Stauden: Blumen trocknen


Blumen, die konserviert werden sollen, müssen trocken sein, der Tau verdampft, die Blüten gerade geöffnet sein (siehe auch unten). Beste

Trockenblumen
Trockenblumen
Sammelzeit 11 - 15 Uhr. Blätter werden in aller Regel entfernt.

Natürliche Trocknung:

Die Blumen müssen äußerlich trocken sein. 10 - 20 möglichst lange Stiele bündeln und mit Bindfaden oder Bast zusammenhalten (keine Gummiringe), umgekehrt aufhängen in einem luftigen, trockenen, nicht zu dunklen Raum, z.B. Heizungsraum. Die Stiele sollten gerade sein. Von Fall zu Fall die Schnur nachziehen. Kurzstielige Blumen ggf. mit einem Draht verlängern. Blätter von Goldruten und Schafgarben vorher entfernen, sie sehen unansehnlich aus. Am natürlichsten sehen nach der Trocknung aus: Edeldistel, Lampionblume, Lupinen (einzeln aufhängen), Meerlavendel, Rittersporn, Schleierkraut, Strohblumen (Helichrysum, Helipterum). Blumen mit kräftigen Stängeln können auch bei leichter Wasserzufuhr getrocknet werden. Sie sehen dann natürlicher aus. Die Blumen werden in eine Vase gestellt, erhalten aber nur wenig Wasser. Verdunstetes Wasser wird regelmässig ersetzt. Der Raum muss dunkel, aber warm sein. Die Prozedur ist beendet, wenn nach ziemlich langer Zeit die Blumen völlig getrocknet sind und rascheln.

Blätter, Blütenköpfe, Disteln, Fruchtstände, Gräser (z.B. Gerste und Weizen) und Rispen

Aufrecht in ein Gefäß ohne Wasser stellen und in einen dunklen, sonnenabgewandten Raum stellen. Samenkapseln während der Reife pflücken, wenn sie gerade anfangen, sich zu bräunen, z.B. Disteln, Fingerhut, Mohn, Rittersporn, Sauerampfer, Silberblatt (oder Judassilberling. Samenkapseln reiben, bis sie silbrig aussehen), Stockrose. Nur das Pampasgras benötigt Sonne zum Trocknen.

Die Farben bleiben am besten erhalten bei Trocknung mit feinpulvrigem Silikagel (Bastelläden, Gartencenter): Zuerst den Boden einer flachen Schale 20 mm mit Gel bedecken, dann mit gekrümmtem Daumen und Zeigefinger eine Höhlung formen und die frische Blüte dorthinein stecken und festhalten. Dann die Blüte von oben mit Gel füllen, ohne dass ein Blütenblatt umgeknickt wird. Sind alle Blumen völlig bedeckt, den Deckel schliessen, mit Klebestreifen oder Plastikbeutel rundum luftdicht abdichten und an einen warmen Platz stellen. Man kann auch den Boden mit Gel bedecken, die gekürzten Blumenstängel in das Gel stecken oder umgekehrt die Blüte auf das Gel halten und dann einfüllen. Es ist zweckmäßig, von vornherein eine Öffnungsklappe des Kartons vorzusehen. Sie sollte so liegen, dass die Blütenkelche immer in Richtung dieser Klappe liegen, so dass das Gel ohne Widerstand herauslaufen kann.

Für Rosen und andere kurzstielige Blumen kann man auch Weckgläser mit Gummiring, Deckel und Klammer verwenden. Trockendauer 2 - 8 Tage, je nach Dicke der Blütenblätter und des Stieles. Weiche Stiele sollten vor dem Trocknen gedrahtet werden. Einige Tage nachtrocknen lassen, damit die Blätter elastisch bleiben. Aber nach der Trocknung nicht mehr der Sonne aussetzen. Besonders geeignet für Anemonen, Begonien, Edeldisteln°, Enzian, Frauenhaarfarn, Fuchsien, Geranien (Pelargonien), Hasenschwanzgras°, Hortensien, Jungfer im Grünen°, Mohn°, Nelken, Ponpondahlien, Rittersporn, Rosen (besonders die roten und orangefarbenen), Silberimmortellen°, Schwertlilien, Stiefmütterchen, Strohblumen°, Tagetes, Zinnien. Die Farbwerte von rot verschieben sich etwas in Richtung blau. Das blaue Silikagel muss von Zeit zu Zeit im Backofen regeneriert werden (wenn es rosa/weiß geworden ist). Dabei darf die angegebene Temperatur (130°) nicht überschritten werden.

