Tomaten [Solanum lycopersicum] - Anbau

Tomaten - Lage

Sonnige, geschützte Lage, z.B. unter einem Dachvorsprung gegen Einnässung durch Regen. Vor Mauer in Südlage günstig.Solanum lycopersicum, Tomaten gesamtSolanum lycopersicum, Tomaten gesamt

Tomaten - Boden

Humoser, kräftig gedüngter, durchlässiger, tiefgründiger, warmer Lehmboden, kalkhaltig, feucht, locker, neutral, um pH 6, viel Sonne, aber keine glühende Hitze. Am besten geeignet ist Kompost. Er ist am wirkungsvollsten, wenn er nur halbverrottet, aber durchgehend schwarz gefärbt ist. Die ehemalige Gewebestruktur kann noch zum Teil erhalten sein. Genügend Kalk sollte immer vorhanden sein, die Früchte schmecken dann besser. Temperaturen über 30° sollten die Tomaten nicht längere Zeit ausgesetzt sein. Die Tomaten wurzeln bis über 1 m tief in der Erde, deshalb mindestens zwei Spaten tief lockern. Oder einen Graben, einen Spaten tief und zwei Spaten breit ausheben, und den unteren Teil der Pflanze mit Wurzelballen dort entblättert hineinlegen. Unter den Wurzeln einige Brennesseln zur Unterstützung des Wachtums hineinlegen. Den oberen Teil ganz vorsichtig hochbiegen und anbinden. Diese Maßnahme empfiehlt sich vor allem, wenn die Tomaten zu früh ausgesät wurden und geil geworden sind. In jedem Fall bilden sich innerhalb weniger Wochen Adventivwurzeln am unteren Teil mit der Folge, dass die Pflanze danach schnell Höhe gewinnt und reichhaltige Früchte ausbildet. Sie kann zweitriebig kultiviert werden. Man sollte jedoch immerhin darauf achten, daß nur rote Früchte angebaut werden (Lycopin). Häufeln Sie im Frühsommer etwa 10 cm hoch Erde an die Tomatenpflanzen. Sie bilden dann neue Wurzeln und nehmen mehr Nährstoffe auf. Natürlich wachsende Tomaten sollten mit dicker Mulchschicht angehäufelt werden, veredelte Pflanzen dürfen es nicht.

Starkzehrer, jedoch sollte erst nach Fruchtansatz stärker gedüngt werden, sonst verzögert starkes Wachstum Fruchtansatz und -reife. Besonders Gewächshaustomaten benötigen wegen der höheren Ernte viel Dünger, jedoch wenig Stickstoff.  Ggf. in kühler Witterung eine Folienkonstruktion rund um das Tomatenbeet anfertigen. Keimtemperatur 18°, Nachttemperatur 16°, Tagestemperatur um 22° zur Aufzucht. Gelbe Sorten und amerikanische Tomaten benötigen manchmal 20 - 22° Keimtemperatur. Samenkörner mit Baldrianblütenextrakt 15 - 20 Min. beizen oder mit Humofix. Beete vor der Pflanzung mit Schachtelhalmbrühe gießen. Nur die kräftigsten Pflänzchen verwenden, das ergibt optimale Erträge.

Tomaten - Aufzucht

Die beste Aussaatzeit für Freilandtomaten ist zwischen dem 25.- 30.3., für warme Gewächshäuser Aussaat E 2, für kalte M 3. Bei früherer Aussaat vergeilen sie und tragen später weniger Früchte. Tomaten benötigen viel Licht, deshalb muss bei früher Anzucht für ausreichendes (künstliches) Licht gesorgt werden. Anzuchterde, später die Jungpflanzen und das Beet mehrmals mit Schachtelhalmbrühe überbrausen.

Jungpflanzen sollten gedrungen und stämmig sein mit Blütenansatz. Das ist zu erzielen durch hellen Standort und Herausstellen ins Freie während der warmen Tagesstunden. Nur zurückhaltend düngen, wenig Stickstoff. Erst mit Blütenbeginn wird die Düngung durch Kompost erhöht.

