Blutläuse [Eriosoma lanigerum]

Anfällige Pflanzen: Apfelbäume    Zwergmispeln, Cotoneaster   


Botanischer Name: 
Eriosoma lanigerum
Allgemeines: 

Blutläuse wurden aus Amerika eingeschleppt. Sie sind eine Blattlausart.

Verwandte Artikel: Blattläuse.

Nur Schädling auf Apfelbäumen, Quitten und Ziergehölzen, gelegentlich auch auf Birnbäumen, Ebereschen, Felsenmispeln, Weißdorn, Zwergmispeln.

Etwa 2 mm große Weibchen, bräunlich, bedeckt mit weißer Wachswatte. Beim Zerdrücken entsteht blutfarbener Saft. Sie überwintern in ihrer Mehrzahl als Larven am Wurzelhals des Apfelbaumes, nur einige in Rindenrissen oder Wunden. Einige Jungtiere dringen bis zu 50 cm tief in das Erdreich ein und sind damit vor harten Frösten geschützt. Andere überwintern auf den Apfelbäumen.

Die Muttertiere gebären im Schutze der Kolonien ungeschlechtlich bis zu 12 Generationen im Jahr, je wärmer die Witterung, umso mehr Generationen, je Weibchen etwa 100 Nachkommen. Im Frühjahr und Sommer sind die Nachkommen flügellos, ab Juli geflügelt. Diese fliegen zu anderen Bäumen und sorgen so für Weiterverbreitung. Im Herbst werden männliche und weibliche Tiere geboren. Die Weibchen legen je ein Winterei ab, aus denen gehen jedoch in unserem Klima keine fruchtbaren Nachkommen hervor. Mit dem Laubfall wandern sie in ihre Überwinterungsverstecke zurück, im Winter sind keine Tierchen mit weißen Fäden sichtbar. Viele Blutläuse erfrieren, wenn sie im Einflussbereich der Kälte verblieben sind. Auch heiße Sommer setzen ihnen zu. Die graubraunen Larven überwintern. Es gibt viele Arten, die in Gewächshaus und Wohnung auftreten. Die jungen Läuse befallen oft neue Pflanzen, Alttiere bleiben meist auf dem einmal besetzten Platz.

Schadbild: 

Die Blutläuse wandern kurz nach der Blüte in die Baumkronen und spinnen sich dort ein in ein weißes Wachsgespinst, das sie vor Witterungseinflüssen und den meisten Spritzbrühen schützt, besonders gern an Wundrändern aller Art, Verzweigungen, Wasserschossen und in Borkenrissen. Blätter, Triebe und Zweige sind von einem watteähnlichen Material umhüllt, es gibt einige klebrig-glänzende Stellen.

Der Beginn des Befalls ist meistens in den Blattachseln und beginnt im Mai. Die Läuse darunter saugen an Blättern und Trieben. Der Schaden liegt weniger im Entzug der Säfte als in den Wucherungen an den Saugstellen (hervorgerufen durch den Speichel der Läuse), die später zum Blutlauskrebs führen können mit Absterben von ganzen Ast- oder Baumteilen oberhalb der Wucherung. Einige Blutlausarten leben auch unter der Erde. Sie saugen an der Rinde. Durch die Saugtätigkeit werden die Blätter gelb und bleiben im Wachstum zurück, u.U. werden sie auch abgeworfen, zusammen mit den Blüten. Auf den Pflanzen bleibt ein klebriger Honigtau zurück, der sich durch Schwärzepilze einfärbt.

Vorbeugung: 

Wie beim Blattlausbefall ist Stickstoffüberdüngung eine der häufigsten Ursachen, ebenso auch Nährstoffmangel. Gelbgrün oder schwächlich aussehende Blätter werden deutlich mehr heimgesucht als saftig-grüne, da sie eine leichtere Beute sind. Stickstoffüberdüngung führt zu einem hohen Anteil von freien Aminosäuren und Zucker im Zellsaft, vor allem die Jungtriebe haben gegenüber den älteren Blättern einen noch höheren Gehalt dieser Substanzen und da sie außerdem ein weicheres Gewebe haben, siedeln sich hier die Läuse besonders gern an. Das gilt auch für andere Schädlinge, die an Blättern saugen oder fressen. Auf ausreichende Kaliumdüngung (z.B. Holzasche, Beinwell, Steinmehl) achten, macht das Gewebe fester.

Boden locker halten, bei Bedarf wässern, Pflanzenstärkungsmittel wie Ackerschachtelhalm, Brennessel, ENVIRepel spritzen. Mulchen. Boden- und Lichtbedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen. Mischkultur mit Kapuzinerkresse bei Obstbäumen oder gefährdeten Pflanzen, sie wirken als Köder.

Kapuzinerkresse mit Ringelblumen auf die Baumscheibe säen, jährlich Bäume schneiden, Wurzeltriebe entfernen. Keine stickstoffbetonte Düngung. Im Winter und im Frühjahr (Austriebsspritzung) mit Paraffinöl/Weißöl (Frühjahr nur abends) spritzen oder Schädlingsfrei Naturen. Erst nach erfolgreicher Probe an einem Blatt an der ganzen Pflanze anwenden, Vorsicht vor allem bei zarten weichen Blättern.

Bekämpfung: 

Nach Befall/ Jahreszeit:

  • Nach der Blüte, solange das Wachsgespinst noch nicht fertig ist.
  • Danach nur noch mit scharfem Wasserstrahl, Natronlösung, Pflanzenöl-Emulsionen, Promonal Neu, Schädlingsfrei Naturen und Ammoniaklösung (beide erst nach erfolgreicher Probe an einem Blatt an der ganzen Pflanze anwenden, Vorsicht vor allem bei zarten weichen Blättern) direkt auf die Nester spritzen oder mit Spiritus, Glyzerin oder Kapuzinerkresse-Auszug pinseln. Zusatz von Spiritus weicht die Wachshülle auf. Diese Pinselung muss wiederholt werden.

