Kartoffeln [Solanum tuberosum] - Alle

Allgemein

Kartoffeln - Allgemeines

Solanum tuberosum, Nachtschattengewächse.Kartoffeln
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Weltweit gibt es 5.000 Sorten, in Deutschland etwa 100.


Anbau

Kartoffeln - Lage

Sonnige, warme Lagen.Kartoffelblüte
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Kartoffeln - Boden

Humoser, tiefgründiger, sandiger Boden, nährstoffreich, locker und mit genügend Feuchtigkeit ist optimal. Leicht saurer Boden ist vorzuziehen, bei zuviel Kalk besteht Schorfgefahr. Andererseits erreichen Kartoffeln nur bei ausreichendem Kalkgehalt ihr volles Aroma. pH-Wert 5,5 - 6. Hornmehl, verrotteter Rinderdung, Kompost, Gesteinsmehl (geschmacksbildend!) sind geeignete Dünger. Chloridhaltiger und frischer Dünger sind schädlich, herbstliche Düngung, dann auch mit Mist, ist möglich. Nach der Blüte ist Düngung zwecklos.

Mit Beinwell mulchen. Mehrmals hacken. Später anhäufeln.

Seite mit den meisten Augen nach oben legen. Gewicht der einzelnen Pflanzkartoffeln 50 - 70 g. Bodenbedeckung 5 - 8 cm, Abstand in den Reihen 40 cm, die Entfernung der Reihen etwa 50 - 60 cm, bei Spätkartoffeln aber 65 - 70 cm. Reihenabstand bis zu 100 cm bei Kartoffelmischkultur, sie trocknen dann auch besser ab.

Frühkartoffeln, z. B. Favorit, vorkeimen ab Mitte Februar für Ende März je nach der Lage des Grundstücks. Dazu in Kisten legen, die mit Torfmull/Steinmehl-Gemisch oder Reifekompost/Sand-Gemisch oder Blumentopferde befüllt sind. Das Kronenende mit der höheren Anzahl von Keimen muss immer nach oben zeigen. Mehrmals mit Ackerschachtelhalmbrühe, Baldrian und verdünnter Brennessel-/Beinwelljauche einsprühen. Hell stellen, Temperatur etwa 12 - 15°. Sie werden teilweise grün (Solanin), was aber für die Pflanzengesundheit förderlich ist. Kurze, kräftige Keime sind erwünscht. Die vorgekeimten Kartoffeln erst bei Bodentemperaturen von mindestens 5 - 7° auspflanzen, das ist meistens erst A - Mi 4 der Fall.

Kartoffeln - Aufzucht

Knollen erfrieren bei -1 bis -3°, die Sprossteile bei - 1.5 bis -2°. Etwa Mi 4 nicht vorgekeimte mittelfrühe Kartoffeln unter Folie ausbringen, Spätkartoffeln spätestens A 5. Dazu Furchen ziehen in Ost-West-Richtung, Kompost und Gesteinsmehl darin verteilen und die Kartoffeln hineinbetten. Die Erdabdeckung sollte etwa 5 cm hoch sein, damit die Sonne die Erde genügend erwärmen kann. Bei Spätfrostgefahr mit Vlies abdecken oder mit Baldrianextrakt (1/2 Teelöffel auf 5 l lauwarmes Wasser) bespritzen. Benötigt werden für 100 Pflanzen 8,5 kg Saatgut.

Bei 15 cm Höhe ca. 8 cm hoch anhäufeln, ebenso bei Frostgefahr, dadurch wird die Ernte größer. Spätkartoffeln sollten vor Ende Juni angehäufelt sein. Mulchschicht über den Hügel legen. Dreimal gießen mit Gemisch aus verdünnter Beinwell- und Brennesseljauche. Spätsorten werden geerntet, sobald das Kraut welk geworden ist. Frühkartoffeln sind besonders fruchtbar, wenn man sie unter Mulchfolie zieht. Den Boden gut vorbereiten mit Kompost und Steinmehl, die vorgekeimten Kartoffeln 70 x 40 cm flach in den Boden drücken und mit Folie abdecken. Später dort einschneiden, wo die Pflanzen die Folie sichtbar anheben. Anhäufeln, Hacken und Jäten entfällt, nur auf Feuchtigkeit bei der Knollenbildung ist zu achten. Kartoffeln, kurz vor Neumond gelegt, sollen besonders ertragreich sein und sich länger im Lager halten.

Grüne Kartoffeln enthalten Solanin, sie sollten nicht gegessen werden.

