Gurken [Cucumis sativus] - Anbau

Gurken - Lage

Sonnig. Luftfeuchtigkeit von 80% optimal.Cucumis_sativus_Blüte
Bild von: Botanikus-CD

Gurken - Boden

Warmer, humoser, lockerer Boden, er darf nicht verschlämmen. pH 6,5 - 7. Viel Dünger und viel Wasser notwendig, jedoch kein Mineraldünger und vor allem kein Chlor. Bodenvorbereitung möglichst 14 Tage vorher. Ideal ist ein warmer Fuß aus Pferdemist, er macht locker und wärmt. Ist kein Pferdemist vorhanden, kann auch grober Kompost (50% Anteil) oder verrotteter Rindermist genommen werden, mit etwas Torf oder gehäckseltem Stroh vermischt bis zu einer Tiefe von 35 cm. Der Kompost ist am wirkungsvollsten, wenn er nur halbverrottet, aber durchgehend schwarz gefärbt ist. Die ehemalige Gewebestruktur kann noch zum Teil erhalten sein. Boden vor dem Auspflanzen mit Eichenblattauszug gegen Schädlinge und Pilzbefall abbrausen. Eine schwarze, geschlitzte Mulchfolie in den ersten Wochen ist vorteilhaft. Auch Mulchschicht aus Stroh oder verrottetem Rindermist ist günstig. Bei Gefahr der Staunässe einen 20 - 25 cm hohen Damm aufschütten, der Wärme an die Wurzeln kommen lässt. Er kann dann mit den Gurken bepflanzt werden. In die Senke passen dann Blumenkohlpflanzen.

Gurken - Aufzucht

Samen vor Aussaat 24 Stdn. in Milch einweichen. Aussaat Keimtemperatur mindestens 15°, es sollten aber besser 25 - 26° sein. Ggf. durchsichtige Plastikbecher mit zwei Löchern im Boden über die Samen stülpen, bis sich zwei Laubblätter entwickelt haben. Gurken vertragen keine Temperaturen unter 5 - 8° und auch keine unterschiedlichen Temperaturen bei Tag und Nacht. Dunkelgrüne Anzuchtpflanzen gedrungenen Wuchses mit 2 - 3 Blättern sind günstig. Aussaat ab April unter Glas in kleine Töpfe oder ab 5 ins Freiland. Abstand 30 cm x 150-200 cm. Bodentemperatur mindestens 12°. Die Wurzeln dürfen beim endgültigen Auspflanzen nicht beschädigt werden. Windempfindlich, deshalb Windschutz z.B. durch hohe Erbsen, Rosenkohl, Stangenbohnen (Abstand 2 m), Zuckermais. Beim Auspflanzen tiefer setzen. Auf dem Boden eine schwarze Lochfolie ausbreiten, sie erhöht die Bodentemperatur um 4°. Blätter beim Gießen nicht nass machen, z.B. mit seitlichen Löchern versehene Blumentöpfe neben die Pflanzen eingraben und morgens wässern. Der Boden darf nicht verschlämmen, die Wurzeln benötigen viel Sauerstoff. Deshalb ist die vorgenannte Anzucht auf einem Damm besonders günstig.

In den ersten Wochen nach dem Auspflanzen ein Folienzelt anbringen. Bei warmem Wetter Folie entfernen, das Gestänge stehen lassen, falls die Folie wieder gebraucht wird. Spalier aus Maschendraht ist günstig für Abtrocknung und damit Krankheitsabwehr. Kümmel wirkt geschmacksfördernd, Basilikum und Dill hält Gurken gesund. Pflanzabstand mindestens drei Jahre, sonst Minderertrag und Krankheiten.

