Weinreben [Vitis vinifera ssp. vinifera]


Botanischer Name
Vitis vinifera ssp. vinifera
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Weintraube
Weinreben - Einleitung

Allgemeine Informationen

Vitis vinifera, Weinrebe
Vitis vinifera, Weinrebe
Bild: Botanikus

Vitis vinifera ssp. vinifera Weinrebengewächse.

Rankpflanze mit Beeren, selbstfruchtbar. Mehrjährig.

Weinrebe. Kulturrebe. Weinrebengewächs.

Es gibt viele tausend Sorten in aller Welt, in Deutschland sind aber nur etwa 50 zugelassen und diese sind selbstfruchtbar.

Wichtige Sorten sind Gutedel, Müller-Thurgau, Muskateller, Riesling, Ruländer, Silvaner, Traminer, weißer Burgunder. Portugieser, Schwarzriesling, Spätburgunder, Trollinger.

Für den Gärtner gibt es spezielle Sorten für den Rohgenuss, sie sind aber für die Weinherstellung im allgemeinen weniger geeignet.

Grundsätzlich dürfen nach geltendem Europäischen Recht nur in speziell für den Weinbau abgegrenzten Gebieten Weinreben angebaut werden. Ausnahmen bilden lediglich sog. Hobbyweinberge in einem Umfang von maximal 100 qm.

Der aus dem eigenen Weinreben gewonnene Wein darf allerdings ausschließlich selbst getrunken und nicht in den Verkehr gebracht werden.
 

Weinreben - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Der Boden sollte warm und durchlässig sein, nährstoffreich und mit etwas Kalk. Letzterer muss alle drei Jahre erneuert werden, je Pflanze 400 g Algen- oder kohlensaurer Kalk. Auch Basaltmehl ist gut geeignet.

Lage

Sehr warme, sonnige Lage, möglichst geschützt, z.B. Atriumhof oder vor südlich, südwestlich oder südöstlich gerichteter Hauswand.

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Bild: Botanikus

An der Hauswand lassen sie sich auch noch in klimatisch ungünstigeren Lagen anbauen, dann möglichst an einer Südseite. Die Jahresdurchschnittstemperatur sollte mindestens 8° sein. Wintertemperaturen von 20° werden ertragen, wenn die Triebe ausgereift sind. In Höhenlagen ab 600-700 m ist von einer Pflanzung abzuraten.

Aufzucht

Pflanzzeit April. Der Boden muss schon lange vor der Pflanzung gut vorbereitet sein. Gründüngung als Vorkultur ist empfehlenswert. Pflanzgrube 100 x 100 x 100 cm. Diese Größe ist wichtig für Gesundheit und Ertrag. Aushub mischen mit Kompost, Holzasche und Steinmehl, ggf. etwas Sand. Gute Gartenerde fördert das Wachstum. Übermäßige Düngung führt zu weichen Trieben, Anfälligkeit und verminderten Ertrag. - Die Veredlungsstelle muss etwa 3-4 cm über der Erdoberfläche liegen. Wurzeln etwas einkürzen bei Reben ohne Topf. Abstand des Wurzelballens vom Haus etwa 50 cm, die Rebe wird mit Neigung zum Haus bzw. zum Spalier eingesetzt. Ein guter Bodenschluss des Wurzelballens/der Wurzel ist wichtig. Danach gut angießen. Bei Spalierpflanzung 3 - 4 m Abstand einhalten. Rebe gegen Fröste schützen durch Vlies, Erdanschüttung wie bei Rosen oder Plastikeimer ohne Boden. Boden mulchen. Die Veredlungstelle muß über der Erde bleiben.

