Ameisen [Lasius niger. Lasius flavus. Lasius fuliginosus. Monomorium pharaonis. Myrmica laevinodis. Formicidea.]

Anfällige Pflanzen: Apfelbäume    Rasen    Rosen   


Botanischer Name: 
Lasius niger. Lasius flavus. Lasius fuliginosus. Monomorium pharaonis. Myrmica laevinodis. Formicidea.
Allgemeines: 

Ameisen kriechen auf den Blättern herum und 'melken' Blattläuse. Dadurch können Krankheiten übertragen werden. Siehe Ameisen, Blatt-/Blutläuse (besonders bei Spalier) und 'Bakterienkrankheiten'.

Die gesamte Biomasse der Ameisen, man spricht von 10 Trillionen, ist größer als die aller Menschen. Sie sind organisiert als Staat mit einer Königin oder mehreren Königinnen, die täglich bis zu 50 Eier legen.Ameise mit Laus

Meistens überwintert die befruchtete Königin. Im Frühling betreut sie selbst in einer kleinen Höhle ihre erste Brut. Sobald die jungen Ameisen herangewachsen sind, übernehmen sie das Pflegegeschäft und ernähren die Königin (manchmal sind es auch mehrere), die dann nur noch Eier legt. - Die Lebensstadien der Ameisen sind (gelbes) Ei - (weiße) Larve - (weiße) Puppe - Erwachsenenform (die weißen 'Eier', die man oft vorfindet, sind in Wirklichkeit die Puppen).

Die Ameisenstraßen, die mit Duftstoffen markiert werden, ermöglichen ihnen Orientierung bei Nacht. Weitere Orientierung gibt ihnen der Stand der Sonne und das Erkennen der Polarisation des Sonnenlichts.

Die ausgewachsenen weiblichen Tiere sind unfruchtbar. Sie pflegen die noch unausgereiften Tiere, sind Arbeiterinnen, Sammlerinnen oder Soldaten. Sie verständigen sich in der Regel untereinander durch Berührungsreize und chemische Substanzen, andere Arten auch akustisch. Die akustische Verständigung wird nur in der Nähe eingesetzt, die Duftinformation reicht viel weiter. Die Ameisen erscheinen den ganzen Tag über aktiv, bei genaueren Untersuchungen der Universität Erlangen wurde aber festgestellt, dass sie nur etwa 5 Minuten arbeiten und dann 25 Minuten ruhen. Ihre Gesamtaktivität ist auch von der Tages- und Jahreszeit abhängig. Im Spätsommer entstehen geflügelte junge Königinnen und geflügelte Männchen. Nach der Befruchtung sterben die Männchen ab, die Königinnen suchen sich einen Überwinterungsplatz, das Spiel beginnt von Neuem. Der Samenvorrat reicht für ihr ganzes Leben. Der alte Staat stirbt ab. Manche Königinnen werden bis zu 15 Jahre alt. - Ihre Bodennester bauen sie oftmals in der Nähe von Pflanzen, die von Wurzelläusen befallen sind.

Die Ameisen beklopfen mit ihren Antennen die Läuse, die daraufhin einen Tropfen Kot abgeben, der vor allem aus Zucker, B-Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß besteht. Die Läuse selbst sind nur an ganz bestimmten Eiweißarten interessiert, die anderen Arten geben sie wieder ab.

Manchmal werden aber auch andere Tierarten mit betreut wie Buckelzikaden und Schmetterlingsraupen, die ihnen Zuckersaft bieten, oder z.B. die Larve des schwarzgefleckten Bläulings der Gattung Myrmica; sie gibt nach Betrillern einen zuckersüßen Saft ab, der begierig von den Ameisen aufgenommen wird. Daraufhin wird sie in den Bau geschleppt und in der Brutkammer untergebracht. Die Larve überwintert dort und fällt im Frühjahr über die Eier und Larven ihres Gastgebers her. Danach verpuppt sie sich, schlüpft als Falter und fliegt davon. Die Larven des Arion-Bläulings aber lassen sich von Ameisen in ihr Nest schleppen und fressen dort die Brut, die Larven des Kreuzenzian-Ameisenbläulings täuschen die Ameisen sogar mit vielen Düften vor, sie seien ebenfalls Ameisen und lassen sich von ihnen füttern.

Einige Singvögel bekämpfen Parasiten an ihrem Gefieder durch sog. Einemsen: Das Tier ergreift eine Ameise, die in einer Abwehrreaktion ihre Ameisensäure verspritzt, die am Gefieder haften bleibt.