Auspflanzung nach den Eisheiligen. Löcher 25 cm tief ausheben, unteres Blattpaar entfernen, die Pflanze tiefer als vorher, z.B. 6 cm tiefer, als sie im Topf gestanden haben, und den Wurzelballen schräg setzen. Jungpflanzen sollten immer bis zum ersten Blattpaar in den Boden kommen, auf den Grund des Pflanzloches sollte man immer eine Handvoll Brennesselkraut legen. Kompost, Knochen- und Hornmehl oder Guano in das Pflanzloch geben, ggf. mit einigen Senfkörnern. Bei Frostgefahr Baldrianblütenextrakt spritzen. Pflanzung auf Hügelbeet oder Erdhügel vorteilhaft. Ebenso die Benutzung von Wellstäben mit Rechtsdrehung, dadurch entsteht Saftstauung und damit erhöhter Ertrag. Pflanzabstand 60 x 80 - 100 cm, Buschtomaten 40 x 50 cm. Mistdüngung oder halbverrotteter Kompost vorteilhaft, außerdem Rinderdung, Horn-Blut-Knochenmehlmischung (Nicht mehr erlaubt für Garten), Guano, Gesteinsmehl, Holzasche. Zusätzlich Brennesseljauche/Beinwelljauche gemischt (alle 2 Wochen) und Tomatenjauche aus ausgegeizten Trieben bis zwei Wochen vor der Ernte. Chloridhaltiger Dünger gilt als schädlich, andererseits soll gem. holländischen Forschungen Salzwasser zu schnittfesten, lange haltbaren Tomaten mit besserem Aroma führen. Ab Juli benötigen die Pflanzen alle 3 - 4 Wochen einen Kaliumdünger (Comfrey-Dünger, Symphytum off. oder peregrinum). Man sollte die Tomatenpflanzen direkt gießen. Neben die Pflanze einen Blumentopf eingraben, das verhindert Pilzbefall.Solanum lycopersicum, TomatenblüteSolanum lycopersicum, Tomatenblüte

Bei Gefahr von Korkwurzelkrankheit und Nematoden (Gewächshaus!) empfiehlt es sich, die Tomaten auf einer resistenten Unterlage zu veredeln ähnlich den Gurken. Außerdem reifen die Tomaten schneller und erhöht sich der Fruchtertrag, siehe Veredlungsunterlagen für Gemüse. Wenn der Boden gut vorbereitet ist, sollte erst dann wieder gedüngt werden, wenn die Fruchtbildung beginnt. Immer mulchen. Beste Mulchschicht: Brennessel- und Beinwellkraut, angerotteter Kompost sowie Stroh in dicken Lagen. Mulchfolie ist ebenso geeignet. Auch eine Weißkleedecke unter den Tomaten soll sich bewährt haben.

Keine stickstoffbetonte Düngung. Verrotteter Rindermist 5 kg per qm ist vorteilhaft, sonst reichlich Kompost. Hauben aus geschlitzter Folie. Einreihig in N-S-Richtung ziehen oder im Kreis um einen Komposthaufen herum.

Ein Regendach ist immer vorteilhaft, es schützt vor Krankheiten, die durch häufigen Regen gefördert werden. Tomaten wollen immer denselben Standort behalten. Bei Krankheiten ist jedoch ein Ortswechsel angezeigt. Nach dem Auspflanzen nur mäßig gießen, um die Wurzelbildung anzuregen. Viel Sonne und Wärme. Tomaten gehören zu den Wind- und Selbstbestäubern, im Gewächshaus mehrmals in der Woche gegen Mittag oder bei Sonne schütteln wegen besserer Befruchtung. Die Pollen lösen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit schlecht von den Staubgefäßen. Dasselbe gilt für Tomaten unter Reifehauben. Sie sollten sowieso bei Sommerbeginn entfernt werden. Bei Fruchtbildung sind häufige, aber mäßige Wassergaben notwendig, die Früchte werden dadurch aromatischer. Durch unregelmäßiges Gießen besteht die Gefahr, dass die Früchte platzen, besonders Obsttomaten. Sind die Schalen fehlerhaft, beruht das wahrscheinlich auf Schwankungen der Temperatur.

Höchstens zwei Triebe stehen lassen, allenfalls drei, immer ausgeizen (mit der Hand ausbrechen), sobald diese Nebentriebe 5 - 10 cm lang sind, nur nicht bei den Buschtomaten, aber auch die Triebe an der Spitze von Blütenständen entfernen. Die ausgegeizten Triebe können verjaucht und als Dünger oder zur Vertreibung von Schadinsekten verwendet werden: Kräuterbrühen, -jauchen, -tees, - Tomatenjauche. Ist ein Achseltrieb schon sehr groß geworden, ist es besser, nur dessen Triebspitze zu entfernen, dadurch werden große Wunden vermieden und mehr Blattansatz erzielt. Möglichst bei warmer, trockener Witterung ausgeizen, damit sich die Wunden schnell schließen. Eintriebig gezogene Pflanzen haben frühe Ernten und die größten Früchte, die Pflanzen sind auch gesünder.

