Rutenkrankheit [Septocyta ruborum, Leptosphaeria usw.]

Anfällige Pflanzen: Brombeeren    Himbeeren   


Botanischer Name: 
Septocyta ruborum, Leptosphaeria usw.
Schadbild: 

Brombeeren. Ruten- oder Rankenkrankheit. Pilzbefall durch Septocyta ruborum, Leptosphaeria. Rötliche Flecken, ca. 2 cm groß, auf den jungen Ranken, sie werden im Mittelpunkt mehr bräunlich, Rand ist rot. Wuchs und Qualität der Beeren leiden. Feuchtes Wetter begünstigt den Befall. Kranke Triebe sterben schließlich ab.

Himbeeren. Didymella applanata, Leptosphaeria coniothyrium usw. Häufigste Himbeerkrankheit. Pilze dringen durch Verletzungen der Rinde (diese können auch durch Larven der Himbeergallmücken und Schwankungen in der Wasserversorgung, vor allem Trockenheit, verursacht sein) in das Rindengewebe ein. Die Larven der Himbeergallmücken verpuppen sich im Boden. - Es bilden sich zuerst hellgraue, später bräunlich-violette Flecken an der Rinde, vor allem an jungen Ruten im unteren Bereich ab 5. Dann fließen sie zusammen, färben sich braun und reißen auf. Infektion greift über auf die oberen Teile. Die Ruten sterben ab. Überwinterung in Sporenbehältern auf den Ruten. Oftmals Doppelinfektion durch Didymella und Leptosphaeria.

Vorbeugung: 

Brombeeren. Im Frühjahr Schachtelhalmtee mit Rainfarnabsud spritzen. Befallenes abschneiden und vernichten.

Himbeeren. Ruten sofort nach der Ernte bzw. nach Befall bodentief so kurz wie möglich über dem Boden abschneiden, noch besser, den Boden entfernen und die Rute tief abschneiden.

Bekämpfung: 

Brombeere. Schattigen Platz vermeiden, genügend auslichten, Pflanzabstände einhalten, junge Ranken frühzeitig hochbinden. Befallene Teile vernichten. Sortenwahl: Chester Thornless (Ahrens & Sieverz) ist resistent.

Himbeeren. Rindenverletzungen vermeiden. Regelmäßig schneiden und wässern. Dicke Ruten zugunsten mittelstarker abschneiden. Höchstens 8 Ruten per lfdm. belassen. Kalte, nasse, schwere Böden sind ungeeignet. Im Sommer schon schwache und überzählige sowie abgetragene Ruten entfernen. Keine stickstoffbetonte Düngung, keinen kalkhaltigen Dünger, überhaupt wenig (mit Laubkompost) oder gar nicht düngen, jedoch ausreichend mit Kali versorgen. Mehrmals mit Schachtelhalmbrühe spritzen. Brennesseljauche gießen. Sehr wichtig: Nicht hacken, dicke Mulchschicht mit Gras, Häcksel, Laub, Rindenkompost, Sägemehl, Stroh, Strohmist, Torf, möglichst dick. Im Frühjahr etwas Beinwelljauche geben. Saurer Boden erforderlich. Halbschattige Lage. Neudovital. - Resistent: Elida, Ruflava (Ahrens& Sieverz), Schönemann (N&G), Willamette. Ziemlich resistent: Autumn Bliss (Baldur, Ahrens & Sieverz, Pötschke) oder Blissy (Ernte 8 - 1O), Elida + Gradina (Häberli), Rubaca (oder Niniane) Pötschke, Rusilva.