Enthält hochwertiges Eiweiß unter der Schale (2%), 11 Vitamine (u. a. B1,2,6, C!, E, Folsäure), Asparagin, Glykoalkaloide, Glykoproteine, Stärke, 15 Mineralstoffe u.a. Calcium, Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor, aber nur ganz wenig Nitrat. Ballaststoffe, Biophenole (Chlorogensäure u.a.) und Carotinoide in den bunten Sorten. Die Knolle besteht zu 80% aus Wasser, zu etwa 15% aus Stärke, sie enthält fast kein Fett (0,1%). - 100 g gekochte Kartoffeln enthalten nur 300 Kilojoule = 70 Kilokalorien.

Die meisten Wirkstoffe werden erhalten, wenn die Kartoffeln als Pellkartoffeln gedämpft werden. Der Nährwert steigt, wenn Kartoffeln zusammen mit tierischem Eiweiß (Fisch, Quark) genossen werden. Bei einem Versuch an der Uni Sydney stellten sich Kartoffeln als das Nahrungsmittel heraus, das am längsten das Gefühl der Sättigung vermittelte.

Man steckt 8 Kartoffeln in das kleine Kartoffelbeet hinein und erntet, indem man die Eckstifte herauszieht. 27 kg groß ist die Ernte. Sieglinde ist besonders für den Hausgarten geeignet. Frühe Reife, Krebsfestigkeit. Nicole hat gute Einlagerungsqualitäten. Besser noch die Vorkeimkiste: Annabelle, Gloria und Sieglinde sind seine frühesten Sorten. Sie können schon im Juni geerntet werden, also etwa 10 Tage früher. Dazu werden die Kartoffeln hell und zimmerwarm aufgestellt, um die Keimbildung anzuregen. Dann nicht zu warm bei 8 -12° weiterwachsen lassen. Wenn diese 4 cm lang sind, wird gepflanzt. Die Kiste braucht 2,5 kg Kartoffeln.

Nur mit Kompost arbeiten, das verdrängt fast jede Infektion von Kartoffelkäfern.

Kartoffeln - Ernte

Ab Mi 6 können schon die ersten Frühkartoffeln geerntet werden, die eigentliche Haupternte beginnt ab Juli, sie dauert bis Mi 8. Kartoffelernte
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Die Schale sollte sich nicht mehr abreiben lassen. Ausgraben und einige Tage bei trockenem Wetter liegen lassen. Das erhöht auch die Resistenz gegen die Krautfäule, falls ein Teil der Kartoffeln als Saatgut verwendet werden soll. Saatkartoffeln auswählen aus reichtragenden Pflanzen mit vielen Augen, mit etwa 70 - 80 g sind sie besonders fruchtbar. Gelagerte Kartoffeln, die von Pflanzen stammen, die mit Krautfäule infiziert waren, besprüht man leicht mit unverdünntem Knoblauchtee.

Kartoffelkraut vernichten wegen Infektionsgefahr, auch keine Knollen in der Erde zurücklassen wegen Übertragung von Krankheiten und Schädlingen.


Fruchtfolge

Kartoffeln - Fruchtfolge

Für den Kartoffelanbau gibt es je nach Bundesland unterschiedliche gesetzliche Regelungen, wie oft hintereinander Kartoffeln angebaut werden dürfen (erhöhte Kartoffelkäfergefahr).

Vierjahresabstand einhalten. Geeignet als Vorkulturpflanze für Erdbeeren, Wintersalate und -gemüse.

Nachfrucht: Buschbohnen, Grünkohl, Kopfsalat, frühe Möhren und Radies.

Günstig: Bohnen, Dill, Kapuzinerkresse, Kopfkohl, Kümmel, Mais, Puffbohnen, Ringelblume.

Kartoffeln unterdrücken Unkraut aller Art, sie wachsen gut auf neu umgebrochenem Boden und hinterlassen eine fruchtbare Bodengare für die nächstfolgenden Pflanzen.

Kartoffeln - Nachbarschaften/ Mischkulturen

Unverträglich mit Erbsen, Grünkohl, Gurken, Knoblauch, Kohl, Kürbis, Paprika, Rote Bete, Sellerie, (Sonnenblumen und Weizen wegen der Gefahr von Drahtwürmern), Tomaten, Topinambur, Zucchini, Zwiebeln.

Mischkultur mit Buschbohnen, Buscherbsen, Dill, Kamille, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohlrabi, Koriander, Kümmel, Lein, Mais, Meerrettich (vertreibt den Käfer), Melde, Petersilie, Pfefferminze (regt Wachstum an), Puffbohnen, Ringelblumen, Rohrschwingel, Spinat, Tagetes und Zuckermais. Diese Einsaaten beugen Befall mit der Kraut- und Knollenfäule vor, da der Pflanzenteppich verhindert, daß Regenwasser Pilzsporen von der Erde auf die Kartoffelblätter schleudert.

