Bodenarten und pH-Wert

   

Bodenarten, pH-Wert, Eignung von Pflanzen.Boden mit WurmBoden mit Wurm

Die Hauptbestandteile des Bodens sind Sand, Ton, Humus und Kalk.

Leichte, sandige Böden

Sie müssen mit reichlich Humus verbessert werden, z.B. mit Stalldung, Gründünger (Schmetterlingsblütler, einjährige Kleearten), Kompost, ggf. etwas kalken. Wenn möglich, auch Lehm oder Bentonit einbringen, um die Bindigkeit zu erhöhen. Der Kompost kann auch in den Gemeinden abgeholt werden (Fertigkompost). Während der Vegetationszeit mit Pflanzenjauchen düngen. Dauermulch während der Vegetationszeit verbessert die Bodenstruktur und lockt Regenwürmer an. Sandboden ist günstig für Frühgemüse, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, Rettiche, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Spargel. - Rollt man etwas Erde zwischen beiden Händen, fällt die Walze auseinander. - Dauernde Verbesserung nur mit Lehm (z.B. Hausaushub) möglich. Siehe auch Pflanzen für sandige Böden

Tonböden

Sie können verbessert werden durch Humus und Sand. Oft Boden lockern. Er ist weniger günstig für Wurzelgemüse. - Rollt man etwas Erde zwischen beiden Händen, kann man daraus eine dünne Walze formen, die ihre Form behält. An den Händen bleibt etwas Ton kleben. - Wenn die Tonböden die Feuchtigkeit so sehr speichern, dass die Nässe die Pflanzen bedroht, sollte man sie immer etwas erhöht auf einen Hügel pflanzen oder eine Dränage anlegen. Im letzteren Fall kann man das Wasser auch in einer Zisterne für Bewässerungszwecke sammeln.

Lehmböden

Sie sind locker und gut durchlüftet. Sie waschen nicht leicht aus, sind deshalb nährstoffreich. Bei guter Pflege der ideale Boden. Er sollte regelmäßig mit Kompost gedüngt werden. Es ist zu erwägen, ob man nicht für einen Teilbereich mit Sand den Boden lockert und auf diese Weise für Kartoffeln, Möhren usw. bessere Anbaubedingungen schafft. - Rollt man etwas Erde zwischen beiden Händen, kann man daraus eine dickere Walze formen, die ihre Form behält.

Humusböden

Sie sind sauer und frostempfindlich. Vorkommen vor allem in Heide- und Moorgebieten. Mit Lehm und Sand verbessern. Siehe auch Pflanzen für saure Böden

Kalkböden

Kalkböden sind trocken und nährstoffarm. Verbessern mit reichlich Humus und Kompost. Siehe auch Pflanzen für kalkhaltige Böden.

Schwere Böden

Sie sollten im Herbst grob umgegraben werden, damit der Frost tief in den Boden gelangt und ihn auflockert (Frostgare). Graben im Frühjahr zerstört die feinen Kanäle für den Wassertransport, das Tiefenwasser kann nicht mehr nach oben steigen und den Samen feucht halten. - Gut gepflegte Böden nur mit Sauzahn oder Grabegabel (einstechen und hin- und herziehen) lockern, damit die Bodenschichtung nicht verändert wird. Die besten Helfer zur Bodenlockerung sind Sand, Kompost und Regenwürmer, die mit Mulch gefüttert werden. Hacken ist notwendig, damit Sauerstoff an die Wurzeln und Bodenbakterien kommt, Unkraut beseitigt und der Wasserhaushalt reguliert wird. Nach Regen die oberste Schicht flach durchhacken, dass sie trocknet und den Boden darunter wirksam gegen Austrocknung durch die Sonne schützt.

Gründünger, richtig ausgewählt, kann das mühsame Holländern und Rigolen° meistens ersetzen, da viele Wurzeln tief in den Boden dringen und ihn auflockern. Überdüngter Boden kann durch die Wegmalve (Malva neglecta) normalisiert werden.

