Kamelien [Camellia japonica]


Botanischer Name
Camellia japonica
Pflanzenkategorie
Kamelien - Einleitung

Allgemeine Informationen

Camellia japonica. Gattung Teestrauchgewächse. Wintergrünes Teegewächs.

Camellia, Kamelie
Camellia, Kamelie
Bild: Botanikus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Kamelien - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Pflanzgrube ausheben, doppelt so tief und dreimal so breit wie der Topf. Verfüllen mit Rhododendrenerde, sauer (pH 5,5 - 6,8), humos, lehm-, laub- und sandhaltig, kein Kalk. Man kann sie selbst bereiten aus Gartenerde, Rindenhumus und Kompost aus Fichten- oder Lärchennadeln. Die Oberkante des Topfes muss mit der Oberkante der Füllschicht übereinstimmen.

Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe zulassen. Ggf. ein große Plastikwanne mit Bodenloch in kalkige oder sonst ungeeignete Erde eingraben und mit saurem Erdgemisch befüllen. Im unteren Bereich immer Dränage aus Kies, aber nicht kalkhaltigen Kies, vorsehen.

Lage

Etwas geschützter als Rhododendren, vor allem vor Ostwinden, aber in der Nachmittagssonne liegend, die die Blütenbildung fördert.

Camellia,Kamelien
Camellia,Kamelien

Auf keinen Fall Prallsonne und Morgensonne. Schutz durch Mauern oder Hecken ist günstig. West- oder Nordwestlagen im Schatten des Hauses oder unter tiefwurzelnden, lichten Bäumen sind ideal. Knospen und Blüten evt. gegen Dauerregen mit Regenschirm o.ä. schützen.

Manchmal steht auf einem Schild: 'Vor Morgensonne schützen' - es sollte aber besser heißen: 'Vor Morgensonne im Winter schützen'. Die Kamelie muß nur im Winter geschützt werden, im Sommer ist dies nicht nötig.

Was ist lichter Schatten? Die Unterschiede an der Temperatur bleiben gemäßigt, der lichte Schatten (Halbschatten ist sehr wichtig) gibt nur einen Teil des Lichtes weiter. Auch die Angabe Osten versteht nicht jeder. Es sollte heißen, die Sonne sollte nur am Nachmittag scheinen, vielleicht auch etwas eingeschränkt durch eine niedrige Hecke.

Aufzucht

Zuwachs etwa 10 cm jedes Jahr. Kurze Wachstumsphase und eine sehr lange Ruhephase, zu der auch die Blütezeit gehört. Nur dreijährige, besser vierjährige Kamelien auspflanzen, am besten April. Hohe Luftfeuchtigkeit erforderlich, besonders an heißen Tagen. Diese sind gefährlicher als die Frosttage. Sie vertragen die Nachbarschaft von großen Sträuchern und Temperaturen bis -10° kurzzeitig, wenn sie sich gut eingewöhnt haben und der Frost nicht überfallartig auftritt. Auch im Winter muss der Boden feucht sein, die Wurzeln dürfen nie austrocknen. Unter einer Schneedecke vertragen sie noch tiefere Temperaturen.

Die Kamelie ist winterhart. Trotzdem leiden die Blüten und Knospen, falls Frost angesagt wird. Man sollte sie daher mit einer lockeren Mulchschicht aus Laub umgeben. Sie wird entfernt, sobald der Frost vorbei ist. Wenn sie im Januar oder Februar blüht, kann sie evt. für drei Monate insgesamt ihren Blütenreichtum ausbreiten. Wer aber im April kauft, kommt nicht recht zu ihrem Genuß, denn die schönen Tage im Mai zerstören sie

Der Winterschutz muß auch bleiben wegen des Sonnenschutzes im Winter. Man muß aufpassen, daß der Frost der Kamelie unter der Erde noch zusetzt, während die Sonne kräftig auf die Pflanze scheint.

Wir liegen etwa im Klima sechs bis acht Celsius der Winterhärtezonen für Gehölze. Nur wenige Ausnahmen liegen bei 9° C. Die acht, vor allem die neun, kann noch immer ganz gut genutzt werden, sofern das Kleinklima es zuläßt. Kritisch sind immer die Temperaturen im Früh- und Spätwinter.

