Teichflora: Teichflora und Fauna


Allgemeine Hinweise und Krankheiten

Bachlauf

Nur Neupflanzen einsetzen, die keinen sichtbaren Befall oder sichtbare Krankheitszeichen tragen, z.B. Faulstellen an der Wurzel, schorfige Stellen an Seerosen usw. Die Pflanzen sollten gut durchwurzelt sein. Zahl der Fische auf die Teichgröße abstimmen. Der Wasserstand sollte immer gleich sein. Regelmäßig reinigen, Fischkot beseitigen. Herbstlaub abfischen. Vorsicht mit Einbringen von Nährstoffen, es kommt zur Algenblüte. Unbedingt Unterwasserpflanzen einpflanzen, sie verarbeiten die überschüssigen Nährstoffe, die sonst Algenblüte hervorrufen, und spenden Sauerstoff. Man rechnet mit etwa 4 Unterwasserpflanzen je 1.000 Liter. Unerlässlich sind auch schattenspendende Teichpflanzen wie Teichrosen (6 - 9) oder Laichkraut. Es gibt Teichrosensorten schon für 20 - 25 cm Wassertiefe. Die vollentwickelte Blüte erscheint erst im nächsten Jahr. - Die beste Zeit für die Einpflanzung ist Mi 5 - E 7, für die empfindlicheren Pflanzen ab 5. Nach 8 die Pflanzen nicht mehr stören durch Umpflanzung o.ä. Nicht winterfeste Pflanzen müssen in flachen Schalen überwintert werden, hell und warm (15 - 20°).- Schädlinge durch ihre Feinde bekämpfen.

Mit Pflanztiefe ist der Abstand Oberkante Pflanzgefäß bis Wasseroberfläche gemeint. In der Tiefwasserzone, ab mindestens 40 cm, werden die Wasserpflanzen in einem Korb auf die Teichsohle gestellt. Damit die Erde sich nicht sofort ablöst, sollte der Korb mit einem Tuch ausgeschlagen werden, das bis an den Pflanzenstängel heranreicht. Zusätzlich kann der obere Teil mit grobkörnigem Kies belegt werden, falls Fische vorgesehen sind. Sie wirbeln gern den Boden auf. - Tiefwasserpflanzen werden allmählich im Verlauf einiger Tage an ihre spezielle Wassertiefe gewöhnt. Das Aufschwimmen wird durch Steine verhindert. Die Erde darf nur wenig Nährstoffe enthalten, am besten eignet sich Teicherde für die anspruchslosen Pflanzen wie Blumenbinse und Igelkolben. Hechtkraut, Seerosen und Schwertlilien kommen aber damit nicht zurecht. Sie erhalten Vorratsdünger mit Spurenelementen, der langsam seine Nährstoffe abgibt. Er trägt auf diese Weise nicht zur Algenblüte bei. Üblicherweise wird der Dünger in Lehm eingebettet und der Erde, ein Lehm-/Torf-/Sandgemisch, zugefügt. Der Torf muss ungedüngt sein. Kompost oder anderer organischer Dünger ist nicht angebracht. Die Teichpflanzen sollten maximal nur ein Drittel, allenfalls die Hälfte, der Teichoberfläche bedecken. Der richtige Abstand ist 25 cm für kleine und 30 - 40 cm für größere Pflanzen. Solitäre brauchen bis zu einem Meter, je nach Größe und Wuchskraft. - Von Kalkzusatz bzw. kalkhaltigem Wasser ist abzuraten. Der passende pH-Wert ist um 6. - Starke Wasserbewegung vertragen nicht alle Pflanzen, bei Seerosen ist Vorsicht geboten.

