Waschbären [Procyon lotor. (Procyonidae)]


Botanischer Name
Procyon lotor. (Procyonidae)

Allgemeines

Schadbild

Procyon lotor. Kleinbären (Procyonidae).

Gewicht bis 10 kg (in Ausnahmefällen bis zu 18 kg), Länge 50 - 70 cm, mit etwa 25 cm langem Schwanz, der braun/schwarz geringelt ist mit 4 - 8 Ringen. Schulterhöhe 20 - 30 cm. Lebensdauer bis 20 Jahre. Gesichtsmaske grau/schwarz mit weißen Schnurrhaaren. Ihre Pfoten (Sohlengänger) haben fünf dünne Finger, die Krallen können nicht eingezogen werden. Im Frühjahr nach 9 Wochen Tragzeit Geburt von 4 - 6 Jungen. Das Vatertier beteiligt sich nicht an der Aufzucht. Die Mutter nimmt ihre Jungen nach 7 - 10 Wochen mit auf die Nahrungssuche. Treffen sie auf den Vater, geht dieser ihnen aus dem Wege. Im Herbst oder Frühjahr trennen sich die männlichen Jungtiere von der Mutter, die weiblichen trennen sich später. Sie laufen dann bis zu 100 km weiter. Sie klettern und schwimmen gut. Überaus intelligente Tiere, Meister der Anpassungsfähigkeit. Dadurch und durch die starke sexuelle Aktivität der Rüden breiten sie sich schnell aus. Sie sind Nachttiere, halten sich tagsüber in Steinbrüchen, Baumhöhlen usw. aus. Sie sind gesellig und treten häufig in Gruppen auf. Rüden bilden oft 'Männerfreundschaften' auf Jahre.

Allesfresser (Fische, Frösche, Insekten, Larven, Mäuse, Mais, Regenwürmer, Schnecken, Vögel, Vogeleier, usw., Kleintiere im Wasser, tauchen aber niemals unter), besteigen selbst Bäume und fressen das Obst (Kirschen, Äpfel, Trauben) auf, in den Siedlungen suchen sie auch im Müll nach Nahrung. Die Weibchen fressen im Frühjahr besonders viel eiweißreiche Nahrung, um die Jungen mit ausreichender Milch ernähren zu können, später mehr Früchte. Im Spätherbst fressen sie vor allem energiereiche Nahrung wie Körner, Mais und anderes Getreide, Nüsse, im Winter Aas, Insekten, kleine Tiere und Körner, so dass sie mit Hilfe ihrer Fettreserven auch längere Schneeperioden überstehen. Sie rollen - nur im Zoo - ihre Nahrung oft hin und her mit den Pfoten, besonders in flachen Gewässern, daher der Name. Es handelt sich dabei um eine Leerlaufhandlung. Ihre Vorderfüße haben feinfühlige Tastorgane, mit denen sie die Nahrung prüfen. Selbst kleine Insekten können sie mit ihnen auf dem Wassergrund ertasten. Auch ihre Seh-, Gehör- und Geschmackssinne sind gut entwickelt. Sie können nicht schnell laufen, weil sie plattfüßig sind. Sie halten keinen richtigen Winterschlaf, sie überwintern oft in Gruppen mit etwa 20 Tieren, die Überlieferung, dass sie vorzugsweise Einzelgänger sind, lässt sich nicht mehr halten. Sie sind zu finden in Autowracks, Gärten, Schuppen, Garagen, Dachböden und Kellern, hohlen Bäumen. Dabei nehmen sie auch Fledermäusen und Mardern den Schlafplatz weg. Oft haben sie mehrere Unterkünfte. Bevorzugt werden aber sumpfige Gegenden mit Gewässern. Im Sommer bleiben sie mehr am Boden oder in Baumkronen. Sie heben sogar Dachschindeln hoch.

Verbreitung in ganz Mitteleuropa, besonders im südlichen Niedersachsen, Nordhessen (Kassel!), Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Ihre Anzahl wird auf mehrere hunderttausend geschätzt. Ihr Aktionsradius beträgt 900 ha, während der Brunst noch mehr. Sie hinterlassen regelrechte Latrinen, der Kot wird nicht mit Erde bedeckt (Gegensatz Dachs). Über den Kot können Spulwürmer (Baylisascaris proconis) auf den Menschen übertragen werden, deren Larven sich in den Organen oder im Gehirn festsetzen, mit ggf. tödlichem Ausgang bei Gehirnentzündung. Potenziell können sie die Tollwut und BSE übertragen.

Vorbeugung

Bekämpfung

Abwehr: Sie können mit Ködern gefangen werden, bewährt haben sich z.B. Knoblauchwurst und Marzipanstollen. Köder 'Marke Spezial' für Fallen. Niemals füttern. Mülleimer mit einem Gummi zubinden oder mit einem schweren Stein beschweren, Müllsäcke erst morgens zur Abholung herausstellen. Obstbäume mit Metallmanschetten gegen Besteigen sichern. Keine Klettermöglichkeiten am oder in der Nähe des Hauses (Bäume) dulden, Kamine sichern, die Fallrohre mit breiten, glatten Blechen gegen Besteigen absichern (Metallstäbe reichen nicht aus). Hunde halten. Außer Abschuss sind nur Tierfallen erfolgreich. Viele Waschbären werden überfahren. Kein Jagdschutz. Ursprünglich in Deutschland nur in Pelzfarmen lebend, sind 25 Tiere im Krieg nach einem Bombenangriff in Straußberg ausgebrochen. Außerdem wurden 1934 vier Waschbären am Edersee in der Nähe von Bad Karlshafen ausgesetzt. Der Pelz führt in Amerika dazu, dass jährlich an die 50.000 Tiere gefangen werden. Das Fleisch wird gern gegessen. - www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=91018 und https://www.gwn.de/.