Wachstum: Während des Wachstums bis zur Knospenbildung die Pflanze mit lauwarmem, kalkfreien Regenwasser besprühen. Im Winter an Frosttagen ist direkte Sonenstrahlung gefährlich. Blütenbildung nur bei Temperaturen unter 15°, die meisten Kamelien blühen zwischen Dezember und bis März/April, danach beginnt der Jahrestrieb. Während der Triebzeit braucht sie viel kalkfreies Wasser, etwa vom Ende der Blütenzeit bis Anfang Oktober. Danach braucht sie auch etwas Wasser bis zum Frühherbst. Niemals den Wurzelballen austrocknen lassen, immer regelmäßig gießen, sonst bekommt sie Knospenfall. Ruhephasen sind etwa von September bis April, Wachstumsphasen sind Mai bis August. In vielen Zeitschriften wird immer wieder darauf hingewiesen, daß die Pflanze während ihrer Blütezeit nicht mehr bewegt oder gedreht wird. Das ist aber völliger Unsinn: Meistens ist es erhöhte Temperatur in beheizten Zimmern. Dafür sind sie aber nicht da.

Düngung: Düngung nur mit nicht kalkhaltigem Kompost, aber sparsam, oder mit Rhododendrondünger, nur halb so viel wie gewöhnlich, April bis Ende Juli. Zuviel Dünger oder Düngen nach Beginn der Ruhepause veranlassen die Pflanzen, mehr oder später auf natürliche Weise auszutreiben. Kamelien sind empfindlich gegen Düngesalze. Nährstoffgaben 8 - 14 tägig. Am besten den Boden dick mulchen, aber nur mit Laub und Nadelstreu. Der Mulch wird wieder aufgenommen, sobald der Frost verschwunden ist. Es wird weniger gegossen, ab und zu gesprüht, aber den Wurzelballen auch dann nicht austrocknen lassen. Farben: Von weiß bis rosa zu rot, je nach Sorte gefüllt, halbgefüllt oder einfach. Für die Terrasse sind spätblühende besser geeignet, da ihre Blumen etwas später aufgehen. Für gelegentliche Befeuchtung durch Sprühen sind sie dankbar. Im Sommer sollten sie im Freien stehen, im Winter nicht über 15°. Dabei sollten die Gaben immer kalkfrei gegeben werden. Düngen mit kombinierter Beinwell- und Brennesseljauche 1 : 5, alle 14 Tage oder mit speziellem Kameliendünger.

Schnitt: Im Winter ggf. Sonnen- und Windschutz anbringen in rauen Lagen. Pflanze mit Stroh- oder Schilfmatten einwickeln, aber die Windlast abfangen durch eine Lattenkonstruktion. Auch Fichtenzweige, zeltartig um die Kamelie angebracht, bieten Schutz. Beste Auspflanzzeit ist das Frühjahr, April. Am besten ist der Bereich von 0° bis - 20°, sortenabhängig. Im allgemeinen sind die Temperaturen um 0 - 10°.

Wind: Wind ist kritisch. Auf der östlichen Seite sollte ein Netz von hohen Sträuchern entstehen. Sinkt der Frost langsam, dann gibt es kaum Probleme.

Kauf: Nur sattgrünes Laub von einem guten Händler kaufen. Dann ist der Winterschutz aber auch entscheidend, weil er nur Anfang des Jahres verkauft wird. Sie sollte erst im April in die Erde kommen, dann besteht kaum noch die Sorge, daß sie ihre Blüten oder Blätter verliert. Die Pflanze sollte besser etwas zu groß sein als zu klein. Am besten ist das Anpflanzen im April. Der Topf sollte eine Nummer größer sein.

Wasserabfluß: Die unterste Schicht sollte immer aus kleinen Kieselsteinen (nicht Kalksteinen) sein und einen Abfluß haben.

Umpflanzen: Man kann sie am einfachsten gleich in einen Drahtkorb einpflanzen.

Terrasse: Natürlich kann man sie auch auf eine Terrasse stellen. Was gibt es dabei zu beachten? Im Winter wird sie möglicherweise leicht eintrocknen, da sie im Behälter steht. Man kann sie aber auch leicht an Frosttagen hin- und hertragen, in ein helles, aber frostfreies Zimmer. Ist sie aber zu groß, könnte man den Topf gut einwickeln. Man kann z.B. dicke Fasermatten unter den Topf schieben und die Enden einwickeln um den Stamm herum. Auch eine feste Platte aus Styropor als Bodenschutz ist in Ordnung.

Balkon: Es besteht nur die Möglichkeit, wenn die Kamelie ganz geschützt liegt durch umliegende Pflanzen. Nur nach Osten oder Norden ausgerichtete Loggien kommen in Frage.

Keimen: Bei Sorten mit Staubgefäßen: Dazu müssen sie bald nach dem Aufplatzen den Samen ernten und in ein Glas mit Erde, vermischt mit Sand, legen. Der Schraubverschluß muß immer geschlossen sein. Sie stellen das Glas auf die Fensterbank. Nach vier Monaten wird der Samen mit der Keimung anfangen - oder auch nicht.