Ameisen sind nützlich, weil sie Unkrautsamen wegtragen, die Eier von Insekten, Möhrenfliegen, Schnecken und kleine Raupen, aber auch Tierleichen vertilgen. Oft findet man unter den Hüllblättern der Pfingstrosenknospen mehrere Ameisen, die dort von süßem Honigtau angelockt werden und zum Dank für ihre Nahrungsquelle Pflanzenfeinde fernhalten. Bärlauch, Borretsch, Buchs, Buschwindröschen, Ehrenpreis, Erdrauch, Lavendel, Leberblümchen, Lerchensporn, Lungenkraut, Perlgras, Schlüsselblumen, Schneeglöckchen, Schneestolz, Schöllkraut, Veilchen, Wachtelweizen, Winterling u.a. sind auf Ameisen zur Verbreitung ihrer Samen angewiesen. Sie bieten ihnen meistens eine den Samen anhängende Fressprämie (Eleiosom). Andere Pflanzen wie Bäume, Gräser und Stauden ziehen möglicherweise Nutzen aus deren Anwesenheit und wachsen entschieden schneller.

Ameisen sind aber auch schädlich, weil sie die Blattläuse verteidigen, um deren ausgeschiedenen Honigtau zu ernten (wobei sie auch nicht davor zurückschrecken, sie am Davonfliegen zu hindern durch Abbeißen der Flügel), weil sie im Rasen Erdnester anlegen oder Plattenwege unterhöhlen. Im Frühjahr jagen sie alle Fressfeinde, die sich an den Knospen von Obstbäumen zu schaffen machen, noch bevor die ersten Blattläuse auftreten. So bekämpfen sie z.B. Florfliegenlarven und Schlupfwespen. Durch die Ameisen werden auch Pflanzenkrankheiten übertragen. - Einige Arten fressen aber auch frisches Fleisch, Honig, Speisen und Zucker. Dabei können Lebensmittel mit Bakterien verunreinigt werden.

Schadbild: 

Es gibt eine Vielzahl von Ameisen, die im Garten vorkommen können, rund 100 Arten gibt es in Mitteleuropa. Hier sind nur die am häufigsten vorkommenden Arten behandelt:

  1. Wiesenameisen oder Gelbe Wegameisen, Lasius flavus, 2 - 5 mm, gelblich, dringen nicht in Häuser ein. Sie bauen Lehmnester mit Kuppeln, oft mit Gras durchwachsen, und leben von Honigtau, besonders dem der Wurzelläuse. Auf feuchten Böden und Wiesen, auch unter Steinen.
  2. Wegameisen, Lasius niger, häufigste Gartenameisen, 4 - 10 mm, mattschwarz, bauen Nester in der Erde, häufig um Pflanzenstängel herum. Sie unterhöhlen Plattenwege oder bauen ihre Nester unter Brettern und Steinen, lieben sonnige, trockene Orte. Sie benagen Wurzelhals und Rinde z.B. von Möhren und Sellerie. Vor allem in trockenen Jahren fressen sie am Wurzelhals von Jungpflanzen, nagen an Knospen und reifen Früchten, fressen an Früchten, die von anderen Schädlingen angefressen wurden. Sie melken ihre Läuse z.B. auf Obstbäumen und Beerensträuchern, tragen sie woanders hin und schützen sie vor deren Feinden, z.B. gegen Florfliegen, Marienkäfer und Schwebfliegenlarven. 90% weniger dieser Blattlausfeinde treten dadurch auf. Auch Honigtau von Schildläusen, Blattflöhen und Zikaden und alles Süße wird bevorzugt gefressen. Sie befallen u.U. auch Häuser.
  3. Rasenameisen. Sie sind etwas kleiner und leben ähnlich wie 2). Befallen auch u.U. Häuser.
  4. Holzameisen Lasius fuliginosus. Sie sind oft im alten Gebälk von Häusern zu finden, lieben aber auch alles Süße. Farbe glänzend-schwarz.
  5. Pharaoameisen Monomorium pharaonis. Größe der Arbeiterin etwa 2,2 mm. Sie sind honiggelb mit dunklem Hinterleib und kommen ursprünglich aus Afrika. Sie lieben Wärme und legen ihre Nester gern im Mauerwerk oder hinter Fliesen in der Nähe von Wärmequellen an. Manchmal auch entlang von Warmwasserleitungen. Sie fressen vor allem Proteine wie tote Insekten, Tierfutter aller Art, Ölfrüchte, Fette, Süßspeisen, Fleisch usw., lecken an Vorräten und menschlichen Ausscheidungen und können so Infektionskrankheiten übertragen, z.B. Salmonellen und Hospitalismus-Erreger. Auch Allergien können durch sie entstehen. Schaden können sie auch anrichten, indem sie in Computer oder andere elektrische Geräte eindringen und Kurzschluss hervorrufen. Sie können sich selbst durch geschlossenen Kühlschranktüren und Schraubverschlüsse durchfressen. Einige Arten haben einen so feinen Geruchssinn entwickelt, dass sie Nahrung und Gift auch über weite Entfernungen wahrnehmen. Bevor Nahrung der Königin angeboten wird, muss erst ein Vorkoster die Speise auf etwaigen Giftgehalt überprüfen. Es kommt vor, dass sie sich in ihre Nester zurückziehen und sich gegenseitig auffressen, so dass der Eindruck erfolgreicher Bekämpfung entsteht. Ein Volk kann aus bis zu 1 Mio. Tieren bestehen.
  6. Honigameisen. 3 - 5 mm groß, nistet in hohlen Bäumen, vor allem von Birken, Eichen, Linden oder Pappeln. Sie bauen Pilze an. Im Gartenbereich kaum schädlich.
  7. Diebsameisen. Hellbräunlich, 'stehlen' aus anderen Völkern die Brut. Ihre Nester sind von oben nicht zu erkennen. Fremdameisen, die nicht gefressen werden, werden u.U. als Sklaven gehalten.
  8. Rote Knotenameisen Myrmica laevinodis leben wie 7) räuberisch und ernähren sich von kleinen Insekten und deren Eiern, Larven und Puppen.
  9. Rote Waldameisen. 6 - 11 mm groß. Sie leben im Wald und bauen dort große Nester. Sie sind wie 7) + 8) nützlich, siehe unter 'Nützliche Tiere - Waldameisen'.
Bekämpfung: 

