Honig


Honig:

Inhaltsstoffe: Frucht- und Traubenzucker (60 - 80%), Malz- oder Rübenzucker (10%), Wasser (16 - 23%), Eiweiß, Enzyme, essenzielle Aminosäuren, Flavonoide, Acetylcholin (Hormon, wirkt anregend auf das Herz und das Hirn), Cholin, Defensine, Duftstoffe, Methylgloxal, 28 Mineralien, vor allem Chrom, Vitamine B 1,2,6, Biotin, Folsäure, bakterizide und wundheilende Substanzen (X-Hormon Inhibin), Pollen. Insgesamt sind es 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Honig sollte nicht über 40° erhitzt werden und kaltgeschleudert sein, sonst verliert er viele seiner Wirkungen. Cremiger Honig sollte trocken, dunkel und bei 10 - 12° gelagert werden, flüssiger bei 18 - 20°. Bei höheren Temperaturen über 38° werden die wichtigen Enzyme Diastase und Invertase zerstört, was die Qualität deutlich verringert. Honig zieht Feuchtigkeit an und sollte deshalb immer gut verschlossen werden. - Kristallisierter Honig enthält viel Traubenzucker, Klee- und Rapshonig kristallisiert sehr schnell, Akazienhonig bleibt lange flüssig. - Helle Flecken an der Oberfläche gelten als Qualität. - Kinder unter 12 Monaten sollten keinen Honig bekommen, es besteht die Gefahr von Botulismus mit Atemlähmung durch Bakterienkeime im Honig. Die Honigmassage kann die Durchblutung anregen.

Der meistgekaufte Honig besteht aus dem Nektar der Blüten, Blütenhonig genannt. Enthält das Gefäß einen Hinweis auf eine spezielle Sorte wie z.B. Akazienhonig, dann muss der Honig mehrheitlich auch aus Akazienblüten stammen. Ohne Hinweis sind Nektargemische aus verschiedenen Blüten. Fichtenhonig mit hohem Mangangehalt fördert Energie für körperliche Anstrengungen, Heidehonig mit seinem hohen Kalziumgehalt ist gut für den Knochenaufbau, Akazienhonig hilft gegen Kalkmangel und Muskelschwäche und der dunkle Waldhonig mit seinem Eisengehalt ist gut gegen Blutarmut.

Honigtauhonig besteht aus den Absonderungen von Blättern und Nadeln, aber auch von Insekten wie z.B. Blattläusen. Er ist in der Regel inhaltsreicher. Er wirkt desinfizierend und heilungsfördernd bei Wunden und Geschwüren.

Tannenhonig ist dunkel und aromatischer als andere Honigsorten. Er muss von Weißtannen stammen. - Man kann davon ausgehen, dass dunkler Honig immer inhaltsreicher ist.

Der Korbimker lässt seinen Honig auslaufen, auch mit Hilfe von Erwärmung (Seimhonig). Die modernere Art ist Imkerei mit beweglichen Rähmchen, deren Honig in einer Zentrifuge ausgeschleudert werden (Schleuderhonig).

In Deutschland werden 112 Mio. Kilogramm Honig/Jahr gegessen.

Bio-Honig:

Seit 2000 gibt es dafür EU-Richtlinien: Die Arbeitsweise der Imker wurde geregelt. Die Verarbeitungstemperatur des Honigs darf 40° nicht überschreiten. Der Maßstab für die Temperaturüberschreitung ist die Menge an Hydroxymethylfurfural. Der deutsche Imkerbund hat die Höchstgrenze auf 15 mg/kg festgelegt, Bio-Imker dürfen 10 mg/kg nicht überschreiten. - Winterfütterung mit Bio-Zucker ist in den kühleren Landesteilen erlaubt. Die Bienenkästen müssen aus natürlichen Materialien hergestellt werden. Wachs muss aus dem eigenen oder einem Bio-Betrieb kommen. Nur natürliche Befruchtung durch landeseigene Rassen sind erlaubt.

Honig, Nahrung und Arznei:

Schon 1919 wurde nachgewiesen, dass Honig antibakterielle Eigenschaft hat. Im Osten Europas und Japan blieb die Kenntnis über die Arzneieigenschaften weitgehend erhalten, es gibt in Deutschland jetzt auch wieder einen Apitherapiebund mit dem Vorsitzenden Dr. Stefan Stangaciu, der 700 Anwendungsmöglichkeiten für Bienengift, Honig, Propolis (dem Kittharz aus dem Bienenstock) und dem Gelee Royale (dem Futter der Bienenkönigin) gefunden hat. Er verweist vor allem auf den Einsatz von Honig als Antibiotikum, Energiespender, Schleimlöser und Stimulierungsmittel, er fördert den Erneuerungsprozess von Bindegewebe, Haut, Schleimhaut und Zellwände, hilft bei Entzündungen und Karies, stärkt den Herzmuskel und die Abwehr, senkt den Blutdruck durch Gefäßerweiterung, regt die Tätigkeit von Darm, Niere und Hormondrüsen an. 400 Studien über Propolis und seine Anwendung gegen Bakterien, Pilze und Viren laufen zur Zeit. Vitamin A, Vitamin B3, Vitamin E und Inhaltstoffe wie Flavonoide, z.B. Isonymphaeol A, B, C. Ein Testversuch an der Universität von Waikato/Neuseeland mit 345 verschiedenen Honigarten gegen Staphylococcus aureum, den Erreger der Wundinfektion, zeigte, dass schon mittlere Honig-Qualitäten in zehnfacher Verdünnung das Wachstum des Erregers bremsen konnten. Er ist sehr wirksam gegen Rheuma und Wundheilung. Honig aus den Blüten des Manuka-Baumes leistete dasselbe noch in 54-facher Verdünnung. Selbst das Wachstum des Bakteriums Helicobacter pylori, das Magengeschwüre verursachen kann, wurde vom Manukahonig abgebremst. Auch bei Salmonellenvergiftung wird durch Honig eine Verkürzung der Behandlungsdauer erzielt. Außer bei Wunden kann er auch bei Verbrennungen angewandt werden. Professor Dustmann vom Niedersächsischen Landesinstitut für Bienenkunde in Celle hat Inhibine an verschiedenen Keimen getestet. Sein Ergebnis: Wenn der Inhibinwert hoch ist, dann wirkt der Honig antibakteriell, besonders bei Wundinfektionen. - Zusätzlich wirken die Enzyme und Flavonoide antibiotisch. Diese Werte schwanken aber sehr. - Es wird vom Bundesinstitut davor gewarnt, Propolis und Gelee royale unkontrolliert zu nehmen.

