Johanniskraut [Hypericum x moserianum Tricolor]


Botanischer Name
Hypericum x moserianum Tricolor
Pflanzenkategorie
Johanniskraut - Einleitung

Allgemeine Informationen

Hypericum. Johanniskrautgewächse. Hartheu. Strauch.

Hypericum androsaemum, Johanniskraut
Hypericum androsaemum, Johanniskraut
Bild: Botanikus

Heilkräftig ist nur Hypericum perforatum mit seinem zweikantigen Stängel.

Langblühende Stauden mit schönem Laub. Hypericum calycinum wertvoll zur Gehölzunterpflanzung und Hypericum polyphyllum für Steingarten und Trockenmauer. Mehrjährig, winterhart. Bienennährpflanze.

Johanniskraut - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Auspflanzen in normale, etwas kalkhaltige, durchlässige Gartenerde.

Lage

Vollsonnige, auch trockene Lage.

Aufzucht

Aussaat 6-8 im Frühbeet, darübergelegtes Vlies immer feucht halten. Abstand 40 x 40 cm.

Die Ziersträucher werden bis 120 cm hoch. Diese höheren Arten können auch als Heckenpflanzen eingesetzt werden. Sie eignen sich für alle Gartenböden und sonnige wie schattige Lagen. Blütezeit Sommer bis Spätherbst, fast immer gelbblühend.

Oft wintergrün und mit roten Früchten, die später schwarz werden. Schnitt nicht erforderlich, nur Totholz entfernen.

Johanniskraut entzieht dem Boden Cadmium.

Überwinterung

Kompostdüngung im Spätherbst. Abgefrorene Pflanzen treiben meistens wieder aus. Frieren sie nicht ab, werden sie bis auf 10 cm im Frühjahr über dem Boden zurückgeschnitten.

Winterschutz bei stärkerem Frost erforderlich.

Vermehrung

Vermehrung durch Teilung, Saat und Sommerstecklinge.

Johanniskraut - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten
Häufige Pflanzenkrankheiten


Johanniskraut - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Hypericum androsaemum, Johanniskrautgewächs.

Hypericum androsaemum, Johanniskraut
Hypericum androsaemum, Johanniskraut
Bild: Botanikus

Halbstrauch, 60 cm, schöne Herbstfärbung, Beeren rot und schwarz, breitwachsend, zuerst Ende 6 - 9 mit hellgelben, dann sich schwärzenden Früchtchen 8 - 9.

Hypericum calycinum Rose von Sharon, früh austreibender Bodendecker, 30 cm, mit schöner herbstlicher Rotfärbung in purpur. Viele gelbe Blüten 7 - 8, 5 - 8 cm Durchmesser, wie 'Nadelkissen'. Sonne, auch für trockene, schattige Lagen. Rückschnitt 3 ist vorteilhaft. Starker Dauerblüher. Für Steingärten, Wegränder und Terrassen geeignet. 6 Stck./qm. Treibt auch Ausläufer an. - Auch durch den Verjüngungsschnitt haben sie alle eine wesentlich längere Lebensdauer.

Hypericum coris, goldgelbe Blüten zwischen Juli und August, braucht volle Sonne, 15 cm.

Hypericum elatum, trägt rosafarbene Beeren.

Hypericum hircinum. Bocks-Johanniskraut. Die Blüten riechen stark nach Zitrone, sie werden auch beim Teetrinken genutzt. Er bildet einen Halbstrauch von 100 cm und kann Frosthärte gut ertragen. Die duftenden Blätter sind klein, die Blüten bis etwa 3 cm groß. Er sollte als Solitär an einem schönen Platz gepflanzt werden und kann genutzt werden als Heil- und Duftpflanze.

Hypericum hookerianum, Blüte 8 - 10, Blätter grün mit bläulichem Einschlag.

Hypericum x moserianum Tricolor, Blätter dreifarbig, grün, rosa, weiß. Für Flächen, Kübel und als Einzelpflanze. 40 - 60 cm hoch, aufrechter wachsend als calycinum, jedoch nur für Schatten, industriefest, 6 - 7 cm breite gelbe Blüten meist zu dritt sitzend. 7 - 10.

Hypericum olympicum, Johanniskraut
Hypericum olympicum, Johanniskraut
Bild: Botanikus

Hypericum olympicum Citrinum, Dauerblüher. Blaugrüne Blätter, durchscheinend punktiert, bildet kleine Polster. Große zitronengelbe Blüten in Trugdolden von Juni bis August, Höhe 15 cm. Verträgt volle Sonne und sandig-humose Böden.