Stattdessen kann man auch ein Gemisch aus Silbersand und Borax verwenden. -

Zweige mit trockenen Blättern oder Beeren:

Man stellt eine Mischung aus einem Teil Glyzerin und zwei Teilen warmem Wasser her, entrindet den Stängel am Stielende, schneidet ihn schräg an und stellt ihn in das Gemisch. Nach 10 - 14 Tagen ist die Prozedur beendet, wenn an den Blättern Glyzerintröpfchen zu sehen sind. Die Blätter müssen vorher vollkommen ausgewachsen, aber noch nicht bräunlich sein und noch gut anhaften. Dafür eignen sich: Buche, Edelkastanie, Eiche, Hainbuche, Küchenschelle (fedrige Früchte), Lorbeer, Ölweide (metallisch glänzend), Rosskastanie, Schusterpalme. Diese Art der Konservierung ist auch für Blumen geeignet, sie erhalten meistens ihre Farben. Ggf. müssen die Blumen vorher mit Blumendraht, z.B. bei Zinnien, verstärkt werden.

Will man getrocknete und frische Blumen zusammen in eine Vase stellen, müssen die getrockneten Blumenstängel durch Lack oder Eintauchen in geschmolzenes (Kerzen-) Wachs gegen Verfaulen geschützt werden.

Pressen zwischen Bücherseiten oder mit einer Pflanzenpresse ist eine andere Art der Konservierung.

Die Blumen oder Pflanzenteile werden aber vorher möglichst effektvoll zwischen mehreren Lagen Löschpapier gelegt und erst dann gepresst. Das muss ganz rasch vor sich gehen, damit sich die Blätter nicht einrollen. Wenn die Farben gut erhalten werden sollen, muss das Papier täglich gewechselt werden. Nach wenigen Tagen oder spätestens einem Monat können sie auf Papier geklebt oder anderweitig verwendet werden. Nur mit Pinzette arbeiten, das menschliche Hautfett schadet den Farben.

Schnittzeitpunkt:

  • Voll erblüht schneiden: Celosie, Edeldistel, Färberdistel, Frauenmantel, Fuchsschwanz, Goldrute, Grasnelke, Heiligenkraut, Immortelle, Kornblume, Laucharten, Lavendel, Papierblume, Salbei, Silberdistel, Silbermortelle, Sonnenhut, Schafgarbe, Schleierkraut.
  • Zu 3/4 aufgeblüht schneiden: Statice
  • Direkt nach Öffnung schneiden: Alpendistel, Gräser, Kugeldistel und Sonnenflügel.
  • Unmittelbar nach der Blüte können noch geschnitten werden: Flockenblume, Kugeldistel, Sonnenhut.
  • Fast vollknospig schneiden: Artischocke, Katzenpfötchen, Papierblume und Strohblume.
  • Nach Samenbildung schneiden: Astilbe, Fingerhut, Lampionblume und Lupine.
  • Vor Öffnung der Samenhüllen schneiden: Akanthus, Anemone, Jungfer im Grünen, Ziermais.

 

Die Balgfrüchte von Akelei, Hahnenfußgewächsen, Rittersporn, Trollblume platzen bei Samenreife und können ebenfalls Trockenblumengebinden beigemischt werden. Gut geeignet sind auch die Kapseln von Mohn und Schwertlilie (Schnitt nach Samenreife und Aufplatzen), sowie die kugelförmigen Früchte des Lein, die Trugdolden der Wiesenraute und die orangefarbenen Ballons der Lampionblume. Samenstände von Muschelblume, Skabiose und Sonnenhut werden vor der Samenreife geerntet; von Jungfer im Grünen und Seidenmohn erst, wenn die Samenkapseln ausgereift sind.

° Trocknung ist auch dadurch möglich, dass die Blüten abgeschnitten werden, wenn sie sich gerade öffnen, und mit dem Kopf nach unten in einen gut gelüfteten Raum gehängt werden. Aufbewahrung unter Ausschluss von Sonnenbestrahlung. Konservieren kann man Blumen auch durch Wachs. In einem Wasserbad wird Wachs (Bastelwachs) auf etwa 55-60° erhitzt. Dann taucht man eine Blume, deren Stiel man am besten mit Steckdraht durch Umwickeln verstärkt hat, in das Wachs und dreht dabei langsam die Blüte. Die ganze Blüte muss eingetaucht sein. Danach zieht man die Blüte wieder heraus, lässt sie über dem Topf etwas abtropfen und hängt sie dann mit dem Kopf nach unten an eine Leine o.ä. auf. Man kann auch die Bumenblätterspitzen durch nochmaliges Eintauchen in farbiges Wachs anfärben. Schreckt man die Blüte nach dem Eintauchen in das Wachs sofort im kalten Wasser ab, so erhalten die Blütenblätter einen schönen Glanz. Tupft man die Blütenspitzen nach dem Wachsbad auf Kochsalz, so erhalten die Blüten einen "Kristall"-Effekt.