Bienen


Apis mellifica carnica, Apis mellifera mellifera, Apis mellifera ligustica.

Apis - Biene
Apis - Biene

Die Europäische Honigbiene mit verschiedenen Rassen. Apis mellifica carnica, Carnica-oder Kärntner-Biene. Apis mellifera mellifera, die dunkle Biene (nur geringe Bestände), und auch Apis mellifera ligustica.

Apis mellifera ligustica ist eine italienische Biene, sie hat große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimaten. Sie ist verbreitet in USA, England, Skandinavien, Australien und Israel. Von weitem durch ihre leuchtende gelbe Farbe erkenntlich. Sie ist aber nicht haushälterisch und verbraucht große Zuckermengen im Winter. Sie werden dadurch auch sanfter. Die italienische Bienen werden immer mehr in Betracht gezogen, wenn das Wetter sich ändert.

Schon vor über 12.000 Jahren wurde systematisch der Honig der Waldbienen gewonnen. Mit Rauch wurden die Bienen vertrieben, damit man ohne Stiche den Honig ernten konnte. Die ersten Hausbienen wurden vermutlich vor 7.000 Jahren in Anatolien in Hausnähe angesiedelt.

In Deutschland ist die Biene nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier. Pflanzen, die üblicherweise durch den Wind bestäubt werden, haben einen um 20% höheren Ertrag. Bei der Obstbestäubung sind sie unersetzlich, 80% der Ernte gehen auf Bienenbestäubung zurück.

Die Bienen sind mit Ameisen und Wespen verwandt. Die Honigbienen leben in großen Staaten mit mehreren 10.000 Tieren. Der Staat besteht aus Königin, die täglich von 4 - 5 bis zu 2 - 3000 Eier legt (das entspricht etwa dem Gewicht der Königin), den bis zu 5.000 Drohnen und den Arbeiterinnen, die als Ammen, Heizerinnen, Putzerinnen, Soldatinnen, Wabenbauerinnen und zum krönenden Schluss als Honigsammlerinnen für ihr Volk arbeiten. - Aus den unbefruchteten Eiern entwickeln sich Drohnen, aus den befruchteten je nach Nahrung Königinnen oder Arbeiterinnen.

Die Königin paart sich auf dem Hochzeitsflug mit bis zu 20 Drohnen, sie fliegt den Drohnen an deren Sammelstelle nach. Sie lässt sich nur von den Drohnen begatten, die ihr folgen können bis zu ihrer Höhe von etwa 300 m. In dieser Höhe stößt sie ein Signal aus. Die Drohnen verlieren durch den Geschlechtsakt ihren gesamten Zeugungsapparat. Manchmal wiederholt die Königin den Flug, dann bleibt sie aber bei ihrem Volk. Der Samenvorrat reicht für etwa 5 Jahre, der äußersten Lebensdauer der Königin, und für rund 1 Mill. Eier. Durch die Vielfalt der Gene überstehen Bienen- und Hummelvölker besser Parasitenbefall. Die Königin bewahrt das Sperma in ihrem Hinterleib auf, in welcher Weise es konserviert wird, ist unbekannt. Die Eier, aus denen Königinnen schlüpfen, werden in besondere Zellen gelegt (Weiselzellen). Bevor eine junge Königin schlüpft, wandert die alte meist mit einem Teil des Volkes aus, sie schwärmen. Die erstgeschlüpfte Königin tötet meist die anderen. Die Drohnen werden nach dem Hochzeitsflug abgestochen oder aus dem Stock vertrieben, sie verhungern nach wenigen Tagen.

Die ungeheure Fruchtbarkeit der Königin verdankt sie ihrem Futtersaft, dem Gelee Royale. Er wird von Ammenbienen in ihren Futtersaftdrüsen produziert. Bekannt sind einige der Inhaltsstoffe: Fettsäuren, Hormone, Mineralien, Spurenelemente, Vitamine. Die Königin scheidet ein Pheromon aus, das ihre Vorherrschaft sichert: Es hemmt die Geschlechtsentwicklung der Arbeiterinnen und verhindert den Bau von Königinnenwaben durch die Arbeiterinnen. Es sichert den Zusammenhalt des Staates, gibt allen Insekten den typischen Nestgeruch und garantiert der Königin die Fütterung. Nach neuesten Forschungen sollen es in Wirklichkeit 35 Hormone mehr sein.

Larven und Puppen werden in den Waben getrennt untergebracht, damit sie optimal gepflegt werden können. Die Maden schlüpfen nach 3 Tagen, sie werden von den Ammenbienen gefüttert und in ihren Zellen mit einem Wachsdeckel eingeschlossen. Die Maden verpuppen sich in einem seidenen Kokon und schlüpfen 21 Tage nach der Eiablage. Zukünftige Königinnen bekommen besseres Futter und schlüpfen deshalb schon nach 16 Tagen.

