Hydrokultur

Hydrokultur - Allgemeines

Hydrokultur.

Die "Pflegeleichtigkeit" dieser Methode überrascht. Allerdings stellt sich auch beim Hydrokulturverfahren dieser Vorzug nur unter bestimmten Bedingungen ein. Man benötigt dazu Gefäß, Bimskies und Nährsalztabletten. Der Bimskies wird gewaschen und etwa alle Jahre einmal durchgespült.

Das Ionenaustauschverfahren. Besonders der Kalk wurde gebunden. Dafür bekommt man als Austausch pflanzenverfügbare Nährstoffe, Lewatit HD 5. Danach können die Gefäße nach 4 - 5 Monaten gewechselt werden. Dafür braucht man aber Wasser mit mindestens 8 - 10 dH. Bei niedrigeren Werten werden Nährstoffaktivpillen zugesetzt. Möglichst nicht im Oktober - November einsetzen.

Die konservative Methode. Man sollte einen niedrigen pH-Wert unter 6 wählen. Bei Nährstofflösungen über 10 dH muss das Leitungswasser entkalkt werden. Die normalen Nährstofflösungen müssen nach spätestens drei Monaten ausgetauscht werden. Bei größeren Gefäßen sollte eine Pumpe installiert werden. Es kann destilliertes Wasser dazugegeben werden, aber kein Regenwasser.

Hydrogefässe. Er wird fast zur Hälfte eingelassen und eine junge Pflanze dafür hergerichtet. Man lässt sie durch die Drahtspiralen im Einsatzboden durchwachsen (er bildet die oberste Schicht) und kann dann die gereinigten Wurzeln in den Bimskies hineinlassen. Der Rest von Bimskies wird noch zugefüllt, so dass etwa ein Drittel Verfüllung vorhanden ist. Als Nährlösung gibt es von verschiedenen Firmen Nährsalztabletten, wovon jeweils 1 Tablette in 1 l Wasser aufgelöst wird. Der Einsatz wird dann bis zu der markierten Höhe in die Mantelvase gesetzt. Die Mantelvasen müssen Schwermetallionen wirksam verhindern. So bekommen die Wurzeln noch genügend Sauerstoff. Auch Zubehör sollte auf jeden Fall nur aus speziellem Kunststoff hergestellt sein.

Umstellen von Erd- auf Hydrokultur. Man braucht etwa 2 - 4 Wochen, bis sich die längeren Härchen gebildet haben. Das sollte nur geschehen, wenn sie durch eine Folienhaube vor Verdunstung geschützt werden muss. Der Wasserstand und die Nährstoffmenge sollte ganz niedrig gehalten werden, die Pflanzen sollte man auf keinen Fall zu tief setzen. Beim Neu-oder Umpflanzen frischen Blähton vorher wässern.

Wasserstand. Der Maximumstand sollte nur gewählt werden, wenn die Pflanzen sehr hell und warm stehen. Das kann auch bei längerer Abwesenheit u.U. angezeigt sein. Die mittlere Anzeige gilt als das Optimum. In den Wintermonaten und bei Kakteen wählt man den Wasserstand noch niedriger.

Als Pflanzen für die Hydrokultur gelten:

