Spechte


1) Dendrocopos major.

Der Buntspecht ist 23 cm groß, schwarzer Rücken, große, weiße Schulterflecken, rote Unterschwanzdecken. Unterseite weiß. Männchen haben roten Genickfleck, Jungvögel einen roten Scheitel. Er trommelt. Er hält sich fast nur an Stämmen und im Gezweig von Laub- und Nadelgehölzen auf. Bruthöhle in morschen Bäumen, Boden wird mit Holzspänen ausgepolstert. Ab 1 Balzzeit, 4 Eiablage. 5 - 7 Stück. Nach 9 - 12 Tagen schlüpfen die Junge, nackt und blind. Nach 10 Tagen öffnen sich Augen und Ohren, nach 18 - 19 Tagen erscheinen sie erstmals im Flugloch. Nach 23 Tagen nach dem Schlüpfen ist das Nest wieder leer. Die Jungvögel werden leicht Opfer von Habicht, Marder, Sperber und Waldkauz. Ihre Verlustrate ist groß. Erwachsene werden aber bis zu 13 Jahren alt. Die verlassenen Nester werden von Eichhörnchen, Fledermaus, Kauz, Kleiber, Meise und Mausarten eingenommen.

Nahrung: Ameisen und deren Puppen, freilebende und holzbewohnende Insekten und deren Larven, besonders der Fichtenborkenkäfer, Spinnen, aber auch die Samen aus den Fichten- und Kieferzapfen, Nüsse, Eicheln, Bucheckern, Obst, z.B. Erdbeeren und Kirschen. Raupen und holzbewohnende Insekten werden mittels Schnabel unter der Rinde hervorgeholt. Die Zapfen werden in Astgabeln gehängt oder er haut sich eine tiefe Rinne in einen Ast ("Spechtschmieden"). Außerdem ernährt er sich vom Saft der Rinde, die er in Form des Spechtringes ('Ringeln') an jungen Ästen anpickt.

Typisch ist ihr Hämmern an Baumstämmen, das Trommeln. Es dient der Kontaktaufnahme, da Buntspechte nicht singen können. Die Balz beginnt im Herbst. - Die Bruthöhle wird mit dem Schnabel gezimmert. Das ist dadurch möglich, dass Schnabel und Schädel federnd miteinander verbunden sind, außerdem ist die Knochenhülle stärker. Er sucht sich dafür morsche Äste aus und zimmert ein kreisrundes Eingangsloch. Das Paar wechselt sich ab bei der Arbeit. - Er plündert die Nester von Singvögeln, z.B. 60% der im Garten brütenden Meisen, indem er deren Behausung mittels Schnabel aufknackt. Insofern ist er überhaupt nicht "nützlich".

2) Picus viridis.

Der Grünspecht ist 32 cm groß, Unterseite graugrün, Scheitel rot, beim Männchen auch der Nacken, Bürzel gelb, Backenbart beim Weibchen schwarz, beim Männchen rot. In Feldgehölzen, Gärten und Waldrändern neben Wiesen.

Er frisst vorzugsweise Ameisen. Verwechselungsgefahr mit Grauspecht, doch im Verhalten ganz verschieden. Letzterer trommelt oft, der Grünspecht eher selten.

Nest in Baumhöhlen.
- Spechte können senkrecht an Bäumen hochklettern. Die pfeilförmige, 4 cm lange Zunge ist wie eine klebrige Harpune ausgebildet, damit können sie Insekteneier, Puppen, Raupen aus tiefsten Löchern herausholen. Standvögel.

Förderung durch Nistkästen. Brut- und alte Bäume nicht fällen. Kunsthöhlen.

Siehe auch den Einführungstext Nützliche Tiere, Bakterien, Pilze