Hypericum patulatum Hidcote, großblumiges Johanniskraut, reichblühend, gelb, 7 - 9, 50 - 90 cm. Sonne, Halbschatten. Für Einzelstellung, Grab, Hecke, Terrasse und Steingarten. Für leichte, trockene Böden. Gelbblühend, verträgt sich gut mit Iris und Katzenminze. Frostempfindlich.

Hypericum patulatum var. henry. Großblumiges Johanniskraut, reichblühend mit intensiv gelben Blüten, blüht von Juni - Herbst. Das teils winter-, teils immergrüne Laub ist ein weiterer Gewinn. Höhe etwa 100 - 150 cm hoch. Einzelpflanze. In Begleitung stehen Rosen, die allerdings nicht zu trocken stehen dürfen. Keine Frostlöcher. Schnitt sollte meistens unterbleiben. Sonne, Halbschatten.

  • Hidcote Gold, reichblühend, dunkelgelb, 8 - 10, 150 cm, besonders frosthart, dunkelgelbe Blumen 8 - 10, größer als bei anderen Patulum-Sorten. Der Bio-Gärtner empfiehlt: Sehr empfehlenswert.

Hypericum perforatum, Johanniskraut
Hypericum perforatum, Johanniskraut
Bild: Botanikus

Hypericum perforatum, Boden trocken, locker. Sonne. Echtes Johanniskraut.

30 - 90 cm hoch, Blüte gelb, 7 - 9, heilkräftig (Hypericin), erkennbar an seinem zweikantigen Stängel. Die Blätter sehen aus wie durchlöchert, wenn sie gegen die Sonne gehalten werden. An diesen Stellen ist das heilkräftige Öl in Drüsen gesammelt. Wintergrün. Zerdrückt man die Knospen, tritt roter Saft aus (Hypericin). Es eignet sich gut zur Hangbefestigung und es ist eine wichtige Trachtpflanze für Hummeln. Für Bienenweide, Dachgarten, Heidegarten. Wird gern zusammen mit Rosen gepflanzt. Bei Anpflanzung 2/3 zurückschneiden. Toleriert Vollschatten. - Vermehrung 6 - 8 durch Stecklinge. - Lichtkeimer. Kräftiger Frühjahrsschnitt fördert die Größe.

Hypericum polyphyllum, gelb, 20 cm, 6 - 8 blühend. Schuppenförmige Blätter, gelbe Blüten in Trugdolden Mai/Juni.

  • Schwefelperle, hellgelb, großblumig, 20 cm, 6 - 8 blühend.

Hypericum reptans, niedrig, Knospen grellrot, Blüten gelb, 5 cm.

Johanniskraut - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Hypericum perforatum. Johanniskrautgewächse. Hartheu, Hexenkraut, Teufelsflucht.

Hypericum perforatum, Johanniskraut
Hypericum perforatum, Johanniskraut
Bild: Botanikus

Ätherisches Öl, Flavonoide (Rutin, Querzitrin, Hyperosid), Gaba, Gerbstoffe, Harze, Hyperforin, Hyperosid, Phlobaphene, Querzitrin, Rhodan, Rutin. Hauptwirkstoff ist Hypericin. - Der Wirkstoff Hyperforin tötet Bakterien und Pilze.

Volksmedizin

Sammelzeit: E 6 Blüten, voll erblüht.

Heilwirkung: Hitzewallungen und leichtere Depressionen (Klimakterium), Amöbenruhr, Angst, Bettnässen, Herzklopfen und -rasen, Kopf- und Muskelschmerzen, Hysterie, Nachtwandel, krampfhafter Somnambulismus, krampfhafte Anfälle während der Regel, Nieren- und Leberleiden, Gelbsucht. Bei Entzündungen von Augen, Darm, Leber, Milz, Niere. Kreislaufstärkend. Einwirkung auf das gesamte Verdauungssystem. Burn-out-Syndrom. Bei kleinen Kindern wird es angewendet bei Bettnässen°, Blähungen, Gelbsucht und Leberleiden. Gutes Fieber- und Schmerzmittel. Vorbeugend gegen Krebs, weil es die Umwandlung des Benzpyrens in die aktive, gefährliche Form verhindert. Der Bestandteil, der krebshemmend wirkt, ist noch nicht bekannt.

