Regenwassernutzung für Haus und Garten


Dieser Artikel wurde von Manuel Koch erstellt; er ist ausgebildeter Baustoffprüfer und seit 2012 für den Baustoffhandel Benz24.de als Fachberater im Kundenbereich tätig.

 

Umweltschonend und kostensparend - Regenwassernutzung für Haus und Garten

Etwas für die Umwelt zu tun, muss für private Hausbauer oder Eigenheimbesitzer nicht zwangsläufig den Geldbeutel angreifen. Im Gegenteil, es gibt dabei sogar Möglichkeiten für Einsparungen bei den laufenden Kosten.

 

Nachhaltigkeit beim Bau

Nachhaltigkeit beim Bau, egal ob Hausneubau, Modernisierung oder Ausstattung des Gartens, bedeutet immer, einen stabilen Kreislauf für die Ressourcennutzung zu schaffen, so dass die natürliche Regenerationsfähigkeit gegeben ist und erhalten bleibt. Es sichert uns einen gesunden Lebensraum. Deshalb sollte hier jeder nach seinen Möglichkeiten Einfluss nehmen und bei einem entsprechenden Bauvorhaben eine nachhaltige Lösung in Betracht ziehen. Oftmals werden derartige Vorhaben durch Zuschüsse aus öffentlicher Hand unterstützt.

 

Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch liegt in unserem Land bei über 100 Litern pro Person. Für etwa ein Drittel davon ist es nicht nötig, Trinkwasser zu verwenden, welches zuvor sehr aufwändig aufbereitet werden muss. Regenwasser wäre z.B. für die Gartenbewässerung und die Toilettenspülung völlig ausreichend und ist sogar für die Wäsche geeignet.

 

Regenwasser und Gartenbewässerung

Zur Nutzung von Regenwasser gibt es bereits bewährte Lösungen. Deren Grundprinzip besteht darin, das Regenwasser, welches vom Dach läuft, über die Regenrinne in einen Auffangbehälter zu leiten. Die Möglichkeiten reichen dabei von der einfachen Regentonne bis hin zu einer in die Erde gelassenen Zisterne mit Filterfunktion.

Die Größe der Regentonne sollte dabei der zu bewässernden Fläche angemessen sein, um ausreichende Wassermengen aufnehmen zu können. Zudem bietet sich ein angebrachter Auslaufhahn für die einfache Entnahme an.

Schon im alten Ägypten wurden Bewässerungsysteme entwickelt um die Äcker möglichst großflächig mit dem wertvollen Schlamm und Wasser des Nils zu versorgen. Eine Art der Weiterleitung war ein kanalähnliches System zwischen den Feldern. In Anlehnung daran, kann mit handelsüblichen Wasserschläuchen ein ähnliches Netz zur Gartenbewässerung geschaffen werden. Dabei werden die Schläuche mit kleinen Löchern versehen, ausgelegt und an den Wasserspeicher angeschlossen. Auf diese Weise kann der Garten großflächig und gleichmäßig bewässert werden. Zu beachten gilt dabei allerdings, dass der aufgebaute Druck auf den Schlauch nicht zu hoch ausfällt.

 

Tiefergehende Regenwassernutzung mit Zisternen

Unterirdische Zisterne
Unterirdische Zisterne

Wer vor größerem Aufwand nicht zurückschreckt, für den kann auch die Anschaffung einer Zisterne eine Überlegung wert sein.

Dies ist ein abgedeckter Auffangbehälter, der in der Regel aus lichtundurchlässigem Kunststoff oder aus Beton besteht.

Diese befindet sich unter der Erde und ist somit platzsparend untergebracht. Durch Regenrinnen in die Zisterne geleitetes Wasser kann gespeichert und mit Hilfe einer Pumpe nach Bedarf wieder entnommen werden. Zudem ermöglicht die unterirdische Lage die Nutzung eines größeren Tanks und damit eine größeren Aufnahmemenge, als es an der Oberfläche mit Regentonnen der Fall wäre.

 

 

 

 

 

 

 

Kostensparende Nutzung von Regenwasser im Privathaushalt

Nutzung im Haushalt

Eben diese Wasserspeicherung in Zisternen ermöglicht noch weiterführende Nutzungsmöglichkeiten. So kann das Regenwasser auch im Haushalt genutzt werden. Um hier die jeweils am besten geeignete Lösung zu finden, sollten Planung und Installation allerdings  unbedingt einer Fachfirma übertragen werden. Denn für die Regenwassernutzung im Haus muss ein separater Kreislauf installiert werden.

Neben einer entsprechend Leistungsstarken Pumpe, kommt ein Filtersystem hinzu, welches das Regenwasser aufbereitet. Dennoch ist für diesen Regenwasserkreislauf eine Trennung vom üblichen Trinkwasserkreislauf einzuhalten. Diese Trennung ist so zu verstehen, dass kein Wasser aus dem Regenwasserkreislauf in den Trinkwasserkreislauf geleitet werden darf. Es kann jedoch manchmal erforderlich sein, die Zisterne mit Trinkwasser aufzufüllen, weil sich zu wenig Regenwasser angesammelt hat. Dieser Weg ist legitim und sollte vorgesehen sein. Für den entgegengesetzten Fall, dass zu viel Regenwasser vorhanden ist, muss die Zisterne mit einem geeigneten Überlauf ausgestattet sein.

 

 

 

 

Regenwassernutzung und Versickerung

Mancherorts kann aufgrund von sogenannter Flächenversiegelung das Regenwasser nicht durch den Boden ins Grundwasser versickern. Dadurch fließt es ungenutzt in Gewässer oder ins Abwasser. Hier schafft die oben beschriebene Regenwassernutzung in Kombination mit geeigneten Versickerungsanlagen Abhilfe. Selbst private Haushalte spielen dabei eine Rolle und werden deshalb durch die Kommunen bei entsprechenden Projekten unterstützt.

 

Das Für und Wider von Regenwasseranlagen

Zapfstelle

Die Vorteile sind neben der Umweltfreundlichkeit, dass das Regenwasser überhaupt als Ressource genutzt werden kann und dass bei den laufenden Kosten für das Abwasser gespart wird.

Ein Nachteil sind die zusätzlichen Kosten, die die Installation einer derartigen Anlage vor allem zur Nutzung im Haushalt verursacht. Beim Auffangen des Regenwassers vom Hausdach gelangen auch Schadstoffe in die Zisterne. Deshalb kann eine derartige Anlage die herkömmliche Trinkwasseranlage nicht ersetzen und wird lediglich als Ergänzung betrieben, womit zusätzlicher Pflegeaufwand entsteht.

 

 

 

 

 

Öffentliche Zuschüsse für die Anschaffung von Regenwassernutzungsanlagen

Weil die öffentliche Hand und die Kommunen durch die private Nutzung von Regenwasser Kosten sparen, die im Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgung entstehen würden, wird die Anschaffung von Regenwassernutzungsanlagen in einigen Bundesländern durch finanzielle Zuschüsse gefördert. Hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

In Nordrhein-Westfalen gibt es dafür zum Beispiel bis zu 1500 Euro.  In Bremen werden bis zu einem Drittel, aber maximal 2000 Euro bezuschusst. In Bayern, Hessen und im Saarland gestalten die Kommunen die Förderung sehr unterschiedlich.

Genaue Informationen lassen sich im Rathaus, bei der Kreisverwaltung oder im zuständigen Wasserwerk einholen. Weiterhin kann man in der Förderdatenbank des Bundes unter http://www.foerderdatenbank.de die Förderungen der einzelnen Bundesländer nachschlagen.