Pfefferminze [Mentha x piperita]


Botanischer Name
Mentha x piperita
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Pfefferminze - Einleitung

Allgemeine Informationen

Mentha x piperita, Pfefferminze
Mentha x piperita, Pfefferminze
Bild: Botanikus

Mentha x piperita. Lippenblütler. Minze.

In 2004 Arzneipflanze des Jahres.

 

Siehe auch Kräuter-Gewürze

Pfefferminze - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Leichter, humusreicher, kalkiger Lehmboden, auch moorig, feucht. Trockene, verdichtete schwere Böden sind ungeeignet.

Lage

Nicht zu sonnige, warme Lage, vor Gehölzen auch leicht schattig. Wärme fördert das Aroma, Hitze ist unbekömmlich.

Breitet sich schnell aus und verdrängt alle anderen Pflanzen. Wucherung kann eingedämmt werden durch Bepflanzen von Töpfen oder Eimern ohne Boden oder breiten Brettern im Quadrat, die in den Boden eingelassen werden. Beide sollten etwa 5 cm herausstehen.

Aufzucht

Düngung mit reifem Kompost vor der Pflanzung, zuviel Düngung vermindert das Aroma. Abstand 50 cm. Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Bach-Minze (Mentha aquatica) und Waldminze (Mentha spicata).

Liebhaber pflanzen ihre Minzen in den Topf, weil das Tee- und Würzkraut bei viel Platz gern Ausläufer treibt.

Ernte

Ernte 6/7 nach Verdunsten des Taues vor der Blüte, zweite Ernte 9. Er darf keinen Samen ansetzen, sonst ist Aromaverlust die Folge.

Lagerung

Nach Schnitt schnell trocknen, nicht über 35°, und in einem gut schließenden Behälter aufbewahren. Feuchtigkeit macht sie unwirksam.

Überwinterung

Im Winter mit Fichtenreisig gegen Kahlfröste schützen.

Vermehrung

Vermehrung durch krautige Stecklinge, ca. 8 -10 mm lang.

Nachbarschaften-Mischkultur

Pfefferminze verbessert auf Baumscheiben den Geschmack des Obstes, ebenso den von Kartoffeln, Salat und Tomaten. Mischkultur mit Kohl (Kohlweißling), Möhren, Tomaten.

Pfefferminze liebt die Nähe von Brennesseln, man kann sie, zwischen die Pfefferminze gesät, als Salat oder Gemüse verwenden.

Ungünstig: Mischkultur mit Petersilie ist ungünstig.

Fruchtfolge-Fruchtwechsel

Bastardpflanze, nach zwei Jahren droht Rückkreuzung. Deshalb alle zwei Jahre umpflanzen, auch weil Krankheiten drohen.

Günstig: Brokkoli, Grünkohl, Kopfkohl, Rosenkohl.

Pfefferminze - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten
Häufige Pflanzenkrankheiten


Pfefferminze - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Mentha arvensis. Bananen-Minze. Mit Pudding oder Fruchtdessert hatte man neue Wege beschritten.

piperascens. Urbild des berühmten japanischen Minzöls. Auch japanische Heilminze genannt.

Mentha x piperita var. citrata, mit Zitronengeschmack. Höhe 80 cm. Blätter rotgrün. Sonne bis Schatten. Sie neigt zum Wuchern. Die Blätter duften nach Zitrone und Menthol und verleihen Fruchtsalat und Eistee ein sanftes, frisches Zitronenaroma.

Mentha pulegium, Poleiminze, besonders stark riechend. Höhe 50 cm. Giftig, Einsatz z.B. gegen Fliegen. Boden feucht. Sonne bis Schatten.

Mentha x piperita Mitcham. Englische Pfefferminze, 100 - 120 cm. Standort feucht. Rostanfällig, deshalb sollte sie jedes Jahr umgepflanzt werden in humose, feuchte Erde. Schatten und Halbschatten.

Mentha suaveolens, mit Apfelduft. Höhe 70 cm. Weiß gefleckte, haarige Blätter. Sonne, Halbschatten.

Variegata, mit Ananasduft.

Mentha spicata, Black-Spearmint-Minze, stark riechend, 80 cm.

1696 in England entdeckt (mit Sauce zu Hammelbraten). Es bestehen verschiedene Rassen. Verwendung für Eintöpfe, Fischgerichte, Gemüse, Salate, Suppen. Dreimal im Jahr kann geerntet werden, am besten zur Zeit der Knospenbildung. - Vermehrung durch Stecklinge, der Samen fällt nicht sortenrein aus. Alle zwei Jahre umsetzen, sie tendieren dazu, sich wieder in ihre Vorstufen zurückzuentwickeln. - Aufbewahrung nur in Gläsern, Plastik wird angegriffen, dunkel, kühl, trocken. Ausgezeichnetes Mittel gegen Blähungen.

