Eisenhut [Aconitum]


Botanischer Name
Aconitum
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Sturmhut, Wolfswurz
Eisenhut - Einleitung

Allgemeine Informationen

Aconitum. Robuste Hahnenfußgewächse.

Aconitum anthora, Gift-Eisenhut
Aconitum anthora, Gift-Eisenhut
Bild: Botanikus

Staude mit Pfahlwurzel, deren Hauptteil nach der Blüte abstirbt. Ährenartige Blüten 6 - 10, Höhe 60 bis 150 cm.

Alle Eisenhut-Pflanzen sind sehr giftig. Der blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Mitteleuropas.  Im Altertum und Mittelalter 'beliebtes' Gift.

Gute Schnittblume (aber Vorsicht beim Umgang und mit dem Standort!), am besten schneiden, wenn 1/4 bis 1/3 der Blüten geöffnet sind. Nach der Blüte bodentief zurückschneiden. Die herbstblühenden Stauden kommen auch im Schatten zurecht.

Gute Bienen- und Hummelnährpflanzen (blau und gelb), die Honigblätter sind aber fast nur von langrüsseligen Hummeln zu erreichen.

 

Eisenhut - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Boden humos, lehmhaltig, kalkhaltig, locker, feucht, nahrhaft. Staunässe verursacht Wurzelfäule oder Welke.

Viel Dünger und Wasser erforderlich. Kompostierter Stallmist, Kompost oder etwas Hornmehl im Frühjahr einarbeiten.

Lage

Sonne oder besser Halbschatten, tiefblaue Sorten gedeihen auch im Schatten.

Aufzucht

Den Wurzelbereich an einer Stelle etwas freimachen, ein oder zwei der Nebenrüben abschneiden und neu pflanzen. Lässt der Blütenflor nach vielen Jahren nach, verfährt man genauso. Die Pflanze kann bis zu 50 Jahren alt werden. Man sollte sie aber solange ungestört an demselben Platz wachsen lassen, bis sie Ermüdungserscheinungen zeigt.

Bei der Teilung und beim Schnitt beachten: Die ganze Pflanze ist sehr giftig, vor allem die Wurzel. Es genügen 2 - 4 g für tödliche Wirkung. Besonders giftig ist die Pflanze, wenn sie neben Iris steht. Der Tod ist grausam durch Herzstillstand und Atemlähmung. Das Gift kann auch über die Haut aufgenommen werden. Man sollte daher die Hände schützen.

Überwinterung

Frostfest, im Pflanzjahr etwas abdecken.

Vermehrung

Vermehrung durch Samen (Kaltkeimer), Aussaat im Herbst oder Teilung im Frühjahr oder Herbst.

Nachbarschaften-Mischkultur

Begleitpflanzen sind Anemone jap.°, Astilben, Bartiris, Farne, Fingerhut, Geißbart, große (Wald-)Glockenblumen*, halbhohe Gräser, Herbstastern, Indianernessel, Madonnenlilien, Margeriten, Nachtkerze, Pfingstrosen, hoher Phlox, Prachtspiere, Rudbeckia, Schafgarbe, Silberkerze°, Sterndolde, Taglilien, Waldgeißbart*.

Der Eisenhut steht auch gut vor Laubgehölzen und im Schatten von Bäumen.

°Für Herbstblüher      *Für naturnahe Gärten

Eisenhut - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten
Häufige Pflanzenkrankheiten


Eisenhut - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Aconitum x cammarum Bergfürst, dunkelblau, 6 - 8, 150 cm.

  • Bressingham Spire, tiefviolett, 8 - 9, 90 cm.
  • Bicolor, blau mit weiß, 6 - 7, 120 cm.
  • Bayern-Eisenhut. Für Bauerngärten.
  • Franz Marc, marineblau, 6 - 8, 100 - 150 cm. Empfehlenswert, dauerhaft, großer Blütenflor. Auch für Unterpflanzungen.
  • Gletschereis, porzellanweiß, 6 - 7, 120 cm.
  • Nachthimmel, mittelblau, 7 - 8, 130 cm.
  • Roseum, bläulichrosa, 7 - 8, 120 cm.
  • Schneewittchen, weiß, 7 - 8, 120 cm.

Aconitum carmichaelii Arendsii, dunkelblauviolett, Blüte 9 - 10/11, 100 cm. Glänzende grüne Blätter. Wenig verzweigt. Für lichten Schatten von Bäumen. Halbschatten. Auch Sonne, wenn die Feuchtigkeit es hergibt. Nährstoffreiche Erde. Schmuckvoller Herbstblüher.

  • Barker's Variety, leuchtendblau, Blüten dicht an dicht, 8 - 10, bis 150 cm. Halbschatten, gute Schnittblume.
  • Spätlese, Rispen lichtblau, 9 - 10/11, 140 cm. Schnellwachsend.
  • Wilsonii, amethystblau, 8 - 9, 150 cm. Blätter glänzend, lederartig. Am sichersten ist Frühjahrspflanzung.

