Salbei [Salvia officinalis] - Alle

Allgemein

Salbei - Allgemeines

Salvia officinalis. Lippenblütler. Gartensalbei. Immergrüner Halbstrauch.Salvia officinalis, SalbeiSalvia officinalis, Salbei
Bild von: Botanikus-CD

Gewürz-, Heilpflanze.

Wichtige Bienenfutterpflanze.

Salbei wird im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken. Er wird oft von Landkärtchen angeflogen.

Siehe auch 'Ziersalbeiarten' sowie Kräuterbrühen, -jauchen, -tees.

 

 

Sprichwort: Cur moriatur homo cui Salvia crescit in horto? (Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?)


Anbau

Salbei - Lage

Warm, sonnig, aber nicht heiß z.B. vor Hauswänden, windgeschützt, wintergrün.

Salbei - Boden

Trockene, fruchtbare Erde, aber durchlässig, kalkhaltig, evt. mit Dränage. Ggf. die Erde mit Sand abmagern. Kompost, wenig Stickstoff.

Salbei - Aufzucht

Aussaat ab 4 ins Frühbeet oder ab 5 direkt. Abstand 30 x 40 cm. Um die Pflanze herum eine Kiesschicht zur Wärmespeicherung ausbringen. Blätter meistens graugrün. Blüte 6 - 9, Höhe 20 - 70 cm. Ernte der Blätter nach Verdunsten des Taues vor der Blüte für den Winter, nach Mitte August nicht mehr schneiden und nicht mehr zweimal düngen im Monat, damit das Kraut danach ausreifen kann. Nicht in das verholzte Kraut schneiden, nur im belaubten Bereich. Für Rosengärten und als Heilpflanze.

Jungpflanzen sehen dem Franzosenkraut ähnlich! Vermehrung durch heruntergebogene, fixierte Zweige.

Direkt nach der Blüte die Triebe um die Hälfte einkürzen, ggf. im Frühjahr nochmals etwas zurückschneiden, damit sie besser austreiben. Im 2. Jahr und kurz vor der Blüte ist die Pflanze am aromatischsten, immer zusammen mit den Stängeln abschneiden. Der graugrünliche 'Berggarten' und purpurfarbene 'Purpurascens' sind kälteverträglicher.

Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge (unverholzt, 6 - 8 cm lang, während der Vegetationsperiode).

Winterhart nur in milden Lagen, sonst mit Laub oder Reisig abdecken.

Wurzelfäule: Allgemein alle Pflanzen mit stark behaarten oder grauen Blättern, ebenso alle Pflanzen mit ursprünglich trockenem Standort drohen zu verfaulen, wenn sie keine richtige Dränage oder durchlässigen Boden haben. Sie stehen gut auf Trockenmauern oder lockeren Boden mit gutem Wasserabzug.


Fruchtfolge

Salbei - Nachbarschaften/ Mischkulturen

Verträglich: Mischkultur mit Bohnen, Erbsen, Fenchelgemüse, Kohl, Möhren, Rosmarin, Ysop, neben Rosen.

Verstärkt das Aroma von Fenchel und Salat. Stärkt die Gesundheit der Reben.

Unverträglich mit Basilikum, Gurken.


Sorten

Salbei - Sorten

Salvia officinalis Berggarten. Aus einem stark verzweigten Wurzelstock wächst ein verholzender Halbstrauch mit kantigen Stängeln. Die Blätter sind graugrün gefärbt und leicht filzig. Die violetten Blüten wachsen in Scheinquirlen. Der Salbei liebt einen sehr sonnigen, warmen Platz und durchlässige Erde. Zur Bodenverbesserung verwenden Sie nur Kompost und etwas Algenkalk. Nur in rauen Gegenden braucht er Winterschutz. Blätter und Triebspitzen können Sie jederzeit pflücken. Höhe 30 - 50 cm. Blau, breite graue Blätter, 50 cm, 7 - 8 blühend.

Die Verwendung von Salbei als Haustee für den Dauergebrauch wird daher als bedenklich angesehen. Thujon ist zwar im Wesentlichen fett- und alkohollöslich, jedoch hat sich in neueren Studien der Universität Hamburg gezeigt, dass aufgrund geringfügiger Wasserlöslichkeit des Thujons ein dauerhafter Gebrauch von Salbeitee schon ab 1–2 Tassen täglich als „gesundheitlich bedenklich“ einzustufen ist.Salvia offcinalis, echter SalbeiSalvia offcinalis, echter Salbei

  • ssp. lavandulifolia, lavendelblättriger Salbei. Blüte blau, groß, 6 - 7, graues, schmales Laub, Höhe 40 cm.
  • Berggarten, Blüte blau, Blätter grau, 6 - 7, 50 cm.
  • Icterina, Gelbgrüner Gewürzsalbei, Winterschutz ist erforderlich. Auch für ihn ist eine zweijährige Winterpause mit kompletten Schutz notwendig.
  • Purpurascens, lila, violettpurpurne Blatter, 50 cm, 7 - 8 blühend.
  • Tricolor, lila, graugrün-gelblich-purpurfarbene Blätter, 40 cm, 6 - 7 blühend.
  • Variegata, gelbgrün gefleckte Blätter, lilablaue Blüten.
  • Würzburg, blau gedrungener Wuchs, 40 cm, 6 - 7 blühend.
  • Salvia lyrata siehe Heilkunde.
  • Salvia miltiorrhiza siehe Heilkunde.

