas abdecken. Wintergrünes Laub.

album, reinweiß, 8 - 10, 6 cm. Er kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht.

 

Cyclamen libanoticum bringt ihre hellpurpur gefärbten Blüten im Frühling hervor. Die Blätter erscheinen erst im Herbst.

Cyclamen linearifolium, Blätter efeuartig, Blüten rosa oder weiß. Blüht von September bis Oktober.

 

Giftig. Cyclamen purpurascens, europ. oder Sommer-Alpenveilchen,

Cyclamen purpurascens, Sommerveilchen
Cyclamen purpurascens, Sommerveilchen
Bild: Botanikus

duftend, blüht rot von 6 - 9, 15 cm. Immergrüne Pflanze mit Rotfärbung an der Unterseite. Im Steingarten, unter alten Bäumen. Kalkhaltige Böden mit feinem Duft.

 

 

 

Cyclamen rohlfsianum, blühlt im Herbst karminrosa. Außerhalb der Blütezeit sollte sie trocken gehalten werden.

Cyclamen vernale. Nicht winterhart, aber im Frühling blüht sie erneut rot. Blüht von März bis April.

Alpenveilchen sind giftig durch ihre Saponine, z.B. Cyclamin.- Allergiker sollten ggf. verzichten oder in entfernteren Bereichen die Töpfe aufstellen, nicht im Schlafzimmer. - Alpenveilchen sind geschützt.

Dieses Alpenveilchen ist besonders bekannt wegen seiner schönen Farben.

 

Cyclamen persicum Hybr., Blüte lilarosa, mit roten Augen. Für Töpfe gut geeignet.

Die Hybriden daraus sind in allen Farbtönungen von weiß über rosa bis dunkelrot im Angebot, teilweise mit gewellten oder gezackten Blättern, glattrandig oder gefranst.

In den Läden sehen wir hochgezüchtete Hybriden. Der Wunsch aller geht dahin, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Aufstellung: Hell und kühl (nicht über 15 - 18°), am besten zwischen die Doppelfenster, ein Tropenfenster ist zu warm. Es ist möglich, das die modernen Pflanzen schon bis 20° benötigen. Bei Nachtfrostgefahr schieben wir eine Lage Papier dazwischen. Kalte Füße liebt das Alpenveilchen nicht und auch den Zugwind nicht, der von unten am Fensterrahmen ständig weht. Wir stellen es auf ein Holzklötzchen. Wasser im Untersatz ist verpönt. Soviel Wasser, wie der Stock braucht, muss spätestens nach einer halben Stunde geleert werden. Aber desto mehr liebt das Alpenveilchen feuchte Luft. Wir schaffen es, dass wir eine Wasserschale neben den Blumentopf stellen. Es muss immer wieder Schneewasser da sein. Nach der Blütezeit pflegen wir unser Alpenveilchen weiter am schattigen Fenster, doch hell muss es sein. Wir düngen alle 8 - 14 Tage und gießen weniger, bis es gegen Sommermitte einzieht. Im Sommer kann man den Topf im Halbschatten im Freien aufstellen. In der Ruhezeit wird weniger gegossen. Eine Sommerfrische auf dem Balkon ist sehr bekömmlich. An trockenen Tagen müssen wir aber stets mit der Gießkanne kommen, die Knolle darf nicht verdorren. Im August besorgen wir uns Einheitserde oder Alpenveilchenerde und entfernen die alten Wurzeln und alle Erde, setzen die Knolle in denselben Topf und halten sie anfangs nicht zu feucht. Bei älteren Pflanzen sollten wir etwa 1/3 der Knolle über der Erde lassen. Erst wenn die Blättchen kommen, gießen wir wieder ganz regelmäßig. Bevor Frost kommt, stellen wir den Topf wieder in das ungeheizte Zimmer ans Fenster. Jetzt dürfen wir mit Blumenerde nachhelfen (Bei Einheitserde nicht nötig). Solche Alpenveilchen bringen gewöhnlich mehr Blüten als Blätter. Die Knolle muss stets etwas über der Erde stehen. Blütezeit Januar - Dezember. Möglichst viele Knospenansätze kaufen. Fäulnis von Blütenresten vermeiden, man zieht den Stängel heraus oder dreht ihn ab.

Alpenveilchen lieben einen kühlen Platz bei mässiger Luftfeuchtigkeit. Ideale Temperatur: 14°. Während der Blütezeit muss der Pflanze reichlich lauwarmes Wasser über den Untersetzer zugeführt werden. Die Knolle darf aber nicht nass werden. Verwelkte Blumen und Blätter regelmäßig aus der Knolle drehen. Nur die Blätter besprühen, nicht die Blüten, da diese leicht Flecken bekommen. Jede Woche etwas düngen. Nach dem Ende der Blütezeit nur sehr sparsam gießen und nach den Eisheiligen ins Freie bringen - möglichst etwas eingraben - oder in eine schattige Balkonecke stellen. Nach dem Austreiben wird die Knolle in torfreiche Buchenlauberde umgepflanzt. Danach stetig ein bisschen mehr gießen und düngen.

Vermehrung: Dunkelkeimer-Aussaat, Keimtemperatur etwa 18 - 20°. Bis zur Blüte dauert es etwa 1 Jahr. Auch Teilung durch den Knollen ist möglich, ein alter Knollen wird durchgeschnitten, dann lässt man ihn eintrocknen und topft ihn dann ein. Ein monatelanger Blütenflor kann nur entstehen, wenn man ihn bei kühlem Stand belässt.

Hell, keine Sonne. Kühl halten 10 - 15°. Viel Wasser, wöchentlich düngen.

 

Cyclamen odorella. 3 - 10. Kreuzung aus normalen Alpenveilchen und der Wildform. Besonders bei Wärme verströmt die Neuzüchtung einen intensiv-süßen Duft. Ihre zartvioletten, sehr feinen Blüten ragen über einem dichten Laubkleid hervor. Es entfaltet sich eine kaum enden wollende Blütenpracht, die derart duftet, daß wir davon abraten, die Pflanze in Wohnräume unterzubringen. Diese Kreuzung überwintert wie eine Staude und ist mehrjährig. In milden Lagen kann sie sogar im Winter wachsen und neue Blüten treiben.

Alpenveilchen - Weiteres Wissenswertes