Düngung der Jungpflanze mit etwas Kompost, Algenkalk, Steinmehl, (Horn)-Knochenmehl, Holzasche, kompostiertem Geflügeldung, Guano, nicht mit Mineraldünger. Die Wurzeln verbrennen leicht, deshalb zurückhaltend düngen. Nur den kräftigsten Trieb mit 2 - 3 Augen stehen lassen, die anderen Triebe abschneiden. Im Pflanzjahr beachten: Haupttriebspitze immer wieder anbinden, im August Spitze abschneiden, damit das Holz gut ausreift. Blüten (Gescheine) entfernen, damit die Pflanze nicht unnötig geschwächt wird. Geiztriebe (wie bei Tomaten die aus den Blattachseln kommenden Triebe) sofort entfernen. Nebentriebe bis auf eine Knospe zurückschneiden. Im März gut wässern. Der Haupttrieb sollte etwa Bleistiftstärke im Herbst haben. Wenn nicht, wird er im Winter zurückgeschnitten bis auf 1 - 2 Augen und wie beschrieben im ersten Jahr erneut behandelt. Im September die ersten zwei Blätter nach dem Stängelansatz an den Trauben von Hand oder mit einer Gartenschere schneiden. Dadurch werden die Weinstücke besser durchlüftet.

Im 2. Jahr Spalier anbringen, Abstand der Drähte 50 cm, mit Abstand zur Wand wegen der besseren Durchlüftung etwa 15 cm. Den Boden mulchen. Nebentriebe bis auf etwa 60 cm Länge zurückschneiden. Im Winter den Haupttrieb auf 90 cm kürzen, die Nebentriebe auf ein Auge zurückschneiden. Ab 2. Jahr im März düngen mit Kompost, Algenkalk, Steinmehl, Horn- (Knochenmehl), Holzasche, Kompost, Geflügeldung, Guano. Im dritten Jahr den Haupttrieb auf 180 cm kürzen, die Seitentriebe auf ein Auge. Blüten müssen weiterhin abgeschnitten werden.

Der waagerechte Cordon 10 - 20 cm Abstand von der Mauer an Hauswänden mit drei Stufen in S-Form nach oben gilt als besonders vorteilhaft, Cordonlänge je Rebe ca. 3 - 4 m, Cordonabstand etwa 90 cm, beginnend 40 cm über dem Erdboden. Im übrigen sollte man sich nach den Gegebenheiten der Wand richten. Das Einstamm-System ist dem Spalieraufbau ähnlich. Der nach oben gerichtete Stammtrieb wird immer höher immer wieder neu abgeschnitten, damit er Nebentriebe entwickelt, die an waagerechten Drähten rechts und links entlang gezogen werden, Abstand etwa 50 cm. - Freistehende Reben werden in waagerechten Cordons am Draht festgebunden; falls das Gelände geneigt ist, Cordon in Neigerichtung ziehen.

Im vierten Jahr kann man mit einer ersten Ernte rechnen. In den folgenden Jahren beachten:

Winterschnitt: Im Spätwinter, je nach Witterung 2 - 3, ist der Haupterziehungsschnitt erforderlich. Der Saftstrom beginnt schon sehr früh im Jahr, später Schnitt vermindert demgemäß die Ernte. Die jungen Seitentriebe bis auf 2 Augen einkürzen (Zapfenschnitt, d.h. 2 - 3 cm über dem Auge, damit das Auge nicht austrocknet). Das obere Auge bringt die Tragrute mit den Trauben hervor, das untere Auge eine Ersatzrute, die je nach der Zahl der Nachbarruten entweder mit Zapfenschnitt gekürzt wird oder der maximal eine Traube belassen wird. Nach unten weisende Ruten werden vollkommen abgeschnitten. Trauben gibt es immer nur am einjährigen Holz, das dem zweijährigen entspringt. Triebe und Blätter unterhalb des ersten Spanndrahts (40 cm) werden immer entfernt, um Bodenpilzen die Ausbreitung zu erschweren.

Der Zapfenschnitt wird allgemein bei den schwach wachsenden Sorten angewandt. Umgekehrt wird der Bogenschnitt bei stark wachsenden Sorten vorgezogen, um das Holzwachstum einzudämmen. Dabei werden etwa 6 - 8 Augen belassen, aus denen die Rebe austreibt. Diese Bogrebe wird im Winter vollständig abgeschnitten, ein neuer Trieb wird wieder genauso behandelt wie im Vorjahr.

