Maikäfer - Engerlinge [Melolontha melolontha, hippocastani]



Botanischer Name: 
Melolontha melolontha, hippocastani
Allgemeines: 

Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Maikäfer, Engerlinge.MaikäferMaikäfer

Der Maikäfer ist bis 23 mm groß, schwarz, hat an den Seiten weiße dreieckige Flecken, die Flügeldecken sind braun. Der Feldmaikäfer ist zwischen Mund und Flügeldecken schwarz, der Waldmaikäfer braun. Das Weibchen lockt das Männchen mit einem alkoholähnlichen Duftstoff an, den es aus Blattsäften herstellt und dem der Käfer wie ferngesteuert folgt. Die Käferfrau legt im Frühjahr etwa 60 - 70 gelbliche, runde Eier 5 - 25 cm tief in die Erde, in Häufchen von 10 - 15 Stück, und zwar an die Stelle des Bodens, wo es herausgekrochen ist. Das Männchen stirbt nach der Begattung, das Weibchen nach der Eiablage. Der Engerling, die Larve, schlüpft nach wenigen Wochen. Er macht im tieferen Erdreich mehrere Häutungen durch und ist dann bis 65 mm lang, gelblich, gekrümmt, mit behaarten Brustbeinen und braunem Kopf. Die Engerlinge bleiben 3 - 5 Jahre unter der Erde, je nach wärmeren oder kälteren Regionen. Sie fressen zunächst in Gruppen humose Stoffreste, dann einzeln an Wurzeln. Sie überwintern 35 cm tief im Boden und nagen dann wieder im Frühjahr an den Wurzeln, gern auch an Löwenzahnwurzeln, überwintern wieder, verpuppen sich im Herbst (hartschalig, braun) und fliegen als Maikäfer E 4/Mi 5 im darauffolgenden Jahr. Voraussetzung dafür ist eine Bodentemperatur in 25 cm Tiefe von 10°, eine Lufttemperatur von 12° und regenfreies Wetter. Bei Kälteeinbrüchen verkriechen sie sich wieder in frostfreies Erdreich.

Es ist fast ein Wunder dass die Käfer fliegen können, aber sie können es doch. Bevor der Maikäfer fliegt, 'pumpt' er sein Röhrensystem voll und hebt dann torkelnd ab, erreicht aber sein Ziel. Zur Orientierung dient ihm ein Sonnen- und Magnetkompass, seine Fühler wittern schon von Ferne Nahrung und Geschlechtspartner.

 

Der Rückgang der Maikäferpopulation wird auf Stickstoff-Überdüngung der Böden durch Landwirtschaft und Verkehr zurückgeführt. In der Erprobung ist der Beauveriapilz, der den Maikäfer tötet.

2005 hat man gegen die Engerlinge Neem-Azal eingesetzt. Dieser Versuch wurde mittlerweile als Erfolg gewertet.

Schadbild: 

Die Käfer fressen am Laub von Bäumen und Büschen, vor allem an Ahorn, Buche und Eiche, auch an Hainbuchen und Rosskastanien. Die fehlenden Blätter werden von den Bäumen im Juni wieder ersetzt (Johannistrieb). Der Fraß der Engerlinge ist dagegen weitaus schwerwiegender. Sie fressen zuerst abgestorbene Pflanzenteile, dann Haarwurzeln. Sie können schließlich durch Wurzelfraß ganze Bäume soweit schwächen, dass ein Windstoß sie zu Fall bringt. Junge Bäume sind am meisten gefährdet, vor allem Laubbäume und Douglasie. Der Befall zeigt sich zunächst durch geringen Wuchs. Dann sterben die Wipfel langsam ab. - Der Zyklus des massenhaften Befalls wiederholt sich etwa alle 4 Jahre, alle 40 Jahre muss mit einer fast biblischen Plage gerechnet werden.

Sie sind im allgemeinen aber nicht schädlich für die Gartenpflanzen, abgesehen von Grundstücken in Park- oder Waldnähe. Gräser, Gurken, Jungpflanzen, Rüben, Salat können ihnen ebenfalls zum Opfer fallen. Für die Eiablage werden Grundstücke mit einer bestimmten Silhouette bevorzugt, auf denen dann eine hohe Konzentration von Engerlingen gefunden wird.

Der Engerling ist äußerlich kaum unterscheidbar von der Larve des metallisch glänzenden Rosenkäfers. Legt man die Rosenkäferlarve auf eine ebene Fläche, so dreht sie sich auf den Rücken, die Maikäferlarve auf den Bauch. Außerdem kommt die Maikäferlarve nie im Kompost vor, wohl aber die Rosenkäferlarve. Der Rosenkäfer ist wie seine Larve unschädlich.

Bekämpfung: 

Natürliche Feinde

  • der Käfer: Eulen, Fledermäuse, Greifvögel, Krähen, Spatzen.
  • und der Engerlinge: Amsel, parasitäre Dolchwespe, Fledermaus, Gliederfüßer (Steinkriecher), Grünspecht, Igel, Krähe, Laufkäfer mit Larven, Maulwurf, Möwen, parasitäre Nematoden Steinernema carpocapsae, Raupenfliege, Schmarotzerfliege, Spitzmaus, Star.

Aber auch im Boden befindliche Bakterien, Nematoden, Pilze und Viren gefährden sie.

Abwehr

  • legen sie in den Gräsern ab, wo sie vertrocknen. siehe auch Niemsamen.
  • Rasen. So tief wie möglich abstechen, Kalkstickstoff in die Aushöhlung streuen, tötet Wurzelreste zuverlässig ab. Löwenzahn stirbt ab ohne Kalium-Düngung. Wurzelstecher.