Abwehr:

Pharao-Ameisen. Fachmännisch durch Fraßköder mit langsam wirkenden Giften. Straßenbarrieren aus Klebeband errichten.

Stark riechende Kräuterjauchen, z.B. Beifuß-, Brennessel-, Eichenrinde-, Grapefruit- (auch -öl), Holunder-, Kapuzinerkressen-, Lavendel-, Natriumhydrogencarbonat, Orangenschalen- (auch -öl), Pfefferminz-, Rainfarn-, Thymian-, Wermut - und Zitronenschalenjauche verwirren ihren Orientierungssinn. Sie hemmen auch die Wurzelläuse. Oscorna-Ameisenstop. Backpulver oder Hydrogencarbonat auf die Ameisenstraße und die Nester streuen, Eberraute, Farnkraut, Feldsalat, Holunderblätter, Kampfer, Kerbel, Lavendel, Majoran, Melilotenklee, (Zitronen-)Thymian; Rainfarntriebe, Weinraute oder Wermut direkt in die Nester stecken oder frische Triebe um die Baumstämme binden; Salbei, Thymian, Thuja, Tomatenblätter (direkt in die Nester stecken, auch die Nähe von Tomaten verhindert den Ameisenbefall von Aprikosen- und Pfirsichbäumen, Wirkstoff IBI 246), Wucherblume, Zimt, schimmelnde Zitronen/Zitronensaft, Essig. Lavendel, Majoran und Thymian in Hausnähe anpflanzen. Anpflanzung von Lavendel, Rosmarin oder Weinraute z.B. in Rosennähe als Schutz vor Ameisen. Vergrämen mit Teebaumöl 20 Tropfen + 1 l Wasser + Emulgator aus der Apotheke oder mit IBI 246. Schälchen mit frischer Hefe und Honig aufstellen (1/2 l Wasser, 5 Esslöffel Zucker, 2 Esslöffel Instanthefe). Algenkalk streuen. Blumentopf mit Erde oder Holzwolle gefüllt umgekehrt auf das Nest stellen. Wenn er voll Brut ist, einen Spaten darunter schieben und das Volk umsiedeln. Leimringe an Bäumen anbringen. Aurum-Insektenleim. Zwerghühner verspeisen auch anderes Ungeziefer. Nester mit kochendem Wasser ausgießen. Im Haus Schwamm mit Zuckerwasser getränkt auslegen und mit Ameisen in heißes Wasser legen. Gleichzeitig Zugang wie Mauerfugen usw. verstopfen oder mit Silikon versiegeln. Mit Staubsauger die Tiere aufsaugen, Beutel danach vernichten. 50 g Borax mit 200 g Zucker mischen, auf die Nester streuen oder in die Zugänge. Teller mit Honig oder Zuckerwasser aufstellen. Puderzucker mit Backpulver mischen und ausstreuen auf die Wege. Untertasse mit Öl aufstellen, Rand zuckern. Tote Fische begraben. Heißluft.