Normale Arbeitsbienen reinigen zunächst den Bau, dann betreuen sie die Brut mit den Sekreten ihrer Futtersaftdrüsen, sondern Wachs ab, bauen an den Waben und sind Soldaten. Zuletzt sammeln sie Pollen und Nektar, den sie mit Hilfe von Enzymen zu Honig umwandeln. Anschließend wird ihm Wasser entzogen, er wird fermentiert und in den Waben gesammelt. Volle Waben werden werden mit Wachs zugedeckelt. Der Imker entfernt die Deckel mit einem Spachtel und schleudert mit Hilfe einer Honigschleuder den Honig heraus.

Besonders gern werden blaue, gelbe und violette Blüten besucht. Ihr Geruchssinn sitzt auf den Fühlern. Sie halten die Temperatur des Baues auf 34° auch bei Hitze durch Fächeln mit den Flügeln oder Verdunstung von Wassertropfen, ebenfalls durch Flügelschlag bzw. durch Zusammendrängen um die Brut bei Kälte. Sie bilden eine dichte Traube um die Königin. Dort herrscht innen eine Temperatur von 25°. Regulierung der Temperatur durch Zusammen- oder Auseinanderrücken. Bei extremer Kälte wird Wärme durch Muskelzittern gewonnen, welches viel Energie verbraucht: Sie kommen dabei mit 200 Zuckungen/sek. auf 4 Milliwatt Leistung, die bis zu einer Temperatur von 43° reicht. Die Brut wird direkt durch Bienen gewärmt, die abwechselnd durch Anpressen ihres Körpers an die Wabendeckel ihre Körperwärme an die Puppen abgeben. Oft sind auch einzelne Zellen nicht belegt. Da hinein schlüpft dann eine Biene und gibt ebenfalls ihre Körperwärme an die umgebenden Zellen ab. Außerdem schließen die Bienen die Zwischenräume zwischen den Waben mit ihren Körpern ab. Gelingt es nicht bei der Metamorphose von Puppe zu Biene, die Temperaturen bei 33 - 36° zu halten, bleiben diese Bienen dumm und sind nur zu einfachen Diensten wie Putzen und Füttern zu gebrauchen. Die Bienen, die bei 36° ausgebrütet werden, sind weitaus intelligenter als die mit 33 oder 34°. Jede Biene besitzt nur etwa 1 Million Gehirnnervenzellen, da man das Volk aber auch als einen zusammengehörigen Organismus ansehen kann, kommen sie damit ungefähr auf die Hälfte der menschlichen Gehirnnervenzellen. - Sie werden etwa 6 Wochen alt, nur die im Herbst geschlüpften Arbeiterinnen (Winterbienen) leben bis zum Frühjahr.

Einen lohnenden Fundort teilt die Sammelbiene den anderen durch den Schwänzeltanz mit. Vorher macht sie auf sich aufmerksam durch Schwingungen mit zweidimensionalem Muster auf den Waben. Die gegenüberliegenden Wände schwingen gleichzeitig, die Bewegungen bei einigen Wabenzellen in der Nähe der Vibrationsquelle sind gegenläufig. Das wirkt offenbar auf die Bienen wie ein Blinklicht, dem sie bis zur Tänzerin folgen. Die Tänzerin gibt durch ihren Schwänzeltanz auf der senkrechten Wabe den Winkel zum Lot an und durch ihren Duft die freigebige Nektarpflanze. Dieser Winkel entspricht dem Winkel zur Sonne. Die Entfernung muss die Biene selbst herausfinden, ihr hilft dabei der Nektarpflanzengeruch und ihre Fähigkeit zur visuellen Orientierung. Die getanzte Version muss auch in der Dunkelheit verstanden werden. C.Thom von der University of Arizona hat entdeckt, dass beim Tanzen der Bienen vier verschiedene Kohlenwasserstoffverbindungen ausgestoßen werden, die von den anderen Bienen gerochen werden. So fand men erst vor einiger Zeit heraus, dass Bienen Mengen bis zu drei Elementen erfassen können.

Sozusagen nebenbei bestäuben sie beim Nektarsammeln die Blüten. Eine Biene besucht bis zu 700 Blüten am Tag. Die Königin wird durch Gelée Royale ernährt, der im Kropf der Arbeiterinnen gebildet wird. Im Frühjahr gibt es etwa 10.000 - 15.000 Arbeiterinnen, im Hochsommer bis zu 80.000 je Volk. Für 1 kg Honig müssen etwa 10 Mill. Blüten aufgesucht und 130 000 Flüge mit etwa 100.000 km unternommen werden.

