Bakterienkrankheiten

Anfällige Pflanzen: Lilien   


Allgemeines: 

Bakterienkrankheiten (Blattfleckenkrankheiten, Bakterienwelken, Wurzelbakteriosen, Nassfäulen).

Schadbild: 

Bakterienkrankheiten.

Bakterien sind Einzeller, die nur unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden können. Sie vermehren sich durch Teilung. Bei Hitze oder Kälte können Sporen als Dauerformen gebildet werden. Diese können 7 Jahre und länger überleben. Bakterien sind wichtig für die Bodenfruchtbarkeit, besonders die stickstoffbindenden. Sie können aber auch bei Pflanzen und Tieren Krankheiten hervorrufen. Einige werden zur Schädlingsabwehr eingesetzt z.B. gegen Stechmückenlarven. Bakterienbefall bewirkt Weichfäulen von Stängel und Wurzel oder ruft Flecken und Welke bei den Blättern hervor. Manchmal erscheint auf den Pflanzen ein schleimiger Belag wie z.B. bei dem Feuerbrand.

Besonders gefährdet sind Wunden, z.B. durch Vogelfraß oder Hagel, Insekten usw. und auch die Spaltöffnungen der Blätter. Meistens geht der Befall vom Boden aus.

Bakterienbefall auf den Blättern kann bekämpft werden durch Lavendel-, Nelken-, Rosmarin- und Thymianöl. 5 l Spritzflasche/50 qm. Beide Blattseiten besprühen bei Windstille.

  1. Blattfleckenkrankheit: Typisches Merkmal sind durchsichtig erscheinende Flecken, z.B. Blattflecken- oder Fettfleckenkrankheit. Dieser Bereich ist durch Bakterienbefall zerstört. Auch die Blüten können befallen werden. Bakterien sondern schleimige Substanzen ab, die die Zwischenwände der Zellen ausfüllen. Solche Infektionen werden durch Regen, Wind oder Insekten übertragen. Die Birnbaumpräparate sind nicht zugelassen. - Als Leitmotiv sollten Saprol S oder Neudovital zugelassen werden. Außerdem können die Wacholderarten, die für diese Krankheit Ursache sind, abgeschnitten werden.
  2. Bakterienwelken: Blätter und Stängel werden befallen, sie vergilben und welken ohne Blattflecken oder Chlorosen. Die Bakterien produzieren Gifte oder verstopfen die Leitbahnen der Pflanzen. Hohe Temperaturen und ungleichmäßige Düngung können den Befall verstärken.
  3. Wurzelbakteriosen: Sie sind die Ursache für Nassfäulen. Die Wurzeln können auch krebsartige Wucherungen aufweisen durch verschiedene Bakterien. Die Wucherungen sind bei krautartigen Pflanzen fleischig, bei Sträuchern und Bäumen holzig (Wurzelkropf). Sie entstehen vor allem auf feuchten und schweren Böden.
  4. Nassfäulen: Die unteren Bereiche des Stammes werden weich. Später tritt der Befall über auf die Wurzeln, die danach faulen.

Zu den Bakterienkrankheiten gehören:

  • Alpenveilchen - Nassfäule;
  • Apfelbaum - Wurzelkropf;
  • Begonien - Ölfleckenkrankheit;
  • Bohnen - Fettfleckenkrankheit;
  • Dahlien - Gallenkrankheit;
  • Dieffenbachie - Nassfäule;
  • Efeu - Ölfleckenkrankheit;
  • Iris - Nassfäule;
  • Kalla - Nassfäule;
  • Kartoffeln - Kartoffelschorf;
  • Kern- und Steinobst - Bakterienbrand und Feuerbrand;
  • Kohl - Adernschwärze;
  • Kürbisgewächse - Blattfleckenkrankheit;
  • Lilien - Nassfäule;
  • Orchideen - Nassfäule;
  • Pelargonien - Bakterienwelke, Ölfleckenkrankheit;
  • Rittersporn - Bakterienschwärze;
  • Salat - Bakterienfäule;
  • Sansevieria - Nassfäule;
  • Steinobst - Bakterienbrand;
  • Tomaten - Tomatenwelke, Korkwurzelkrankheit;
  • Usambaraveilchen - Nassfäule;

Nassfäule der Lilien sind meist Folge von Verletzungen. Faulen.

Bekämpfung: 

Abwehr:

  • Nur gesundes Pflanzgut kaufen.
  • Erkranktes sofort abschneiden und vernichten.
  • Kalte und schwere Böden mit Sand und Kompost verbessern.
  • Stickstoffüberdüngung vermeiden, ebenso Calcium- und Kalimangel.
  • Töpfe von Topfpflanzen mit heißem Sodawasser vor Neubepflanzung auswaschen.
  • Werkzeug mit Brennspiritus desinfizieren.
  • Pflanzenkräftigungsmittel wiederholt spritzen, z.B. Neudovital, Algifert, Brennesseljauche usw. -

 

Siehe auch Blattfleckenkrankheiten, Bakterienwelken, Wurzelbakteriosen, Nassfäulen.

Gründünger + Knoblauch gegen den Bakterienbrand.

 

Nassfäule:

Befallenes vernichten.