Ameisen in Töpfen werden vertrieben durch Wässern des gesamten Topfes; Leimringe außen verhindern den Zugang. Kieselsteine und Korkschrot als Dränage in Kübeln und Töpfen vorsehen.

Ameisen, Kohlweißlinge und Schnecken in Gewächshäusern sollen durch Anpflanzung von Rainfarn, Basilikum, Kapuzinerkresse oder Thymian vertrieben werden. Siehe Gewächshäuser.

 

Natürliche Feinde:

Amphibien, Birkhuhn, Dachs, Frosch, Fuchs, Grünspecht, Kröte, Raubinsekten, Raubkäfer, Reptilien, Rosenkäfer, Spinnen, Spitzmäuse, Vierpunktkäfer, Vögel (Grünspecht, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Schwarzspecht, Wendehals). Amphibien, Raubinsekten, Reptilien, Spinnen und Spitzmäusen fallen den Raubinsekten zum Opfer, die 99% der Jungköniginnen vertilgen.

 

Handelsprodukte:

Lorixan verwirrt den Ortssinn, so dass Brut und Königin verhungern. Z.B. vor den Hauseingang streuen. Äxoron Ameisenstop, Celaflor Ameisenfrei haben wie Loxiran ätherische Öle. Spruzit (schädigt aber das Bodenleben). Lorixan Ameisenbuffet wird der jungen Brut verfüttert und tötet sie. Steinplatten auslegen, darunter bauen sie ihre Nester und können auf diese Weise vernichtet werden. Andererseits werden Ameisen magisch angezogen von Steinplatten, die auf Sand ausgelegt sind. Sie werden unterhöhlt und liegen bald schief und unregelmäßig. Bei den vorstehenden Maßnahmen darauf achten, dass Fraßgifte wiederholt angewendet werden müssen, um auch die nachwachsenden Generationen (Puppen) zu erfassen. Wird die Königin nicht getötet oder umgesiedelt, bleibt der Erfolg aus. Haselnussgroße Bäckerhefe auslegen, mit etwas Honig dazu. Solange das Stück immer wieder vorrätig halten, bis die letzte Ameise verschwunden ist.

Nahrungsmittel im Hause sichern durch Glasgefäße usw., aber keine Schraubverschlüsse verwenden, sie sind für die Pharaoameisen kein Hindernis. Durchgänge gut absichern. Bei Befall mit Pharaoameisen am besten Kammerjäger anfordern, der mit langsam wirkenden Fraßgiften die ganze Population samt Königin vernichtet. Auch mit Heißluft können Ameisen in schwer zugänglichen Teilen getötet werden. Home shield kann über die Ameisen gestreut werden. Diatoniem tötet ebenfalls bei Berührung. Ameisen betreuen auch Wurzelläuse. Bekämpfung mit Rainfarntee, auch in Blumentöpfen. Zimt in ihr Nest legen, sie sind dann ganz verwirrt. Mit Wermuttee die Pflanzen gießen, z.B. 300 g frisches oder getrocknetes Kraut in 10 l Wasser vergären lassen. Auch mit Aromapflanzen wie Lavendel, Thymian und Majoran können sie vertrieben werden. Auch das Ausstreuen von Algenkalk und altem Kaffeesatz vertreibt die unliebsamen Gäste wirkungsvoll. Eine Methode zur Vergrämung von Ameisen im Haus besteht darin, die betroffenen Stellen mit Zimt zu bestreuen und dann mit konzentriertem Lavendelöl beträufeln. Wird der Fußboden mit Zitronenessig oder Essigessenz geputzt, lösen sich die durch Duftnoten von den Ameisen markierten Ameisenstraßen wirkungsvoll auf.

Beim Kauf von Schlupfwespen, Florfliegenlarven usw. zum Einsatz in Gewächshäusern beachten, dass erst die Ameisen ausquartiert werden müssen (Pelargonium abrotanifolium) oder anderenfalls werden sie schnell ihr Opfer.

Ameisen unterwühlen die Grasnarbe und bringen sie zum Absterben.

Rosen: Lavendel anpflanzen.

Ameisen werden vertrieben durch Kerbel, Majoran, Lavendel und Pfefferminze.