Dill [Anethum graveolens]


Botanischer Name
Anethum graveolens
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Blähkraut, Dillich, Gurkenkümmel
Dill - Einleitung

Allgemeine Informationen

Anethum graveolens, Dill
Anethum graveolens, Dill
Bild: Botanikus
Anethum graveolens. Doldenblütler.

Einjähriger Doldenblütler.

 

Dill kann relativ oft auch Allergien auslösen. Das hat er gemeinsam mit Anis, Fenchel, Koriander, Lauch, Petersilie und Sellerie.

Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Kräuter-Gewürze

 

 

Dill - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Feucht, keine Staunässe. Auch für mageren Boden geeignet, Kompost verbessert aber erheblich den Ertrag. Bodenbedeckung durch Mulch oder Mischkultur. Phosphor ist notwendig. Wassermangel darf nicht entstehen.

Lage

Teilsonniger, windgeschützter Standort

Anethum graveolens
Anethum graveolens
Bild: Botanikus

 

 

Aufzucht

Bodentemperatur 12 - 14°, etwa 5 mm tief, in Reihen von 25 - 30 cm Abstand mit Folgesaaten. Bei früher Aussaat ist die Gefahr von Krankheiten und Schädlingen geringer. Auch zuviel Feuchtigkeit, Staunässe und verkrusteter Boden können zu Ertragseinbußen führen.

Auflaufzeit 2 - 3 Wochen. 4/5 verziehen, Abstand 20 cm. Nicht zu eng wegen Schädlingen. Folgesaaten bis E 6, sie kommen besser voran zwischen Gurken, Möhren oder auch im Staudenbeet. Die blühende Pflanze ist intensiver im Geschmack. Direktaussaat auf die Gemüsebeete fördert die Hauptfrucht. Niemals verpflanzen wegen der Pfahlwurzel.

Im nächsten Jahr sät er sich von selbst aus, wenn er bis zur Samenreife stehen bleibt. Bei 20 cm Höhe kann erstmals geerntet werden.

Dill beschleunigt das Auflaufen von Gurken, Kohl, Möhren, Rote Bete, Salat und Zwiebeln, er vertreibt den Kohlweißling und andere Insekten (Blattläuse). Dill hält Schädlinge, auch Wurzelschädlinge, ab von Möhren und Zwiebeln und wirkt kräftigend auf andere Pflanzen. Die Blüte wird von vielen Fluginsekten, besonders den Schwebfliegen, besucht, die ihre Eier in Blattläuse ablegen, so dass sie absterben.

Dillsamen fällt schnell aus. Deshalb die Dolden über ein Tuch hängen, sobald die ersten Samen reifen. - Es gibt besonders blattreiche Sorten, auch solche, die nicht schießen. - Frostsaat ist möglich.

Lagerung

Getrockneter Dill verliert viel von seinem Aroma. Besser ist Einfrieren oder Einsalzen. Ethylen (Äpfel usw.) machen Dill gelb.

Nachbarschaften-Mischkultur

Mischkultur:

Zusammen mit Bohnenkraut, Buschbohnen, Borretsch, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Kamille, Kapuzinerkresse, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Mairüben, Möhren, Pastinaken, Puffbohnen, Ringelblumen, Rote Bete, Rüben, Salat, Schnittlauch, Sonnenblumen, Spargel, Tomaten (zusammen mit Basilikum) und Zwiebeln.

Unverträglich:

Unverträglich mit Basilikum, Fenchel, Gartenkresse und Kümmel.

Dill ist mit sich selbst unverträglich, deshalb stets die Anbaufläche wechseln oder breitwürfig aussäen. Sonst besteht die Gefahr von Auflaufkrankheiten mit den verschiedensten Ursachen wie Bakterien, Bodenverkrustung, Pilze, zu dichter Stand, Staunässe, übermäßige Feuchtigkeit. Die Sämlinge fallen um und verfärben sich gelb-rot. Abhilfe schafft meist frühe Aussaat.

Dill - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Dill - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

  • Dill Delikat, kompakt, für Topfkultur, 25 cm hoch.
  • Elefant (Sperli), stark wachsende, aromatische Sorte. Garantiert aus fusariumfreier Vermehrung.
  • Dill Tetra. Ertragreiche Sorte mit starkem Stängel.
  • Zierdill Mariska, duftet, ist großblumig, gelb, 6 - 10, 80 cm. Als Schnittblume und für Trockensträuße.

 

Resistente und tolerante Gemüsesamen:

  • Tetra-Dill, Goldkrone. (Kiepenkerl, TOM-Garten). Besonders wüchsig und blattreich. Blätter und Samenstände verwendbar. Gegen Blähungen.
  • Dill Hera (Sperli) für Bio-Anbau.
Dill - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Die Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium Schwefel sind stark gesundheitsfördernd. Beta-Karotin zählt zu den Antioxidantien.

Zubereitung

Dill wird verwendet für Fischspeisen und Meeresfrüchte, Fleischgerichte (z.B. in Sahnesoße), Gurkengerichte, Kartoffelsalat, Rührei, Tomaten und Salate, zu Avocados.

Zum Einlegen von Gurken und Kürbissen.

Auch als Dillessig gebräuchlich.

Kohlgerichte werden mit Dill leichter verdaulich. Es paßt sogar zu Lamm.

Niemals kochen. Niemals das ganze Kraut nehmen, die Spitzen sind am wertvollsten.

 

Dill - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Enthält im Kraut Beta-Karotin, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Vitamin C, im Samen ist mehr äther. Öl, vor allem Carvon, Anethol, Apiol und Myristicin.

Aussaat 4 direkt. Für die Ernte wird die ganze Pflanze mit der Wurzel gezogen, gebündelt und luftig getrocknet. Betreffs Krankheiten siehe auch Möhren und Sellerie. Nicht kochen oder erhitzen.

 

Volksmedizin

Die Samenabkochung fördert die Milchbildung bei stillenden Müttern. Der Appetit wird gefördert, Blähungen gehen ab, Koliken bessern sich, die Verdauung wird angeregt, Magensäure neutralisiert. Regt die Gallen- und Lebertätigkeit an. Enthält ätherische Öle. Der Samen vertreibt Mundgeruch. Schädliche Darmbakterien werden vernichtet. Bei rheumatischen Beschwerden, auch bei Verdauungsproblemen. Dill wehrt durch seine Wurzelausscheidungen Krankheiten bei Gurken, Kohl, Möhre, roter Bete, Salat und Zwiebeln ab.

Dill - Weiteres Wissenswertes

Abwehr

Dill fördert die Keimfähigkeit anderer Samen wie Gurken, Kohl, Möhren, Rote Bete, Salat, Zwiebeln. Durch seine Geruchsausscheidungen bleiben Gurken, Kohl, Möhren, Rote Rüben und Tomaten gesund. Dill hält Schädlinge, auch Wurzelschädlinge, ab von Kohl (Kohlweißling), Möhren (Möhrenfliege) und Zwiebeln (Zwiebelfliege) und wirkt kräftigend auf andere Pflanzen. Auch Blattläuse werden weitgehend abgewehrt: Die Blüte wird von vielen Fluginsekten, besonders den Schwebfliegen, besucht, die ihre Eier in Blattläuse ablegen, so dass sie absterben.  Bei einer Höhe von 20 - 25 cm ausreißen.

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