Gartenmelde, Kamille, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Petersilie, Pfefferminze, Ringelblumen, Spinat und Tagetes verbessern das Aroma und fördern die Gesundheit. Gegen bakterielle Krankheiten und Kartoffelkäfer an allen vier Ecken Meerrettich anpflanzen. Dort können auch die Schnecken abgesammelt werden.

Oder mit Vlies oder Mulchfolie abdecken, damit nicht dieselben Pilzsporen direkt auf die Kartoffeln spritzen.

Oder mit Pfefferminz Mentha x piperita Mitcham reihenweise zwischen die Kartoffel gepflanzt.

Studenten reihenweise zwischen die Kartoffeln gepflanzt vergraulen Kartoffelkäfer. Bohnen sorgen als Mischfrucht für ausreichenden Stickstoff. Auch sonst hoher Nährstoffbedarf. Ggf. zwei Ackerbohnen zusammen mit der Kartoffel in die Erde legen oder als Vorfrucht im zeitigen Frühjahr einsetzen. Absicheln und als Mulchschicht liegen lassen.

Auch vorjährige Gründüngung mit Leguminosen oder Roggen ist vorteilhaft.

Niemals Kartoffeln unter Obstbäumen, besonders jungen, pflanzen. Negative Beeinflussung des Obstes hinsichtlich seines Geschmacks und der Bäume hinsichtlich des Wachstums, besonders bei wiederholtem Anbau.


Sorten

Kartoffeln - Sorten

Übersicht Kartoffelsorten.

 

Die Sorten Collen, Lolita, Orla und Verita sind gut geeignet gegen Schorfflecken. Gegen Übertragung der Braunfäule sollten angewandt werden: Myrto, Phantasia, Philovita, Pyros, Vitella.

Die Tester des Bundessortenamtes beschränken sich bei ihrer Beurteilung auf Eigenschaften wie Konsistenz - locker, mittel, fest -, Kochtyp - fest kochend, vorwiegend fest kochend, mehlig- und auf Mängel im Geschmack - gering, mittel stark. Die professionellen Tester verständigten sich darauf, was unter fruchtig und erdig zu verstehen ist.

  • Schwalbe-sie brachte die dicksten Früchte hervor. Alle ihre Eigenschaften wurden positiv bewertet.
     
  • Mandel-lieferte 880 g. Am besten gefiel ihr gelbes Fleisch, ansonsten wurde sie als guter Durchschnitt eingestuft.
     
  • Linda-lieferte 920 g Knollen. Sie erreichte nur das Mittelfeld, der Geschmack wurde als zu erdig oder stärkehaltig empfunden.
     
  • Rode Ersteling-auch Red Duke of York genannt-sie brachte nur 534 g auf die Waage. Aber ihr Geschmack wurde allenthalben als Testsieger gelobt.
  • Bamberger Hörnchen-lieferte 920 g kleine Knollen. In punkto Geschmack gehörte das Hörnchen zu den drei am besten bewerteten Sorten.

  • Allians-lieferte 1018 g. Die Fleischfarbe, die Schale und die feste Konsistenz wurden als hervorragend bewertet, nur beim Geschmack fiel sie etwas ab.

 

Resistente und tolerante Gemüsesamen:

         
          Afra ist mehligkochend. Sie ist eine besonders für eine Langzeitlagerung hervorragend geeignet.
          Agria (Pötschke), aus kontrolliert ökologischem Anbau. Gut zum Frittieren. Sehr ertragreich. Bio-Kartoffel.
          Augusta (Pötschke) ist mehlig, nematodenresistent und außerdem ertragsstark. Das hellgelbe Fleisch ihrer
          rundovalen Knollen ist sehr geschmackvoll. Früh, mehlig kochend.    