Wasser langsam nachfüllen, wenn nötig, mit Schlauch, der knapp unter der Wasseroberfläche festgehalten wird, so dass er den Bodenschlick nicht aufwirbeln kann. Ist das Wasser sehr kalt, empfiehlt es sich, das Wasser an mehreren Tagen einzufüllen und immer zu warten, bis das eingefüllte Wasser sich etwas erwärmt hat. Danach werden Schwimm-und Unterwasserpflanzen eingesetzt. Wenn Frösche im Teich sind, empfiehlt sich sowieso meistens eine Pumpe, da sie höhere Ansprüche stellen. Die Teichtiefe muss dann aber über 80 cm betragen und die Teichfläche 8 - 10 qm groß sein und wenigstens zum Teil von der Sonne beschienen. Sie fressen den Froschlaich.

Ist der Teich zu sehr zugewachsen, müssen die Pflanzen mit der Schere ausgedünnt werden. Stark wachsende Pflanzen wie Froschlöffel oder Pfeilkraut bilden reichlich Samenstände aus, sie müssen schon vor ihrer Reife entfernt werden. Auch auf der Wasseroberfläche schwimmende Blätter müssen sofort abgefischt werden. - Schlick und Faulschlamm können mit einer speziellen Schaufel entfernt werden. Nur bei starkem Schlick-/Faulschlammbesatz sollte das Wasser und anschliessend mit Spezialpumpe der Schlamm abgepumpt werden. Wassertiere aus dem Schlick wieder in das Wasser zurückgeben, u.U. mit Wasserstrahl und Sieb die Larven usw. aussieben. Das geschieht am besten 10 - 12.

Schon im Herbst alles Abgestorbene entfernen. Niemals Eis aufhacken, ggf. mit heißem Wasser ein Loch in die Eisdecke tauen und Luft einblasen, ein paar Strohhalme für Gasaustausch sorgen lassen oder Binsen, Rohrkolben, Wasseraloe oder Zungenhahnenfuss ansiedeln. Ggf. im Winter einen Eisfreihalter für Fische und Frösche einsetzen (dadurch können auch Faulgase entweichen) oder auch eine Membranpumpe installieren. Eisdecke schneefrei halten, damit genügend Licht einfällt und die Pflanzen ausreichend Sauerstoff produzieren können. Seerosen und andere frostharte Pflanzen können im Wasser verbleiben, wenn sie mindestens 40 cm tief stehen. Sonst müssen sie herausgenommen werden und in einem frostfreien, nicht zu trockenen dunklen und kühlen Keller überwintern. Oder man setzt sie tiefer wie auch bei Hechtkraut, Pfeilkraut und Scheinkalla. Alternativ kann man die Körbe auch mit Laub abdecken. Ebenfalls müssen Lotosblume, Wassersalat und Zyperngras (für sauren Boden) in einer Wasserwanne überwintern. Muschelblume, Wasserfarn und Wasserhyazinthe können auch in kleinen Behältern im Wintergarten die kalte Jahreszeit überstehen. Schwimmende Pflanzeninseln mit erdelosen Pflanzen filtern Schadstoffe heraus und bewahren das Gewässer vor dem Umkippen. Siehe auch Kapitel 'Teiche'.

Stark wuchernde Pflanzen wie breitblättriger Rohrkolben, Schilfrohr, Teichsimse und Zungenhahnenfuss sind vor allem bei kleinen Teichen nicht ratsam. Allenfalls kann man ihre Ausbreitung bremsen, indem man sie in Pflanzenkäfige sperrt.

Warmes Wasser in kleinen Teichtiefen kann ein Problem bilden. Solche flachen Wässer müssen überdacht werden durch einen Fächer-Ahorn (Acer palmatum), einen Trompetenbaum Nana (Catapalta) oder eine weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia). - Messpunkt für die richtige Wassertiefe ist stets der obere Rand des Gitterkorbs. Binsen, Rohrkolben und Schilf dürfen nicht zurückgeschnitten werden, sie sorgen für Sauerstoffaustausch zwischen Wasser und Luft.

