Rote Bete [Beta vulgaris]


Botanischer Name
Beta vulgaris
Pflanzenkategorie
Rote Bete - Einleitung

Allgemeine Informationen

Beta vulgaris suspec. vulgaris var. conditiva. Fuchschwanzgewächse.

Beta vulgaris, Rote Bete
Beta vulgaris, Rote Bete
Bild: Botanikus

Ab Beginn der Bildung von Knollen Beinwell- oder Brennesseljauche beigeben. Fördert den Wuchs, Verjauchen: Spinat 1 : 10.

 

 

 

Rote Bete - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Durchlässiger, humoser, nährstoffreicher und feuchter Boden, tiefgründig, nicht zu sauer. pH 6,5 - 7,8.

Lage

Aufzucht

Vorübergehende Trockenheit unproblematisch, hat tiefe Wurzeln. Etwa 3 - 4 Monate nach der Aussaat kann geerntet werden.

Beta vulgaris
Beta vulgaris
Bild: Botanikus
Während der Reifezeit 7 - 11 auf gleichmäßige Wasserversorgung achten. Nicht nach Roggen, Mangold, Melde und Spinat anbauen, auch im Halbschatten ertragreich, jedoch auch nitratreicher. Chloridhaltiger Dünger ist lebensnotwendig. Wenn sonst kein chloridhaltiger Dünger oder Kompost beigegeben wird, kann 1 Teelöffel Koch- oder Meersalz je Quadratmeter ausgestreut werden.

Da Rote Bete nitratreich sind, sollte nur zurückhaltend mit Stickstoff gedüngt werden.

Samen einige Stunden in Regenwasser vorquellen und dann in Humofix-Saatbad geben. Nicht in erster Tracht anbauen. Mit Kompost düngen und mulchen. Mit Brennessel- und vor allem Beinwelljauche und Gesteinsmehl düngen wegen des hohen Kalibedarfs, aber nicht mit frischem Mist. Auf genügend Feuchtigkeit achten. Beste Aussaatzeit für Lagerfrüchte Mai/Juni, früheste Aussaat Ende April, bei früherer Aussaat Gefahr der Schosserbildung. Für Winterlager ab M 6 aussäen. Alle 10 cm zwei Samen 2 - 3 cm tief legen, später die schwächere ausziehen. Reihenabstand 25 cm. Große Früchte leiden an Geschmackseinbusse.

Oder ab 5 enger säen und kleine Früchte (Baby-Beets) laufend ernten, verziehen auf 12 x 4 cm Abstand. Erste Ernte nach etwa 5 - 6 Wochen.

Der Gehalt an Nitrat wird wesentlich vermindert, wenn die Rüben morgens mit einer Grabegabel etwas angehoben werden, ohne dass alle Wurzeln abreißen, und nach Mittag endgültig geerntet wird.

Rote Bete werden im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken.

Ernte

Ernte im Oktober/November vor den ersten Nachtfrösten für die Einlagerung. Besonders gut schmecken sie kurz vor der Reife, wenn die Rübe noch keine weißen Ringe hat. Die länglichen Rüben haben kaum Ringe. Blätter vorsichtig abdrehen, das Herz muss bleiben und die Rüben dürfen nicht verletzt werden. Lagerfähig sind sie erst, wenn die Blätter deutlich altern oder welk werden.

Lagerung

Kann bis in den Frühling bei hoher Luftfeuchtigkeit im Keller (Sand oder Torf) gelagert werden. Auch im Kühlschrank bleiben sie lange frisch, wenn sie in Tücher eingewickelt werden. Die Temperatur sollte unter 5° sein, sie bleiben frisch bis zu vier Wochen.

Nachbarschaften-Mischkultur

Günstig: Gute Nachbarn sind Bohnen, Bohnenkraut, Borretsch, Buschbohnen, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Feldsalat, Fenchel, Gurken, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohl, Kopfkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Pastinaken, Pflücksalat, Puffbohne, Ringelblumen, Salat, Sonnenblumen, Zucchini, Zwiebeln.

