Spitzwegerich [Plantago lanceolata]


Botanischer Name
Plantago lanceolata
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Heufressa, Ripplichrut, Roßrippe, Spießkraut, Wegetritt, Lungenkraut, Schlangenzunge
Spitzwegerich - Einleitung

Allgemeine Informationen

Plantago lanceolata. Wegerichgewächse.

Plantago_lanceolata
Bild: Botanikus

 

Siehe Reiter 'Heilkunde'.

Spitzwegerich - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Plantago lanceolata.

Sammelzeit: Blätter vorzugsweise im Frühjahr, auch während des Sommers, 5 - 9.

Wirkstoffe: Apigenin, Aucubin, Bitterstoffe, Catalpol, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykosid, Iridoidglykoside (2-3 %, manchmal bei ganz jungen Pflanzen auch 9%), Kalium (!), Kieselsäure, Luteolin, Phenolcarbonsäuren, Saponin, Schleim mit Arabinose, Galactose, Glucose. Zink (!). Eine antibiotische Wirkung ist nachgewiesen durch das Aucubin, aber eigentlich ist es nur in Kaltauszügen noch sehr gut.

Volksmedizin

 

Plantago lanceolata.

Plantago_lanceolata
Bild: Botanikus

Antibakteriell. (Keuch-)Husten, Asthma, Bronchialanfälle mit Fieber, Durchfall, Heiserkeit, Katarrhe, Steinleiden, Wechselfieber. Selbst bei Keuchhusten, Bronchial- und Lungenasthma kann er in der begleitenden Therapie mit Erfolg eingesetzt werden. Spitzwegerich wirkt zudem blutreinigend und krampflösend. Entzündungen im Mundbereich. Tee oder frischer Presssaft, letzteren kann man mit anderen Säften mischen wegen seines Geschmacks, z.B. mit Apfelsaft. - Der Saft wird wie folgt hergestellt: 1.000 g Spitzwegerichblätter zerkleinern, 1 l Wasser, 1 kg Zucker und 500 g Honig zugeben. Köcheln lassen, bis er ganz dick wird. Sehr kühl aufbewahren, jeweils 1 Esslöffel davon nehmen. - Ein Spitzwegerichblatt auf eine Wunde gelegt bewirkt, dass sie nicht eitert. Ein zerdrücktes Blatt auf eine Insektenstichwunde gelegt, lindert Schwellung und Juckreiz. Die frischen Blätter können auch Quark, Salate und Weichkäse würzen. Fiebriger Lungen- und Bronchialkatarrh wird nachgewiesen durch das Mittel Aucubin. - Fertigsaft-Präparate enthalten zum Teil sehr viel Zucker.

Tee: 2 Teelöffel mit 150 ml siedendem Wasser übergießen und abseihen. 10 Minuten ziehen lassen, dann 2 - 3 Tassen täglich trinken.

Leser Stefan F. aus Wien ergänzt:

Spitzwegerich ist das beste (besser als irgendwelche Salben) gegen Insektenstiche.

Die Blätter gründlich zerkauen, und den enstehenden Blätter-Matsch auf den Stich legen und eintrocknen lassen.

Sogar Wespenstiche bei Allergikern erzeugen so, ausser bei ganz schlimmen Fällen, keine, oder kaum Reaktionen.

Letzten Sommer wurde ein Freund (starker Wespenallergiker) von mir beim Grillen am Gaumen von einer Wespe gestochen. Er hatte seine Medikamente nicht mit.Darauf hab ich sofort die Rettung gerufen, ihm aber auch einige Blätter Spitzwegerich zu kauen gegeben (Mit der Anweisung den entstehenden Matsch ganz langsam Stück für Stück zu schlucken). Ergebnis: Keinerlei Schwellung, und die Rettung wurde abbestellt.

Selbst habe ich das ganze auch schon oft versucht (findet man ja in gemäßigten Breiten auf jeder Wiese). Ich hatte damit noch nie einen richtigen Dippel von Wespen- oder Bienenstichen (nicht größer oder schmerzhafter oder langandauernder als ein Gelsenstich).

Spitzwegerich hat nach Berechnungen einen Inhaltsstoff (oder mehrere) der in etwa 1.000.000x stärker entzündungshemmend wirkt als Acetylsalicylsäure (Aspirin). Man konnte Ihn. oder die Zusammenwirkung allerdings noch nicht nachweisen, da der Stoff (oder die Stoffe) in zu geringer Menge vorliegen müssen (eben 1.000.000x stärker macht für die Wirkung v 1 Aspirin ca 0,0000005 Gramm)

 

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