  • Belana (Pötschke, TOM) ist Sieger im Geschmackstest einer großen Tageszeitung. Zum phantastischen cremig-buttrigen Geschmack kommt noch die hohe Speisequalität. Belana ist nematodenresistent und schlägt sogar ihr Vorbild Linda. Festkochend. Diese Kartoffel ist sehr robust, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Bildstar. Festkochend, resistent gegen alle Kartoffelkrankheiten. Gut als Salzkartoffel, für Salate, Püree und zur Bereitung von Pommes frites.Mittelfrüh. (Bakker).
  • Cilena (Pötschke) bewahrt ihren Kochtyp bis zum Frühjahr. Lange Zeit zu lagern. Die langovalen Knollen besitzen ein tiefgelbes Fruchtfleisch, das sich geschmacklich und optisch für Salate eignet. Sie reift sehr früh und wird wegen ihrer Resistenzen nicht von Nematoden befallen. Diese Kartoffel ist sehr robust, gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Exempla NN (Pötschke) ist besonders gut lagerfähig. Keine Blaufleckigkeit mit Resistenzen gegen Schorf, Virus, Schwarzbeinigkeit und Rhizoctonia (Wurzeltöterkrankhei)t. Gute Keimruhe im Herbst. Festkochend.
  • Gunda ist wohlschmeckend, und tiefgelb. Sie hat auch eine gute Krautfäuleresistenz. Kartoffelpüree.
  • Laura ist mittelfrüh und festkochend. Perfekt für Salate und Gratins.       
  • Quarta (Pötschke, TOM) begehrt und mit ihren roten Augen unverwechselbar. Früh-mittelfrüh, vorwiegend festkochend. Diese Qualitäts-Speisekartoffel mit kräftigem Geschmack und zahlreichen Resistenzen gegen Krautfäule, Nematoden und andere Krankheiten.

Resistent gegen Lagerfäule:

  • Axona mit hellroter Schale, vorwiegend festkochend, bleibt von der Lagerfäule weitgehend verschont.
  • Princess, früh. Festkochende Speisesorte mit exzellentem Geschmack und dunkelgelber Fleischfarbe. Hervorragende Sorte für Auflauf-, Gratin-, Pell- und Salzkartoffel. Gut für Hobbygärtner.
  • Sarpo Mira gilt als die Sorte, die der Pilzkrankheit weitgehend widersteht. Sie reifen mittelspät und sind festkochend.
  • Toluca ist mittelfrüh, vorwiegend festkochend. Sie besitzt sehr gesundes Laub. Ihre Knollen sind allerdings etwas empfindlicher als ihre Triebe. Wichtig: Nur bei trockenem Boden und achtsam ernten.

Allians, Exempla, Granola, Krone, Laura, Nicola könnnen einigermaßen mithalten, sie sind festkochend. Eine mehlig kochende Sorte ist Adretta.


Nahrung

Kartoffeln - Inhaltsstoffe

In den dünnen Schalen der Frühkartoffeln sind viele Mineralien und Vitamine gespeichert, man kann sie mitessen.Kartoffeln
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Kartoffeln - Lagerung

Beschädigte Knollen sofort verbrauchen, geringe Beschädigungen verheilen, wenn sie eine Woche lang im Dunklen bei 14 - 18° aufbewahrt werden.

Lagerung im dunklen Keller (das lichtempfindliche Vitamin B2 wird dadurch erhalten), mit hoher Luftfeuchtigkeit, Idealtemperatur nicht über 5°. Bei niedrigeren Temperaturen werden sie süß, höhere Temperaturen und Licht fördern die Keimbildung. Bei höheren Temperaturen bauen die Knollen den Zucker wieder in Stärke um, falls sie nicht zu lange unter dem Gefrierpunkt gelagert waren.

Keimhemmende Substanzen sind schon nach 8 Wochen meistens abgebaut. Sie sind nicht mehr zugelassen.

Gegen vorzeitiges Keimen im Winterlager (ab etwa 8°) hilft häufiges Umschichten und Abdunkeln.

Natürlich wirkende Keimhemmer sind: Äther, Öle von Basilikum, Fingerhut, Jasmin, frischer Katzenminze, Knoblauch°, Kümmel (Carvon), Lavendel, Pfefferminz (abdecken mit Kraut) oder anderen Minzpflanzen, Rosmarin, Salbei, Thymian bzw. die Pflanzen selbst. Die Gerüche gehen nicht in die Kartoffeln über.

Oregano und Zatar Parsi (Satureja thymbra) schützen am besten gegen Nassfäule-Befall (Griechische Erfahrung).

Brennesselblätter halten die Kartoffeln länger frisch.  - °Knoblauchzehen, verteilt auf das ganze Lager, vermindert außerdem Pilzbefall.

Immer für ausreichende Lüftung sorgen.

Gekochte Kartoffeln im Kühlschrank aufbewahren.

