Gemüse: Mulchen

   

Mulchen:

Mulchen ist das Abdecken von Beeten mit abgestorbenen Pflanzen (auch Unkräutern ohne Samen), Wellpappe, welkem Rasenschnitt, Rindenmulch, Kompost oder Stroh.

Es fördert Bodengare, erspart Hacken und Unkrautjäten (Unkrautpflanzen sind meistens Lichtkeimer, die unter der dunklen Mulchschicht nicht keimen können), verhindert die Austrocknung des Bodens um ein Drittel sowie die Abtragung des Bodens durch Sturm und Wind (Erosion), mindert Schaden durch starken Regen, vertreibt Erdflöhe, schützt Laufkäfer und Spinnen und gibt den Würmern Nahrung. Ein ausgeglichenes Wachstum mit offensichtlich gesunden und schmackhaften Pflanzen ist die Folge: Sie werden durch Mulchen widerstandsfähiger, z.B. Himbeeren gegen die Rutenkrankheit oder Obstbäume und Blumen gegen den Echten Mehltau. Obstbäume sollten immer von Unkraut frei gehalten werden, das Mulchen ist dabei besonders wertvoll und nützlich.

Mulchmaterial im Gemüsegarten zwischen die Pflanzen streuen, aber immer einen Umkreis von etwa 10 cm um die Pflanze frei lassen. Wer schnelle Verrottung wünscht, kann das mit Brennesseljauche, die über das Mulchmaterial gegossen wird, erreichen. Diese Schutzdecke muss aber immer locker gehalten werden, um Fäulnis zu verhindern. Es ist besser, die Mulchdecke nur dünn auszubreiten und dafür öfters zu erneuern.

Die Schicht sollte aber nur 2 - 3 cm dick sein, damit sich nicht Mäuse einquartieren. Man lässt etwa 20 cm um dem Baustamm herum frei, damit nicht Feldmäuse unter Mulchtarnung an der Baumrinde fressen. Außerdem können sich Schadpilze besonders an den Beerensträuchern breit machen, wenn das Mulchmaterial direkt an den Gehölzen endet. - Verrottende Pflanzen geben CO2 ab, das von der Pflanze begierig aufgenommen wird. Mulch sollte immer etwas zerkleinert und feucht ausgebracht werden. -

Nicht geeignet sind dafür Rosen, Beetstauden, Tulpen, Steingartenpflanzen und Zwiebelblumen. Stroh- und Hackschnitzel sind völlig ungeeignet für Staudenbeete. Staudenbeete sollten auch erst im zweiten Jahr gemulcht werden. Bei diesen Stauden muß die Mulchdecke gehaltvoll sein: Sie müssen alle zwei Monate mit angerottetem Kompost oder organischen Dünger wie Hornmehl aufgefüllt werden. Oder sie sollten mit Miscanthus-Mulch versorgt werden, da er neutral ist. Im Staudensortiment gibt es auch relativ unempfindliche Stauden, die oft auch im Halbschatten noch gedeihen oder als Wildstauden bezeichnet werden. Sie können ein bis zwei Jahre nach der Pflanzung ganzjährig mit Laub oder Rasenschnitt gemulcht werden.

Mulchkompost ist am günstigsten, weil er am nahrhaftesten ist. Er wird nach 6 - 8 Wochen dem Komposthaufen entnommen und auf den Beeten verteilt. Er sollte feucht bleiben, deshalb ggf. abschließend Gras darüber streuen. Durch den Bodenkontakt entstehen wertvolle Ton - Humus - Komplexe (Dauerhumus). Besonders günstig im Herbst, etwa 3 mm dick, sonst nur gerade so den Boden bedecken. Die Wirkung ist bei lehm- oder tonhaltigen Böden am deutlichsten. Auch Rosen sind für eine Mulchschicht aus Rasenschnitt dankbar.

Rindenmulch muss etwa 10 cm hoch ausgebracht werden, wenn er wirksam Unkräuter wie Disteln und Wurzelunkräuter unterdrücken soll. Er ist allerdings nur für Wege und unter Blumen (Zwiebelblumen und andere Knollen, die die Sonne lieben, vertragen ihn allerdings meistens nicht), Obstbäumen und Büschen geeignet, da er Gerb- und andere Säuren an den Boden abgibt. Für Gemüse und Stauden ist er ungeeignet, er eignet sich vor allem für die Flächen zwischen Gehölzen. Er entzieht dem Boden Stickstoff und Kalk, man streut zwischen den Rindenmulch etwas Hornspäne und nach Verrottung Kalk auf den Boden und arbeitet ihn ein. - Mulch aus Pinienrinde ist besonders verrottungresistent. - Der Rindenmulch ist nicht geeignet für Standorte, die nur mit anspruchslosem, wenig empfindlichem Steinbrecharten, Portulakröschen oder auch Tulpen ausgerüstet sind.

Holziger, strohiger Mulch entzieht wie Rindenmulch dem Boden Stickstoff, deshalb etwas Hornspäne untermischen, etwa 60 g Hornspäne je Quadratmeter. Ohne Stickstoffbeigabe wird dem Boden der zur Verrottung nötige Stickstoff entzogen und fehlt den Pflanzen. Strohmulch sollte immer etwas angefeuchtet sein. Üblicherweise wird Stroh auch als Unterlage für die Erdbeeren genutzt.

