Kohl-Chinakohl/ Pak Choi [Brassica pekinensis] - Schadbilder

Krankheitsbilder/ Schädlinge
Erdflöhe [Psylliodes (Chrysomelidae)]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Psylliodes. Blattkäfer (Chrysomelidae).

Borretsch, Gartenkresse, Goldlack, Hungerblümchen, Kohl, Kohl-Chinakohl, Pfefferminze, Radies, Rettiche, Salatrauke, Speiserübe, Steinkraut.

Sie gehören nicht zu den Flöhen, sondern sind Blattkäfer, dunkelfarbig bis schwarz, gelb oder gelbgestreift, bis 3 mm groß. Eiablage ab 5 in das Erdreich. Larven verpuppen sich in 20 cm Tiefe. Im Juni erscheinen die ersten Käfer der Sommergeneration, danach bilden sich noch verschiedene Generationen je nach Wetter. Die letzte versteckt sich E 8 im Boden oder überwintert unter Laub. Im Frühjahr erscheinen sie bei Temperaturen von über 20°. Die Käfer können gut springen. Trockenheit und Wärme sind für ihre Entwicklung förderlich. Am meisten gefährden die Käfer in der Zeit von 4 - 8.

Befallen werden zunächst wildwachsende Kreuzblütler im Frühjahr (Hederich, Hirtentäschel), dann Kultur-Kreuzblütler wie Goldlack, Kapuzinerkresse, (Blatt-/China)Kohl, Meerrettich, Radies, Raps, Rauke, Rettiche, Rüben, Goldlack, Steinkraut. Bestimmte Erdfloharten befallen auch Borretsch, Comfrey, Fuchsie, Knöterichgewächse, Mais, Pappeln und Pfefferminze. Sie fressen Löcher in die Blätter, besonders bei Trockenheit, und die weißen bis gelblichen Larven fressen im Frühjahr auch an Keimblättern und Samen. Einige Larven leben auch unterirdisch und fressen Wurzeln. Sie richten im allgemeinen keinen großen Schaden an, aber die des Meerrettich- und Rapserdflohes minieren auch Stängel und Wurzelhals.

 

 

 

 

Spruzit auf Boden und Pflanzen hauchdünn stäuben. Spritzen mit Wermut- oder Rainfarnbrühe zweimal je Woche.

Mischkultur mit Bohnenkraut, Kresse (zieht die Erdflöhe auf sich), Salat, Spinat, Buschbohnen. Boden lockern, feucht und dunkel halten. Mulchen mit Gartenabfällen wie Rhabarberblätter, Gras- oder Brennesselschnitt. Abweisend sind Holunderauszug, Knoblauch, Pfefferminze, Salat, Wermut, Rainfarntee, Zwiebeln. Frühe Aussaat. Stäuben mit Algenkalk.

Abwehr: Natürliche Feinde sind Igel, Laufkäfer, Schlupfwespen, Spitzmaus.

Öfters hacken, mulchen, z.B. mit zerschnittenen Holunderblättern. Den Boden feucht halten, Unkraut entfernen, Boden lockern, morgens gießen (nicht anwendbar bei ausgesprochen Trockenheit liebenden Pflanzen). Mulchen oder Boden mit Lochfolie bzw. Vlies abdecken. Frühzeitig aussäen, damit die Pflanzen kräftig sind. Junge Saat ist besonders gefährdet, vor allem sind es die Kreuzblütler Kohl, (Brunnen- und Garten-)Kresse, Radies, Rettich, aber auch Gurken, die gefährdet sind. Pflanzen bei Taubildung mit Steinmehl, Algenkalk oder Roggenmehl überstreuen.

Mischkultur: Ginsterzweige (Genista), Katzenminze (wehrt ab), Kerbel, Knoblauch, Lavendel, Pfefferminz, Radies zwischen Bohnen, Radies mit Gartenkresse (Nur die Kresse wird heimgesucht, dadurch werden die Radies geschützt. Auch durch Gelbsenf werden die Tiere abgelenkt). Salat oder Spinat (Der Spinatgeruch vertreibt die Erdflöhe), Zwiebeln; Schnittsellerie schützt Kohl, Tagetes, Tomaten. Beifußjauche, Beißende Brennesselbrühe, Holunderjauche oder Mulchen mit Blättern, Rainfarntee, Wermuttee, Wucherblumenjauche. Beifuß als Randbepflanzung. Ginsterzweige zwischen Kohlarten oder Kohl zwischen Salat und Spinat, Kohl zwischen Bohnen. Holzasche. Samen umhüllen mit einer Mischung aus Sägemehl und zerkleinertem Porree verhindert Befall. Brett an den Seitenkanten mit leichtem Stoffstreifen von 3 - 4 cm Breite bekleben, den nach unten hängenden Stoff von unten zu 2/3 parallel einschneiden im Abstand von jeweils etwa 2 cm, das Brett mit Insektenfangleim bestreichen und über die Pflanzen streifen, so das die Flöhe aufgescheucht werden, nach oben fliegen und im Leim hängen bleiben. Spruzit. Niemsamen. Gießen mit Kaliumpermanganatlösung 1 Teelöffel/l, zweimal gießen; oder mit Wermut- bzw. Rainfarnjauche gießen.

