Kannenpflanzen [Nepenthes]

Kannenpflanzen - Zusammenfassung

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Nepenthes. Kannenpflanzengewächse.

Vorbemerkung: Es gibt viele Insektivoren/Karnivoren auf der Welt, in den Tropen und in den gemäßigten Zonen. Hinzu kommen die vom Menschen gezüchteten Hybriden. Sie alle kommen mit ganz wenigen natürlichen Nährstoffen aus, wie wir sie von anderen Pflanzen kennen. Die meisten können auch nur von den gefangenen Insekten überleben. Ihre Verbreitungsgebiete sind dann auch in der Regel nährstoffarme Moore, Sandflächen, Sümpfe usw. Oder sie setzen sich in den Astgabeln von Gehölzen fest. Die Fangeinrichtungen arbeiten entweder passiv (Kannenpflanzen) oder aktiv (Venusfliegenfalle). Dabei helfen ihnen Farbsignale und Lockstoffe. - Die Kannenpflanze gilt als Halbstrauch.

Viele Liebhaber dieser interessanten Pflanzen setzen auf Terrarienkultur. Sie ist am meisten verbreitet, weil sie besser die Ansprüche in Bezug auf Luftfeuchtigkeit erfüllen kann. Andererseits verbreiten sich schnell Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Wer sich weitere Informationen beschaffen möchte, kann dies tun unter https://www.carnivoren.org/. Dort sind auch weitere Karnivoren behandelt. Unter diesem Artikel Balkon-, Zimmerpflanzen finden Sie: Fettkraut, Kannenpflanzen, Schlauchpflanzen, Sonnentau und Venusfliegenfalle.

Nepenthes. Fleischfressende Pflanzen (Insektivoren), Halbsträucher.

Nachstehend werden hier nur die Tieflandarten besprochen, die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen und hellen Standort benötigen, Sonne kann dagegen zu Verbrennungen führen. Die nötige feuchte Luft und Wärme lässt sich am besten in einem Glaskasten, Terrarium oder im geschlossenen Blumenfenster erzielen, ggf. zusammen mit anderen Fleischfressern. Die Temperatur kann am Tage bis zu 30° erreichen und in der Nacht abfallen auf 20°, sollte aber 18° nicht unterschreiten. Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tage um 50%, in der Nacht höher liegen. Regelmäßig mit lauwarmem Wasser übersprühen, vor allem dann, wenn diese Vorgaben nicht eingehalten werden können. Höhere Luftfeuchtigkeit ist auch zu erreichen durch eine Schale, die mit Wasser, evt. auch gemischt mit Blähton oder Kies, gefüllt ist und unter dem Blumentopf steht. Nur bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und wahrscheinlich auch durch Berührungsreize bilden sich Kannen.

Die Erde muss locker, nährstoffarm und kalkfrei sein, sie gibt es im Fachhandel. Das Gießwasser muss weich sein, z.B. Regenwasser. Düngung entfällt, nur im Vorfrühling und im Sommer erhalten die älteren Pflanzen je eine Düngung, die Hälfte des üblichen. - Die Haltung ist sehr schwierig.

Um ihren Stickstoffbedarf zu decken, haben sie langgestreckte strumpfartige Gebilde mit glatter Innenhaut an ihren Blattspitzen ausgebildet. Darüber ist ein Deckel angebracht, dessen Oberfläche mit Nektar angereichert ist. Er schützt in der Natur vor Regen. Die Unterseiten sind mit Drüsen bestückt, die Nektar absondern. Lecken Insekten daran, rutschen sie ab an den Innenwänden und versinken in der Flüssigkeit am Boden, die sofort mit der Verdauung beginnt.

Vermehrung durch Stecklinge. Das Substrat dafür muss wiederum locker und nährstoffarm sein. Die Verdunstung wird vermindert durch Verkleinern der Blätter und Plastikbeutel, die darüber gestülpt werden.

Rückschnitt ist ohne weiteres möglich.

Alle Arten der Gattung Nepenthes sind geschützt. Verkauf nur aus Zuchtbetrieben erlaubt.

Züchtungs-Hybriden wie Nepenthes alata und Nepenthes gracilis sind am besten geeignet.

Bilder ansehen: www.detlevbehrens.de/Gallerien/Fleischfresser.html

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