Honig muss naturbelassen bleiben, er darf nicht erhitzt oder dem Licht ausgesetzt werden, sonst verliert er seine Wirkung. Honige von Edelkastanien, Kornblumen, Linden, Löwenzahn und Waldbäumen haben hohe Inhibinwerte, nämlich Wasserstoffperoxid. Allergiker sollten auf den Genuss von Honig aus Blüten verzichten, deren Pollen bei ihnen Allergie auslösen. Säuglinge sollten aus Vorsicht keinen Honig erhalten, da er hin und wieder Sporen von Clostridium botulinum enthält. Die können zur Schwächung der Muskulatur und schlimmstenfalls zu Atemlähmung führen.

In Deutschland gibt es - noch - 100.000 Imker und eine Million Bienenvölker, die 20 - 30.000 Tonnen Honig produzieren, ein Viertel des Honigbedarfs. Ihr wirtschaftlicher Nutzen durch Bestäubung wird auf 5 Milliarden Mark geschätzt. - Für 1 kg Bienenhonig müssen die Immen etwa 5 Millionen Blüten anfliegen.

'Journal of Agricultural & Food Chemistry', University of Ilinois: Die Antioxidantien im Honig können Fleisch ohne Geschmacksverlust konservieren. Sie entsprechen denen in Gemüse und Obst. Die Werte für Honig lagen nach der ORAC-Methode zwischen 3 und 17 (Bei Gemüsen zwischen 0,5 und 16). - Vor allem dunkler Honig verlangsamt die Oxidation von low-density-Lipoproteinen (LDL).

Anwendungen:

  1. Herzschädigung: Honig erweitert die Herzkranzgefässe und kann damit entsprechend wirkende Arzneimittel unterstützen.
  2. Heuschnupfen: Täglich 1 Teelöffel Honig aus der Umgebung essen. Er enthält alle Pollen, die dem Kranken zusetzen, in geringer Zahl und dient damit einer natürlichen Desensibilisierung. Die Kur sollte am besten in pollenfreier Zeit begonnen werden. Auch hier ist wichtig, dass nichterhitzter Honig genommen wird.
  3. Husten, Keuchhusten: Rettich- oder Zwiebelsaft 1 : 1 mit Honig mischen. Oder: 1 Tasse heiße Milch mit darin aufgelöstem Honig schluckweise trinken. Statt Milch kann man auch eine Hustenteemischung mit Honig bereiten: Anisfrüchte, Schlüsselblumenwurzel, Sonnentau, Spitzwegerich jeweils 1 Teil, Thymian 2 Teile. Jeweils 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 l kochendem Wasser ansetzen und 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und 3 Tassen warmen Tee täglich schluckweise trinken.
  4. Leistungsverbesserung: Für Sportler, Kranke und Senioren von besonderer Bedeutung. Kreislauf- und stoffwechselanregend, entgiftend. Magnesium ist gut für die Wadenmuskulatur.
  5. Wunden, Furunkel: Der Honig auf der Wunde reinigt die Wunde dadurch, dass er Blut und Lymphe mit ihren körpereigenen Abwehrstoffen in großen Mengen heranzieht und Erreger, Schmutz und Zelltrümmer entfernt. Danach hilft der Honig bei der Vernarbung, so dass kaum Spuren der Verletzung zurückbleiben.
  6. Atherosklerotische Ablagerungen in den Gefäßwänden werden verlangsamt. Hippokrates stellte 300 Honigrezepturen zusammen. Im Honig können Antibiotika wie Streptomycin (Mittel gegen Feuerbrand im Obstbau) und Sulfathiazol (Mittel gegen Bienenkrankheiten) vorkommen. Streptomycin ist verboten, wird aber gelegentlich von den Behörden für ein Jahr zugelassen. Im kanadischen Kleehonig wurden Pollen von Genraps gefunden.
  7. Er ist ein Gegengift gegen Krebs. Es laufen gegenwärtig Methoden in kleinen Schalen. - 50 g Honig am Tag macht 40 % weniger Infekte, die Schlafqualität ist erhöht, die Belastbarkeit nimmt zu um 22%. Die Zellen altern und können Krebs entstehen lassen. Die Bereitschaft zur Infektion wird um 40% abgesenkt. Es entsteht kein Heißhunger, ein großer Teil der Studienteilnehmer hat an Gewicht verloren.
  8. Die grüne Propolis (Überzug der Blattknospen mit der Alecrim-Pflanzen) der brasilianischen Honigbiene hat sogar im Labor eine Anti-Tumorwirkung erzeugt, die dem Menschen helfen kann: Ihr Wirkstoff Artepillin C knipst bei Krebszellen den biologisch programmierten Zelltod an, der Tumor schrumpft.

 

Siehe auch Artikel Bienen.

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