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Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler (bot. Otiorhynchus sulcatus, Curculionidae)


Otiorhynchus sulcatus, Curculionidae.

Falls nur ein geringer Schaden auftritt, sollte er möglichst nicht bekämpft werden, z. B. mit Vertreibungsmitteln. Falls der Schaden aber größer wird, sollte man ihn gleich ausmerzen.

Der Käfer ist 10 mm lang, flugunfähig, glänzendschwarz, hat einen rüsselförmigen Kopf. Vermehrung eingeschlechtlich, es gibt nur weibliche Tiere bei uns. Sie verbergen sich tagsüber am Fuß der Pflanzen. Sie kriechen 4/E 5 im Freiland, Ende 2 im Gewächshaus aus der Erde. Etwa einen Monat danach werden bis zu 700 Eier im Boden abgelegt. Die Larven schlüpfen drei Wochen später, sie sind 10 mm lang, weißlich mit braunem Kopf, beinlos, ihre Gestalt ist ähnlich dem Engerling. Sie überwintern wie die Käfer in der Erde.

Die Käfer fressen nachts an den Blüten und Blättern (Buchtenfrass), die Larven an den Wurzeln und dem Wurzelhals, sie fressen Knollen von innen her auf. Knollen und Rüben zeigen blauschwarze Verfärbungen. Ebenso haben die Blätter blauschwarze Flecken, sie fallen später ab. Die Larven sind die eigentlichen Schädlinge. Ihre Gänge sind mit Kot angefüllt. Pflanzen welken, fallen z.T. um, können leicht aus dem Boden gezogen werden. Sie bevorzugen sauer reagierendes Erdreich aus Kompost oder Torf.

Befallen werden Alpenveilchen, Azaleen, Begonien, Chrysanthemen, Cineraria, Clematis, Dickblattgewächse, Efeu, Eiben (Rinde, Wurzeln), Engelstrompeten, Erdbeeren, Erika, Farne, Felberich, Flammendes Kätchen (!), Flieder, Fuchsien (!), Gloxinien, Hortensien, Kamelien, Liguster, Lilien, Lorbeer, Reben, Rhododendron, Rosen, Taxus und Kübel-Kiwis, Wein. Eibennadeln werden von den Käfern gern gefressen, die Larven fressen die Rinde ab, so dass die Triebspitzen in kürzester Zeit welken. Bei Dickblattgewächsen wird Befall oftmals erst spät bemerkt, erst wenn sich Larven sich bis in die Stängel vorgefressen haben, fangen sie an zu kümmern. Auch Pflanztröge werden oft befallen. Während der ganzen Vegetationsperiode ist Befall möglich. Im Frühjahr sind die Käfer oft an den Fensterscheiben der Überwinterungsquartiere zu sehen. Sie fressen nachts und legen ihre Eier 3 und 6 - 7 einzeln oder in Gruppen in die Erde. Bei Freilandgehölzen können die Larven 3 - 5 und 8 - 10 vorgefunden werden.

Abwehr: Natürliche Feinde sind Igel, Kröten, Laufkäfer, Maulwurf, parasitäre Nematoden Heterorhabditis bacteriophora und megidis, Steinernema carpocapsae (Fachhandel), bewährt, vor allem bei großflächigem Einsatz. Spitzmäuse und Vögel (Amseln, Meisen). Bodenpilze.

Parasitäre Nematoden Steinernema bibionis gegen Dickmaulrüssler im Gewächshaus. Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und Bodenmindesttemperatur von 10° sind Voraussetzung. Häufige Bodenbearbeitung. Keinen frischen Mist verwenden. Fangpflanze Flammendes Kätchen anbauen und neben gefährdete Pflanzen setzen. Fruchtwechsel. Boden mit dicker Schicht Sägespänekompost abdecken, der mit Walderde, Grünalgen und organischem Material vermischt wurde. Käfer nachts ablesen ( 5 - 6, 8 - 9). Käfer vergrämen mit Knoblauch-, Rainfarn- oder Niemtee. Töpfchen mit Holzwolle aufstellen oder Bretter auslegen, die Käfer verbergen sich dann darin tagsüber. - Gegen die Larven: Wurzelbereich freilegen und mit Rainfarntee ausgießen. Topfpflanzen umtopfen, dabei die Larven auslesen. Zur Fraßzeit mit Rainfarntee, Quassia-/Schmierseifenwasser oder mit Spruzit gießen. Gekörnten Kalkstickstoff nach der Schneeschmelze einarbeiten. ENVIRepel. Nematoden (Heterorhabditis sp., Steinernema) durch den Fachhandel, Bodentemperatur mindestens 13°, optimal sind 14 - 25°. Einsatz im Frühjahr und Herbst, der Boden darf danach nicht austrocknen. Sie übertragen beim Eindringen Bakterien, die die Larven und Puppen töten. Niem-Presslinge in die Erde einarbeiten. - Kübel mit Leimringen gegen die Käfer schützen. Dickmaulrüssler.