Kartoffeln - Zubereitung/ Küche

In Hinsicht auf den Gehalt von Acrylamid sollte man Kartoffeln nicht über 175° erhitzen, siehe Inhaltsstoffe Obst/Gemüse A-B. - Acrylamid und Gesunde Ernährung, Gesundes Leben_Krankheiten - Wechselbeziehungen_Pflanzen, Nahrungsmittel, Krankheiten - Krankmachende Stoffe und Einwirkungen

Der Verbrauch an unbearbeiteten Kartoffeln in Deutschland betrug 33 kg im Jahre 2003, an bearbeiteten Kartoffeln wurden 34 kg verzehrt. Damit haben sich die Verbrauchszahlen in wenigen Jahren eindeutig in Richtung bearbeitete Kartoffeln verschoben. Vor 100 Jahren wurden noch 200 kg/Jahr verzehrt. 


Schadbilder

Kartoffeln - Spezifische Krankheiten

Der Kartoffelkäfer lebte bis ins 17. Jahrhundert nur in Mexiko, wo er sich von den Blättern der Büffelklette ernährte. Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte man ihn in den Rocky Mountains und taufte ihn als Colorado Beetle. 1877 wurde er in Liverpool und Rotterdam, aber auch schon bei Köln und Torgau gesichtet. 1914 wurde ein mittlerweise riesiger Bestand an der Unterelbe mit großem Aufwand vernichtet, doch das half wenig. - Etwa 100 weibliche Kartoffelkäfer produzieren genügend Nachwuchs, um einen Hektar Kartoffelfläche kahlzufressen. - Inzwischen kommen synthetische Pyrethroide oder das Bakterium Bacillus thuringiensis zum Einsatz.

 

Krankheitsbilder/ Schädlinge
Grüne Pfirsichblattlaus [Myzus persicae]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Aprikosen, Gurken, Kirschbäume. Myzus persicae. Grünliche Insekten ohne Flügel, ca. 3 mm lang. Im Frühling und Sommer entwickeln sich auch geflügelte Weibchen, die für Weiterverbreitung sorgen, z.B. durch Wind. Überwinterung als Ei. Benutzt mehrere hundert Pflanzen als Sommerwirt, z.B. Gurken, Kartoffeln, Kohl, Paprika, Salat; Zierpflanzen und andere Obstbäume wie Mirabellen und Pflaumen. Sehr oft auch an Zimmerpflanzen anzutreffen. Die Blätter kräuseln sich, werden blasser und fallen schließlich ab. Junge Triebe wachsen nur noch langsam. - Diese Laus gilt als besonders schädlich und sie ist resistent gegen Gifte aller Art.

Kartoffel. Die Kartoffel kann Sommerwirt sein. Die Laus überträgt Viruskrankheiten auf Kartoffeln.

 

 

 

Aprikosen. Brennesselauszug spritzen. Marienkäfer-Larven. Niem.

Pfirsichbäume. Brennesselauszug spritzen. Marienkäfer-Larven. Niem. Nützling Macrolophus nubilus.

Salat. Gegen die grüne Salatblattlaus sind resistent: Caterina, Comina, Dynamite, Estelle, Fiorella, Katinga, NUN 4002 LT, Sylvesta (alle Hild), Fiorella (Hild, Kiepenkerl).

Aprikosen, Pfirsichbäume. Nützlinge fördern wie Florfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer.

Kirschbäume. Kapuzinerkresse auf die Baumscheibe säen.

Kohl. Koriander anpflanzen.

 

Kalimangel

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Bei organisch gedüngten Böden selten, aber auch dort möglich bei Trockenheit. Außerdem bei Moor- und Sandböden. - Wachstum verringert. Die Abstände der Blattansätze sind gering, Blätter fühlen sich steif an. Blattränder werden braun und trocken, bei starkem Kalimangel breiten sich die braunen Stellen aus, das Blatt fällt ab. Knollen haben dunkle Flecken, sie werden sogar bei starken Mangelerscheinungen vollkommen schwarz und verkorken. - Die Symptome ähneln denen der Krautfäule. Der Unterschied ist besonders augenfällig an den Blättern, die an der Unterseite stets bei der Infektionskrankheit viele weiße Sporenbehälter aufweisen.

Kiefern. Kalimangel durch Buchdrucker und Waldgärtner. Braunes Bohrmehl, rötlich-braune Verfärbung der Krone.

Rote Beete. Kaliummangel. Stärkere Blattfarbe als normal, Blätter sind wellig und haben Höcker. Siehe 'Nährstoffmangel/-überschuss.

Rote Beete. Mit Kali düngen, z.B. Beinwelljauche, Holzasche, Knochenmehl.

Beinwelljauche oder Farnkrautbrühe gießen. Neudorffs Pflanzenkali. Kompost in Wasser aufweichen und gießen. Kalimagnesia.