Bienen brauchen wie die Hummeln vor allem Sommer- und Herbstblüten, um zu überleben. Ab Juli bricht die Nahrungsversorgung sehr plötzlich ab, was sowohl Honigbienen und auch Wildbienen in Bedrängnis bringt. Waren früher Klatschmohn, Kornblumen, Klee und andere Ackerkräuter als blühende Ränder von Feldern weit verbreitet, sucht man heute meist vergeblich danach. Blütenarme Landschaften bieten den Tieren nicht genug Nahrung. Sie sehen mit ihren 5000 Facettenaugen nur den Farbbereich von orange bis ultraviolett (650 - 300 nm), also kein Rot, es erscheint ihnen als schwarz. Trotzdem sind die meisten roten Blüten durch ihre anderen Farbbeimischungen (Blau und Ultraviolett) für Bienen auch als Farbe erkennbar. Viele weiße Blüten erscheinen ihnen als Blaugrün. Manche Pflanzen erleichtern ihnen die Suche durch Saftmale, die den Ort des Nektars markieren, er erscheint ihnen ultraviolett. Auch können sie wie alle Insekten polarisiertes Licht wahrnehmen und sich dadurch besser orientieren. Bei Versuchen wurde festgestellt, dass Bienen auch zählen können. Außerdem entdeckten die Forscher ihren Magnetsinn, der genau den Pol angibt. Ihr Magnetsinn sagt Ihnen genau, ob es unter Lichteinfluß sehr kurzlebige Atompaare, genannt Radikale, darstellt. Sie können praktisch das Magnetfeld 'sehen'.

Ihr Aktionsradius beträgt etrwa 3 - 3,5 km. 80% von Obstbäumen und Raps werden durch die Bienen bestäubt. Es gibt in Deutschland etwa 80.000 Imker mit sinkender Tendenz. Sie gewinnen etwa 25.000 Tonnen Honig im Jahr, was einen Anteil am Verbrauch von 20% ausmacht. Ein Tag ohne Nahrung bedeutet den sicheren Tod. Oft ist das Angebot nicht ausreichend, auch wegen gefüllter Blüten. Vor allem im Frühling und im Herbst herrscht oft Nahrungsmangel. Eine Bienentränke sollte auch in der Nähe sein. Sie muss aber einen sicheren Zugang bieten, damit die Tiere nicht ertrinken, z.B. einen Stein in der Mitte, der etwas über die Wasserlinie hinausragt.

Der 'Bienenfleiss' ist nach neueren Forschungen nicht vorhanden. Sie schlafen viel und sind eher faul (Prof. Menzel). Auch am Tage fliegen sie oft zurück in den Bienenstock und lassen die Flügel hängen.

Gute Weiden sind: Ehrenpreis, Flieder, Haselnuss, Lavendel, Majoran, Phacelia, Ringelblumen, Salbei, Sonnenblumen, Weide.

 

Futterpflanzen:

  • im Frühjahr:

    Akazie, Anemonen, Bachnelkenwurz, Bärlauch, Blaukissen, Erdrauch, Frühlingsknotenblume, Gänsekresse, Klee, Krokus, Leberblümchen, Lerchensporn, Löwenzahn, Lungenkraut, Obstbaumblüte, Raps, Schneeglöckchen, Schneeheide, Schlüsselblumen, Traubenhyazinthen, Tulpen, Waldmeister, Winterling. - Da viele Bauern die Wiesen vor der Blumenblüte (Silage) abmähen, leiden viele Völker zeitweise Not.
     

  • im Sommer:

    Ahorn, Akelei, Astilbe, Beifuß, Beinwell, Disteln, Eisenhut, Esparsette, Fenchel, Fetthenne, Fingerhut, Flockenblumen, Glockenblumen, Günsel, Indianernessel, Iris, Klee, Katzenminze, Lavendel, Liebstöckel, Lauch, Linde, Löwenzahn, Mohn, Majoran, Melisse, Mädesüß, Malven, Pfingstrose, Pfefferminze, Prunelle, Phlox, Quitten, Rittersporn, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Skabiose, Sonnenröschen, Sonnenhut, Tanne, Taubnessel, Thymian, Waldgeißbart, Wermut, Ziest, Ziersträucher, Zitronenmelisse. Ackersenf, Bienenfreund, Borretsch, Buchweizen, Gartenlöwenmaul.
     

  • im Herbst:

    Dahlie, Fetthenne, Glockenblumen, Heide, Herbstaster, Koriander, Topinambur.