Mulchen, Boden feucht halten durch Mulchkompost. Keine stickstoffbetonte Düngung. Brennesseljauche gießen. Erdflöhe lieben es trocken. Erde häufig hacken und harken, Mischkultur mit Salat, Möhren, Radies, Salat, Salbei, Spinat, Schnittsellerie. Kohl zwischen Bohnen oder zwischen Salat und Spinat anbauen. Blühende Ginster- oder Holunderzweige auf den Boden legen. Gesteinsmehl ausstreuen oder taunasse Pflanzen damit bestreuen oder mit Algenkalk oder Holzasche. Oft Boden überbrausen. Voraussaat Schnittsellerie (auch gegen Raupen). Rechtzeitige Aussaat.

Saatbad, damit die Keimlinge schneller an das Tageslicht kommen. Hacken, Boden feucht halten. Außerdem siehe Kohl allgemein.

Erdflöhe werden vertrieben durch Bohnen, Dill, Fenchel, Kerbel, Koriander,  Petersilie, Salat, Schnittlauch, Sellerie und Spinat.

 

Kalkmangel

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Blumenkohl. Die jungen Blätter krallen sich nach innen. Siehe 'Nährstoffmangel/-überschuss'.

Kohl, Chinakohl, Pak Choi. Kohl, Weiß-, Rot- und Butterkohl. Weiße Flecken, Nekrosen an den inneren Blättern.

Kohl, Blumenkohl. kohl, Chinakohl, Pak Choi. Kohl, Weiß-, Rot- und Butterkohl. Lösliches Kalziumchlorid gießen.

Kohl, Blumenkohl. Kohl, Chinakohl, Pak choi. Kohl, Weiß-, Rot- und Butterkohl. Gesteinsmehl mit Kalkanteil oder Algenkalk ausstreuen.

Kohlhernie [Plasmodiophora brassicae]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Goldlack. Plasmodiophora brassicae. Schleimpilzkrankheit, Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode. Befallene Pflanzen kümmern und welken, Blätter erscheinen grau oder blaugrün und schlaff in der Hitze. Der Erreger lebt im Boden und greift die Wurzeln an, so daß krebsartige Verwachsungen entstehen, die später faulen.

Kohl. Plasmodiophora brassicae. Schleimpilzkrankheit, Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode. Befallene Pflanzen kümmern und welken, Blätter erscheinen grau oder blaugrün und schlaff in der Hitze. Der Erreger lebt im Boden und greift die Wurzeln an, so dass krebsartige Verwachsungen entstehen, die später faulen. Der Pilz entwickelt ungeheure Mengen an Sporen, diese können sofort wieder auskeimen. Überwinterung als Dauersporen. Sie können 7-10 Jahre im Boden überleben, auch den Verdauungsprozess bei Verfütterung, Kälte, Trockenheit und Nässe. Stallmist und Regenwürmer können sie verbreiten, ebenso alle verwandten Kreuzblütler und andere: Deutsches Weidelgras, Gänsekresse, Gemeines Kreuzkraut, Goldlack, Hederich, Hirtentäschel, Klatschmohn, Knaulgras, Levkojen, Nachtviole, Ölrettich, Radies, Raps, Rettiche, Rüben, Schleifenblumen, (Acker-)Senf, Straußgras, Wiesenschaumkraut. Verbreitung wird auch durch (Stau-) Nässe unterstützt. Ursachen sind auch Bodenverdichtung, Kalkarmut, Monokultur, Nässe, Überdüngung mit frischem Mist und Jauche. Am meisten gefährdet sind Blumenkohl und Kohlrabi, am wenigsten Grünkohl. Verbreitung auch durch Gartengeräte und Jungpflanzen. - Verwechslungsgefahr mit dem Kohlgallenrüßler. Dessen Gallen sind aber hohl.

Radies, Rettiche. Plasmodiophora brassicae. Schleimpilzkrankheit, Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode. Befallene Pflanzen kümmern und welken, Blätter erscheinen grau oder blaugrün und schlaff in der Hitze. Der Erreger lebt im Boden und greift die Wurzeln an, so daß krebsartige Verwachsungen entstehen, die später faulen. Der Pilz entwickelt ungeheure Mengen an Sporen, diese können sofort wieder auskeimen. Fäulnis und unförmige Wucherungen an den Radies.