Man kann im Gewächshaus auch starke Pfähle einschlagen, diese mit einem Draht am oberen Ende verbinden und von dort Bindfäden zu den Tomatenpflanzen ziehen und unter dem ersten Blattpaar mit einer losen Schlaufe befestigen, die den Zuwachs berücksichtigt. Die Bindfäden werden vom Boden aus mehrmals um den Mitteltrieb geschlungen. Sonst raue Stäbe benutzen, das Band mit Knoten daran befestigen und um die nächste untere Verzweigung der Tomate schlingen, damit bei Fruchtbildung eine Zugentlastung für den schwachen Haupttrieb entsteht. Nur 4 - 6 Fruchtstände (im Gewächshaus bis 6-8) je nach Sorte stehen lassen, dann bei etwa 150 cm die Spitze abschneiden und alle neuen Fruchtstände ausbrechen (Mi/E 8). Nur Wurzelbereich gießen, niemals die Blätter, Wasser muss angewärmt sein. Mulde aus Erdreich um die Tomaten formen oder Blumentöpfe zum Gießen ins Erdreich einlassen. Hügelbeete sind vorteilhaft, auch Pflanzung auf Erdwällen, damit wird Krankheiten vorgebeugt, die durch feuchte (Boden-)Luft begünstigt werden, und die Reife verfrüht. Untere Triebe bis 40 cm Höhe abbrechen, sobald sie den Boden berühren. Das verbessert die Ventilation und damit die Bestäubung, beschleunigt die Fruchtreife und vermindert Krankheiten. Das gilt besonders für Pflanzen im Gewächshaus. Im Juni ist Anhäufeln von Vorteil.

Für die Versorgung der Tomaten im Gewächshaus sollten kalireiche, organische Flüssigdünger (Bio Trissol Tomatendünger) geeignet sein. Aufwandmenge 10 ml/1 L Wasser. Nur noch sehr gering morgens gießen im September, je nach Lage 2 - 3 l Wasser pro Pflanze in der Woche.

Auch Tomaten können in Töpfen oder Kübeln gezogen werden, am besten eintriebig. Nach und nach werden die unteren Blätter entfernt, so dass etwa 40 cm frei bleiben. Das verbessert die Ventilation und verringert Pilzbefall. Am besten haben sich standfeste Pflanzkästen oder Keramik- bzw. Plastikkübel mit Abzug dafür bewährt. Der Kübel sollte ausreichend groß sein mit Abzug, etwa 40 x 40 cm. Optimal ist ein Erdgemisch aus halbverrottetem Kompost, Lehm, Sand und Kalk (Basaltmehl) oder auch Blumenerde, Gartenerde mit Lehmanteil, Sand, Kalk und viel Humus, z.B. Fertigkompost. Ggf. kann fehlender Lehm durch Bentonit ersetzt werden. Kalk und Lehm sorgen für Wohlgeschmack. Je nach Höhe der Tomaten und der Situation auf dem Dachgarten gibt man ihnen einen Stab zum Anbinden oder baut ein Gerüst, an dem sie mittels Bindfaden wie im Gewächshaus nach oben wachsen können. Die Anzahl der Fruchttrauben sollte auf 4 - 5 begrenzt bleiben. Eine Überdachung wäre optimal. Ggf. können die Tomatenkübel auch auf bewegliche Untersetzer gestellt und vor Regen durch Umsetzen geschützt werden. Sonst bediene man sich der gegen Tomatenfäule etwas widerstandsfähigeren Sorten wie De Berao, Phantasia und Philovita. De Berao benötigt wegen ihrer enormen Wuchskraft aber viel Raum. Wegen Düngung, Bewässerung usw. siehe Gemüse, Salate - Tomaten. Die Kübelerde muss ständig gleichmäßig feucht gehalten werden, sonst platzen die Früchte; das Wasser muss abgestanden und lauwarm sein, kein Regenwasser verwenden wegen etwaiger Pilzgefahr. Gedüngt wird regelmäßig mit organischem oder speziellem Tomatendünger, falls möglich, auch mit Brennessel-/Beinwelljauche.