 

Die wichtigsten Bienennährgehölze: 2-4 Mahonie (N). 3 - 4 Weiden, Seidelbast. 4 - 5 Birnen, Judasbaum, Kirschen, Zierquitten (SN). 4 - 6 Blaublatt-Berberitze (SN). 5 Feuer-Ahorn (NS), (Zier-)Apfel (SN), Heckenberberitze (SN). 5 - 6 Großblättrige Berberitze (SN), Erbsenstrauch, Flieder, Goldregen, Ölweide (SN). 5 - 7 Geißblatt. 5 - 10 Fünffingerstrauch, Waldreben. 6 Immergüne Fruchtmispel (S), Kolkwitzie (S). 6 - 7 Graue Strauchmispel (S), Sumach, Trompetenbaum. 6 - 8 Wilder Wein. 8 Schnurbaum. 6 - 9 Eibisch. 7 - 9 Fieder-Spiere (S) und °Bienenbaum (Euodia hupehensis, SN). 7 - 10 Besenheide, Knöterich, Schmetterlingsstrauch.

°Der winterharte Bienenbaum oder Honigbaum ist ein sehr reichhaltiger Nektarspender. Drei kleine Blüten füllen den Honigmagen einer Biene. Damit ist er die beste Bienenweidepflanze, die es gibt. Außerdem bietet der Baum auch den Vögeln Nährstoffe. Die Blüte reicht von E 6 - Mi 10. Der Baum widersteht auch Trockenzeiten und starker Hitze. Höhe 300 cm.

Weitere wichtige Gehölze:

  1. Ahorn (Berg-, Feld-, Spitz-), Linde (Sommer-, Winter-), Schwarzerle, Traubenkirsche, Vogelkirsche.
  2. Holzapfel- und -birne, Fächer- und Felsen-Mispel (S).
  3. Besenheide, Buchsbaum, Färberginster, Gemeiner Liguster, Hundsrose, Kornelkirsche, Öhrchenweide, Pfaffenhütchen, Roter Hartriegel, Schlehe, Wolliger Schneeball.
  4. Eibe, Lärche (europ.).

S=Vogelnährgehölz. N=Nist- und Schutzgehölz.

Bevorzugte Futterpflanzen für Hautflügler sind laut NABU: Ahorn, Borretsch, Braunwurz, Buchen, Doldenblütler, Glockenblumen, Hahnenfuß, Heidekraut, Karden, Korbblütler, Kreuzblütler, Kürbis, Lilien, Lippenblütler, Malven, Mohn, Nelken, Primeln, Reseden, Rosen, Schmetterlingsblütler, Steinbrech, Veilchen, Weiden, Weiderich.

Bienen sind blütenstet, d.h. sie tragen den Pollen einer bestimmten Obstsorte auf eine Blüte der gleichen Art. Sie sind deshalb für die Befruchtung besonders wichtig. Nasser Pollen übt sich negativ auf die Befruchtung aus, besonders bei Kirschen. Da ganze Völker aus Honigbienen überwintern, sind sie schon an den ersten warmen Tagen, ab 14°, flugbereit, es muss aber verhältnismäßig windstill sein. Unter 8° fliegen die Bienen überhaupt nicht, zwischen 8° und 14° nicht ausreichend für die nötige Befruchtung. Bei gutem Wetter fliegen sie bis zu 2 km Entfernung, bei schlechtem Wetter wird der Aktionsradius viel kleiner. Nur trockener Pollen sorgt für Befruchtung. Wegen der Wichtigkeit der Bienen nur frühmorgens spritzen oder abends (was aber nicht so gut ist wegen der Infektionsgefahr durch Pilze und Bakterien).

Die Öffnungen der Bienenkästen werden wie bei den Nistkästen nach Südost ausgerichtet. Eine Hecke im Westen und Norden bietet guten Schutz gegen die Witterung.

 

Bienenbestäubung:

Sehr abhängig von Bienenbestäubung sind: Apfel, Aprikose, Birne, Brombeere, Erdbeere, Heidelbeere, Himbeere, Kirsche, Nektarinen, Pfirsich, Pflaume, Preiselbeere, Stachelbeere, Weinrebe, Zwetsche. Außerdem Gurke, Klee, Kohl, Kürbis, Luzerne, Möhre, Rettich, Rübe, Zwiebel.

 

Pflanzenschutzmittel:

Bienen werden durch viele im Handel befindliche Pflanzenschutzmittel gefährdet. Deswegen sind solche Mittel in einigen Bundesländern verboten für den Hausgarten. Die verschiedenen Kennzeichnungen bedeuten:

  • B1 bienengefährlich. Solche Präparate dürfen auch abends nicht auf blühende Pflanzen aller Art gespritzt werden. Das gleiche gilt für solche Pflanzen, die mit Honigtau, der Ausscheidung der Blattläuse, benetzt sind.
  • B2 Zugelassen nach 23 Uhr.
  • B4 Uneingeschränkt zugelassen. Man sollte jedoch auch hier nicht während der Flugzeit der Bienen spritzen. In allen Fällen muss die Dosierung, wie sie vom Hersteller angegeben ist, eingehalten werden, da sonst trotzdem eine Gefährdung bestehen kann.