Zwischen Fruchtansatz und Ernte Düngung mit Brennesseljauche und Hornmehl, einmal wöchentlich. Wenn Früchte braun werden und abfallen, zeigen sie damit Nahrungsmangel an. Anhäufeln ist günstig (Juni). Vorteilhaft ist vorherige Gründüngung an demselben Ort. In der Morgenkühle ernten, die Gurken können sonst noch bitter werden. Gleichmäßige Wasserversorgung ist wichtig, bei Trockenheit werden die Gurken ebenfalls bitter. Dasselbe geschieht auch in feuchten, kühlen Sommern. Dagegen helfen bitterfreie Sorten (Einlegegurke Libelle F 1, Senfgurke Tanja). Nach 3. oder 5. Blatt Spitze abkneifen, erhöht die Ernte. Die unteren Blätter bis zu 30 cm Höhe entfernen, damit nicht bodenbürtige Pilze sie infizieren. Im August etwaige Neutriebe zu Gunsten der bestehenden Fruchtansätze auskneifen. Seitentriebe nach Fruchtansatz einkürzen. Am Haupttrieb nur 4 Früchte belassen, dadurch wird die Seitentriebbildung angeregt. Jungfernfrüchtige Sorten sind ertragreicher, bitterfrei und krätzeresistent. Gurken mit männlichen und weiblichen Blüten liefern mehr Ertrag, wenn die Neutriebe auf zwei Blätter gekürzt werden. Haben die Gurken die für sie gültige Größe erreicht, sollten sie auch geerntet werden, anderenfalls beendet die Pflanze ihre Fruchtbildung.

Bei kaltem Wetter, wenn keine Insekten fliegen, ggf. mit Pinsel bestäuben. Wenn die Einlegegurken an Rankgittern gezogen werden sollen, die Pflanzen an der Westseite auspflanzen und befestigen. Die Rankgitter sollten schräg gestellt werden, damit die Früchte nach unten hängen. Reihenabstand von 100 cm sind dann ausreichend. Männliche Blüten immer entfernen: Wenn nur weiblich blühende Gewächshausgurken mit Normalsorten zusammen gezogen werden, kann der Pollen einer einzigen männlichen Blüte die Früchte der nur weiblich blühenden Pflanze bitter machen und verdrehen.

Gewächshauskultur: Wie schon erwähnt, nur weiblich blühende Gurken nicht zusammen mit Normalsorten anbauen. Um die Welkekrankheit bei Treibhausgurken zu verhindern, empfiehlt es sich, die Gurken auf dem Feigenblattkürbis zu veredeln, siehe Veredlungsunterlagen für Gemüse. Einlegegurken alle 3 Tage ernten, Salatgurken 1 - 2 x die Woche, Schälgurken erst bei Reife. Der Samen von Gurken bleibt viele Jahre keimfähig. Salatgurken sollten nur im Frühbeet oder Gewächshaus gezogen werden. Schnurgurken sollten nicht schwerer als 400 - 500 g werden. Ggf. die Früchte durch Netze, die mit Schnüren am Gestänge befestigt werden, absichern, damit sie nicht ganze Triebe durch ihr Gewicht herunterziehen. Bodenkontakt durch Styropor-Unterlagen vermeiden.

Mistpackung und Deckerde von 25 cm Höhe. Aussaat je 1 Korn in halbvolle Töpfe, diese werden später aufgefüllt bis zu den Keimblättern, so dass noch neue Wurzeln entstehen können. Je Fenster eine Pflanze setzen etwa Mitte 4. Nachts mit Noppenfolie abdecken, die Temperatur sollte nicht unter 15° absinken. Bei Verwendung von Schnüren die Triebe immer um die Schnur wickeln. Vorteilhaft ist auch hier ein kleiner Wall von 20 cm Höhe. Fruchtansätze und Blätter am Haupttrieb der Salatgurken unter Glas müssen immer abgeschnitten werden bis etwa in einer Höhe von 50 - 60 cm, sonst leidet die Qualität. Darüber am Haupttrieb nur höchstens 6 Fruchtansätze belassen. Er wird bis zum Dach und dann waagerecht weitergeleitet, bis er etwa 50 cm lang ist, dann kürzen. Die Seitentriebe am Haupttrieb ebenfalls nach Blüte und Blatt kürzen, höchstens 6 Fruchtansätze belassen. Ab der 5. Pflanzwoche wöchentlich düngen mit Blutmehl, Brennesseljauche, Guano. Ausreichend lüften und düngen. Hohe Luftfeuchtigkeit ist erforderlich, man kann den Boden mulchen oder feucht halten, ggf. auch die Wege, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. - Für Gewächshäuser nur ausgewiesene Sorten verwenden.

Falls ein Hochbeet vorhanden ist, die Salatgurken auf der Südseite anbauen, im Stängelbereich mit Kompost bedecken.

Salizylsäure soll die Fruchtbarkeit und das Wachstum der Gurken durch Einwirkung auf die dicken Wurzeln verstärken (Forschungsinstitut TNO in den Niederlanden). -

Gurken - Ernte

Der Fruchtansatz wird vergrößert durch möglichst frühzeitige Ernte der ersten Frucht.

Weiter: Gurken - Fruchtfolge