Aconitum henryi Spark, (Spark's var.) tiefviolettblau, 7 - 8, 120 cm.

Aconitum lamarckii (Lycoctonum Pyrenaicum), hellgelb, 6 - 7, 80 - 100 cm. 

Aconitum lycoctonum ssp. vulparia, Wolfseisenhut, hellgelb, 6 - 7.

Aconitum_lycoctonum
Bild: Botanikus

  • Ivorine, elfeinfarben, 5 - 6, 100 cm. Buschig wachsend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aconitum napellus, Bergeisenhut, blauer Eisenhut. Sehr giftig.

Aconitum_napellus3
Bild: Botanikus

Tiefblaue, helmähnliche Blüten, 6 - 9, 10 - 120 cm. Auch für Halbschatten und für sumpfigen Boden geeignet. Schätzt kühlen Stand. Wilder Eisenhut, in Deutschland geschützt. Rabatten, Gehölzrand.

                   
                     Album
, weiß, 6 - 9, 120 cm.
                    
Bicolor, blau-weiß, 120 cm.
                     Schneewittchen, Silberährengras,
                     Farbe gelb-braun, horstbildend,
                     um 70 cm zu hoch. Auf Freifläche,
                     Boden trocken. 
                     Sparks Variation, tiefblaue
                     Blütenrispen, 150 cm. 

 

 

 

 

 

 

Aconitum paniculatum, blauviolett, 7 - 8, 130 cm.

  • Nanum, blauviolett, 7 - 8, 80 cm.

Aconitum variegatum, weiß-bunt.

Aconitum wilsonii, amethystblau, 8 - 10, 150 cm.

 

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Eisenhut - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Aconitum napellus: Aconitin und andere Alkaloide. Benzoylnaponin, Aminoalkohole wie Aconin, Napellin, Neolin, Lycoctonin.

Volksmedizin

Er ist so giftig, dass man es nur auf ärztlichem Rat hin anwenden darf.

Blütezeit: Juni - September. Er wurde in vielen Kulturen als tödliches Pfeilgift verwandt.

Heilwirkung: Stark verdünnt: Schmerzlindernde Wirkung bei Neuralgien, Ischias und Gicht. Beeinflussung von Erkältungskrankheiten, besonders Schnupfen und Bronchialkatarrh. Das gesamte Nervensystem ist betroffen: Neuralgien, Ischias und auch Gicht. Die Wirkung gegen das Fieber und die günstige Beeinflussung von Erkältungskrankheiten (besonders Schnupfen und Bronchialkatarrh) sei hervorgehoben. Innerlich als Tinktur, äußerlich als flüssige oder salbenförmige Einreibung zur Schmerzlinderung. - Eine Selbstbehandlung außer mit homöopathichen Zubereitungen darf nicht erfolgen.

Volksmittel: Im Altertum kannte man den Eisenhut mehr als Giftpflanze denn als Heilkraut. Das Hahnenfußgewächs Aconitum napellus hat oft giftige Alkaloide. Im Herbst werden die wildwachsenden Wurzelknollen gesammelt. Eines der stärksten Pflanzengifte, 2 - 5 mg oral kann zum Tode führen. Auch Wirkung durch die unverletzte Haut. Plinius berichtet über Augenleiden. Der Eisenhut wurde in der Volksmedizin verwendet: Erkältungen, Bindehautentzündungen, tränende Augen, Föhnwind, Schmerzen, Rheuma, Gicht, Schlaflosigkeit, Unruhe und Angst, Entzündungen im Verdauungstrakt und in den Atemwegen stehen im Vordergrund.

Erste-Hilfe-Leistung: Sofort Notarzt oder Arzt anrufen. Erbrechen herbeiführen mit Salzwasser 1 - 2 Eßlöffel trinken, mit Finger, Löffelstiel oder Feder den Rachen kitzeln, bis Erbrechen erfolgt. Nach der Magenentleerung reichlich Tierkohle geben, 20 - 30 g in Wasser aufgeschwemmt, aber Bewußtlosen nichts geben.

 

Homöopathie

In der homöopathischen Zubereitung wird es zunächst ab D 4 benutzt bei fieberhaften Erkältungskrankheiten, Grippe, Neuralgien, Ischias und anderen Schmerzzuständen. Auch bei gewissen Herzleiden wird es angewandt. Bei beginnender Erkältung, beim ersten Niesen oder Frösteln verhütet Aconitum D 4, 3 - 5 mal täglich 5 - 10 Tropfen genommen, oft einen grippalen Anfall. Bei Kreislaufbeschwerden kann die Potenz D 12 , bei Angst und Unruhe die Potenz D 30 einmal täglich Linderung verschaffen. Nur Fertigarznei anwenden.

Eisenhut - Weiteres Wissenswertes
Nutzung