 

Ökologisch arbeitende Imker:

Europaweit gibt es eine Richtlinie vom August 2000 mit Mindestanforderungen. Die deutschen Öko-Verbände wie Demeter usw. haben eigene Richtlinien ausgearbeitet, die oftmals über die EU-Richtlinie hinausgehen. Winterfütterung mit Bio-Zucker zuzüglich 10% Honig, Kamillentee und Salz ist erlaubt. Nur natürliche Materialien dürfen verwendet werden. Temperaturen über 40° darf der Honig nicht erleiden. Die Varroamilbe darf nur mit Ameisen-, Milch- und Oxalsäure bekämpft werden. Da sie sich offenbar gern mit der Drohnenbrut auseinandersetzen, wird diese ausgeschnitten.

 

Abwehr und Schutz:

Bienen können angelockt werden durch Anisöl, Borretsch und Himbeersirup. Diese Stoffe müssen vermieden werden, wie auch süße Düfte (Parfüm, Aftershave, Hautcremes, Seifen), die Bienen ebenfalls anziehen und zu Stichen führen können; die Wildbienen stechen aber nur, wenn sie angefasst werden. Alkoholgeruch macht sie angriffsfreudig. Keine Kleidung mit farbigen Blumenmustern tragen, auch gelb und schwarz sind ungeeignet, dagegen sind weiß, grün und braun weniger anziehend. Weite Kleidung, in der sich Bienen verfangen können, sind zu vermeiden. Nicht barfuß über Wiesen mit Kleebestand laufen, keine offenen Schuhe tragen. Abfallbehälter und Müllhalden meiden. Mückengitter an den Fenstern anbringen. Vorsicht bei Gartenarbeit und beim Kochen von Süßspeisen. Hektische Bewegungen vermeiden.

Ein paar Tropfen Teebaumöl, verdünnt, auf der Kleidung und Haut verteilen. Oder ein Sräußchen Basilikum in der Nähe von Kuchen aufstellen. Duftende Stoffe in der Nähe von Bienenstöcken vermeiden. Speziell selektierte Duftpelargonien anpflanzen. Bienen sind morgens hungriger und aggressiver.

 

Bienenstiche:

Bienenstiche können Infektionen oder einen anaphylaktischen Schock°° verursachen. Bienen können Mensch und Tier in der Regel nur einmal stechen, da der Stachel mit Giftdrüse und Widerhaken meistens im Fleisch zurückbleibt. Sie sterben daraufhin. Bei der Verteidigung gegen andere Insekten können sie aber öfters zustechen, weil sie den Stachel wieder herausziehen können. Wurde eine Biene zerdrückt, werden Alarmstoffe freigesetzt, die die Artgenossen anlocken und ihren Stechreiz wecken. Deshalb umgehend den Ort wechseln oder die Stichstelle bedecken, sie ist mit Lockstoffen versehen, die weitere Bienen anziehen und zum Stechen animieren. Das Bienengift ist wirksamer als Wespengift. Stachel sofort nach dem Stich entfernen, dabei nicht die Giftdrüse am oberen Ende des Stachels ausdrücken. Am besten, die Giftdrüse gleich abschneiden. Sonst mit den Fingernägeln herausziehen. Eispackung auflegen oder mit kaltem Wasser kühlen. Kompressen mit essigsaurer Tonerde. Mit Ammoniak getränkte Watte auflegen oder 1 Tropfen Teebaumöl auftragen. Honig auf die Stichverletzung geben, auch sauren Obstsaft, Meerrettich oder Zwiebel. Filtrierte Holzkohle auftragen, die entzieht sofort die roten Stellen. Kinder mit 5 Stichen und Erwachsenen mit 30 Stichen sollten sofort in die Klinik gebracht werden.

Notarzt: Notarzt herbeirufen: Bei Stichen in Zunge, Auge, Kehlkopf, Nase, Hals, Rachen oder Mund*; wenn Säuglinge und Kleinkinder gestochen wurden; bei vielen Stichen; wenn die Einstichstelle stark anschwillt und rote Streifen sichtbar werden, die zum Herzen laufen. *Bis zum Eintreffen des Notarztes den Hals kühlen (feuchtkalte Umschläge, Kältepacks). Speiseeis oder Eiswürfel lutschen, Obst essen. Wenn die Atmung aussetzt, künstlich beatmen. Luftröhrenschnitt unter dem Adamsapfel. °°

Erste Hilfe.