 

pH-Wert und Nährstoffe:

pH = Potentia hydrogenii, auch Wasserstoffionenkonzentration genannt. Index für die Klassifizierung ob z. B. ein Boden mehr sauer (pH bis 7) oder alkalisch (pH über 7) reagiert. pH 7 ist neutral. Messung mit Calcitest oder Indikatorpapier (Apotheke), oder mit elektronischen Messgeräten.

Anzustrebende pH-Werte für die verschiedenen Bodenarten:

Bodenart pH-Bereich
Sandböden 5,3 - 5,7
Lehmiger Sand 5,8 - 6,2
sandiger Lehm 6,3 - 6,7
Lößboden 6,9 - 7,5
Toniger Lehm, Ton 6,9 -
Moorboden 3,8 - 4,3
   

 

Die Nährstoffe sind optimal verfügbar in folgenden pH-Bereichen:

Bodenart pH-Bereich
Aluminium unter 5.5,
über 8.8
Bor 5 - 6,
über 8.5
Calcium 6 - 8
Eisen 4 - 6
Kalium 6 - 7
Kupfer 5.5 - 7
Magnesium 6.5 - 9
Mangan 4 - 5.5
Molybdän 7.5 - 9
Phosphor 6.5 - 7.5,
über 8.5
Zink 5.5 - 7
   

 

Saure und alkalische Böden:

  • Saure Böden werden durch Einarbeiten von Kalk und Basaltmehl verbessert
  • alkalische Böden werden durch Granitmehl, Haferanbau°, Kaffeesatz*, Nadelkompost und Torf im pH-Wert abgesenkt. Für Moorbeetpflanzen hat sich Rhodovital bewährt. Siehe auch Nährstoffmangel/-überschuss.

 Der pH-Wert der Blumenerden sollte um pH 6 - 7 liegen, ist aber öfters darunter. Dann mit Algenkalk oder AZ-Kalk neutralisieren. 10 g Kalk je Liter Erde erhöhen den pH-Wert allmählich um einen Punkt.

Gartenpflanzen bevorzugen im allgemeinen pH-Werte von 5 bis höchstens 7,5. Noch tiefere Werte als 5 führen für viele Pflanzen zu Krankheiten und Mangelerscheinungen. Außerdem werden bei solchen Werten giftige Schwermetalle im Boden gelöst und ebenfalls giftige Aluminiumverbindungen gebildet. Um den Idealwert zu erhalten, muss alle zwei Jahre (Algen)-Kalk gestreut werden. Richtwerte sind: 250 g/qm für schweren Boden, 200 g/qm für mittleren Boden, 150 g/qm für leichten Boden.

Siehe auch Pflanzen für saure Böden.

 

Bodenanalyse:

  • Mit Hilfe der Schlammprobe kann man die Zusammensetzung des Gartenbodens grob bestimmen: Etwas Gartenerde wird in ein Glas gegeben und dieses mit Wasser aufgefüllt und gut durchgerührt. Die einzelnen Bestandteile werden nach und nach sichtbar, der Sand sinkt auf den Boden, der Humus schwimmt an der Oberfläche und der Lehm trübt das Wasser.
  • Zeigerpflanzen geben gute Hinweise auf die Bodenzusammensetzung.

 

Pflanzen für Böden nach Wassergehalt:

 

° Holländern und Rigolen. Holländern bedeutet, daß zunächst die obere Bodenschicht, also einen Spaten tief, entfernt werden muß. Danach wird die nächste Schicht, also zwei Spaten tief, umgeschichtet und danach wieder die oberste Schicht darauf verteilt. Rigolen heißt, daß die dritte Schicht umgegraben werden muß und dann die zweite Stufe und danach wieder die oberste Bodenschicht darauf verteilt wird. Das alles kann man mit Gründünger auch oder fast mit etwas längerer Zeit erreichen.

°°Hederich und Ackersenf als Begleitpflanzen wirken dem wiederum entgegen.

* Nur in geringem Maße anwenden wegen evt. hohen Kupfer- und Zinkgehaltes.