  1. Anthurium Flamingoblumen Aronstabgewächse*,
  2. Australische Silbereiche Grevillea robusta Proteaceae,
  3. Baumfreund Philodendron Aronstabgewächse,
  4. Begonien Schiefblatt Begoniaceae*,
  5. Bergpalme Chamaedorea Palmengewächse,
  6. Birkenfeige Ficus benjamina Maulbeergewächse,
  7. Bogenhanf Sanseviera Mäusedorngewächse,
  8. Bromelien Bromeliaceae Bromeliengewächse*,
  9. Buntnessel Solenostemon scutellarioides Lippenblütler,
  10. Christusdorn Euphorbia milii Euphorbioideae*,
  11. Cissus Klimme Vitaceae,
  12. Columnea Leuchterblume Gesneriaceae*,
  13. Dieffenbachien Dieffenbachia Aronstabgewächse,
  14. Drachenbaum Dracaena Mäusedorngewächse,
  15. Efeu Hedera helix Araliengewächse,
  16. Efeuaralie x Fatshedera lizei Araliengewächse,
  17. Efeutute Epipremnum pinnatum Aronstabgewächse,
  18. Spatiphyllum Einblatt Aronstabgewächse*,
  19. Euphorbien Wolfsmilch Wolfsmilchgewächse,
  20. Farne Gefäßsporenpflanzen Chloroplastida,
  21. Fensterblatt Monstera Aronstabgewächse,
  22. Flaschenbaum Beaucarnea-stricta, recurvata Agavengewächse,
  23. Frauenschuh Cypripedium calceolus Orchideen *,
  24. Gardenie Gardenia Rötegewächse*,
  25. Geigenfeige Ficus lyrata Maulbeergewächse,
  26. Goldfruchtpalme Dypsis lutescens Palmengewächse,
  27. Goldorange Aucuba japonica Hartriegelgewächse,
  28. Gummibaum Ficus elastica Maulbeergewächse,
  29. Guzmania Guzmania Bromeliengewächse*,
  30. Hibiskus Hibiscus/Eibisch Malvengewächse*,
  31. Kardamon Ingwergewürze Ingwergewächse,
  32. Kastanienwein Tetrastigma voinierianum Vitaceae,
  33. Keulenlilie Cordyline Laxmanniaceae,
  34. Kletterfeige Ficus pumila Maulbeerbaumgewächse,
  35. Kokospalme Cocos nucifera Palmengewächse,
  36. Kolbenfaden Aglaonema Aronstabgewächse,
  37. Kroton Codiaeum variegatum Wolfsmilchgewächse,
  38. Lanzenrosette Aechmea fasciata Bromeliengewächse*,
  39. Leea Leea rubra Vitaceae,
  40. Madagaskarpalme Pachypodium lamerei Hundsgiftgewächse,
  41. Malaienblume Phalaenopsis Orchideen*,
  42. Maranten einschl. Verwandte Cana crocata,
  43. Korbmarante Marantaceae,
  44. Medinille Medinilla magnifica Schwarzmundgewächse*,
  45. Palmlilie Yucca gloriosa Spargelgewächse,
  46. Philodendron Philodendron, Baumfreund Aronstabgewächse,
  47. Purpurtute Syngonium podophyllum Aronstabgewächse,
  48. Schamblume Aeschynanthus Gesneriengewächse*,
  49. Schraubenbaum Pandanus Schraubenbaumgewächse,
  50. Schusterpalme Aspidistra Mäusedorngewächse,
  51. Spitzblume Ardisia crenata Myrsinaceae,
  52. Strahlenaralie Schefflera Araliengewächse,
  53. Usambaraveilchen Saintpaulia ionentha-Hybride Gesneriengewächse*,
  54. Wachsblume Hoya Hundsgiftgewächse*,
  55. Zierananas Ananas comosus Bromeliengewächse,
  56. Zierbanane Musa acuminata x zebrina Bananengewächse,
  57. Zierspargel Asparagus Asparagaceae,
  58. Zimmeraralie Fatsia japonica Araliengewächse,
  59. Zimmerlinde Sparrmannia Malvengewächse,
  60. Zimmertanne Araucaria heterophylla Araukariengwächse,
  61. Zwergpfeffer Peperomia Aronstabgewächse,
  62. Zypergras Sauergrasgewächse.

Hydrokultur. Mit Quarzkies, Steinkohlenschlacke, Blähton, Schaumlava oder Ziegelsplitt wurden verschiedene Kunstsubstrate entwickelt, die aber nur den Sauerstoff aufnehmen können. Für die Hydrokultur sind zwei Gefäße notwendig: Das äußere Gefäß enthält die Nährlösung, das innere die Pflanze mit dem Kunstsubstrat. Der äußere Topf sollte lichtundurchlässig sein, damit die Algen nicht gefördert werden. Die geeigneten Lösungen im Handel sind entweder sauer oder alkalisch. Die Menge der Nährstofflösungen muss wöchentlich kontrolliert werden.

Ältere Pflanzen eignen sich für Umstellungen nicht mehr. Es ist darauf zu achten, dass alle jungen Wurzeln gründlich unter Wasser von der Erde befreit werden. Um den Kälteschock zu vermeiden, nimmt man dafür nur lauwarmes Wasser und eine weiche Bürste. Danach wird die Pflanze einen Tag lang in ein Gefäß mit abgekochtem Waser gestellt, erst dann kommt sie in das Hydrokultur-Substrat. Sie steht dann zwei Wochen lang im Wasser mit dem richtigen pH-Wert. Anschließend wird die empfohlene Menge Nährstoff zugefügt. Etwa alle 6 Monate muss die Nährstofflösung vollständig erneuert werden.