°°Anaphylaktischer Schock: Bei Allergie auf jeden Fall weiteren Stich verhüten. Notarzt rufen. Den Patienten flach lagern, Beine leicht erhöht. Bei Bewusstlosigkeit und Erbrechen stabile Seitenlage. Nach Notfallbesteck suchen beim Opfer: Adrenalin-Inhalator oder-Spray bzw. Injektionsspritze, sofort anwenden. Injektion in die Außenseite des Oberschenkels, nicht in eine Ader. Injektions-Stichstelle massieren. Oder an Medikamenten anwenden: Antihistaminika, Cortison. Kinder beruhigen, evt. auf den Arm nehmen, nicht allein lassen. Bei Atemnot beengende Kleidung öffnen, auf dem Boden lagern, Oberkörper leicht erhöht.

Erste Anzeichen für den anaphylaktischen Schock sind: Kribbeln an Lippen, Mund, Zunge. Der ganze Körper fängt an zu jucken ähnlich dem Nesselfieber. Quaddeln entstehen auf der Haut. Angst. Atemnot. Blässe der Haut, manchmal bläulich-blass. Blutdruckabfall. Wenn der Kreislauf versagt und das Gehirn nur wenig Sauerstoff bekommt, wird das Kind ruhig, dann teilnahmslos. Bei Atemstillstand oder Aussetzen des Pulses Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.

https://www.bund.net/. http://www.bund-hessen.de/. https://www.hymenoptera.de/ http://www.hornissenschutz.de/  http://www.jki.bund.de

Homöopathische Behandlung: Apis C 200 gleich nach dem Stich, dann alle Viertelstunden, insgesamt 6 Globuli. Bei Haustieren eine Gabe bzw. einige Tropfen Apis C 200 in einem Glas Wasser auflösen und davon einen Teelöffel geben, bei bedrohlichen Stichen alle 5 Minuten wiederholen. Ist eine Wespe oder Hornisse eindeutig die Ursache des Stichs, gibt man besser Vespa crabro C 200.

 

Ausbleiben der Bienen:

Darüber gibt es keine eindeutigen Erkenntnisse. Viele Völker leiden an ganz plötzliches Dahinschwinden.

 

Wildbienen

Die Solitärbienen (Wildbienen) überwintern nicht, sie sind auch nicht blütenstet. Wie der Name schon sagt, bilden sie keine Völker. Es gibt 500 verschiedene Arten von Wildbienen in Deutschland, 2 - 30 mm lang, die Holzbienen sind größer als Hummeln. Die Wildbienen leisten zusammen mit Honigbienen und Hummeln den größten Teil der Befruchtung von Blumen und Gehölzen. Weil viele, z.B. Pelzbienen, einen langen, ausfahrbaren Rüssel haben, können sie auch aus langen, engen Blüten Nektar saugen. Sand- und Seidenbienen dagegen können nur aus flachen Blüten Nektar entnehmen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, Ursachen dafür sind Mangel an Nistplätzen und Nahrung., z.B. morsches Holz. Einige Arten sind spezialisiert auf eine bestimmte Pflanzenart, ohne sie sterben sie ab. Die meisten Wildbienenarten sammeln nur bei schönem Wetter Pollen und Nektar, nur wenige fliegen auch bei schlechtem Wetter.

Sie tragen den Pollen an der Bauchunterseite oder als Höschen oder verschlucken ihn und würgen ihn dann wieder aus. Eine Blumenwiese bietet eine ausreichende Nahrungsquelle, vor allem die einjährigen Wildkräuter sind eine gute Weide, auch für Hummeln.

Die rote Mauerbiene sammelt Nektar und Pollen an Löwenzahn, Lungenkraut, Obstbäumen, Salweiden und Veilchen.

Die Rote Mauerbiene (Osmia rufa L.) ist eine in Mitteleuropa endemische Wildbienenart, die eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten auf ihrer Suche nach Nahrung bestäubt. Die hohe Bestäubungsleistung aufgrund ihrer polylektischen Ernährung macht sie zu einem wichtigen Bestandteil unserer Insektenfauna. Damit trägt sie zur Erhaltung der Wildpflanzenartenvielfalt bei und kann durch die Bestäubung von Obst und Gemüse auch wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Die mangelnde Befruchtung der Blütenpflanzen in Gärten durch den zunehmenden Rückgang an Honigbienenvölkern, kann durch die Unterstützung der Ansiedlung von Wildbienen kompensiert werden. Starterpopulationen der Roten Mauerbiene erhalten Sie bei www.bioresearch-schubert.de.

Die Zottelbiene bevorzugt Habichtskraut und andere Korbblütler.

Die Sandbiene baut ihr Kammersystem in den Sand hinein. Sie sammelt Nektar und Pollen vor allem aus Johannis- und Stachelbeerblüten.

Die Erdbiene ist auf die Blüten der Zaunrübe angewiesen.