 

Resistente und tolerante Saatzucht:

  • Ceres. Biologisches Saatgut.

 


Nahrung

Salbei - Zubereitung/ Küche

Salbeiblätter werden vielfach als Gewürz verwendet, vor allem am Mittelmeer:

Für Aal, Saltimbocca, Bohnen-, Eintopf-, Fisch-, fette Fleisch-, Nudelgerichte, Puter, Leber, Hammel, Suppen, Bratensoßen, Quarkspeisen, Wild, Geflügel, Eier, Gemüse, Salate.

Man sollte ihn fast immer allein verwenden, da er andere Gewürze unterdrückt. Vor allem die oberen Blätter sind aromatisch.

Damit das Aroma sich voll entfalten kann, müssen die Blätter in Sud oder Öl mitgaren.

Speisen mit Salbei sind länger haltbar.


Heilkunde

Salbei - Wirkstoffe

Salbei hat hohen Anteil an äther. Ölen (Borneol, Cineol, Kampferöle, Linalool, Salven und das Nervengift Thujon) und 8% Gerbstoffen (antibiotische Rosmarinsäure), Bitterstoffen (Carnosol), Flavonoiden, Karnosinsäure, Hormonen, Ursodeoxycholsäure, Steroiden.

Er wirkt antiseptisch (Alpha- und Beta-Thujon) und antibakteriell (Phenolsäure), pilzhemmend, enthält auch potenziell antioxidativ wirkende Stoffe.

Salbei - Volksmedizin

Sammelzeit: Junge Blätter ab Frühjahr, auch die Blüten des Tees.

Heilwirkung:

  • Er wirkt antiseptisch (Alpha- und Beta-Thujon), desinfizierend, krampflösend, antibakteriell (Phenolsäure), harntreibend und pilzhemmend, enthält auch potenziell antioxidativ wirkende Stoffe.
  • Anwendung bei Entzündungen der Schleimhäute im Hals- und Mundbereich, verringert den Schweiß (Tuberkulose!, Nachtschweiß, Wechseljahre), wirkt günstig auf die Verdauungsorgane (Durchfall, Leber, Galle) und bei Menstruationsbeschwerden.
  • Wirkt auf das Rückenmark (Erregung, Lähmungen, Schmerzen, Zittern).
  • Gegen Fieber, Mundgeruch und Nachtschweiß.
  • Senkt den Blutdruck.
  • Wunden im Mund, auch nach dem Zahnziehen, und lockere Zähne werden gebessert.
  • Er verstärkt die Gedächtnisleistung, indem er das Acetylcholin länger im Gehirn verfügbar hält. (Siehe Acethylcholin unter Inhaltsstoffe Obst/Gemüse).
  • Hilft beim Abstillen.
  • Ein Kräuteressig aus Salbei, Lavendel, Rosmarin und Thymian in die Haut eingerieben, soll vor Pest und anderen Infektionen bewahren.
  • Der Saft aus den Blättern, über die Zähne gezogen, soll sie weiß machen.
  • Pulver aus Salbeiblättern auf die Zahnpasta gestreut, ist gesund für das Zahnfleisch, stillt Blutungen und verhindert Zahnbelag. 2 gehäufte Teelöffel/1/4 l koch. Wasser, 15 Minuten ziehen lassen.
  • Gegen Schweiß 3 gehäufte Teelöffel.
  • Die Fruchtbarkeit soll gefördert werden.
  • Dank seiner desinfizierenden Wirkung wird das Salbeiöl für Spülungen im Mundbereich und zum Gurgeln im Halsbereich eingesetzt.
  • Bei starkem Schweiß aller Genese kann es durchschlagende Hilfe bieten.
  • In Salben kann er auch gegen Fußpilz eingesetzt werden.

Tee: Kann bei Blähungen getrunken werden (kurzfristig).

Salvia lyrata: In der Volksmedezin wirksam gegen Krebs, Erkältungen, Asthma und Warzen.

Salvia miltiorrhiza, chinesischer Salbei: Absud aus den Wurzeln soll die Herzfunktion fördern, Gehirnverkalkung, Gefäßentzündungen, Angina pectoris, Blutverklumpung und Bluthochdruck, Dermatitis, Hepatitis und Schuppenflechte.