Wenn sie nicht reifen wollen, Brennesseljauche und Beinwelljauche 1 : 20 mit einer Handvoll Holzasche über der Erde ausgießen oder eine überreife Banane in die Pflanze hängen. Das Reifegas Ethylen sorgt für schnelle Rötung. Eine rote Folie auf der Erde soll gemäss wissenschaftlicher Untersuchungen Ertrag und Wachstum stimulieren: Trifft langwelliges, dunkelrotes Licht auf ein bestimmtes Protein der Tomate, so entnimmt die Pflanze daraus, dass andere Tomatenpflanzen schon reife Früchte gebildet haben und strengt sich auf das Äußerste an mitzuhalten (Folie bei Pötschke). Immer erst die Tomaten pflücken, wenn sie voll ausgefärbt sind. Sie bleiben bei 13 - 18° und hoher Luftfeuchte zwei Wochen frisch. Ideal sind 21° am Tag und nicht unter 19° bei Nacht.

Der Blütenansatz und damit die Früchte sind stärker, wenn die Tomate rechts um die drei Bodenhalter gewunden wird. Ist die Tomate noch sehr klein, kann man sie um den ersten Bodenhalter herumwinden, dann, sobald sie etwas größer ist, wird auch der zweite Bodenhalter umzingelt, bis am Ende die ganze Tomatenpflanze um jeweils drei Bereiche sich schräg nach oben windet. Kurz vor Ende der Saison sind die Tomatenpflanzen unten meist schon verkahlt. Sie brauchen dann die oberen Blätter dringend, um den Stoffwechsel in Gang zu halten. Deshalb sollte man die Spitze des Haupttriebes nicht kappen.

Tomaten lieben es, immer wieder denselben Platz zu erhalten, vor allem bei biologischer Düngung ist das auch möglich. Das gilt weniger für Gewächshäuser, dort muss die Erde alle paar Jahre ausgetauscht werden. Bei Wurzelkrankheiten sollte die Anbaustelle besser gewechselt werden.

Die Jemen-Methode: Zwei Hügel aus Pferdemist, Rinderdung und Kompost 40 cm hoch anlegen mit 60 cm Zwischenraum. Die Mulde dazwischen mit 2 cm dicker Lehmschicht auskleiden. Die Tomatenpflanzen wachsen auf den Hügeln. Den lehmgestampften Zwischenraum füllt man morgens mit Wasser. Das bewirkt eine Fruchtbarkeit von oftmals 1 Zentner per 3 Pflanzen.

Gewerblich werden Hummeln als Bestäuber in Gewächshäusern eingesetzt. Diese Methode ist sehr bewährt. Gegen Ameisen im Gewächshaus soll Pelargonium abrotanifolium wirksam sein. Noch besser ist aber das Zusammenwirken von Basilikum und Rainfarn, wobei dieser vor beide Türen angepflanzt wird. Das Basilikum wird längs der Innenlinie angebaut.

Im September Gießen einstellen. Über die Pflanzen mehrmals Molke oder Magermilch 1 : 1 spritzen, das stärkt sie, verbessert das Wachstum und gibt Schutz vor Viruskrankheiten, in der ersten Wachstumshälfte 1 x wöchentlich.

Zwar reifen sie nach, bleiben dann immer etwas fade. Je weniger ausgereift sie sind, desto wärmer sollten Tomaten lagern. Beginnt die Rotfärbung gerade, sind 12 - 15° richtig. Für ausgefärbte Früchte das auf 8° C bis 10° C temporierte Gemüsefach. Aber selbst dort leidet das Aroma. Optimal ist ein dunkler Raum mit 14 - 16° Lufttemperatur.

Tomaten - Ernte

Solanum lycopersicum, Tomaten grünSolanum lycopersicum, Tomaten grün
Bild von: Botanikus-CD

Ernte ab 8. Außer den Geiztrieben muss die Pflanze alle Blätter behalten. Werden sie entfernt, vermindern sich Haltbarkeit, Festigkeit, Nährstoffgehalt und Geschmack der Früchte, es erhöht sich aber der Säureanteil. Auch auf das Entspitzen der Freilandtomaten sollte man verzichten. Fehlen die oberen meist noch gesunden Blätter, können die Pflanzen nicht mehr ausreichend assimilieren. Bei Frostgefahr oder spätestens Ende September die gesamte Pflanze mit grünen Tomaten ausreißen, Wurzeln und Blätter entfernen und im Haus bei Dunkelheit, Wärme (optimal 25°, mindestens 16°, höchstens 34°) und hoher Luftfeuchtigkeit nachreifen lassen. Man hängt sie kopfüber an eine Wäscheleine o.ä. Das verlängert die Ernte bis Weihnachten. Nicht neben Kohl lagern, dessen Gerüche werden übertragen. Oder grüne Tomaten in Körbe zusammen mit einigen Äpfeln, Verhältnis 6 : 1, legen und anschließend die Körbe mit lichtundurchlässigem Material (Schwarzfolie) einpacken oder Zeitungen über die Tomaten legen. Einmal täglich die Umhüllung öffnen zum Luftaustausch. Innerhalb 2 Wochen sind die Tomaten rot. - Halbreife Tomaten können in Torf aufbewahrt werden. Kiste mit Ölpapier auslegen, trockenen Torf hineinschütten und dazwischen die Tomaten, die sich nicht berühren dürfen. Als Abschluss wieder eine Schicht Torf. - Tomaten mit Stiel halten sich besser.