Sie geht zurück auf die Wildbienenhilfe www.wildbienenhilfe.de. Die Fürsprecher wollen ihr Aussterben verhindern. Es ist ein ehrenamtlich betriebenes Internetportal ohne jede kommerzielle Ausrichtung. Ab sofort wird ihnen das Wildbienenhaus zu absoluten Sonderkonditionen zur Verfügung gestellt.

Alle Wildbienen sind angewiesen auf etwa folgende Pflanzen. Sie müssen offenbar in unterschiedlicher Form vorhanden sein, weil sonst die Gefahr des Aussterbens vorhanden ist:

  • Blütengehölze: Berberitze, Brombeere, Feld-Ahorn, Frühlings-Ahorn, Himbeere, Johannisbeere, Obstbäume, Schlehe, Stachelbeere, Weidenarten, Weißdorn, Wildrose.
  • Krautige Pflanzen: Färber-Resede, Garten-Resede, Kratzdistel, Natternkopf, Violetter Natternkopf, Wilde Resede.
  • Küchen- und Gewürzkräuter: Bergbohnenkraut, Borretsch, Dill, Fenchel, Gartensalbei, Melisse, Muskatellersalbei, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop.
  • Rank- und Kletterpflanzen: Rotbeerige Zaunrübe, Staudenwicke.
  • Stauden: Alantarten, Edeldistel, Ehrenpreis, Glockenblumenarten, Fetthennenarten, Gold-Schafgarbe, Hauhechel, Hauswurzarten, Hornklee, Kugeldistel, Lupinen, Mutterkraut, Nachtviole, Rainfarn, Rispen-Flockenblume, Ruhr-Flohkraut, Steinkrautarten, Wiesen-Bärenklau, Wollige Strohblume,
  • Wiesenkräuter: Gamander-Ehrenpreis, Gemeines Ferkelkraut, Glockenblume, Hahnenfuß, Knautie, Luzerne, Ochsenauge, Rauher Löwenzahn, Skabiose, Wegwarte, Wiesen-Kerbel, Wiesen-Pippau, Wiesen-Platterbse, Zaunwicke.
  • Zwiebelgewächse: Berglauch, Küchenlauch, Küchenzwiebel, Kugellauch, Runder Lauch.

Sie können im Frühjahr Wildbienen anlocken mit Krokus, Winterling und Zierlauch, im Sommer mit Distel, Lupine, Taubnessel und Ziest, nicht aber mit überzüchteten Balkonblumen: Gefüllte Petunien, Geranien oder Pantoffelblumen enthalten kaum oder gar keinen Nektar mehr.

Nisthilfe

Sie sind dankbar für eine Nisthilfe aus Schilfstängeln, die parallel gepackt eine waagerecht gehängte Blechdose ausfüllen. Nach hinten muss immer ein Abschluss (Knoten) sein. Auch Nisttaschen aus Binsen, Halmen, Holunderzweigen, Schilf oder Stroh können in Sträucher gehängt werden. Durchgeschnittene alte Brombeerranken werden vom Mark befreit und für die Brut vorbereitet. Verlassene Schneckenhäuser dienen als Unterschlupf. Schilf oder Bambus hinter den Knoten abschneiden und mit Bindfaden umwickelt an einer Südmauer, dem Balkongeländer oder Hauswand aufhängen. Unbehandelte Hartholzklötze mit Bohrlöchern von 2 mm bis 10 mm bei 50 - 100 mm Tiefe (aber nicht den Holzblock durchbohren!), Lochabstand 2 cm, an einer Südwand aufhängen. Damit kein Regen in die Löcher kommen kann, ein Brett so auf den Holzklotz nageln, dass es wie ein vorstehendes Dach den Holzklotz überdeckt. Lochziegel aufschichten. Möglichst die Nistgelegenheiten unter einem Dach aufhängen oder aufstellen. Es sollte kein Schatten auf die Nisthilfe fallen. Eine sonnige, warme Mauer oder Hauswand ist optimal für die Aufhängung. Fugen, Mauerspalten und morsches Holz werden auch gern als Brutstätten angenommen. Dort graben die Weibchen Gänge für die Eiablage. Auf trockenen, sonnenbeschienenen Böden sieht man etwa einen Zentimeter große Erdhäufchen. Immer die Nisthilfen mit einem Draht absichern und sie nicht nach Norden hin öffnen.

In den Hohlräumen lagern sie Pollen und Nektar ein, die Eier werden in den Nahrungsbrei gelegt. Die Niströhre wird dann verschlossen mit ganz unterschiedlichen Materialien, etwa 10 mm tief, mit Steinchen, Lehm usw. je nach Art, die Brut sich selbst überlassen. Die Larve kann sofort fressen; nachdem der Vorrat aufgebraucht ist, spinnt sie sich einen Kokon und überwintert darin. Ihr Aufenthalt im Brutraum dauert etwa 10 Monate. Die Reinigung wird von den Bienen selbst erledigt. Auch die männlichen Wildbienen leben nur für die kurze Zeit des Hochzeitsfluges. Sie (die Drohnen) sind an den längeren Gesichtshaaren zu erkennen.

