Vorbeugender Pflanzenschutz


Vorbeugender Pflanzenschutz.

Öko-Betriebe legen großen Wert auf vorbeugenden Pflanzenschutz. Das erspart Mühen und Kosten. Im einzelnen gehören dazu:

  1. Bodenpflege mit Algenkalk, Algenmehl, Gründünger, Humus, Kompost, Steinmehl. Pflanzen, die auf Böden mit ausreichendem Humusangebot wachsen, neigen weitaus weniger zu Befall von Krankheiten. Siehe auch 'Bodenleben'.
  2. Samenauswahl. Widerstandsfähige, robuste Pflanzen, möglichst aus sortenechten Samen gezogen, neigen naturgemäß nicht zu enttäuschenden Ergebnissen. Spät keimende Samen werden aussortiert. Siehe 'Samen - Keimfähigkeit - Code'.
  3. Veredlung. Auch Gemüse wie Auberginen, Gurken, Melonen, Tomaten können durch Veredlung auf resistente Unterlagen Krankheiten widerstehen. Das gilt insbesondere für Anzucht im Gewächshaus. Siehe 'Veredlungsunterlagen für Gemüse'.
  4. Pflanzenstärkung. Pflanzen können von Beginn an mit pflanzenstärkenden Mitteln behandelt werden. Das gilt sowohl für die besonders gefährdete Keimphase, die mit Humofix, Kamille, Neudovital, Schachtelhalmtee usw. begleitet werden kann, als auch für die Zeit des Heranwachsens bis zur Ernte. Dafür gibt es viele Jauchen und Tees, aber auch Handelswaren aus natürlichen Stoffen. Siehe 'Kräuter- Jauchen, Brühen, Tees'.
  5. Passende Partnerwahl, Mischkultur. Viele Jahre gärtnerischer Erfahrung haben aufgezeigt, welche Pflanzen zusammenpassen und sich - möglichst gegenseitig - fördern. Zusammenwachsende, ineinander verfilzte Wurzeln offenbaren ihre gegenseitige Zuneigung. Das gilt im Prinzip auch für die Mykorrhiza-Pilze. Es betrifft auch die Anbaufolge bis zum Vorjahr hin, nur wenige Pflanzen möchten lange Zeit immer wieder auf demselben Platz angepflanzt werden, die meisten kränkeln dann oder reagieren mit geringerer Ernte. Siehe  'Mischkultur'.
  6. Standortwahl. Die meisten Pflanzen benötigen für optimale Ergebnisse bestimmte Voraussetzungen: Kalkhaltiger/saurer Boden; trockener, feuchter oder nasser Boden, in den allermeisten Fällen sollte er auch locker sein; Sonne, Halbschatten, Schatten; windoffene Lage, Windschatten; Starkzehrer, Schwachzehrer. Siehe 'Pflanzen für feuchte Böden, Sumpf- und Wasserpflanzen', 'Pflanzen für sandige Böden', 'Pflanzen für saure Böden' und 'Pflanzen für trockene Böden'.
  7. Förderung von Nützlingen. Auch Tiere brauchen Nahrung, Schutz gegen Feinde und Witterung, Wasser usw., damit sie sich wohlfühlen und uns helfen gegen fressende, saugende und infizierende Pflanzenfeinde. Siehe 'Nützliche Tiere, Bakterien, Pilze'.
  8. Biotechnische Maßnahmen. Hier hat es in den letzten Jahren eine Menge Neuerungen gegeben, die sich schnell durchgesetzt haben wie Gelbtafeln, Gemüsenetze, Insektenhotels, Leimringe, Pheromonfallen, Schneckenzäune, Vliese, Zucht von Nützlingen usw. Altbewährt sind die Nisthilfen für Vögel und nützliche Insekten.