Siehe auch Weinrebenschnitt/ Zapfenschnitt/ Bogenschnitt (Diagramme)

Weinrebenschnitt/ Zapfenschnitt/ Bogenschnitt Zeichnung
Weinrebenschnitt/ Zapfenschnitt/ Bogenschnitt Zeichnung

Im Sommer muss erneut geschnitten werden:

Grünschnitt: etwa 5 - 6, werden alle tragenden Ruten über dem obersten Fruchtansatz bis auf 3 - 4 Blätter gekürzt, die nicht tragenden Ruten und Triebe aus Nebenaugen werden vollkommen abgeschnitten, die Spitzen der Haupttriebe werden im August eingekürzt, ebenso die Geiztriebe. Ziel ist es, dass die Trauben genügend Sonnenlicht erhalten und die Blätter nach Regen wieder schnell abtrocknen, um Pilzkrankheiten einzudämmen. So muss evt. auch später noch dichtes, schattenwerfendes Blattwerk etwas entlaubt werden.

Wenn die Trauben Erbsengröße haben, können sie ausgebeert (zisiliert) werden. Dadurch erhält man größere Beeren. Nur alle 30 cm eine Traube belassen.

Gründüngung mit Kreuzblütlern, Löwenzahn, Luzerne, wildem Mohn, oder Luzerne mit Phacelia, Klee mit Kreublütlern. Platterbsen werden im Weinbaugebiet ausgesät. Boden lockern, nach starker Bodenverdichtung mehrjährige Luzerne einsetzen. Die Wurzeln dringen bis zu 8 m in den Boden. Reben sind selbstfruchtbar. Gute Nachbarn sind Nussbaumhecken und Zwetschenbäume, deren Blüten und Früchte die Schädlinge von den Reben abhalten. Außerdem Leguminosen, Maulbeeren, Salbei (fördert Gesundheit), Schnittlauch, Senf und Ysop.

Abgeschnittenes Laub vernichten, da sonst Pilzkrankheiten übertragen werden können. Asche aus Rebenholz ist reich an Kali und Phosphor. Keine Mischkultur, Mulch mit dunklen Steinen vorteilhaft, da Wärme gespeichert wird. Oder Mulch mit Häcksel, verrottetem Hühnermist, Kompost, Sauborsten, Traubenkernen. Gegen Vogelfraß helfen Netze oder Vliese. Auch Beutel aus weißem Papier, der einige Öffnungen für Kondenswasserablauf haben, sind geeignet. Zusätzlich wird der Reifeprozess gefördert. Bienen sind weniger geeignet, aber die Wespen beißen ebenfalls zu.

Das Holz kann mit einem Lehmanstrich geschützt werden. Düngung im Herbst mit Kompost u.ä. In raueren Lagen mit Früh- oder Spätfrösten etwas Winterschutz geben wie bei Rosen, die Veredlungsstelle muss mit Kompost oder Kompost-/Lehmgemisch geschützt sein. Frühe Sorten sind dort empfehlenswert wie 'Excelsior weiß', 'Früher Mallinger' oder 'Königin der Weingärten'.

Auch Pflanzung in Kübeln ist möglich, die Kübel müssen dann aber gut gegen Frost geschützt werden. Schwachwachsende Sorten wie die frühe weiße Tafeltraube 'Glenora' sind gesund und dafür gut geeignet.

Vermehrung durch Ableger.

Reben können auch im Gewächshaus gezogen werden. In dem Falle wird die Pflanzgrube direkt neben dem Gewächshaus ausgehoben und der junge Trieb unterhalb des Fundamentes nach innen geleitet. Üblicherweise wird er dann am Dachfirst entlang gezogen. Heizung ist nicht notwendig.

 

Würzburger Biologen haben festgestellt, dass die Bacchus-Rebe besonders stark durch UV-Strahlung geschädigt werden kann (Beeren-Sonnenbrand), im Gegensatz zum Silvaner. Vor allem nach langer Schlechtwetterperiode wirkte starke Sonnenstrahlung schädlich. Hypericum° soll bei starken Lichteinfall den Befall erheblich lindern oder Belladonna°; Cantharis°, wenn der Befall schon länger anhält, Arnica° bei Hagelverletzungen. Alle Mittel in D 6. °Homöopathische Mittel.

