Kalkstickstoff


Kalkstickstoff.

Kalkstickstoff in Form des Calciumcyanamid (CaCN2) wird angeboten als

1) Pulver (Unkrautbekämpfung, z.B. Hederich),

2) geölt, also nicht stäubend,

3) Kornkalkstickstoff und

4) Perlkalkstickstoff.

Kalkgehalt als CaO berechnet 50 - 65 %, Stickstoff ca. 20%. Im Boden wird der Stickstoff unter der Wirkung von Bakterien in Ammoniak und Salpeter verwandelt, wobei ein geringer Teil des Stickstoffs ungenutzt frei wird. Vorratsdünger, die Nährstoffabgabe dauert Monate.

Frischer Kalkstickstoff ist giftig wegen seines Gehalts an Cyanamid und muss etwa 3 Wochen vor der Aussaat ausgebracht und leicht eingearbeitet werden; auch auf Wiesen und Weiden im Frühjahr und Herbst. Anfang März ist der beste Termin, bei warmem Wetter etwas eher. Für 100 qm Gartenland werden 2,5 - 3,5 kg benötigt. 150 kg bis 300 kg genügen für 1 ha Ackerland, dabei geht zur Regenzeit Hederich zugrunde, Getreide erholt sich wieder. Bei trockener Aussaat werden Klappertopf, Wicke, Windhalm, Ackerschnecken, Drahtwürmer, Erdflöhe, keimende Unkräuter und Kleinpilze vernichtet. Nicht in feuchte Beerensträucher streuen. - Am meisten werden der geölte und der Perlkalkstickstoff verwendet. Im Herbst sollte nur der gekörnte Kalkstickstoff verwendet werden.

Kalkstickstoff gilt als reizend (Xi). Wegen seiner anfänglichen Giftigkeit müssen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden: Den Staub nicht einatmen, er darf auch nicht in Wunden gelangen. Gesicht, Hals und Hände mit Fett einreiben, Schutzbrille aufsetzen. Alkohol kann die Wirkung um das dreißigfache verstärken.- Bei Perlstickstoff entfallen diese Schutzmaßnahmen. - Mit Kalkstickstoff gedüngte Wiesen erst nach Wartezeit abgrasen lassen. - Der Kalkstickstoff wird wegen seiner anfänglichen Giftigkeit aus ökologischer Sicht meistens abgelehnt.
Man kann sich aber bei punktartiger Anwendung die keimtötende Wirkung zunutze machen, wenn anders bei bakteriellem und pilzlichem Bodenbefall keine Lösung möglich ist, z.B. bei Kohlhernie.