Der Gartenteich muss für den Winter gut vorbereitet werden :

  1. Alle absterbenden Pflanzen aus dem Wasser ziehen.
  2. Bei Flachwasser heben Sie Pumpen und Filter heraus. Ein Flachwasser kann ungefähr nur 70 cm Wasser haben. Sie sollten die Pumpen unter Wasser einlagern.
  3. Klares Wasser - gesunder Teich. Bleibt er nach einer Stunde nicht so, ist davon auszugehen, dass er krank ist.
  4. Bei starker Zersetzung von Pflanzenteilen gibt es viele Faulgase. Diese sind giftig, weniger für Fische geeignet. Bei 80 cm kann man davon ausgehen, dass die Fische darin verbleiben können. Siehe auch 1). Notfalls bei Frost ein Loch sägen, Fische aber nicht füttern. Auch kann man mit einem Eisfreihalter eine solche Lücke schließen.
  5. Den Teich mit einem Laubnetz abdecken, die Maschenweite sollte 20 mm haben. Das Laubnetz mit Steinen o.ä. befestigen. Außerdem sollte ein tieferes Wasser auch mit einem Netz bedeckt werden, dass etwaige Eindringlinge, auch Kinder, abhält.
  6. Wintergrüne Wasserpflanzen bleiben im Teich. Hahnenfuss Ranunculus aquatilis. Kammlaichkraut Potamogeton pectinatus. Laichkraut Potamogeton crispus. Nadelsimse Eleocharis acicularis. Papageienfeder Myriophyllum brasiliense. Tausendblatt Myriophyllum verticillatum. Wasserfeder Hottonia palustris. Wasserpest Elodea canadensis.Wasserstern Callitriche palustris, auch Seerosen. Nicht winterfeste Pflanzen müssen in einem Eimer Wasser frostfrei überwintert werden. Es sind dies: Feenmoos Azolla parviflora/caroliniana, Schwimmfarn Salvinia natans, Wasserhyazynthe Eichhornia crassipes und Wassersalat, Muschelblume Pistia stratiotes.

Schädlinge fernhalten durch Gamander (Teucrium), Witwenblume (Scabiosa), Sterndolde (Astrantia), Fenchel (Foeniculum) und Fetthenne (Sedum).

 

 

 

