Sandmücken [Phlebotominae. (Psychodidea)]


Botanischer Name
Phlebotominae. (Psychodidea)

Schadbild

Die Sandmücken (Phlebotominae) gehören zu den Schmetterlingsmücken. Sie sind etwa 2 - 4 mm lang, den Schmetterlingen ähnlich, mit dachartig gefalteten Flügeln in der Ruhestellung. Die weiblichen Tiere stechen Säugetiere an und saugen Blut. Träger der Parasiten sind zunächst Hunde und Nagetiere, die Sandmücken können durch Blutsaugen bei diesen Tieren dann durch erneute Stiche die Krankheit auf Menschen übertragen.

Die Sandmücken vermehren sich auf feuchtem Moosboden oder auch in schattigen Felsspalten. Die Larven entwickeln sich in fauligen Gewässern. Während sie früher nur in den Tropen und Subtropen zu finden waren, sind sie nunmehr auch im Mittelmeerraum aufgetreten, in Ägypten, Algerien, Frankreich, Griechenland, Italien, Libyen, Malta, Marokko, Portugal, Spanien, Türkei, Tunesien und in Exjugoslawien. Neuerdings sind auch in der Nähe des Kaiserstuhls Sandmücken gesichtet worden. Auch auf Jersey und in Strassburg wurden schon einzelne Exemplare entdeckt.

Sie sind nachtaktiv, vor allem von Mai bis Oktober. Gefahr besteht besonders im Freien, aber auch in Wohnräumen.

20 Arten übertragen die Tropenkrankheiten Leishmaniosen. Die Geißeltierchen manipulieren ihre Wirte, die Sandmücken, in der Weise, dass sie ihnen den Darm verstopfen. Die Mücke kann ihren Blutdurst nicht mehr stillen und sticht deshalb immer wieder zu mit der Folge, dass die Wahrscheinlichkeit der Übertragung des Erregers stark anwächst.

Man unterscheidet:

1) Leishmania tropica oder major verursachen die Hautkrankheit Aleppo-, Delhi- oder Orientbeule. Es entstehen Geschwüre, die ziemlich lange andauern, sie sind aber gutartig.

2) Leishmania brasiliensis verursacht chronische Haut- und Schleimhautentzündungen, die zu Entstellungen führen können, besonders ausgeprägt im Gesicht.

3) Leishmania donovani befällt vor allem die Eingeweide. Die Infektion ist verbunden mit Leber- und Milzvergrößerung und Fieber. Die Folgen sind Entkräftung und Blutveränderungen. Unbehandelt führt sie in der Regel zum Tode innerhalb von Monaten oder auch Jahren. Der Ausbruch der Krankheit kann u.U. ein Jahr oder im Extremfall 15 Jahre dauern. Gem. WHO gibt es 12 Mio. Infizierte. In der Provence wurde bei einem Drittel der Bevölkerung eine ehemalige Infektion - ohne Ausbruch der Krankheit - festgestellt, in Spanien war der Prozentsatz noch höher. In Deutschland gibt es rund 20 Fälle. Wenn Hunde mit in den Urlaub genommen oder durch Tierschutzorganisationen aus Spanien importiert werden, ist auch eine Übertragung möglich. Möglicherweise werden dann auch gleichzeitig mit den Hunden Sandmücken als 'blinde Passagiere' importiert.

Vorbeugung durch Bekämpfung der Sandmücken, Behandlung meist mit Antimonpräparaten, neu ist Impavido. - Sie ist relativ einfach. Besonders Menschen mit Immunschwäche sind gefährdet. Die Leishmaniose wird auf den Hund in derselben Weise wie beim Menschen übertragen. Sie verläuft oft tödlich. Der Erreger siedelt sich in der Haut und den Organen des Hundes an und vermehrt sich dort, was zu gravierenden Schäden führen kann. Üblicherweise beginnt die Erkrankung nach einer Inkubationszeit von 3 - 12 Monaten nur mit einfachen Hautveränderungen oder - im schweren Falle - mit Haarausfall, Schuppen und kleinen, aber offenen Wunden um Schnauze und Augen. Nachfolgend werden Hinterbeine und der übrige Körper befallen mit der Folge von Gewichts- und Appetitverlust. Weitere mögliche Folgeerscheinungen sind Durchfall, Nasenbluten und Wunden um die Augen herum, später Anämie und Nierenkrankheiten. Schutz vor Ansteckung in den gefährdeten Gebieten ist möglich, indem man nicht während der Nacht den Hund ausführt. Aufenthalt im 2. Stock oder darüber ist günstig, weil die Sandmücken selten so hoch fliegen. Einreiben mit Antimückenmitteln ist nicht empfehlenswert, da die Mücken besonders gern die Bereiche um die Ohren, Schnauze und Genitalien heimsuchen, wo der Hund sich gegen diese Mittel wehrt und belästigt wird. Dagegen wird das Protectorband empfohlen, das über ein halbes Jahr den Hund mindestens zu 90% schützt. Es muss 2 Wochen vor der Reise umgebunden werden. Die Behandlung ist langwierig und teuer. Rückfälle sind möglich.