Liebstöckel [Levisticum officinale]


Botanischer Name
Levisticum officinale
Pflanzenfamilie
Pflanzenkategorie
Alternativ-Namen
Maggikraut
Liebstöckel - Einleitung

Allgemeine Informationen

Levisticum officinale, Liebstöckel
Levisticum officinale, Liebstöckel
Bild: Botanikus
Levisticum officinale. Doldenblütler. Gewürzkraut.

Siehe auch den Einführungstext für das Kapitel Kräuter, Gewürze.

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebstöckel - Aufzucht und Lebenszyklus

Boden

Lockere, feuchte, tiefgründige, humusreiche Lehmböden. Viel Kompost und organischen Dünger. Mulchen. Staunässe meiden.

Lage

Sonnige bis halbschattige Lage als einzeln stehende Staude. Höhe bis zu 2 m.

Aufzucht

Aussaat 3-4 in Kästen, warm und feucht halten, am besten unter Glas, vereinzeln, Mitte Mai auspflanzen, im August nachdüngen mit Kompost. Abstand von anderen Liebstöckelpflanzen 60 cm, Abstand von anderen Pflanzen 1,5 m. Frosthart. Im ersten Jahr wenig Kraut ernten, die Wurzel frühestens im 2. Standjahr.

Oder Aussaat im August, der Samen hält sich nicht lange. Einzelstellung erforderlich, hemmt Nachbarpflanzen, verträgt sich aber mit Lilien. Ernte zwei- bis dreimal im Jahr junge Blätter vom Frühjahr bis Sommer für Wintervorrat. Zum Trocknen oder Einfrieren geeignet. Die Inhaltsstoffe steigern die Produktion von Galle, Magen- und Darmsaft und Speichel.

Ernte

Während des Sommers und Herbstes die Blätter, im September die Wurzel. Die Wurzel längs halbieren und trocknen. In gutschließenden Gläsern aufbewahren. Auch die Blätter können getrocknet werden.

Lagerung

Zum Tieffrieren und zum Konservieren in Essig geeignet.

Levisticum_officinale
Bild: Botanikus

Vermehrung

Vermehrung durch Teilung (Spätherbst oder Frühjahr, jedes Teil braucht eine nicht beschädigte Triebspitze)

Liebstöckel - Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten
Häufige Pflanzenkrankheiten


Liebstöckel - Sorten/ Unterarten

Sorten 1

Resistente und tolerante Gemüsesamen:

Liebstöckel Verino (Kiepenkerl).Winterhart. Starke Würzkraft für Suppen, Fleisch und Gemüse.

Liebstöckel - Verwertung als Nahrung

Zubereitung

Gewürzpflanze: Wurzel, Kraut, Blätter. Zum Aromatisieren von Likören und bitteren Magenschmerzen. Wer es noch nicht versucht hat, der tut gut daran, Liebstöckelwürze einmal zu versuchen. Die Blätter werden zum Würzen von Erbsensuppe, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Geflügel verwendet, außerdem für Brühen, Gemüsesuppen, Hackfleischgerichte, Kräuterbutter und Soßen. Die Blätter und die Wurzel müssen mitgekocht werden.

Tipp: Kochen Sie etwas Liebstöckelwurzel mit bei der Bereitung von Fleischsoßen, Fleischbrühen und Hackfleisch, denn dieses Gewürz hebt den Fleischgeschmack.

Tee: 2 gestrichene Teelöffel zerschnittene Wurzel mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen und gleich danach abseihen. 2 Tassen Tee reichen aus.

 

Niemals die dünnen Stiele des Liebstöckels im Winter für Aroma usw. nutzen.

Liebstöckel - Verwendung in der Medizin

Wirkstoffe

Die Wurzel wirkt antiseptisch, enthält äther. Öl mit Alkylphthaliden (v.a. Butylphthalid), Bitter- und Harzstoffe, Cumarine.

Levisticum officinale, Liebstöckel
Levisticum officinale, Liebstöckel

Volksmedizin

Heilwirkung: Sie soll bei Migräne helfen, aber nicht bei Nierenentzündungen und Schwangerschaft. - Liebstöckel wirkt wassertreibend. Dies ist darauf zurückzuführen, das in der Wurzel bis zu 1% vorhanden ist. Lt. BGA fürt der Tee zu Aufstoßen, Blähungen, Krämpfe, Reiterschmerzen, Rheuma, Sodbrennen, Verschleimungen, Verstopfungen, Völlegefühl, wassertreibend. - Das Kraut soll im Stall das Sauerwerden der Milch verhindern. - Liebstöckel, Samen und Wurzeln von Sellerie, Bohnenkraut, Petersilientee sollen sogar sinnlich machen.

Volksmittel: Magenbeschwerden, Blasenleiden, Nierenleiden, Rheuma, Gicht, Menstruationsstörungen, Migräne.

Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei Entzündungen der Harnwege oder bei Nierenkrankheiten. Bei Fieber. Schwangere Frauen sollten ihn nicht verwenden. Verwechselungsgefahren mit anderen giftigen Doldenblütlern.

Homöopathie

Aus der frischen Wurzel wird die Urtinktur, das Levisticum bereitet. Selten.

Nutzung