Salbei - Mögliche Nebenwirkungen

Wegen seiner giftigen Bestandteile und Gerbstoffe nur in angemessenen Dosierungen verwenden. Schwangere sollten besser auf Salbei verzichten, ebenso Kinder unter 6 Jahren.

Die Verwendung von Salbei als Haustee für den Dauergebrauch wird als bedenklich angesehen. Thujon ist zwar im Wesentlichen fett- und alkohollöslich, jedoch hat sich in neueren Studien gezeigt, dass aufgrund geringfügiger Wasserlöslichkeit des Thujons ein dauerhafter Gebrauch von Salbeitee schon ab 1–2 Tassen täglich als „gesundheitlich bedenklich“ einzustufen ist.

Salbei - Homöopathische Anwendungen

Es wird aus frischen Blättern hergestellt. Man verwendet es vornehmlich als schweißtreibendes Mittel. Man gibt von der 2. Potenz mehrere Tropfen täglich.


Abwehr

Salbei - Abwehr von Schädlingen

Salbei vertreibt Kohlweißlinge, Läuse, Raupen und Schnecken (sie fressen bei Schattenlage u.U. auch die Pflanzen) und kann auch gegen die Möhrenfliege eingesetzt werden. An die Beetränder im Gemüsegarten pflanzen.


Schadbilder

Krankheitsbilder/ Schädlinge
Blattwanzen [Elasmostethus interstinctus.]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Elasmostethus interstinctus. Stachelwanzen (Acanthosomatidae).

Es gibt nützliche (Blind- und Blumenwanzen) und schädliche Blattwanzen, Fam. Heteroptera. Die schädlichen Blattwanzen sind meist 5 - 10 mm groß, geflügelt, gelbgrün bis gelbrot/braun eingefärbt, den Blattläusen ähnlich. Entwicklung verläuft über Eier - Larven mit Häutungen (ungeflügelt) - ausgewachsene Tiere. Überwinterung der meisten Arten als ausgewachsenes Insekt. Sie erscheinen deshalb schon an den ersten warmen Tagen. Käfer und Larve ernähren sich vom Pflanzensaft, sie stechen Blätter, Blüten und Stängel an und schädigen auch noch durch Abgabe von Giftstoffen die Pflanzen. Die Einstichstellen sind bräunlich verfärbt. Das Gewebe verfärbt sich ebenfalls, es gibt Verkrüppelungen und Verdrehungen, verkümmerte Triebspitzen, Blüten und Früchte, Knospen öffnen sich nicht, halbe Blüten. Häufig ist das Blattgewebe aufgerissen und durchlöchert. Bei Gefahr lassen sie sich fallen oder stellen sich tot. Wenn sie laufen, ziehen sie den vorderen Kopfteil unter den Bauch. Warmes bis heißes, trockenes Wetter fördert ihre Ausbreitung. Sie sind nur selten sichtbar. Sie halten sich oft im dichten Gesträuch auf. Die Beerenwanze betätigt ihre Stinkdrüsen und macht Beeren und Kirschen ungenießbar.

Befallen werden u.a. Apfelbäume, Astern, Balkon- und Kübelpflanzen, Beerenobst, Birnbäume, Bohnen, (Blumen-)Kohl, Chrysanthemen, Dahlien (mit dunklem Laub werden kaum befallen), Erdbeeren, Forsythien, Fuchsschwanz, Hortensien, Kartoffeln, Kirschbäume, Kohl, Kräuter, Obst, Rosen, Saubohnen, Sellerie, Sommerflieder, Sommerastern, Spargel, Stauden, Ziergehölze.

Beete gut bearbeiten, Unkraut entfernen. Schmierseifenlauge spritzen. Regelmäßig gießen. Amphibien und Vögel fördern. Abklopfen oder Ablesen frühmorgens. Neudosan, Raptol Schädlingsspray, Spruzit, Naturen, Niemsamen, Schmierseifenbrühe. Nur in den frühen Morgenstunden anwenden, mindestens einmal nach 5 - 7 Tagen wiederholen.

Kleine rundeVertiefungen an den Hülsen, besonders gelbfleischige Sorten sind betroffen. Siehe 'Blattwanzen'.

Schillernde Käfer, ca. 12 mm groß. Gelbliche Saugstellen an den Blättern, sie sterben ab. Mißgebildete Blüten und Früchte

 

 

 

 

 

Niemsamen.

Absammeln. Neudosan. Spruzit. - Schädigung meistens gering.

Wermut- und Rainfarntee.

Am frühen Morgen die kältestarren Tiere abschütteln auf eine Unterlage. Schmierseifenlösung, Naturen, Neudosan.

 

 

Ständig für genügend Feuchtigkeit sorgen, mulchen. D. mit dunklem Laub sind nicht so empfindlich. Morgens die kältestarren Wanzen abschütteln und sammeln.

Nützlinge Fördern: Amphibien, Vögel.