Schadbilder und Pflanzenkrankheiten rund um Teiche
Schadbilder und Pflanzenkrankheiten rund um Gewässer und Teiche
Problem/ Ursache Schadbild Vorbeugung Bekämpfung
Algen können sich schlagartig ausbreiten durch Zuführung von Nährstoffen, Einspülung von Nährstoffen aus der Umgebung, abgestorbene Pflanzenreste, Futterreste und Fischkot, viel Licht, pH-Werte über 7. Algenbesatz ist bei Beginn normal, weil durch das Wasser Nährsalze zugeführt werden und der Teich dem Sonnenlicht ausgeliefert ist. Nur mit Regenwasser nachfüllen. Zuviele Nährstoffe kann man abbauen durch Pflanzen, die sie schnell verbrauchen. Seerosen, Seekanne und Laichkraut einbringen, die das Wasser vor Überwärmung schützen. Oder stattdessen um den Mittag herum den Teich beschatten. Herbstlaub abfischen oder mit Netz auffangen, abgestorbene Pflanzenreste entfernen. Hornkraut, Tausendblatt und Wasser-feder/-pest ansiedeln, sie verbrauchen die Nährstoffe und geben Sauerstoff ab. Posthornschnecken(Planobarius corneus) ansiedeln. Alle paar Jahre Bodenmulm entfernen.
Pumpe mit Wasserfilter installieren. Dr. Evergreen Aqua. Mindestwassertiefe 40 - 50 cm, damit sich das Wasser nicht zu sehr aufheizt. Besser ist eine Tiefe von 80 cm wegen der Eisbildung. Das Verhältnis Oberfläche : Inhalt sollte mindestens 250 l/qm sein.
Abfischen mit Kescher. Kalkgehalt vermindern. Hornkraut, Krebsschere oder Wasserfeder einsetzen. Limnasan vermindert den Nährstoffgehalt.
Gelbrandkäfer Dytiscus marginalia. Maikäferähnlich, 3 - 3,5 cm groß, 1,5 cm breit. Halsschild und Flügeldecken sind gelb umrandet, der Rücken ist glänzend schwarz. Guter Schwimmer, frisst Laich und Larven von Fröschen und Molchen.   Fangen mit Kescher, falls Fische und Amphibien im Teich vorhanden sind.
Knollenfäule der Seerosen. Ursache ist ein Pilz, der bewirkt, dass die Blätter gelb werden, herabhängen und schließlich absterben. Vor dem Einbringen Pflanzen auf Schadstellen überprüfen. Pflanze herausnehmen, Befallenes abschneiden und vernichten. Schnittstellen mit Holzkohlepulver behandeln. Gleichzeitig die Erde austauschen.
Seerosenblattkäfer Die bräunlich-schwarzen Larven fressen, obwohl nur wenige Millimeter groß, in Blätter, Knospen und Blüten Löcher und Gänge, die zu schweren Schäden führen. Außerdem werden Froschbiß, Seekanne und Wasserähre heimgesucht. Vögel fördern, Uferbepflanzung mit Sträuchern. Befallene Blätter entfernen. Larven ablesen. Goldorfen oder andere Fische aussetzen. Niem.
Seerosenblattlaus Saugt an Knospen und Blüten. Ganze Bestände kümmern oder gehen ein. Besonders bei warmer oder feuchtwarmer Witterung sind die Knospen schwarz vor Läusen.   Abspritzen mit Wasserstrahl. Blätter abtrennen. Vor allem bei Fischbesatz Zeitungen auf dem Wasser ausbreiten und mit Natron oder Niem spritzen.
Seerosenzünsler Mottenähnliches Insekt. Die grüne Larve, 20 mm, trennt ganze Blatteile heraus, vor allem an den Blatträndern. Diese werden von den Raupen als Verpuppungsmaterial gebraucht. Die Raupen sind an den Blattunterseiten und können dort abgesammelt werden.   Absammeln. Blätter abschneiden. Rotfeder und Goldplötze. Niemspritzungen.
Spitzschlamm-Schnecken Gehäuseschnecke, Gehäuse mehrfach eingekerbt, gelblich, 6 cm gross, die Kerben führen in Spiralen zur Spitze. Sie frißt tote organische Substanzen, z.B. Algen, aber auch junge Triebe.   Lockköder, z.B. Fischfutter einsetzen und Tiere absammeln.
Wasserlinsen oder Entengrütze wächst nur in nährstoffreichem Wasser. Sie kann die Entwicklung von Stechmücken weitgehend hemmen. Sie ziehen den Stickstoff von faulendem Laub aus dem Wasser. Sie enthalten 40% Proteine, Beta-Carotin (!), Mineralien, Stärke und Zucker. Einige Arten können u.U. für die menschliche Ernährung industriell herangezogen werden, z.B. die wurzellose Wasserlinse (Wolffia arrhiza) als Astronautenkost. Keine Nährstoffe (Fischkot, Futterreste) einbringen (siehe Algen), abgestorbene Pflanzenteile entfernen, Herbstlaub einfangen. Ggf. Wasser austauschen. Abfischen. Neu pflanzen: Binsen, Froschbiss, Hornkraut, Laichkraut, Teichsimse oder Wasserminze. Die abgefischten Wasserlinsen können als Mulch oder Tierfutter verwendet werden. Zu bedenken ist, dass sie das Radium dem Wasser entziehen und so eine bis zu sechshundertfache Belastung gegenüber dem Teichwasser aufweisen.
Wasserpest kann andere Pflanzen zum Absterben bringen. Das gleiche gilt für Schwimmfarn, Wasserfarn und Wasserlinse   Herausreißen oder Graskarpfen einsetzen. Diese fressen aber auch andere Pflanzen
Wassertrübung wird durch Bakterien verursacht, die wiederum sich durch zu nährstoffreiches Wasser vermehren können. Sie setzen Giftstoffe frei, die alles Leben bedrohen Bodenschlick entfernen. Fische herausnehmen. Umwälzpumpe einsetzen. Wasser nur in den äußersten Notfällen austauschen