Lavendel [Lavandula angustifolia]


Botanischer Name
Lavandula angustifolia
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Lavendel - Einleitung

Allgemeine Informationen

Lavandula angustifolia. Lippenblütler. Halbstrauch.

Lavandula angustifolia, Lavendel
Lavandula angustifolia, Lavendel
Bild: Botanikus

In 2008 Heilpflanze des Jahres. 

Geeignet auch für Steingartenstauden. Lavendelsamen wird durch Ameisen verbreitet.

Lavendel wird im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken.

Lavendel - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Leichter, ziemlich kalkhaltiger, lehmig-humoser oder sandiger, kalkhaltiger, auch steiniger Boden mit gutem Wasserabzug. Er braucht nur wenig Wasser und Nährstoffe. Im feuchten, sauren Milieu gedeiht er nicht.

Lavendel benötigt Kalk, etwa alle 1 - 2 Jahre. Am besten bewährt hat sich dafür Magnesiumkalk.

Lage

Sonniger, windgeschützter Standort.

Aufzucht

Blütenähre 6 - 8, blauviolett, bis 60 cm. Auch in weiß (Alba).

Nur mit etwas Kompost düngen; Dünger, vor allem Stickstoff, macht ihn frostempfindlich. Stauende Nässe vermeiden. Vorziehen und im Mai 30 x 30 cm auspflanzen. Eine Kiesschicht um die Pflanze herum ausbringen zur besseren Wärmespeicherung, noch besser weißer Sand, auf keinen Fall dunklen Mulch verwenden. Vor der ersten Blüte zurückschneiden, damit er buschiger wird. In den folgenden Jahren nach der Blüte leicht zurückschneiden, dann entfalten sich noch die Seitenknospen. Sonst Rückschnitt der Blüte sowie des Krautes um 2 cm und ein starker Rückschnitt im nachfolgenden Frühjahr, damit er nicht von unten verholzt. Rückschnitt nach mehreren Jahren um ein Drittel. Der erste Blütenrückschnitt sollte bis Mitte August abgeschlossen sein; jedoch bei älteren Pflanzen nie in das alte Holz schneiden. Bis zu diesem Zeitpunkt düngen, jeweils zweimal im Monat. Danach nicht mehr düngen, damit das Kraut ausreifen kann. Die abgeschnittenen Triebe können gut zur Vermehrung in Anzuchterde benutzt werden, sie dürfen aber noch nicht vollkommen verholzt sein.

Wurzelfäule: Allgemein alle Pflanzen mit stark behaarten oder grauen Blättern, ebenso alle Pflanzen mit ursprünglich trockenem Standort drohen zu verfaulen, wenn sie keine richtige Dränage oder durchlässigen Boden haben. Sie stehen gut auf Trockenmauern oder lockeren Boden mit gutem Wasserabzug.

Der Lavendel kann im Frühjahr auf die harte Rinde im März zurückgeschnitten werden.

Oft mit Rosen kombiniert, vertreibt durch seinen Duft Ameisen und Läuse. Seine Erde muss dann jedoch abgemagert sein, z.B. mit Sand oder Splitt, auch eingegrabene Töpfe mit magerer Erde haben sich bewährt. Er ist dann winterhärter und duftet stärker. Dünger vermindert die Abwehrkraft gegenüber Frost und die Qualität und Menge des ätherischen Öls. Die jungen Triebspitzen können den ganzen Sommer über geschnitten und als Gewürzkraut verwendet werden, die Blüten enthalten kurz vor dem Aufgehen die höchste Konzentration an ätherischen Ölen und sind im knospigen Zustand am aromatischsten. Heutzutage wird in der Provence am meisten die Hybridzüchtung Lavandin (Lavandula angustifolia x Lavandula latifolia = Speiklavendel) verwendet. Sie ist leichter anzubauen und bietet höheren Ertrag, aber geringere Preise.

Für Süßspeisen und Kräutertees sind die längst abgeblühten Ähren am besten geeignet. Sträuße zum Trocknen werden mit samt Stängel abgeschnitten, wenn die untersten Blüten sich öffnen. Mit Bindfaden festbinden und mit den Blüten nach unten zeigend aufhängen.

Ernte

Geerntet werden die Blüten sofort nach Öffnung.

Überwinterung

Winterschutz mit Reisig in rauen Lagen, ggf. im Winter bei offenem Boden gießen, damit er nicht bei Bodenfrost mit Sonnenschein vertrocknet.

Vermehrung

Vermehrung durch Stecklinge.