 

Duftende Kamelien:

Es handelt sich um Herbstkamelien.

Bodendeckerkamelien:

Verschiedene Kamelien müssen so abgeschnitten werden, daß nur der Haupttrieb mit 5 - 10 cm Höhe stehen bleibt. Die anderen, kleineren Triebe werden so gestutzt, daß sie nur mit Haken an der Erde befestigt werden.

Nicht winterharte Kamelien:

Den Kübel möglichst lange im Freien stehen lassen. Auch eine Überwinterung im Freien ist möglich, wenn der Wurzelballen nicht durchfriert. Mit Styroporplatte zum Boden hin isolieren, den Topf mit Kokosmatten o.ä. Materialien schützen, im tiefen Winter ist noch ein zusätzlicher Schutz mit doppelter Vlieslage oder Fichtenzweigen erforderlich für den grünen Teil. Sonst in Garage, Scheune, Treppenhaus, schattigem Wintergarten frostfrei überwintern, sobald Frost droht. Bei Temperaturen unter 6° können sie sogar im Dunkeln überwintern, je heller, desto höhere Temperaturen (aber unter 15°) sind notwendig.

Kamelien - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Kamelien - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Winterharte Kamelien.

Camellia japonica.

  • Hagomoro, weißblühend. Rosa blühend
  • Elegans (Japonica), rosa blühend,
  • Elegant Beauty (Wiliamsii).
  • Black Lace (Ret.-Hybride), rotblühend
  • Coquetti (Japonica)
  • Williams Hybriden. Anticipation, Debbie, Donation.
  • Ice Angels dürften wohl die ältesten und dauerhaftesten Kamelien der Welt sein: Fast ganz weiß mit feinhaarigen rosafarbenen April Dawn, 2 - 4, frosthart bis -15°, rotes Spring Dream und die rote Weihnachts-Kamelie Winter's Kiss schon ab 11 - 1. Liefergröße 40/50. Topf, 2 - 4, 11 - 1. 1,5 - 2 m hoch, Halbschatten. Winterfest bis -15°.
  • Ackermann Hybriden: Ihre relative Frosthärte ist erwiesen. Herbstblüher. Diese Pflanze ist auf jeden Fall winterhart, auch wenn Blüten und Knospen manchmal schon vorher abfallen. Sie werden meistens beschrieben mit Polar, Snow und Winter's. Dabei muss beachtet werden:

Der Boden sollte humusreich, aber kalkarm sein. Organisches Laub kann gut genutzt werden. Man sollte es im Winter auf 20 cm erhöhen. Regelmäßig mit Regenwasser gießen. Kamelien sollten immer frei stehen. Ein geschützter Platz ohne Wintersonne sollte vorliegen. Wenn sie an sonnigen Standorten stehen, sollten sie doch Ende Dezember bis Ende Februar eine Sonnenabschirmung haben.

Winterharte Kamelien:

Nuccio's Gem: Weiße, vollständig gefüllte Blüten ab März. Hellgrünes, glänzendes Laub, aufrechter und dichter Wuchs.

Anticipation: Karmesinrosa, päonienförmige Blüten von März an. Mittelgrünes, glänzendes Laub. Schlanker, kompakter Wuchs. Auch für sonnige und schattige Standorte.

Debbie: Rosa, päonienförmige Blüten von März an. Mattglänzendes, hellolivgrünes Laub. Kräftiger, lockerer Wuchs. Auch für schattige Standorte.

Donation: Halbgefüllte rosa Blüten von März an. Dunkelgrüne, glänzende Blätter. Kompakter, formschöner Wuchs. Auch für sonnige und schattige Standorte.

Hagoromo: Zartrosa Blüten (wie Magnolien) von März an. Hellgrünes Laub, schlanker Wuchs. Auch für schattige Standorte.

Spring Festival: Zartlachsrosa, klein, rosenförmige Blüten von März an. Kleine Blätter, zierlicher Wuchs.

 

Die früheste Beschreibung der Camellia japonica stammt von James Petiver, dem Leiter der Chelsea Physic Gardens in London. Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker und Schüler von Linné 4 Kamelienpflanzen mit nach Kew. Die restlichen drei Pflanzen gingen verloren, aber eine Pflanze, nämlich die in Pillnitz, wäre das einzig überlebende Exemplar. 1992 erhielt sie ihr erstes fahrbares Schutzhaus. Es ist 13,2 m hoch, 54 to schwer und hat einen Luftraum von 1864 qm. Sie ist demnach das älteste Exemplar in Europa.

Kamelien - Weiteres Wissenswertes
Eignung