Senf, schwarzer. Plasmodiophora brassicae. Schleimpilzkrankheit, Gefährdung während der gesamten Vegetationsperiode. Befallene Pflanzen kümmern und welken, Blätter erscheinen grau oder blaugrün und schlaff in der Hitze. Der Erreger lebt im Boden und greift die Wurzeln an, so daß krebsartige Verwachsungen entstehen, die später faulen.

Kohl. Pflanzen vernichten mit umgebender Erde. Kohlstrünke herausziehen (dabei den Strunk mit Papier o.ä. unterfangen, daß die Erde nicht herunterfällt) und Algenkalk oder noch wirksamer Kalkstickstoff in die entstandene Höhlung streuen. Ggf. Erde des Frühbeetes austauschen. Im Frühjahr das gesamte Feld mit Algenkalk oder Kalkstickstoff (vor Anwendung siehe 'Kalkstickstoff') überstreuen. - Bei Sonne und warmen Bodentemperaturen mehrmals im Jahr einen verdünnten Kohlabsud über die befallenen Beete gießen. (Die Sporen öffnen sich, finden keine Nahrung und gehen ein). Auf dem Beet dürfen aber keine Kreuzblütler angebaut sein und keine Wildkräuter aus der Kreuzblütlerfamilie (siehe 'Pflanzenfamilien') geduldet werden (z.B. Ackerhellerkraut, Ackerschöterich, Ackerschmalwand, Ackersenf, Goldlack, Hederich, Hirtentäschelkraut, Knoblauchrauke, Levkoje, Radies und Rettich, Schleifenblumen. Statt Senf empfiehlt sich Inkarnatklee als Gründüngerpflanze. - Im zeitigen Frühjahr für 12 Wochen Deutsches Weidelgras aussäen (Lolium perenne), einarbeiten und 6 Wochen liegen lassen.- Im Herbst Meerwunder 25 kg/ar einarbeiten.- Auf nicht bewachsenem Boden Stallmist einarbeiten und mehrmals konzentrierte Kohl- oder Tagetesjauche ausgießen. Diese Methode soll den Pilz auf weniger als 10% reduzieren. - Mit Kalkmergel, kohlensaurem Kalk, Kalkstickstoff oder Algenkalk 200 - 300 g /qm den Boden aufkalken bis zu pH 7 - 7,5. Die Sporen öffnen sich dann nicht.

Kohl. Angrenzend angepflanzter Ysop soll Infektion verhindern. Vorkultur Zwiebeln/Lauch. Boden lockern, aufkalken bis pH 7-7.5 -  etwa 400 g Kalk/qm. Kalk verhindert die Keimung von Dauersporen. Keine Jauche oder frischen Mist ausbringen. Keine stickstoffbetonte Düngung. Mulchen. Fruchtwechsel. Setzlinge in unverdünntes Bad aus Schachtelhalmbrühe legen 10 -15 Minuten oder in ein Wurzelbad aus Bentonit. Noch besser ist ein Bentonit-, Lehm-, Algenkalk- Wasseransatz. Vorher auf Befall der Wurzeln überprüfen. Schachtelhalmtee auf Jungpflanzen spritzen. Setzlinge nur in gesundem Boden heranziehen. Desinfektion von Händen und Arbeitsgeräten. Gründüngung mit Kreuzblütlern vermeiden. Nur Ölrettich Pegletta ist resistent. Algenkalk, zerstoßene Eier oder Holzasche in das Pflanzloch geben oder ein Stück Rhabarber. Neudovital 1% wiederholt spritzen auf Boden und Pflanzen. Auch Setzlinge vor dem Auspflanzen bespritzen. Alle Kohlstrünke niemals im Boden lassen, nicht auf den Komposthaufen geben, immer mit umgebender Erde vernichten. 14 Tage vor dem Pflanzen 100 - 120 g/qm Kalkstickstoff flach einarbeiten, verringert erheblich den Befall. Keinen Kohl oder andere Kreuzblütler anbauen, auch kein Unkraut aus der Kreuzblütlerfamilie dulden, 7 Jahre lang. Niemals Kreuzblütler kompostieren. Vorkultur mit Porree oder Zwiebeln. - Weniger anfällige Kohlsorten wie Chinakohl, Grünkohl, Rotkohl, Weißkohl anpflanzen. Manche Chinakohlsorten sind tolerant gegenüber der Krankheit, vermehren aber den Pilz.

Kohl-Chinakohl, Pak Choi. Bilko (Kiepenkerl), Chorus F 1 (Ahrens & Sieberz), Parkin (Pötschke) und Yuki (Hild) sind resistent.

Weiter: Kohl-Chinakohl/ Pak Choi - Links