 

Reblausbefall ist meldepflichtig!

In Weinbaugebieten dürfen nur reblausresistente Pflanzen gesetzt werden, das gilt auch für dortige Privatgärten.

Jeder Käufer sollte darauf achten, dass die angebotenen Reben veredelt sind auf eine reblausresistente Unterlage: Unveredelte Reben können Opfer der Reblaus werden. Die Käufer fügen damit u.U. nicht nur sich großen Schaden zu, sondern auch allen anderen, die Reben gepflanzt haben oder anpflanzen wollen, auch den Winzern. In Deutschland ist der Verkauf unveredelter Reben gestattet, aber nicht die Pflanzung. Die Veredelungsstelle ist deutlich zu erkennen. Geben Sie unveredelte Reben an den Verkäufer zurück. - Im übrigen sind eigentlich nur noch reblausresistente Unterlagen gestattet.

Ernte

Zu früh geerntete Trauben reifen nicht mehr nach.

Weinreben - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Weinreben - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Gelbe Trauben, mehltauresistent:

Vitis vinifera, Weinrebe
Vitis vinifera, Weinrebe
Bild: Botanikus

  • Lakemont, ohne Kerne: Kernlose Edeltraube. Pilzfrei, mehltautolerant. Besonders langtraubig und hellfruchtig, Schalen dünnhäutig. Vier Merkmale, die sie zu der bekanntesten und beliebtesten Traube in den USA machen. Mittelgroße Beeren. Reife ab Ende August-Anfang September. (A&S, Pötschke, TOM).
  • Norkener Goldstock, veredelt. Goldgelbe Beeren mit Muskatellergeschmack. Sie besitzen eine gute Toleranz gegen echten und falschen Mehltau.
  • Olimpiada. Sie stammt aus Rußland. Sie gedeiht auch außerhallb der typischen Weinbaugebiete.
  • Theresa. Große gelbe Beeren, fruchtbar, lockere, große Traube, Erntebeginn A 9. Nur für Weinbau.

 

Weiße Trauben, mehltauresistent: 

 

  • Bianco. Mittelgroße Trauben, fruchtbar, resistent gegen viele Pilzkrankheiten, gegen echten und falschen Mehltau. Sonnenbrandgefahr. Reichtragend, mit süßsaftigem Aroma. Sie reifen im August. Sie gedeihen am besten warm und geschützt am Spalier einer Hauswand. (Erfurter, Kiepenkerl).
  • Birstaler Muskat. Weiße Trauben, mit Kernen.
  • Boskoops Glory, auch für ungünstigere, kältere Standorte.
  • Fanny. Sie reift kurz nach Muscat bleu. Die Sorte ist nur in sehr trockenen Regionen pilzfest.
  • Glenn d'Oro, groß kernlos, für Wandspalier, Kübel; freistehend.
  • Palatina. Große Dolden mit schönen, saftigen Früchten. Lieferhöhe 25 cm. Sonne.
  • Romulus, kernlos, süß, kleine Beeren, ertragreich.
  • Schwarze Trauben, mehltauresistent.
  • Datteltraube Souvenir besteht aus bis zu 5 cm langen Beeren, sie sind aber nur knapp 1 cm breit. Die Beeren erinnern im Aussehen und im Geschmack an süße Dattelfrüchte.
  • Muscat bleu, große schwarze Tafeltrauben, frühreif, mit Muskatgeschmack. Auch für ungünstigere, kältere Standorte. Fast ohne Kerne (A&S, Bakker, TOM). Pilzfeste Sorte mit tiefblauen, mittelgroßen bis großen Trauben und  ausgesprochen größeren, ovalen Beeren. Hohe Frostresistenz. Reife ab Mitte August.