Kartoffeln. Mulchen und für genügend Feuchtigkeit sorgen. Gesteinsmehl, Holzasche oder Knochenmehl bei der Pflanzung zugeben. Bei langanhaltenden Regenfällen Komposthaufen abdecken, um Kali-Auswaschung zu verhindern.

Kartoffelkäfer [Leptinotarsa decemlineata. (Chrysomelidae)]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Leptinotarsa decemlineata. Blattkäfer (Chrysomelidae).

Kartoffeln, Tomaten. Beruht auf der Fähigkeit, dass Kartoffelkäfer mit Hilfe von Bacillus thurengiensis gespritzt werden. Spruzit in doppelter Konzentration gegen Junglarven und Käfer spritzen oder stäuben. Niemspritzung (Larven). Neem-Azal T/S. Pflanzen mit Stärkemehl Mondamin oder Gesteinsmehl bestäuben (vor allem Blattunterseite). Zum Stäuben eignen sich vor allem warme, sonnige Vormittagsstunden, dann sitzen sie auf den Blättern. Bakterienpräparat Novodur FC oder Nützling Podisus maculiventris gegen die jungen Larven einsetzen. Mit Farnkraut mulchen oder mit Farnkrautbrühe spritzen.

Leptinotarsa decemlineata Chrysomeliae. Dieser Blattkäfer ist schwarzgestreift, 10 mm lang, frisst an den Blättern ab 4. Larven rotgelb, ca. 15 mm lang, fressen ab 5. Käfer überwintern bis zu 50 cm tief im Boden. Sie kommen etwa zeitgleich mit der Vollblüte des Löwenzahns aus dem Boden. Eier gelblich an Blattunterseiten, 1,5 mm. Zur Verpuppung kriechen die Larven in den Boden. Die Käfer überwintern bis zu 50 cm tief im Boden. Ein Weibchen legt bis zu 2400 Eiern. - Käfer und Larven fressen die Blätter ab (Skelettierfrass), Jungkäfer fressen an den Knollen.- Gelegentlich werden auch Auberginen, Tabak, Tollkirschen und Tomaten befallen. In heißen Sommern können drei Generationen gebildet werden.

 

Kartoffeln, Tomaten. Ablesen. Spruzit in doppelter Konzentration gegen Junglarven und Käfer spritzen oder stäuben. Niemspritzung (Larven). Neem-Azal T/S. Pflanzen mit Stärkemehl Mondamin oder Gesteinsmehl bestäuben (Vor allem Blattunterseite). Zum Stäuben eignen sich am besten warme, sonnige Vormittagsstunden, dann sitzen sie auf den Blättern. Bakterienpräparat Novodor FC oder Nützling Podisus maculiventris gegen die jungen Larven einsetzen. Tee aus Lebensbaum-Trieben vergällt den Larven des Kartoffelkäfers den Appetit. Schwächer wirken Rainfarn und Essigbaum-Extrakte. Thuja

Kartoffeln, Tomaten. Nützlinge: Amseln, Fasanen, Stare. Eidechsen, Kröten. Laufkäfer und deren Larven, Raubwanzen, Raupenfliegen, Schildwanzen. Abwehrend: Erbsen, Farn, Kapuzinerkresse, Meerrettich, Pfefferminz, Saubohnen, Spinat und Taubnessel. Alle Krautreste restlos vom Boden entfernen. Keinen Mineraldünger verwenden, nur Kompost, Steinmehl und Brennesseljauche. Keine stickstoffbetonte Düngung. Mit Steinmehl oder Algenkalk stäuben.

Kartoffelkäfer werden vertrieben durch Kapuzinerkresse, Meerrettich und Pfefferminze.

Kartoffelkrebs [Synchytrium endobioticum]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Synchytrium endobioticum. Eine Krankheit, die sich auszeichnet durch den Befall von Lentizellen, aber niemals die Wurzeln. Die Staude kann noch kräftig erscheinen, aber die Kartoffelknollen sind schon stark beeinträchtigt. Es ergibt dann nur ganz wenig Ernte.

 

 

Meldepflichtig!

Kartoffelringfäule [Clavibacter michiganensis/Ralstonia solanacearum ]

Kartoffelringfäule. Sie stellt überall eine große Gefahr dar. Die EU stellt sie dar als ein Quarantäneschaderreger, der aber mit einigen anderen Symptomen nicht verwechselt werden darf.

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Meldepflichtig!

Kartoffelschorf [Streptomyces scabies]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln. Streptomyces scabies. Pilzkrankheit, vor allem aktiv in sandigen, trockenen Böden, auch bei überkalkten Böden und bei Trockenheit.- Schorfige Flecken auf den Kartoffeln, können auch in die Tiefe gehen, meist dunkelbraun und rissig. Ertrag bleibt normal, Haltbarkeit und Qualität leiden. Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode.