Der Bio-Gärtner empfiehlt: Auf eine Tischplatte, den Fußboden o.ä. mehrere Lagen Zeitung legen, darauf die Tomaten mit Äpfeln gemischt ausbreiten und Zeitungen darüber legen, dabei müssen die oberen Zeitungen insgesamt eine Art Haube bilden mit nach unten umgelegten Kanten, damit das Reifegas sich nicht so schnell verflüchtigen kann. Diese Methode ist übersichtlich und erlaubt es, reife und faul werdende Tomaten auszusortieren.

Der Bio-Gärtner empfiehlt: Die beste Art der Nachreifung: Die Pflanze auf dem Beet belassen, umlegen auf ein Brett und einen Wanderkasten darüber stellen. Bei Frostgefahr abdecken mit Schilfmatten o.ä. Sie sind durch den Erdverbund aromatischer als die abgepflückten Früchte.

Die vorbeschriebene Nachreifung funktioniert nur, sofern die Tomaten nicht Temperaturen unter 8° ausgesetzt waren. Grüne Obsttomaten werden bis Weihnachten noch rot. -

Überhaupt sollten Tomaten wie alle Nachtschattengewächse nur vollreif gepflückt und gegessen werden, sie haben dann einen höheren, ausgewogenen Zucker- und Säureanteil. Überreife Tomaten haben viel Zucker und wenig Säure, sie schmecken fade. Normale Aufbewahrung bei Temperaturen um 12° optimal. Eingekaufte Tomaten nur in einem dunklen Raum aufbewahren. Verbesserung der Tomaten beim Lagern: Fingerhut.

Wer größere Früchte haben will, muss die Dolde auf 4 - 5 Blüten beschränken. Auch das Gießen mit Knoblauchbrühe (2 Zehen mit Knoblauchpresse ausquetschen, in 10 l Wasser über Nacht ziehen lassen, alle 14 Tage) soll den Geschmack erheblich verbessern, die Beigabe von Algenmehl ebenfalls.

Tomaten können aus ausgegeizten Trieben vermehrt werden. In feuchte Erde stecken und feucht halten, später zwischen Kohl pflanzen o. ä. Tomaten können auch gegen den Kohlweißling eingesetzt werden. Der Samen ausgereifter Tomaten kann in den nächsten Jahren zur Anzucht verwendet werden. Das Fruchtfleisch sollte entfernt sein, in ihm sind Substanzen, die die Keimung hemmen. Aber auch mit Fruchtfleisch getrocknet gelingt die Anzucht. Hybriden enttäuschen meist.

Angegeben ist außerdem die Anbauweise, wenn sie in einem etwa dreißig Zentimeter hohen Rundumgerüst hochgezogen werden. Danach bleiben sie kleiner als vorher deklariert, weil sie durch das Gerüst an Gesamthöhe verlieren.

Tomaten strömen Ethylen aus, dehalb nicht zusammenlegen mit Beerenobst, Zitrusfrüchten, Kohl und Gurken.

Die normale Farbe ist das rote Lycopin. Es gibt aber noch einige andere: In gelben oder orangenfarbenen bestimmt das Carotin das Aussehen. Daneben mischen noch mit: Anthocyane (blau), Xanthophylle wie Lutein (Gelborange) und Zeaxanthin (Orangegelb). Orangefarbene Tomaten enthalten Carotin und Prolycopin. - Das Lycopin sollte unser Hauptziel sein.

Menschlicher Urin ist ein ausgezeichneter Dünger für Tomaten. Das haben Versuche eines Forscherteams um Surendra Pradhan von der Universität Kuopio (Finnland) gezeigt. Mit Urin gedüngte Pflanzen lieferten viermal mehr Tomaten als ungedüngte Pflanzen, berichten die Wissenschaftler im Journal of Agricultural and Food Chemistry. Damit sei der Urin fast ebenso effektiv wie Kunstdünger. Eine Mischung aus Urin und Holzasche liefere einen fast ebenso hohen Ertrag und vermeide die Übersäuerung des Bodens, so die Forscher.

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