 

Sorten 2

Blaue Trauben, mehltauresistent:

Vitis vinifera, Weinrebe
Vitis vinifera, Weinrebe
Bild: Botanikus

  • Blaue Paradiestraube: Ernte A 8. Auch zum Begrünen geeignet.
  • Boskoops Glory: auch für ungünstigere, kältere Standorte.
  • Century: Sie zählt zu den knackigsten Weintrauben weltweit. Sie zerplatzen wie keine andere. Bis zu 18 cm groß wird jede Traube.
  • Georg: (Pötschke). Die dunkelblauen, formschönen Beeren überzeugen durch einen milden, fruchtigen Geschmack. Georg ist robust und gesund, mit hohem Ertrag. Als nicht kernlose, damit besonders gesundheitsfördernde Sorte überzeugt Georg mit einem guten Geschmack.
  • Kodrianka liefert blaue und kernarme Trauben.
  • Königliche Esther: Feines Aroma, lockere, feste Traube, Erntebeginn Mi 8.
  • Edeltraube Magdalena. Die erste, die überhaupt kernlos auf dem Markt ist (2011). Mehltautolerant. Pilzfest. Große Früchte. Reifezeit mit langem Erntezeitraum (A&S).
  • Moldau. Datteltraube. An dem Strauch reifen üppige, bis zu 20 cm lange und 14 cm breite Trauben, die bis zu 3 cm lange, schwarzblaue, dattelfarbige Beeren tragen. Moldau beschert ab Mitte September eine reiche Ernte. Sie ist widerstandsfähig und winterhart.
  • Nero: resistent gegen viele Pilzkrankheiten. Mit intensiv blauen, mehr ovalen Beeren und sehr aromatischem Geschmack. Eine stärker wachsende Rebsorte, die ein hohe Farbausbeute besitzt. (Pötschke).
  • Philipp: Die Trauben haben einen besonders fruchtigen Geschmack. Sie eignen sich gut als Hausrebe. (Pötschke).
  • Regent: Mittlere Traubengröße, mild, Erntebeginn Mi-E 9/10. Auch im Erwerbsanbau gebräuchlich. Auch für ungünstigere, kältere Standorte.
  • Rosso: Die Blätter färben sich rot wie Blut. Diese blaufrüchtige Rebe bildet sehr große Trauben, die sich sehr früh einfärben und deshalb auch in klimatisch ungünstigen Regionen problemlos angebaut werden kann. Hohe Pilztoleranz.  Sie gedeiht am besten warm und geschützt am Spalier einer Hauswand. Ernte ab Ende August. (Kiepenkerl, Tom-Garten).
  • Solara, blau, fast kernlos.
  • Souvenir, bis zu 5 cm lange Beeren. Sie erinnern an süße Dattelfrüchte.
  • Norkener Schwarzstock, veredelt. Die Beeren sind so schwarz wie die Nacht und die Blätter verfärben sich rot. Es bilden sich sehr große Trauben.
  • Venus. Kernloser Genuss, sie beeindruckt durch ihre großen Trauben mit leichtem Erdbeergeschmack. Z. Z. die beste kernlose Frucht. Frosthart bis -20°, sehr süß. Ernte ab Mi 8. Kräftiger Wuchs.

Rosafarbene Trauben:

  • Katharina, ab Ende September. Große Beeren.
  • Piroschka, Chamäleon-Traube: Rotfärben nach der Blüte, anschließendes Grün- und dann wieder Rosafärben. Frühe Zuckereinlagerung, frühreife Beere.
  • Rosella ohne Kerne. Edeltafeltraube. Eine roséfarbene, pilzfeste und kernlose Sorte. Hohe Frostresistenz. Reife etwa Ende August-Anfang September. (A&S).
  • Suffolk Read, Purpur-Weintraube: (Pötschke). Kernlose und pilzfeste Sorte, große Beeren, leicht duftend. An einer warmen Hauswand bringt diese Sorte besonders hohe und sichere Erträge. Dieser Wein ist sehr robust.
  • Vanessa überzeugt in der noch seltenen Farbe Rosé. Kernlos. Robust gegenüber Pilzkrankheiten. In den USA entdeckt. (Pötschke, TOM).
  • Vineland. Sie stammt aus Kanada. Sie gedeiht auch außerhalb der typischen Weinbaugebiete.