Natürliche Feinde

Australische Marienkäfer, Larven der °Florfliegen Chrysopa carnea, Blutlauszehrwespen (Aphelinus mali) sind 1 mm groß, sie parasitieren die Blutläuse; °Gallmücken, Aphidoletes aphidimyza, Hundertfüßler, Kurzflügler, Laufkäfer, Marienkäfer, Raupenfliegen, Raubwanzen, Schlupfwespen (sie parasitieren aber nur bestimmte Wollläuse, z.B. °Aphidius (Wintergarten), Schwebfliegen (unterstützen durch Anbau von Ringelblumen und Tagetes), Spinnen, Vögel, Weichkäfer.

Blutlauswucherungen an Obstbäumen im Winter ausschneiden und mit Baumwachs behandeln, die Nester mit Farnkraut- oder Kapuzinerkressenextrakt ausbürsten oder mit Natronlösung bzw. Ammoniaklösung. Letztere auch als Spritzmittel direkt auf die Nester. Kapuzinerkressenextrakt: Kochendes Wasser über das Kraut gießen, bis es bedeckt ist, rühren, nach Erkalten unverdünnt zum Pinseln benutzen. Viele Blutläuse überwintern am Wurzelhals. Deshalb freilegen, mit Kalk bestreuen und wieder mit Erde bedecken. Wurzelhals mit Rainfarntee oder Farnkrautextrakt benetzen, auch in den folgenden Jahren wiederholen. Farnkrautextrakt: 5 g Kraut, getrocknet, 1 l Wasser, 24 Stdn. ziehen lassen. Im Frühjahr einen Raupen- und Ameisenleimring um den Stamm anbringen. - Dauerhafte Abwehr durch Kräftigung aller Pflanzen mit mehrmaliger Spritzung von Schachtelhalmtee.

Für das Gewächshaus, aber auch bedingt für das Freiland, sind Florfliegenlarven Chrysoperla carnea im Handel; nur unter Glas: Räuberische Gallmücken Aphidoletes aphidimyza.

Befall bei Überwinterung beruht oft auf zu hoher Temperatur. Bei Beginn des Befalls die Läuse mit einem Wattestäbchen, das mit Öl oder Spiritus getränkt ist, vorsichtig betupfen oder mit warmen Wasser, dem einige Tropfen Spülmittel zugesetzt sind, abwaschen. Ggf. Pflanze zurückschneiden. Hartlaubige Pflanzen behandeln mit Promanal AF Neu Schild- und Wolllausfrei, weichlaubige mit Spruzit Schädlingsfrei oder Raptol Schädlingsspray. Zimmerpflanzen dürfen ebenfalls nicht stickstoffbetont gedüngt werden. Regelmäßig Algan 0,3% spritzen und Brennesseljauche gießen. Der Standort sollte hell, aber nicht heiß sein. Zurückhaltend gießen bei Bedarf. Gelbsticker gegen geflügelte Blutläuse. Ammoniak- oder Natronlösung. Neudosan AF oder Spruzit. Auf ausreichende Kaliumdüngung (z.B. Holzasche, Beinwell, Steinmehl) achten, macht das Gewebe fester.

Abstreifen mit einer Rosenbürste. Abspritzen mit scharfem Strahl oder Abstreifen mit der Hand. Befallene Triebspitzen abschneiden. Pflanzenölemulsionen. Stäuben mit Algenkalk, Gesteinsmehl, Holzasche oder Maizena. Lavendel wehrt Läuse ab. Basilikumtee bei Topfpflanzen. Spritzen mit Brennesselauszug, Farnkrautauszug, Kapuzinerkressetee, Kartoffelschalenbrühe, Kerbel, Knoblauchauszug, Natronlösung, Ammoniaklösung 2-3% + Kölnisch Wasser, Niemsamen, Quassiaholzbrühe, Rainfarntee, Rapsöl, Rhabarberblättertee, Schädlingsfrei Naturen, Celaflor Schädlingsfrei Neem, Schmierseifenbrühe, Tomatensud, Wermuttee, Zwiebelschalentee. Vergrämen: 20 Tropfen Teebaumöl auf 1 l Wasser + Emulsionsmittel (Apotheke). Gelbsticker gegen geflügelte Läuse. Neudosan (3 ml Algan je Liter Spritzbrühe zusetzen bei mehligen Läusen) und Spruzit. Sie überleben nicht in einem alkalischen Milieu.

Schlupfwespen durch den Fachhandel, ebenso den Pilz Verticillium lecanii bei Paprika, Peperoni und Chrysanthemen. Ein gutes Mittel sind z.B. Tomatenpflanzen, die in der Nähe von Aprikosen- und Pfirsichbäumen Ameisen abwehren. Zimmerpflanzen dürfen ebenfalls nicht stickstoffbetont gedüngt werden. Regelmäßig Algan 0,3% spritzen und Brennesseljauche gießen. Der Standort sollte hell, aber nicht heiß sein. Zurückhaltend gießen bei Bedarf. Ammoniak- oder Natronlösung. Neudosan AF oder Spruzit. Räuberische Gallmücken Aphidoletes aphidimyza), Schlupfwespen Aphidius (Wintergarten) oder Florfliegen Chrysopa carnea (Fachhandel) einsetzen.

 

°Lieferbar über Fachhandel.