Fertige 'Nisthilfen' für Wildbienen können auch gekauft werden.

Wildbienen greifen Menschen nicht an, außer in der Gefangenschaft. Ihr Stachel ist aber so kurz, dass er die Haut nicht oder kaum durchdringt.

 

Varroa destructor:

Die blutsaugende Milbe überträgt Bakterien und Viren auf die Bienen. Sie frisst die Bienenlarven an, so dass sie verkrüppelt schlüpfen und vorzeitig sterben. (Innerhalb von drei Jahren kann das ganze Volk vernichtet werden):

Abwehr gegen die Varroamilbe: Kapuzinerkresse vor dem Einflugloch aussäen, evt. in Blumenkästen. In trachtfreier Zeit mit Ameisen-, Milchsäure, Oxalsäure desinfizieren. Die Säure lässt man im Stock verdunsten. Niemspritzungen. Im Herbst bei Einfütterung Rainfarnblättertee mit anbieten. Da sie sich offenbar gern auf die Drohnenbrut setzen, wird diese ausgeschnitten. - Milbenresistente Bienen aus der Primoski-Region importieren (?).

 

Einige Fachausdrücke zur Erklärung:

Bienenbrot: Pollen wird mit Bienenspeichel vermischt, um ihn zu konservieren. Es ist antimikrobiell.

Bienengift: Es besteht aus vielen Eiweißen. Es wird ihm eine antirheumatische Wirkung nachgesagt. Verdünnt wird es zur Desensibilisierung von Bienengift-Allergikern benutzt. Die homöopathischen Anwendungen beziehen sich auf entzündliche Anschwellungen, rheumatische Beschwerden und Insektenstiche.

Gelée Royale: Larvenfutter und Nahrung der Bienenkönigin, ein besonderer Energielieferant. Ammenbienen bilden ihn aus Drüsensekreten. Inhaltsstoffe: Frucht-und Traubenzucker, Eiweiß, Enzyme, ungesättigte Fettsäuren, Biopterin, Biotin, Folsäure, Mineralstoffe, Neopterin, Niacin, Pantothensäure, Sterine, Riboflavin und Spurenelemente. Er soll krebshemmend sein, die Zellteilungsrate erhöhen und antimikrobielle Wirkung haben. Er wird oft kosmetischen Präparaten beigemischt zur Hautregeneration. Er senkt das schlechte LDL-Cholesterin und den Blutdruck.

Pollen = Blütenstaub. Er bleibt beim Besuch der Blüten an den Hinterbeinen hängen, damit werden wiederum andere Blüten befruchtet. Der Blütenstaub ist eine wichtige Nahrungsquelle der Bienen. Inhaltsstoffe: Eiweiß, Enzyme, Flavonoide, Mineralstoffe, Phytosterine, Spurenelemente, Vitamine A,B1,2,6,12,C,D,E,K,Biotin. Karotinoide, Spurenelemente, ungesättigte Fettsäuren. Energiespender. Bei mangender Durchblutung, zur Stärkung der Immunabwehr, zur allgemeinen Kräftigung, besonders im Alter, gegen Stress und zur Stabilisierung des Blutdrucks.

Propolis: Harz, mit dem die Bienen ihren Stock abdichten. Es dient ihnen als Abwehr-, Bau- und Klebstoff. Sie sammeln das Harz von den Bäumen und machen es durch Vermischung mit einem selbst erzeugten Enzym geschmeidig. Wirkt als Antibiotikum, tötet Bakterien, Pilze und Viren ab, es können bis zu sieben verschiedene Wirkstoffe sein. Entzündungshemmend, wundbverschließend. Erkrankungen der Atemwege, Schnitt- und Schürfwunden. Tote Tiere im Bienenstock werden damit mumifiziert. Es wirkt beim Menschen durchblutungsfördernd, aber auch allergisch (jeder Zehnte). Es gilt als krebsvorbeugend. Geben Sie Propolis-Tinktur pur auf Lippenherpes. Bei einer nahenden Erkältung gurgeln Sie 15 Tropfen der Tinkktur verrührt in 1/4 l lauwarmes Wasser.

 

Weitere Informationen:

 

Gem. National Human Genome Research Insitute wurde das Genom von Apis mellifera entschlüsselt. Es besteht aus 300 Millionen Basenpaaren.

Siehe auch Honig/ Bio-Honig sowie den Einführungstext Nützliche Tiere, Bakterien, Pilze