Kartoffeln. Etwas Borax ausstreuen. Nicht frisch mit Kalk düngen oder überdüngen, dadurch wird Bor festgelegt und der Pilz gefördert. Gilt vor allem für sandige Böden. Gesteinsmehl mit Mangan und viel Silizium einarbeiten. Nach Pflanzung drei Wochen feucht halten. Schorfhemmend ist vorherige Gründüngung mit Lupine, Roggen, Senf oder Wicke. Ausreichende Humusversorgung. Fruchtwechsel 4 Jahre. Gesundes Saatgut verwenden. Resistentere Sorten wie Hela (fr), Revelina (fr), Birgit (fr), Clivia (mf, aber stark durch Braunfäule gefährdet), Dunja (mf), Grata (mf), Aula (sp) Palma, Prima, Sirtema verwenden. Fortuna (f) und Datura (sp) sind dagegen stark gefährdet. ENVIRepel?

Nassfäule [Pectobacterium carotovorum, usw.]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Bartiris. Man darf nicht zögerlich sein und die kaputten Teile der Rhizome wegwerfen. Auch Stickstoffzufuhr ist nicht gerade günstig. Nassfäule.

Kartoffeln. Erwinia carotovora. Vor allem Lagerkrankheit, durch Pilze verursacht. Die Knollen werden innen faul, beim Anfassen wird die Schale sofort eingedrückt, die ganze Knolle verliert ihre Form.

Orchideen, Knabenkräuter. Blätter und Neutriebe sind befallen, sie riechen übel, werden braun.

Schwertlilien. Stängelbasis fault, ebenso der Wurzelstock.

Kartoffeln. Kranke Knollen sofort entfernen und vernichten.

Schwertlilien. Faules herausschneiden und mit Kohlepuder behandeln. Sonst vernichten.

Kartoffeln. Keine stickstoffbetonte Düngung, Pflanzkartoffeln sichten, desgleichen sofort bei der Ernte. Nicht bei der Ernte auf infiziertes Laub werfen. Möglichst trockenes, sonniges Wetter abwarten, Knollen auf dem Feld trocknen lassen. Stets Keller lüften, wenn möglich.

Schwertlilien. Große Feuchtigkeit vermeiden.

Pulverschorf [Spongospora subterranea]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln. Spongospora subterranea. Der Pilz befällt die Wurzeln und Stolonen (unterirdische Stängelteile) von Nachtschattengewächsen, richtet aber nur größeren Schaden bei der Kartoffel an. Die Qualität und Lagerfähigkeit wird beeinträchtigt. Die Schale vorzeitig geernteter Kartoffeln ist voll von gelblichen Warzengebilden. Diese werden später zu dunklen Pusteln. Im Lager platzen sie sternförmig auf. Es rieselt 'Pulver' heraus, die Dauersporen des Pilzes. Ansteckungsgefahr für gesunde Kartoffeln! Auch das Fleisch kann mit befallen werden, so daß die Kartoffeln ungenießbar werden. Die Dauersporen sind mehrere Jahre lebensfähig. - Verwechslungsgefahr mit dem Flachschorf, der bei zuviel Kalk im Boden entstehen kann.

Kartoffeln. Kranke Kartoffeln im Lager entfernen.

Kartoffeln. Warmes Wetter, stauende Nässe und saurer Boden fördern den Befall. Böden mit 5,5 pH oder weniger sollten aufgekalkt werden. Tiefenlockerung durch Bokharaklee, Lupinen, Luzerne und Rübsen. Gesundes Saatgut verwenden. Weiter Fruchtwechsel von mindestens 5 Jahren.

Schleimkrankheit [Ralstonia solanacearum]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln. Bakterienkrankheit, in einigen europäischen Ländern schon eingeschleppt, z.B. den Niederlanden. Auch der Bittersüße Nachtschatten wird davon befallen, ohne aber sichtbar zu erkranken, er kann die Krankheit weitergeben an die Kartoffeln.

Schwarzbeinigkeit [Erwinia phytophthora]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Bohnen. Keimlingskrankheit. Der Keimlingstrieb wird schwarz und dünn. Pilzkrankheit.

Kartoffeln. Erwinia phytophthora. Pilzkrankheit. Die Pflanzen kümmern. Die Blätter sind gelblich verfärbt, die Fiederblätter nach oben gerichtet. Innerhalb des Erdreichs sind die Stängel abgestorben, die Knollen weich und breiig.