Äußerliche Anwendung als Öl (Rotöl) gegen Gicht, Hexenschuss, Ischias und rheumatische Krankheiten, schmerzlindernd bei Gelegenheitsursachen wie Verstauchungen, Verrenkungen, Muskelschmerzen, Verletzungen, auch Verbrennungen, Blutergüsse. Bei Verbrennungen und Verbrühungen beendet es sofort den Schmerz. Bei Gliederzittern Johanniskrautgeist morgens und abends einreiben. Homöopathisch angewendet bei Nervenverletzungen. - Als Kräuteröl kann es innerlich verwendet werden bei Entzündungen von Darm, Leber, Magen, Milz, Niere, bei Koliken (mehrmals am Tag einen Teelöffel). Auch das vorzeitige Altern soll hinausgeschoben, die Gedächtnisleistung verbessert werden. Unterstützend bei der Aidstherapie. - Früher wurde das frische Kraut, klein geschnitten, auf Brandwunden gelegt. Johanniskraut ist nunmehr fast überall als Heilmittel anerkannt. Erforderlich sind 500 - 800 mg des Kräuterextraktes je Tag. Viele auf dem Markt befindlichen Präparate sind unterdosiert. Zusammen mit Passionsblumenextrakt soll sich die antidepressive Wirkung um das zehnfache erhöhen. - Die Wirkung tritt erstmalig nach etwa drei Wochen ein.

Das Johanniskraut Elixier hat erhöhten Gehalt an Hypericin. Hypericin hat antivirale Wirkung und wird deshalb bei HIV eingesetzt.

°Bettnässen bei Kindern: Mischung aus Bärentraube, Eichenlaub, Johanniskraut, Wegerich. 1 Teelöffel/Tasse. 3 Minuten kochen lassen, 10 Minuten ziehen lassen.

05 Studie Charité mit 250 Patienten. Ergebnis: Hohe Dosierungen von 900 mg täglich lindern sogar schwere Depressionen. Die Wirkungsweise ist offenbar ähnlich wie bei pharmazeutischen Präparaten. Wahrscheinlich beruhen die Depressionen auf einem Ungleichgewicht der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Depressionen äußern sich in Appetitlosigkeit, gedrückter Stimmung, mangelnde Lebensfreude und Konzentrationsfähigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Schlafstörungen, Todesgedanken.

Magazin aus der Apotheke, Ausgabe vom 25.7.08: Johanniskraut wird (zusammen mit Paracetamol) ab 1.4.09 rezeptpflichtig. Es geht um mittelschwere Depressionen. Präparate ohne diese Indikation bleiben apothekenpflichtig und bleiben rezeptfrei.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen:

Fehlgeburt. Johanniskraut nimmt leicht Cadmium auf. Es steigert andererseits die Produktion von Serotonin. Magen- und Darmbeschwerden. Hautrötung. Juckreiz. Müdigkeit.

Johanniskraut ist nicht ungefährlich im Zusammenhang mit Pille (ab einer bestimmten Dosis wird die Wirksamkeit der Pille aufgehoben), Saroten, Fluctin, Digoxin (Novodigal, Lanitop, Digacin, senkt Wirksamkeit), Cyclosporin (senkt Konzentration), Phenprocoumon (senkt Wirksamkeit), Indinavir (senkt Wirksamkeit), Zyklostonin A (senkt Wirksamkeit), Amitriptylin (senkt Wirksamkeit), AZT (senkt Wirksamkeit), Warfarin (Coumadin) und Nortryptilin (senkt Wirksamkeit). Es besteht die Gefahr der Abstoßung transplantierter Organe. Präparate mit wenig Hyperforin haben ein geringeres Risiko dieser Art. Es können starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten entstehen: Synthetische Antidepressiva wie Paroxetin und Sertralin werden verstärkt; Wechselwirkungen bestehen mit Aidsmedikamenten, Gerinnungsmitteln, Mitteln, die die Virusvermehrung eindämmen, Cholesterinhemmer Simvastin. Andere Medikamente werden dadurch in ihrer Wirkung herabgesetzt, dass deren Abbau in der Leber beschleunigt wird.

Johanniskraut macht sensibel gegenüber Lichtreizen, deshalb volle Sonne, Sonnenbänke usw. nach Kontakt mit dem Kraut und dem Öl vermeiden.

Der Einsatz gegen starke Depressionen ist vorerst gestoppt wegen Nebenwirkungen.

Dagegen ist der Einsatz bei Befindlichkeitsstörungen weiterhin erlaubt. Die Wirkung besteht darin, dass im Gehirn Monoaminooxidase gehemmt wird. Dadurch können Überträgerstoffe wieder zur Wirkung kommen, deren Mangel die Depressionen verursacht hat.

Homöopathie

Die ganze Pflanze wird verwendet. Man gibt es zur Linderung von Schmerzzuständen, nach Gehirnerschütterung, bei Depressionen und bei Nervenschmerzen als Folge der Verletzungen. Auf Rotwelketoleranz selektierte Herkunft.

Hypericum dient auch bei Einschlafstörungen.

Eignung
Nutzung