Ab 2009 hat die Bayerische Gartenakademie folgende Traubensorten für den Haus- und Kleingarten empfohlen. Sie sollen weitgehend widerstandsfähig gegen den Echten und Falschen Mehltau sein:

  • Weiße Trauben, Birstaler Muskat. Beerenfarbe grün-gelb, Reife: Mitte August bis Mitte September (langes Erntefenster), mittelgroße Beeren, sehr süß mit feinem Muskataroma, kräftiger, aufrechter Wuchs, gute Frosthärte.
  • Weiße Trauben, Palatina. Beerenfarbe grün-gelb, Reife von Anfang bis Mitte September, starker Wuchs, mittelgroße Beeren, fruchtig-süßer Geschmack, würziger Muskatton.
  • Weiße Trauben, Garant. Beerenfarbe grün-gelb, Reife Mitte September, große Beeren, angenehmer Muskatgeschmack, stark wüchsig.
  • Weiße Trauben, New York (Lakemont). Beerenfarbe grün-gelb, Reife Mitte bis Ende September, kernlos, kleinere Beeren, feine Fruchtaromen, mild im Geschmack, sehr große Blätter.
  • Weiße Trauben, Fanny. Beerenfarbe grün-gelb, Reife Ende September bis Ende Mitte Oktober, sehr große runde Beeren, sehr große Trauben, fruchtiges Aroma, Kerne kaum störend.
  • Weiße Trauben, Pölöskei Muskotaly. Beerenfarbe grün-gelb, Reife Anfang Oktober, große, runde Beeren, sehr große lockere Trauben, dezentes Muskataroma.
  • Blaue Trauben, Muscat bleu. Beerenfarbe blau, Reife Anfang bis Ende September (langes Erntefenster), große Beeren, große lockere Traube, süß, aromatisch (ausgeprägter Muskatton), kräftiger Wuchs, gute Frosthärte.
  • Blaue Trauben, Venus. Beerenfarbe blau, Reife bis Mitte September, kernlose, fleischige Beeren, große lockere Trauben, stark wüchsig, große Blätter.

Weintrauben haben keine nachreifenden Früchte.

Weinreben - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Weintrauben enthalten Eisen (vor allem aus Pressen und Stahltanks), Kalium, Magnesium, Mangan, Kupfer, Phenole (Weißwein 400 mg/l, Rotwein bis 6500 mg/l), Phosphate, Säuren, Sulfate, Traubenzucker, Vitamine A, B1, B2, C, Niacin. Im gärenden Wein ist viel Vitamin B 6 enthalten. Überhaupt schließt der Alkohol viele Schutzstoffe erst richtig auf.

Das Bio-Siegel erlaubt allerdings eine Reihe von umstrittenen Zusatzstoffen wie Carrageen und Nitritpökelsalz. Und auf dem Umweg über glutamathaltigen Hefeextrakt können auch bei Bio-Produkten Geschmacksverstärker im Essen landen.

Weinreben - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Das Weinphenol Resveratrol, besonders stark im Rotwein aus feuchtkühlen Lagen enthalten, wird von der Rebe gegen Grauschimmelbefall gebildet. 

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Bild: Botanikus

Wird der Rotwein in (Eichen-)Holzfässern gelagert, absorbiert er aus dem Holz weitere Phenole wie Flavonoide und Tannine, vor allem aus neuen Fässern. 

Volksmedizin

  • Resveratrol ist wirksam als Arznei (Vorbeugung gegen Altersdemenzen).
  • Flavonoide und Tannine wirken gefäßerweiternd.
  • Weißweine sind besonders vorbeugend gegen Durchfallerkrankungen.
  • Wein wirkt als Radikalenfänger.

Der Bio-Gärtner empfiehlt: Blaue Trauben sind reich an Resveratrol, weiße haben nur ein Zehntel davon. Möglichweise schützt es gegen Alzheimer, Altersdemenzen und Parkinson. Andere, nachgewiesene vorteilhafte Wirkungen: siehe Resveratrol.

Weinreben - Weiteres Wissenswertes