Nachbarschaft

Lavendel ist gut verträglich mit Bergbohnenkraut, Bergminze, Elfenspiegel, Goldhaaraster, Federgras, Fetthenne, Heiligenkraut, Leinkraut, Nachtkerzen, Oregano, Pelargonien, Rosen, Rosmarin, Schafgarbe, Schleierkraut, Sonnenröschen, Teppichphlox, Thymian, Wollziest, Ysop, Zypressen-Wolfsmilch.

Einen guten Kontrast bildet auch gelbe Schafgarbe. -

Lavendel - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Lavandula angustifolia. Winterhart.

  • Alba, reinweiß, 40 cm, 7 - 8 blühend.
  • Dwarf Blue, dunkelblau, 30 cm, 7 - 8 blühend.
  • Grappenhall, blau, silbergraues, breites Blatt. 30 cm, 7 - 8 blühend.
  • Hidcote Blue. Die Blütenähren sind verhältnismäßig kurz, aber dafür dunkelviolett. Begleitpflanzen sind Heiligenkraut, Rosmarin, gelbe Schafgarbe, Thymian. Violettblau, 40 cm, 7 - 8 blühend.
  • Impress Purple. Höhe 75 cm. Blüte 7/8 mit intensiv violettblauen Ähren an langen Stängeln.
  • Little Lotti schmückt sich mit kurzen, rosaweißen Blüten.
  • Miss Katherine bringt lange, rosafarbene Blüten hervor.
  • Munstead. Höhe 45 cm. Frühe Blüte, größer als Hidcote, kräftiger Blauton. Dicht wachsend, auch für niedrige Hecken geeignet.
  • Irene Doyle (Two Seasons). Höhe 50 cm, schnell wachsend. Die erste hellviolette Blüte ist Mi-E 6, die zweite 9/10. In trockenen Sommern etwas wässern für die Herbstblüte.
  • ssp. alba. Höhe 60 cm. Weißblühend.

Lavandula x chaytorae Richard Grey. Höhe 1,20 m, silberlaubig, wollig-silbernes Laub.

Bekannt und beliebt wurde der Lavendel durch seine violettblau bis hellrosa Blüten, die herrlich duften. Er wird 25 - 60 cm hoch. Blütezeit: Juni - August. Der Lavendel liebt einen sonnigen Platz im Freien, fühlt sich aber auch in einem hohen Pflanzgefäß wohl. Während der Vegetations- und Blütezeit normal gießen. Düngen ist nicht erforderlich. Im Herbst, wenn die Blütezeit zu Ende geht, wird der Lavendel zurückgeschnitten, was ein buschiges Wachstum im nächsten Jahr fördert. Die Pflanze selbst überwintert problemlos im Freien. Gegossen wird solange nicht, bis sich im Frühjahr die ersten neuen Triebe zeigen. Hält man den Lavendel in einem Pflanzgefäss, so sollte er alle 3 - 4 Jahre in frische sandige, kalkhaltige Erde umgesetzt werden. Vermehrung durch Teilung beim Umtopfen oder man schneidet im Frühjahr oder Sommer noch nicht verholzte Stecklinge. Sie wurzeln schnell in sandiger Erde.

Hell, vollsonnig. Regelmäßig normal gießen. Balkon. Nicht düngen.

Lavandula stoechas, Schopflavendel.

Lavandula stoechas, Schopflavendel
Lavandula stoechas, Schopflavendel
Bild: Botanikus

Für guten Winterschutz sorgen. Er darf nicht unter -5° ausgesetzt werden. Seine Blüte ist eher unauffällig, bei den lilafarbenen Blättchen handelt es sich um Hochblätter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lavandin-Sorten, Lavandula x intermedia:

  • Alba. Höhe 100 cm. Reinweiße Blüten.
  • Blue Dwarf. Höhe 90 cm. Gut für Hecken geeignet. Lange Blütenstängel mit üppiger Blüte.
  • Sumian. Höhe 110 cm, die lavendelblauen Ähren sind besonders groß.
  • Kew Red, Schopflavendel. Höhe 50 cm. Blüte pastellrosafarbene Scheinblüten.

Für den Hauptrückschnitt unbedingt bis zum Frühjahr warten. Wenn Lavendel gerade frisch austreibt, die Pflanze um etwa ein Drittel kürzen: So bleibt sie kompakt und vergreist nicht so schnell. Die alten Blütentriebe des Echten Lavendels nach der Blüte abschneiden, beim Schopflavendel während der Saison immer wieder Verblühtes entfernen.