Kümmel und Bohnenkraut als Mischkultur verbessern den Geschmack, Dill fördert die Gesundheit.

Ungünstig: Estragon, Kartoffeln, Mangold, Möhren, Petersilie, Porree, Spinat, Schnittlauch, Stangenbohnen, Tomaten und Zuckermais.

Fruchtfolge-Fruchtwechsel

Niemals hintereinander am selben Platz anbauen. Es sollten immer 3 Jahre eingehalten werden.

Vorkultur: Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi.

Rote Bete - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Rote Bete - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

  • Ägyptische Plattrunde, alte und bewährte Sorte.
  • Albina Vereduna, kugelig weiße Knolle.
  • Burpees Golden, gelbe Sorte, milder Geschmack.
  • Detroit 2/Bolivar. Bewährte Sorte. Bildet rote, runde Rüben. (Pötschke)
  • Monalisa, einkeimige Sorte (monogerm), die nicht vereinzelt werden muß.
  • Moulin Rouge, einkeimige Sorte.
  • Pablo. Rund.
  • Rocket, zylindrische, dunkelrote Rübe.
  • Rote Kugel 2, kugelrunde Standardsorte. Raschwüchsig und sehr gut lagerbar.
  • Sperli Lollipop-Mischung, gelb, pink und rot. Besonders mild und weniger erdig.

Resistente und tolerante Gemüsesorten:

  • Detroit 2/Bolivar (Kiepenkerl, Pötschke, Sperli). Robuste Rote Beete in Kugelform mit glatter Haut, tiefrotem Fleisch und feinem Geschmack. Sehr gut zum Einlagern geeignet. Bio-Saatgut. Sonne, Halbschatten.
Rote Bete - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Sie enthalten Vitamin A, B1, B2, B6, C, Folsäure (!), Antibiotikum Betanin, Betalaine (Farbstoff), Flavonoide, Kohlehydrate, Saponine, Eisen, Jod, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Zink. Wenn die Rüben im November geerntet und richtig gelagert werden bei 4° und hoher Luftfeuchtigkeit, kann der Vitamin-C-Gehalt nach einem halben Jahr auf das Doppelte steigen. Sommerfrüchte schmecken feiner. Die Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen verwertet der Körper besser, wenn außerdem Vitamin C hinzukommt. Betanin schützt Zellen und Gefäße und wirkt blutdrucksenkend.

Zubereitung

Die Sorte Bolivar (Hild) soll nur weniger als die Hälfte als übliche Sorten an Nitrat einlagern, Detroit 2 Bolivar (Keller) soll ebenfalls nitratarm sein. Wer zu Kalzium-Oxalat-Nierensteinen neigt, sollte sie deshalb auch nicht so oft essen. °Niemals Rote Bete warm machen oder wieder erwärmen. Sie ist reich an Nitrat, aus dem bei Temperaturen um 40° giftiges Nitrit entsteht. Siehe auch 'Nitrat, Nitrit, Nitrosamine'.

° Das gilt nicht für Erwachsene. Werden gekochter Spinat und Pilze gleich in den Kühlschrank gestellt und am Tag danach schnell erhitzt, können sie ohne Probleme erneut gegessen werden. Die Warnung stammt aus den Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab.

Rote Bete - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Sie enthalten Vitamin A, B1, B2, B6, C, Folsäure (!), Antibiotikum Betanin, Betalaine (Farbstoff), Flavonoide, Kohlehydrate, Saponine, Eisen (!), Jod, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Zink.

Volksmedizin

Blutbildend. Gutes Mittel gegen Tumore. Regen Darm, Leber und Magen an. Der Saft wird Rekonvaleszenten gegeben, sie regen auch den hohen Blutdruck an. - Sie sind sehr nitratreich.

Rote Bete - Weiteres Wissenswertes