Mentha spicata var. crispa, marokkanische Minze (Bild).

Menta spicata var. crispa - marokkanische Minze
Menta spicata var. crispa - marokkanische Minze
Bild: Botanikus

Sonne, nährstoffreiche Erde. Würzt Fleisch-, Gemüse- und Salatgerichte. Mentholgehalt ist gering. Winterhart.

Mentha crispa (krause Minze) und Mentha viridis (grüne Minze).

Spielen im angelsächsischen Raum eine große Rolle. Vermehrung durch Stecklinge. Die englische Minzsoße wird zu Hammel- und Schweinefleisch gegessen.

Satureja douglasii, Indianische Minze.

Standort Halbschatten. Erde humos, kalkhaltig. Riecht intensiv nach Minze. Gewürz. Kann als Ampelpflanze gezogen werden mit 1,5 m langen, herabhängenden Trieben. Blätter sattgrün, glänzend, herzförmig. 5 - 9 mäßig gießen und düngen. Haltung umproblematisch. Nicht frosthart, verträgt Rückschnitt gut. Für beheizte Wintergärten geeignet.

Mentholhaltige Minzen sind:

Karoo-Minze, Argentina-Minze, Sizilianische Minze, Ananasminze, Mentholminze, Mojitominze, Multimenthaminze, Krausemünze, Marokkanische Minze, Russische Pfefferminze, Kärtner Minze, Chinesische Minze, Englische Pfefferminze (Citaro), Japanische Minze, Englische grüne Minze, Asiatische Minze, Türkische Minze, Spearmint, Bowles Apfelminze, Kentucky Spearmint, Tunesische Minze, Silberminze.

Pfefferminze - Verwertung als Nahrung

Zubereitung

Tee: Pfefferminztee wird gern an heißen Sommertagen getrunken.

Gewürz: Als Gewürz verbessert sie den Geschmack von Fisch, Frischkäse, Gurken, Lamm, Salaten, Soßen, Suppen, Tomaten.

Küche: Wird nicht nur in Getränken und Süßspeisen verwendet, sondern auch zum Würzen von Joghurtsoßen oder der berühmten Englischen Minzsoße.

Pfefferminze - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Enthält 2,5% äther. Öl (bis 60% Menthol, keimhemmend), Flavonoide, Bitter- und Gerbstoff, Vitamine B2, Folsäure, Niacin, Enzyme Peroxidase und Katalase, Nährsalze Kalium und Kalzium.

Volksmedizin

Sie beschleunigt die Entleerung der Gallenblase und stimuliert die Magensaftproduktion. Entzündungen im Magenbereich werden gestoppt. Bei Ermüdung, Erkältung (auch des Magens und Darms), Kolik, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Blähungen mit faulig riechenden Stühlen, Mundgeruch, auch gegen Migräne wird es zur Linderung eingesetzt. Reisekrankheiten. Bei Krämpfen und Unterleibsschmerzen.

Das ätherische Öl, äußerlich angewendet, wirkt stark antiseptisch und beseitigt den Spannungskopfschmerz. Mehrmals täglich einige Tropfen Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfe gerieben, hilft bei Spannungs-Kopfschmerzen und Migräne - genau so gut wie Schmerzmittel (Aspirin, Paracetamol). Es kann auch, wie die zerkauten Blätter selbst, gegen Zahnschmerzen eingesetzt werden. Sonst wird es hauptsächlich bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, es löst Krämpfe und Schleim und tötet Bakterien. Für Babies und Kleinkinder gelten Sondervorschriften wie bei Lavendelöl, es ist auch bei ihnen nicht als Badezusatz geeignet. - Der Tee sollte immer nur Schluck für Schluck, lauwarm und ohne Zucker, getrunken werden. - Gegen die Reisekrankheit empfiehlt sich früher Einsatz, schon einige Tage vorher dreimal täglich eine Tasse trinken, ggf. Tee für unterwegs mitnehmen.

Er senkt die Lust auf Süßes.

Nebenwirkungen

Schwangeren wird von einer Anwendung abgeraten.

Er ist auch nicht für Dauergebrauch geeignet wegen seiner stark wirkenden äther. Öle, die die Magenschleimhaut angreifen können.

Pfefferminze - Weiteres Wissenswertes

Abwehr

Abweisend gegen Ameisen, Erdflöhe, Kartoffelkäfer, Mäuse.

Nutzung