Levkojen. Durch zu frühes Aussäen kann man damit rechnen, daß eine Schwarzbeinigkeit hervorgerufen werden kann. Abhilfe Kamillentee.

Löwenmäulchen. Pythium debaryanum/Rhizoctonia solani. Keimlinge und Jungpflanzen werden vom Pilz befallen. Dieser lebt im Innern der Pflanze. Bodenverdichtung, hohe Luftfeuchtigkeit, saure Böden und Staunässe fördern die Krankheit.- Rötliche, eingeschnürte Stellen an der Stängelbasis, die schnell trocknen, bewirkt Umfallen der Pflanze.

Kartoffeln. Vernichten.

Bohnen. Feuerbohne Mergoles (N&G) ist resistent.

Kartoffeln. Abwarten mit der Pflanzung, bis sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Knollen in Ackerschachtelhalmbrühe tauchen für etwa 15 Minuten. Nicht zu tief legen.

Wachstumsrisse

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln. Die Kartoffeln platzen spaltenförmig nach trockenen Perioden mit nachfolgendem starkem Regen.

Sellerie. Sie entstehen oft bei starken Regenfällen nach vorangehender langer Trockenheit.

Kartoffeln, Sellerie. Boden mit organischem Material abdecken

Wurzelfliegen [Delia platura, Hylemya platura]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln, Salat, Spinat. Delia platura syn. Delia liturata. Hylemya platura. Befällt auch Erbsen, Gurken, Mais, Salat, Spargel, Spinat, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln und anderes Gemüse, besonders bei kalter Witterung. Dagegen ist trockene Hitze für die Entwicklung des Schädlings hinderlich. Keimblätter werden von Larven im Boden gefressen, auch die Triebspitze wird befallen, so daß das Wachstum verlangsamt wird; teilweise fressen sie in den Stängeln. Puppe überwintert im Boden. Eiablage an die Keimlinge. 3 Generationen je Jahr können auftreten, die erste zwischen 3 - 5. Fliege sieht der Stubenfliege ähnlich.

Tomaten. Keimblätter werden von Larven im Boden gefressen, auch die Triebspitze wird befallen, so dass das Wachstum verlangsamt wird; teilweise fressen sie in den Stängeln.

Wurzeltöterkrankheit [Rhizoctonia solani/crocorum]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Kartoffeln. Rhizoctonia solani/crocorum. Der Pilz überwintert an den Knollen, im Frühjahr werden die Keime und Wurzeln befallen. Dunkle Stellen an den Triebspitzen, Triebe sterben ab. Die oberen Blätter rollen sich ein und hellen sich auf. Der Stängel hat braune Flecken, man erkennt die rotbraunen Pilzfäden. Bei anhaltender Nässe bildet sich am Stängelgrund ein weißes Gespinst. An den Knollen sind dunkelbraune Flecken sichtbar, ohne daß die Schale beschädigt ist. Manchmal auch Erscheinungen wie Drahtwurmfraß. Auf den Löchern sitzt dann ein vertrockneter Pfropfen. - Vor allem Doldenblütler sind betroffen.

Kartoffeln. Sortenwahl. Nur gesunde Knollen als Saat verwenden, vor Pflanzung gut vorkeimen und in Lehmbrei eintauchen. Nicht in schwere nasse Böden ausbringen, nicht zu früh, nicht zu tief. Pflanzen stäuben mit Algenkalk oder Gesteinsmehl. Fruchtfolge von drei Jahren einhalten.


Links

Kartoffeln - Links

Kartoffeln (alte Sorten)

Baldur-Garten www.baldur-garten.de
Gärtner Pötschkehttp://www.poetschke.de
Kartoffel Spezialitäten Altmark Gerhard Wacha, Jeebel 17, 29416 Riebau www.kartoffel-spezialitaeten.de
Bioland Bauerhof Karsten Ellenberg, Ebstorfer Str. 1, 29576 www.kartoffelvielfalt.de
Naturwuchs Gärtnerei, Bardenhorst 15, 33739 Bielefeld (Vilsendorf) www.naturwuchs.de

Kartoffeln, widerstandsfähig

Ahrens und Sieberz www.as-garten.de
Poetschke www.poetschke.de
www.biogartenversand.de
www.Baldur-Garten.de
www.kartoffel-spezialitaeten.de 80 Sorten Kartoffeln in Bio-Qualität
Bioland Hof Jeebel, Biogartenversand GbR, Jeebel 17, 29416 Riebau www.biogartenversand.de Gesunde Kartoffeln
Gärtnerei Naturwuchs www.naturwuchs.de

Kartoffeln, Linda www.erlesene-kartoffeln.de