Drahtwürmer - Schnellkäfer [Elateridae (Coleoptera)]


Botanischer Name
Elateridae (Coleoptera)

Schadbild

Elateridae. Käfer (Coleoptera).

Die Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer Agriotes lineatus und obscurus. Der Käfer ernährt sich von toten Pflanzen, er ist ca.12 mm lang und schnellt bei Berührung mit einem Klicken aus der Rückenlage bis 15 cm und höher hoch. Es gibt in Deutschland über 100 Arten, einige leuchten auch im Dunkeln (Leuchtschnellkäfer). Die Käfer überwintern im Boden und legen im Mai etwa 200 Eier ab. Die Eier sind weiß, unter einem Millimeter groß, sie werden in feuchte Erde abgelegt nur wenige Zentimeter tief. Die Larven (Drahtwürmer) schlüpfen 7 - 8. Sie sind empfindlich gegen Trockenheit. Meistens sind sie gelblich, rund, mit drei Beinpaaren und dunklem Kopf, bis 25 mm lang. Bis zur Käferentwicklung vergehen etwa 5 Jahre, vorher verpuppen sie sich in der Erde 20 - 30 cm tief. Zunächst ernähren sie sich von toten Pflanzenresten, später von lebenden Pflanzen. Wird der Boden zu trocken, dringen sie in Knollen und Wurzeln ein oder ziehen sich in tiefere Erdschichten zurück bis zum nächsten Regen. Sie treten gehäuft auf nach Rasenumbruch.

Befallen werden von den Larven Chicorèe, Dahlien, Erdbeeren, Gräser (Drahtwürmer halten sich besonders gern in feuchten Wiesen auf), Hackfrüchte (Kartoffeln und Rüben), Klee, Kohl, Leguminosen, Mais, Möhren, Petersilie, Puffbohnen, Salat, Sellerie, Spargel, Tomaten, Wurzelgemüse, Zwiebeln und Knollen. Aufgelaufene Sämlinge werden dicht unter der Erde abgefressen. Sichtbar sind die runden, scharfen Bohrlöcher oder die an- oder abgefressenen Wurzeln, so dass man die befallenen Pflanzen leicht herausziehen kann. Von Maissamen bleibt nur die äußere Hülle über. Anschlussinfektionen durch Bakterien und Pilze sind die Regel. Gefährdung in der gesamten Vegetationsperiode.

Bekämpfung

Abwehr: Natürliche Feinde sind Ameisen (kleine Arten), Brackwespen, Eidechsen, Großes Mausohr, Hühner, Igel, Insektenfresser, Kröten, Laufkäfer, Maulwurf, Maulwurfsgrille, Rollwespen, Spitzmaus, Vögel (Amsel, Möwen, Rotschwänzchen, Specht, Star, Storch, Turmfalke, Waldkauz, Wiedehopf), Zehrwespen. Der Pilz Metarhizium tötet den Drahtwurm. Er wird vielleicht bald im Fachhandel angeboten.

Boden locker halten, ggf. aufkalken, wenn er zu sauer ist, Drahtwürmer meiden kalkreichen Boden. Ringelblumen und Tagetes (die Drahtwürmer fressen sich in die Wurzeln und gehen daran ein), Senf oder das Setzen von Meerrettichstauden aussäen. Oft hacken. Nutzpflanzen nicht zu eng säen, sofort pikieren. Nach Rasenumbruch keine gefährdeten Gemüse anbauen, vorher erst Ringelblumen und Tagetes säen. Gefährdete Pflanzen mit Tagetes umgeben. Beete nicht mulchen, außer mit Farnkraut. Halbierte Kartoffeln mit der Schnittfläche nach unten in den Boden drücken, öfters kontrollieren und Schnittfläche erneuern. Oder halbierte Kartoffeln, Möhren oder Rüben 15 cm tief eingraben, die Stellen markieren und nach ein paar Tagen wieder ausgraben. Salat als Fangpflanze nutzen, nach Welken sofort mit umgebender Erde ausgraben und den Drahtwurm suchen. Meerrettichstaude in die Nähe setzen oder Senf aussäen, die Drahtwürmer sammeln sich dort. Bei starkem Befall schmale, tiefe Gräben ziehen und mit Stalldung füllen, diesen im Frühjahr ausgraben und vernichten. Das Land gezielt unter Wasser setzen, die Drahtwürmer kommen an die Oberfläche und können abgelesen werden.