Lavandula heterophylla, Zimmerlavendel. 90 cm hoch.

Blüht nahezu ganzjährig blau. Verträgt etwas Frost, kann aber auch wegen seines geringeren Lichtbedarfs am Fenster oder im Wintergarten gehalten werden.

Duft-Lavendel auf Stamm.

          Wirkt dekorativ auf einem Stamm. Er bildet dauerhaft und reichlich aromatische Blüten von Juli -
          September. Sonne. Stammhöhe bis 35 cm. 

 

 

 



Lavendel - Verwertung als Nahrung

Inhaltsstoffe

Die Blüten enthalten bis zu 3% äther. Öle (Monoterpene Linalylacetat Hauptbestandteil, bis zu 60%).

Zubereitung

Gewürzpflanze: Die Blätter können zum Würzen verwendet werden, z.B. zum Hammelbraten.

 

Niemals die dünnen Stiele des Lavendels im Winter nutzen.

Lavendel - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Die ätherischen Öle sind besonders wirksam bei Schnitt- und Brandverletzungen, sie sind antiseptisch und schmerzlindernd. Das Öl wird direkt auf die Wunde geträufelt und erzielt schnelle und durchgreifende Effekte. Das Öl wirkt dabei entgiftend und verhindert die Narbenbildung. Auf die Hand und den Hals verrieben hat das Öl eine harmonisierende Wirkung. Es entlastet sogar den Kreislauf und hilft beim Einschlafen oder gegen Angstzustände. Vermischt man ein bis zwei Tröpfchen des Öls mit einem Eßlöffel Mandelöl und massiert damit die Schultern, wirkt es lockernd und wärmend. - Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Phytosterole tragen außerdem damit bei.

Volksmedizin

Sammelzeit: Blütentriebe beim Aufblühen. Die abgeblühten Blütenähren können für Süßspeisen und Kräutertees verwendet werden.

Volksmittel:

Bei Appetitlosigkeit, Blutandrang zum Kopf, Blähungen, Kolik, Übelkeit, Schwindel, Ohnmacht, Migräne, Kopfschmerzen, Schlaganfall, Nervenschwäche, Gelbsucht, Leber- und Milzerkrankungen, beginnende Wassersucht, Lähmungen, Gliederschmerzen, Rheuma und Gicht.

Bei 'Vegetativer Dystonie' besonders wirksam auf das Zentralnervensystem. Appetitlosigkeit, Blähungen, Gärdurchfälle, Schwindel, Rheuma und Gicht; Unruhezustände, Galletreibend, Schlafstörungen. Gegen hohen Blutdruck, als Beimischung für Schlaftees. Oftmals wird das Kraut dem Bad beigegeben, das beruhigt stark und erhöht den darniederliegenden Blutdruck, Rheumaschmerzen werden gelindert. Der Gerbstoffgehalt verleiht der Droge eine stopfende Wirkung bei Durchfällen, die mit Gärungserscheinungen einhergehen.

Das Lavendelöl wird bei Gicht und Rheuma als Einreibung benutzt. Es tötet Bakterien, beruhigt, erhöht den Blutdruck bei Hypotonikern, verbessert das Einschlafen, hilft bei Oberbauchbeschwerden wie Blähungen, nervösem Reizmagen, Migräne. Mehrmals täglich 2 Tropfen auf Zucker oder in Alkohol.

Tee:

2 gehäufte Teelöffel Lavendelblüten werden mit 1/4 l kochendem Wasser übergossen und nach 5 - 10 Minuten abgeseiht. Mit Honig gesüßt (ungesüßt gegen Magen- und Darmbeschwerden und bei Durchfällen) wird er langsam getrunken. Er wirkt sogar gegen Pilze und Bakterien. Gegen unreine Haut und starkes Schwitzen kann der Tee zum Einsatz kommen. Den Aufguß inhaliert man bei Asthma und Husten.

Bad:

50 - 60 g Lavendelblüten werden mit 1 l Wasser übergossen, zum Sieden erhitzt und nach 10 Minuten abgeseiht. Die Flüssigkeit wird dem Vollbad zugesetzt. Das Bad bekommt Hypotonikern (niedriger Blutdruck) besonders gut.

Nebenwirkungen

Bei Überdosis (etwa 1 g) kann es zu Magen-/Darm- und Bewusstseinsstörungen kommen.

Lavendel - Weiteres Wissenswertes

Abwehr

Der Lavendel wehrt Ameisen, Insekten, Läuse (zwischen Rosen) und Motten (Wäscheschrank) ab.

Nutzung