Borkenkäfer [Scolytinae. (Curculionidae).]


Botanischer Name
Scolytinae. (Curculionidae).

Schadbild

Borkenkäfer Scolytinae. Rüsselkäfer (Curculionidae).

Es gibt eine Reihe von Arten, die sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert haben:

Buchdrucker Ips typographus (Fichten), Eichensplintkäfer (Eichen), Eschenbastkäfer (Eschen), Kupferstecher Pityogenes chalcographus (Fichten, u.U. auch Douglasien, Lärchen und Weißtannen), Lärchenborkenkäfer (Lärchen), Waldgärtner (Kiefern).

Am meisten betroffen sind in den letzten Jahren nach der Jahrtausendwende die Fichten. Das hängt auch zusammen mit den trockenen und heißen Sommermonaten. Kalte Frosttage können den Käfern wenig anhaben.

Der Buchdrucker ist etwa 4 mm groß, braun, im Querschnitt nahezu kreisförmig. Die Buchdrucker-Männchen bilden im Frühjahr 4 - 5 einen Spähtrupp, der nach günstigen, d.h. geschädigten Bäumen sucht. Normalerweise wehrt sich ein gesunder Baum bei Angriffen auf seine Borke mit Harzbildung. Geschwächte Bäume sind dazu nur in geringem Maße fähig. Können sich die Männchen verhältnismäßig leicht einbohren, senden sie ein bestimmtes Versammlung-Pheromon aus, das weitere Käfer anlockt. Unter der Rinde werden dann Hochzeitskammern angelegt, ein männlicher Käfer ist gewöhnlich mit 2 - 3 weiblichen Käfern zusammen. Jedes begattete Weibchen höhlt dann einen 'Muttergang' zwischen Holz und Rinde aus und legt dort bis zu 60 Eiern ab. Ihre Larven fressen weitere Gänge und verpuppen sich nach etwa 30 Tagen. Schließlich verwandeln sich die Puppen zu neuen Käfern, die sich nach draußen durchfressen. Überwinterung unter der Rinde. An einem Baum finden bis zu 25.000 Käfer ihr Auskommen. Der Buchdrucker befällt mitunter auch Lärchen und Kiefern. Der frische Befall durch den Buchdrucker ist zu erkennen an dem braunen Bohrmehl, das auf Spinnweben und Pflanzenblätter gefallen ist. Später wird die Baumspitze rötlich, es fallen Nadeln ab und ganze Borkenstücke lösen sich vom Stamm. - Die Leitungsbahnen werden mit angefressen, so dass die Bäume an Nahrungs- und Wassermangel eingehen.

Die Kupferstecher reagieren auf die Duftsignale geschwächter Fichten. Junge Bäume werden bevorzugt. Auch die Kupferstecher senden einen Signalstoff ab für die Artgenossen. Im Gegensatz zu den Pheromonen der Buchdrucker locken sie damit aber nicht neue Käfer an, sondern zeigen an, dass sie weiterfliegen sollen. - Das Bohrmehl des Kupferstechers ist kaum sichtbar. Nach Abflug der neuen Generation nimmt die Krone ebenfalls einen rotbraunen Farbton an. - Weiterer Hinweise auf Befall: Einbohrlöcher, Harztröpfchen, Spechtaktivitäten.

Curculio nucum. Haselnüsse. Der Rüsselkäfer ist 6 - 10 mm groß, hellbraun, mit langem Rüssel. E 4/6 (je nach Region) Eiablage direkt in die Nuss. Die Larve frißt die Nuß und fällt mit der leeren Nußschale auf den Boden. Sie überwintert in einem Kokon im Boden. Verpuppung im nächsten Frühjahr. Jungkäfer schlüpfen im Mai. - Das Bohrloch ist deutlich zu sehen. In der Nußschale ist die Larve und deren Kot zu finden. Der Schaden ist meistens gering.

Vorbeugung

Vorbeugung. Buchdrucker: Gute Pflege der Gartenbäume, damit durch reichlich fließenden Saft der Zutritt für die Schädlinge verhindert wird. Tiefgründiges Umgraben des Bodens vor der Pflanzung. Verhinderung von Wurzelfäule auf Grund von Staunässe, durch Wässerung bei Trockenheit, Bekämpfung von Wurzelfeinden wie Wühl- und Feldmäusen, Unterlassung tiefschürfender Maßnahmen im Bereich der Baumscheibe, flaches Mulchen der Baumscheibe. - Begünstigt wird die Ausbreitung durch überdurchschnittliche Hitze oder Trockenheit während der Fortpflanzungszeit.

Haselnussbohrer. Im April/Juni die Käfer auf ein Tuch schütteln. Befallene Nüsse entfernen, heruntergefallene auflesen. Bei Blätterfraß spritzen mit Spruzit, Neudosan oder Niem. Bei eintriebig gezogenen oder auf Baumhasel veredelte Haseln können ab Mai leicht Leimringe als klebrige Barriere angebracht werden  - denn obwohl sie fliegen können, krabbeln die Käfer in der Regel nur den Stamm hinauf.

Bekämpfung

Natürliche Feinde: Ameisen-Buntkäfer, Erzwespe, Jagdkäfer, Kamelhalsfliege, Rote Waldameise, Specht.

Buchdrucker. Durch ein synthetisch hergestelltes Versammlungs-Pheromon können viele Käfer auf eine falsche Fährte gelockt und vernichtet werden. In den Wäldern das Mittel der Wahl. Im Garten angegriffene Bäume müssen sofort gefällt werden, um weitere Vermehrung zu stoppen. Niem.

Haselnußbohrer. Baumscheibenbereich locker halten und Hühner zulassen. Im Herbst die Baumscheibe aufkalken. Lambertnüsse werden bevorzugt heimgesucht, während Zellernüsse weniger befallen werden. Dazu gehören: Hallesche Riesen, Rotblättrige Zeller und Wunder von Bollweiler. Rainfarntee spritzen alle 14 Tage während der Flugphase.