Zuckermais [Zea mays]


Botanischer Name
Zea mays
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Zuckermais - Einleitung

Allgemeine Informationen

Zea mays saccharata. Poaceae. Gras.

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Bild: Botanikus

 

 
Zuckermais - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Warmer, leichter, nährstoffreicher, tiefgründiger Boden. Der Boden darf nicht austrocknen. Starkzehrer. pH 6,5 - 8. Möglichst vorher reichlich düngen mit verrottetem Mist oder Kompost. Mulchschicht mit angerottetem Kompost ist günstig. Mehrere Reihen säen, damit die Befruchtung durch Wind sichergestellt ist.

Lage

Sonnige Lage mit viel Licht.

Aufzucht

Humofix-Saatbad.

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Bild: Botanikus

Aussaat erst ab 10. Mai, neuere Sorten erst E 5/A 6, spätestens Ende 6. Frost unter 3 - 4° tötet die jungen Pflanzen, nur wenig über diesen Temperaturen wird er gelb, weil er keinen Stickstoff mehr verarbeiten kann. Danach erholt er sich aber meistens. Vlies- oder Folienschutz, auch gegen Vogelfraß. Höhe 1,5 m. Abstände 30 - 40cm, zwischen den Reihen 70 - 80 cm, 5 cm tief. Sind die Abstände statt 30 cm nur 10 cm, müssen die schwächsten Sämlinge nach dem Auflaufen entfernt werden, so dass wieder der Abstand von etwa 30 - 40 cm erreicht wird. Blockaussaat ist wegen besserer Befruchtung der Reihenaussaat vorzuziehen. Öfters hacken und mit Kompost nachdüngen. Bei geringerer Entfernung als 300 m zu Futter- oder Ziermais oder anderen Sorten ist mit Qualitätsverschlechterung durch Einkreuzung zu rechnen, vor allem bei F1-Hybriden.

Keimtemperaturen:

  • 10° - 22 Tage,
  • 15° - 12 Tage,
  • 20° - 7 Tage,
  • 25° - 3-4 Tage.

Für Mitteleuropa müssen frühe oder mittelfrühe Sorten ausgewählt werden wie

  • Challenger (resistent geg. Blattfleckenkrankheit),
  • Early Extra Sweet,
  • Golden Super Sweet,
  • Sweet Nugget (sehr früh) oder
  • Tasty Sweet Throphy.

Bis zur Ernte dauert es 90 - 100 Tage. Auch eine Vorkultur unter Glas oder am Fenster ist möglich. Aussaat ab 2, Auspflanzung Ende 4, Anfang 5 mit Abdeckung. Frühe Aussaat führt zu mehr Saccharose, bei später Pflücke wird sie in Stärke verwandelt. Während der Vegetation mit Brennessel- und Beinwelljauche düngen.

Bei 30 cm Höhe anhäufeln, bei 50 cm alle Seitentriebe entfernen. Sobald die ersten Blüten erscheinen, ist regelmäßige Bewässerung wichtig. Bei Milchreife (zerdrückte Körner weisen milchähnliche Absonderung auf) wird geerntet (August/September), dann sind auch die Kolbenfäden dunkel geworden. Immer erst ausbrechen, nicht schneiden. Verzögert sich die Ausreifung wegen schlechten Wetters, die angehäufelte Erde wieder entfernen, sobald sich die Kolben gebildet haben.

Kann als Windschutz für Komposthaufen, Zucchini usw. angelegt werden. Lagerung 2 Wochen im Gemüsefach.

Am 10.4.00 ist eine EU-Verordnung in Kraft getreten. Danach werden gentechnisch manipulierte Maissorten bis zu 1% Anteil toleriert, wenn der Importeur oder Hersteller nachweist, das er alles getan hat, um Rohware mit GVO (Gentechnisch veränderten Organismen) zu vermeiden. Die Kennzeichnung 'Ohne Gentechnik' besagt, dass auf allen Ebenen der Produktion keine Gentechnik angewandt wurde.

Im Kölner Max-Planck-Institut haben Wissenschaftler entdeckt, dass in jungen Maiskörnern eine ganze Menge bisher unbekannter Abwehrproteine mit breiter fungizider Wirkung vorhanden sind. Sie wurden gefunden in der Grenzschicht zwischen der pflanzlichen Plazenta und dem heranwachsenden Maissamen. Die aktiven Peptide reichern sich innerhalb weniger Tage an, wenn Samen und Früchte sich entwickeln und sich besonders viele Nährstoffe bilden. Sie sind besonders in dem Zustand aktiv, wenn der unreife Zuckermais geerntet wird.

Japanischer Ziermais hat rosafarbene, rote oder weiße Streifen. Auch die Maiskolben sind dunkel. Aussaat E 5/A 6 in Töpfe, aussetzen in das Sommerblumenbeet im Laufe des Mai. 'Tasty Sweet' und 'Tasty Gold' sind besonders süß.

Lagerung

Frischverzehr sofort nach der Ernte, sonst wird der Zucker zu Stärke umgewandelt, schon nach 24 Stunden ist der Zuckergehalt um die Hälfte reduziert. Der Abbau des Zuckergehalts kann etwas hinausgeschoben werden, indem man die Kolben in ein feuchtes Tuch einschlägt und sofort in den Kühlschrank legt.

Nachbarschaft

Mischkultur mit Bohnen, Dill, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Melonen, Ringelblumen, Sonnenblumen, Tomaten und Zucchini, auch am Rande eines Kartoffelfeldes.

Amerikanische Milpa: Maisstauden bieten Rankhilfe für Bohnen, die für alle ausreichend Stickstoff liefern, am Boden verhindern Kürbisse Bodenerosion.

Wird Mais von Schmetterlingslarven befallen, sondert er flüchtige Terpenoide ab und lockt damit Fressfeinde an. Dafür sind günstig der Zuckermais Tasty Sweet und die Feuerbohne Preisgewinner.

Ungünstig sollen Rote Bete und Sellerie sein.

Zuckermais - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Zuckermais - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

  • Golden Bantam (Bingenheimer), die Qualität der Kolben ist sehr gut, wenn rechtzeitig in der Milchreife geerntet wird. Die Umsetzung des Zuckers in Stärke erfolgt nach der Ernte rascher als bei den F1-Hybriden, daher bald verwerten. Angenehmer Geschmack, weniger süß als Hybriden. Zwischen Erntezeitpunkt und Verbrauch sollten nicht mehr als 8 Stunden vergehen, bei geschlossener Kühlkette auch länger.
  • Zea mays Amara, Ziermais mit schönen bunten Kolben, 120 cm. Als Sichtschutz geeignet.
  • Zea mays Rainbow Inka er reift deutlich später als die Normalsorten.

Zuckermais resistent und tolerant:

  • Challenger (Hild) ist resistent gegen Blattfleckenkrankheit, Blattwelke. Robust gegen Beulenbrand und MDMV-Virus.
Zuckermais - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

B-Vitamine, Vitamin C, Carotinoide, Vitamin E, Eiweiß, Mineralien (Calcium, Eisen, Kalium, Natrium, Phosphor), ungesättigte Fettsäuren, Zucker.

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Bild: Botanikus

Mais enthält kein Gluten (Zöliakie!), dafür Carotinoide und Niacin. Zuckermais enthält gegenüber dem Futtermais mehr Fructose, Glucose und Saccharose.

Zubereitung

Unterteilung nach Süße: normal, extrasüß und sweet-gene.

Zuckermais - Weiteres Wissenswertes