Rosmarin [Rosmarinus officinalis] - Anbau

Rosmarin - Lage

Vollsonnige, geschützte warme Lage vor einer Südwand, die Pflanze jedoch vor der Morgensonne im Frühjahr schützen.

Rosmarin - Boden

Lockere, humusreiche, trockene, sandige Erde mit Kalk oder kalkhaltigen Steinchen, Dränage vorsehen. Eine Kiesschicht um die Pflanze herum dient als Wärmespeicher.

Rosmarin - Aufzucht

Etwas Dünger (reifer Kompost oder Hornspäne) im Frühjahr. Auf jeden Fall Düngung und Schnitt spätestens ab Mitte August einstellen, viel Dünger vermindert den Gehalt an ätherischem Öl. Beim Rückschnitt immer den natürlichen Wuchs der Pflanze im Auge behalten, runde oder ovale Krone. Blüte violett, Sommer. Höhe 60 - 200 cm. Er kann ungeschnitten sehr alt werden.

Nicht ins alte Holz schneiden. Sparsam gießen. Aussaatzeit 3/4; 5/6 auspflanzen. Im Beet etwas höher pflanzen, um die Gefahr von Staunässe und Bodenpilzen zu vermindern. Im Sommer können Blüten und Blätter geerntet werden, ab 7/8 Wintervorrat anlegen, aber nicht zuviel auf einmal abschneiden. Blüten nur für sofortigen Bedarf nutzen. Ganze Triebe abschneiden, kopfüber luftig und schattig aufhängen und schonend trocknen. Dann am besten in diesem Zustand in großen dunklen, abschließbaren Gefäß aufbewahren und erst vor Gebrauch zerkleinern, damit das ätherische Öl nicht durch den Luftsauerstoff ranzig wird. Im Sommer ausreichend gießen, ab achten Monat nicht mehr wie früher zweimal im Monat düngen, nur wenig gießen, damit das Holz ausreift. Temperaturen  bis -10° reichen ihm auf jeden Fall.

Rosmarin - Ernte

Sammelzeit: Blätter von Frühling bis Sommer.

Rosmarin - Vermehrung

Vermehrung im Sommer durch etwa 10 cm lange Seitentriebe, mit etwas altem Holz vom Stamm trennen. Mit Wasser besprühen und Stecklinge mit Plastikbeutel o.ä. zudecken. Bis zur Bewurzelung vergehen Monate. Für Beetumrandung.

Rosmarin - Überwinterung

Nicht frostbeständiges Kraut, wird deshalb meistens in Töpfen kultiviert mit normaler Blumentopferde. Im Winter sehr hell und kühl (0 - 10°) stellen, mit feuchter Luft, sonst Gefahr von Schadinsekten und Bildung von unerwünschten Wintertrieben. Der Ballen darf nicht austrocknen. Im Frühjahr umtopfen in einen größeren Topf. Optimal ist Überwinterung im Kalthaus.

Alternative für Überwinterung im Freien: Mit zusätzlicher Erde Wurzelhals schützen, den Topf in einen Korb stellen und mit trockenem Laub auffüllen. Fichtenzweige an den inneren Korbrand stecken und über dem Rosmarin wie eine Kuppel zusammenbinden. Sobald die Frühjahrssonne an Kraft gewinnt, den Winterschutz beseitigen, um Fäulnis zu verhindern. Aber erst langsam wieder an die Sonne gewöhnen. Im Frühjahr etwas zurückschneiden, wird dadurch buschiger. Auch die verfrorenen Triebe können noch als Gewürz verwendet werden.

Eine Garantie für sichere Überwinterung gibt es nicht. Deshalb sollte man im ersten Standjahr die Pflanze frostfrei überwintern und im anschließenden Frühjahr E 4 auspflanzen. Dieses frühe Auspflanzen ist sehr wichtig. Zusätzlich kann man das Risiko mindern, indem man den Rosmarin einen Standort gibt, wo er erst ab 11 Uhr der Frühlingssonne ausgesetzt ist. Auch unproblematisch ist ein Standort, wo die Sonne im Winter abgehalten wird, aber ab 16 Uhr die Strahlen der Mittagssonne hinscheinen.

Oder die Töpfe eingraben und mit Stroh, Laub, Hobelspänen usw. abdecken. Die trockene Luft ist der schlimmste Feind, sie sollte mindestens 60% Feuchtigkeit aufweisen. Das kann man bewirken, indem man eine 25 cm tiefe Grube aushebt und die Pflanze dort hinein stellt. Dann trockenes Laub darüber breiten und eine Folie, die den Regen abhält. Anschließend mit Erde auffüllen. Hilfsweise kann auch ein gut abgedeckter Lichtschacht das Überleben sichern.

Die Sorten Arp, Hill Hardy und Veitshöchheim haben über mehrere Jahre ihre Frostfestigkeit bewiesen. Im Topf gelten die vorgenannten Grundsätze.

Weiter: Rosmarin - Fruchtfolge