Peperoni [Capsicum annuum]


Botanischer Name
Capsicum annuum
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Paprika, Roter Piment
Peperoni - Einleitung

Allgemeine Informationen

Capsicum annuum. Nachtschattengewächse.

Capsicum annuum, Peperoni, Chili
Capsicum annuum, Peperoni, Chili
Bild: Botanikus

 

 

Siehe auch Paprika, Chili.

Peperoni - Aufzucht und Lebenszyklus

Lage

Möglichst warmer Standort, ggf. einen Folientunnel mit Insektenöffnung.

Aufzucht

Aussaat im Gewächshaus schon Mi 2, wenn die Bodentemperaturen schon höher als 20° sind. Man belässt ihnen nur 3 - 4 Triebe. Sie sind schon im grünen Zustand scharf, dunkelrot ausgereift am schärfsten. Die Schärfe wird noch erhöht, wenn man sie bei Beginn der Reifung nur noch wenig wässert.

Lagerung

Frische Paprika haben glatte Haut und glänzen.

Beim Trocknen der Peperoni geht ein großer Teil des Aromas verloren, nicht aber dessen Schärfe. Besonders in den weißen Innenwänden der Schoten befinden sich viele Scharfstoffe.

Wer darauf besteht, nur die schärfsten Geschmacksstoffe zu entdecken, erntet sie im grünen Zustand.

Getrocknet werden sie an einem luftigen Ort, nicht wärmer als 30°, z.B. auf einem Backofengitter. Es dauert dann etwa 1 - 2 Wochen.

Man kann sie auch in Honig einlegen, sie bringen den Geschmack etwa ein Jahr lang zur Geltung.

Brechen sie leicht, können sie eingelagert werden in Glasgefäßen.

Überwinterung

Man zieht die Peperonis jährlich, es ist aber nicht nötig, tatsächlich sind sie mehrjährig.

Sie können bei Temperaturen bis zu 5° C überwintert werden. Wenn es nicht anders geht, kann man sie an den Stängeln zurückschneiden. Man sollte auch den Haupttrieb so lassen, aber die Stängel auf 5 cm zurückschneiden. Man topft sie eben ab Februar in frische, feuchte Erde. Sie haben im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung. Sie sollten dann keimen bei etwa 23 - 26° C. In der dann folgenden Zeit im Hochsommer sollten sie etwa 15 - 25° C. haben. Die erste Blüte sollte immer abgeschnitten werden.

Nachbarschaften-Mischkultur

Mischkultur mit Neuseeländer Spinat.

Peperoni - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten


Peperoni - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Sorten:

  • Peperoni Capsicum baccatum, Glockenpaprika, wird über 100 cm hoch, die Früchte bis zu 5 cm groß. Sehr scharf. Temperaturen bis 0°.
  • Peperoni Capsicum chinense (z.B. Habanero) aus Peru ist so scharf, dass man Vorsicht mit Spritzern walten lassen muss, vor allem in Bezug auf die Augen.
  • Peperoni Capsicum pubescens, Baumchili, Manzano Rojo ist mehr für mitteleuropäische Gaumen, die roten Früchte sind mittelscharf. Diese Art kann auch frostfrei überwintert werden. Während der Blütezeit ist Halbschatten und fleißiges Gießen wichtig. Verträgt bis - 5° C.
  • Peperoni Capsicum frutescens. Tabasco. Extrem scharf.
  • Peperoni Capsicum annuum Solena, sie sind vor allem als Zierde benutzt.

Resistent und tolerant:

  • Fireflame (Piepenkerl, TOM-Garten) hat feuerroten, scharfen Peperoni. Resistent gegen den Tomatenmosaikvirus.
  • Kekova F 1 (Piepenkerl, TOM-Garten). Langer, türkischer Aroma-Paprika. Der Geschmack ist mild und trotzdem pikant-scharf. Ein erstklassiger Paprika-Genuß, mittelscharf. Sie entwickelt bei ihrer Vollreife pikante Schärfe. Viel Sonne.


 

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Peperoni - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Peperoni enthalten Vitamin B1, 2, E, und C (!), vor allem die roten, kleinen Sorten, Folsäure; Kalium, Magnesium; Bioflavone, Capsaicin ist aus den Paprikas herausgezüchtet worden, aber noch in den Peperoni enthalten, Glykolalkaloide, Lycopin (nur in roten Früchten), Rutin, Selen. Die weißen Zwischenwände und die Kerne sind besonders gehaltvoll.

Zubereitung

Die Haut ist schwer verdaulich und kann für Magenempfindliche abgeschält werden: Vorher kurz in kochendes Wasser tauchen, anschließend abschrecken.

Außer den Früchten sind alle anderen Teile der Pflanze giftig.

Gemahlen wird draußen mit Mundschutz, verbunden mit Schutzbrille und Atemschutz.

Bei roten Kopf: Die Scharfstoffe lösen sich nur in Alkohol oder Fett, am besten ist immer kalte Milch, Joghurt und Kefir. Auch Weißbrot soll lindern.

Der Schärfegrad wird oft in der Einheit Scoville nach dem amerikanischen Apotheker Scoville gemessen. Die Scoville-Skala ist nach oben offen, obwohl das theoretische Maximum bei 16 Millionen liegt.

Schärfeskala nach Scoville
Schärfeskala nach Scoville
Sorten (Beispiele) Schärfegrad
Carolina Reaper (amtierender "Weltrekordhalter"- Rangliste mit Fotos hier) bis 2.200.000
Bhut/Naga Jolokia aus Indien/Bangladesch 1.000.000
Mexikanische Habanero-Chili (brennen nicht nur im Mund!) 500.000
Peperoncini (in Italien beliebt) 5.000
Supersüße, z.B. Pantos 0 - 500

 

Zuweilen wird aus praktischen Gründen die Schärfe auf eine Skala mit Werten von 0-10 transformiert: 1-3 mild-scharf, 4 -7 mittelscharf, 8-10 sehr scharf. Danach sind:

Schärfeskala Chili 0-10
Schärfeskala Chili 0-10
Schärfe Sorten Schärfegrad
Höllisch scharf Habanero (Capsicum chinense), Scotch Bonnett, Red Savina. 10
Sehr scharf Martinique, Tabasco, Thai, Firecracker 7-8
Scharf Bischofsmütze, Serrano, De Arbol, Türkenkugel 7 - 7,5
Mittel Jalapeno, Ancho, Pasilla 3 - 5,5
Mild Anaheim, Peperoncini 2-3

 

 
Peperoni - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Der "Scharfmacher" heißt Capsaicin, es sind enthalten Kupfer, Mangan und Zink.

Volksmedizin

Capsaicin lindert bei innerlicher Anwendung Kopfschmerzen und Migräne, Allergien, chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Es erweitert die Gefäße, steigert dadurch auch den Blutfluß und wirkt der Verklumpung von Blutplättchen entgegen. Die Thrombose- bzw. die Emboliegefahr wird minimiert und der Blutdruck reguliert. Die gute Durchblutung fördert auch die Darmreinigung und lindert Schmerzen (z.B. bei Rheuma).

Peperoni - Weiteres Wissenswertes
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