Erbsenstroh, Gemüseabfälle, Kompost, verrotteter Stallmist, Grasschnitt bedürfen keines Stickstoffzusatzes, hier ist es sogar besser, bei Kompost und Stallmist mit holzigem Material zu mischen, um die Stickstoffwirkung abzumildern.

Grasschnitt muss immer angewelkt sein, bevor er auf den Boden ausgestreut wird, sonst lockt er Schnecken an und verdichtet sich. Niemals dicke Schichten auftragen, dann verklumpt er und vermindert die Bodenatmung. Niemals Krankes oder Grasschnitt mit Samenkapseln verwenden.

Brennesseln, Beinwell, Schnittlauch, Spinat, Gründüngerreste, Rhabarber- und Kohlblätter, alle angewelkt, sind ebenfalls gut geeignet, bei Kohl muss aber sichergestellt sein, dass nicht Kohlhernie verbreitet wird. Sie verrotten schnell und geben ihre Wirkstoffe ab. Brennesseln sollte man in einer Ecke des Gartens heranziehen. Sie sind ausgezeichnetes Mulchmaterial, aber von Vorteil für Gesundheitstees, Jauche, zum Essen, wer mag (z.B. zum Spinat) und 10 Schmetterlingsarten brauchen sie auch. Man sollte sie öfters zurückschneiden, auch, um Samenbildung zu verhindern. Dasselbe sollte gelten für Beinwell, der auf Grund seines hohen Kaliumgehaltes die Widerstandskraft der Pflanzen erhöht. Vor allem Tomaten lieben ihn.

Laub fällt im Herbst in größeren Mengen an. Man gibt es auf die Beete und schützt damit z.B. Blumenzwiebeln. Damit es nicht ungewollt auf andere Flächen verweht wird, kann man es mit Gesteinsmehl oder Maschendraht fixieren. Es ist außerdem besonders geeignet für Beerensträucher, Erdbeeren, Obstbäume. Nicht geeignet sind Blätter von Eiche, Kastanie und Walnuss.

Eine Mulchfolie leistet ähnliche Dienste, bringt jedoch keine Nährstoffe. Sie kann angewandt werden für folgende Gemüse und Früchte: Auberginen, Erdbeeren, Gurken, Paprika, Tomaten, Zucchini. In den ersten Wochen kann noch zusätzlich ein Vlies über die Pflanzen gelegt werden. Der Boden wird natürlich vorher gedüngt. Auch Mulchpapier ist dafür nötig.

Kies oder Splitt kann auch zum Mulchen verwendet werden. Die Steine speichern die Sonnenwärme, halten Unkraut nieder und wirken dekorativ. Sie geben allerdings keine Nährstoffe an den Boden ab und sind bei der Bodenbearbeitung eher hinderlich. Für viele Kräuter ist ein Kieskragen um die Pflanze herum von Vorteil, weil die Steine die Sonnenwärme speichern. Auch flache Steine können zwischen die Kräuterpflanzen aus dem Mittelmeerraum gelegt werden, sie erfüllen den gleichen Zweck.

Lava hat die gleichen Eigenschaften wie Kies/Splitt, gibt aber wertvolle Nährstoffe an den Boden ab.

Spinat gilt als besonders wirksamer Kraftspender durch seine Saponine. Gertrud Franck aus Oberlimpurg hat dazu ein eigenes System ('Gesunder Garten durch Mischkultur') entwickelt mit Spinatreihen im Abstand von 160 cm, innerhalb derer im Abstand von 40 cm im Frühling neue Reihen ausgesät werden. Auf Wege wird ganz verzichtet, der abgeerntete Spinat dient diesem Zweck. Innerhalb der Reihen werden die jungen Gemüsepflanzen ausgepflanzt oder ausgesät, die durch die Blätter des Spinats leicht beschattet werden. Spinat verträgt sich mit allen Gemüsepflanzen. Er wird abgeerntet und seine Reste werden als Mulch gleich an die nächstliegenden Pflanzen verteilt. Dieses System wird ergänzt durch Mischkultur. Spezielle Hinweise siehe WRW-System. Diese Kombination mit Mischkultur bringt reiche und gesunde Ernten.

Auch Topfpflanzen können im Sommer mit Mulch gegen starke Verdunstung geschützt werden, vor allem werden dadurch die Wurzeln vor Überhitzung geschützt. Empfehlenswert ist besonders angetrockneter Grasschnitt.

Nachteile: Mulchen fördert Schnecken. Besonders bei Abdeckung des Bodens mit Pappe sammeln sich die Schnecken gern darunter. Wegen der Schnecken die Mulchschicht immer niedrig halten und dafür öfters nachstreuen. Auch (Wühl)-Mäuse werden u.U. angezogen, so dass eine ständige Kontrolle notwendig ist. Mulch mindert in Frühling und Herbst die Bodenerwärmung, was in der Regel nur im Sommer erwünscht ist. Manche Pflanzenwurzeln vertragen keine Bodentemperaturen über 25°. Fällt nur wenig Regen, saugt die Mulchschicht u.U. alle Feuchtigkeit auf. Stroh hat kaum Nährstoffe, es entzieht dem Boden daher Stickstoff, den es für die Verrottung benötigt. Dem kann, wie bei Rindenmulch, durch Zugabe von Hornspänen oder anderen Stickstoffdüngern, abgeholfen werden. In Gebieten, die von Erntemilben heimgesucht werden, sollte man auf Mulchen und Kompostierung verzichten. Siehe Erntemilben.