Himbeeren [Rubus idaeus] - Anbau

Himbeeren - Lage

Windgeschützter, sonniger bis halbschattiger Standort. Im Herbst fruchtende Sorten benötigen jedoch volle Sonne.

Himbeeren - Boden

Tiefgründiger, humoser, lockerer und feuchter Boden. Keine Staunässe. Sicher geht, wer einen kleinen abgerundeten Wall von max. 50 cm aufschüttet. Dadurch werden Wurzelkrankheiten weitgehend vermieden. pH 5.5 - 6.

Himbeeren - Aufzucht

Rubus idaeus, HimbeereRubus idaeus, Himbeere
Bild von: Botanikus-CD
50 cm Abstand in der Reihe, mindestens 150 cm zwischen den Reihen. Beste Pflanzzeit ist der Herbst, sonst frühes Frühjahr. Möglichst Einzelreihen pflanzen. Niemals tiefer setzen als sie in der Baumschule gepflanzt waren. Wurzelüberdeckung ca. 3 - 5 cm, die untersten 2 Basisknospen sollten überdeckt sein, aus ihnen erfolgt der Neuaustrieb. - Nur virusfreie Ruten kaufen.

Vor der Pflanzung die Ruten 15 Minuten wässern, besser noch in Ackerschachtelhalmbrühe tauchen, das beugt Wurzelkrankheiten vor. Abgestorbene und abgeknickte Wurzeln abschneiden, gesunde Wurzeln um 1 cm kürzen, die Jungtriebe auf etwa 25 cm. Immer gut angießen. Unkraut sofort entfernen (herausziehen). - Himbeeren sind selbstfruchtbar. Bestäubung durch andere Himbeersorten ist aber sicherer und bringt meistens bessere Fruchtausbildung. Durch andere Himbeersorten in der Nähe wird außerdem die Krümelfrüchtigkeit (Auseinanderfallen der einzelnen Steinfrüchte beim Pflücken) weitgehend vermieden, die durch reine Selbstbefruchtung entstehen kann.

Mulchen bis max. 5 cm hoch während der gesamten Vegetation oder - weniger gut - Mulchfolie. Guter Mulch sind Beinwell°, Farnkraut°, Gesteinsmehl, Gras, rohe Kartoffelschalen°, kompostierter Geflügel- oder Schweinemist°, Rizinusschrot°, Stroh, Torf und Fichten-/Kiefernadeln oder Kompost daraus. Gründüngung ein Jahr vor dem Pflanzen, auch später ist eine Gründüngungseinsaat günstig, z.B. durch Leguminosen wie Perser-/Alexandrinerklee, Sommerwicken usw. (°mit hohem Kaligehalt, besonders günstig, evt. auch bei Gesteinsmehl mit entsprechendem Gehalt).

Die jungen Ruten im Frühling auf etwa 4 Augen zurückschneiden. Mittlere Triebe sollten eigentlich nur genommen werden, sie tragen die besten Früchte.

Statt der üblichen 3 Drähte bis max. 2 m Höhe und 150 cm Abstand kann auch grober Maschendraht, waagerecht aufgehängt, als Stützhilfe genommen werden. Anbinden entfällt dabei. In Lagen mit wenig Sonnenlicht kürzere Ruten auswählen und einreihig ziehen. Oder zwei Reihen werden so angebunden, dass beide Reihen einen Winkel bilden mit größerer Öffnung im oberen Bereich.

Starkzehrer reagieren aber auf zu hohe Salzkonzentrationen im Boden negativ. Chloridhaltige Dünger vermeiden. Düngen mit Kompost, kalkarmem Steinmehl, Holzasche und verrottetem Stallmist (Schweinemist ist wegen seines hohen Kaligehaltes besonders gut geeignet), am besten 2/3 im Frühjahr, 1/3 im Juni. Zu späte Düngung kann das Ausreifen der Jungruten und damit die Winterhärte herabsetzen. Überdüngung vermeiden. Bei speziellem Beerendünger 60 g/qm flach einarbeiten. Niemals zwischen oder in den Reihen graben oder hacken, Unkraut durch Mulchen unterdrücken.

Ausreichend gießen, besonders kurz vor der Ernte. Zu lange Triebe können im November etwas gekürzt werden. Man kann die Spitze auch herunterbinden und erhält dann eine besonders reiche Ernte. Die Regel ist, zweimal in der Woche die Früchte abzuernten, möglichst morgens.

Mischkultur: Buschbohnen, niedrige Erbsen, Ringelblumen fördern die Gesundheit, Schafgarbe fördert die Fruchtbarkeit; Farnkraut, Maiglöckchen und Vergissmeinnicht verhindern Madenbefall durch den Himbeerkäfer. Maiglöckchen unterpflanzen, machen Himbeeren gesund und ertragreich. Auch Knoblauch + Zwiebeln, Rainfarn und Melisse zwischen den Himbeeren verbessern die Gesundheit. Rainfarn und Maiglöckchen dehnen sich allerdings stark aus. Die langen Triebe (3 - 4 m) der schwarzen Himbeere werden ähnlich wie Brombeeren angebunden, die Seitentriebe auf 20 cm Länge gekürzt. Oder man kürzt sie im Juni auf die gewünschte Höhe. An den Seitentrieben erscheinen im Juli die Früchte. Die Kultur gleicht im übrigen den Erfordernissen der roten Himbeeren. Abgetragene Ruten sofort nach Ernte direkt über dem Boden abschneiden und verbrennenRubus idaeus, HimbeereRubus idaeus, Himbeere
Bild von: Botanikus-CD

Das gilt auch für die Herbstsorten. Sie tragen im Sommer an den zweijährigen und im Spätsommer an den einjährigen Ruten. Dadurch zieht sich die Ernte hin vom Spätsommer bis zum Herbst. Die Früchte an den zweijährigen Ruten sind aber nicht besonders gut, so dass es üblich geworden ist, alle Ruten nach der Herbsternte bis auf den Boden zurückzuschneiden. Dadurch fruchten sie im folgenden Herbst früher und reicher und schmecken auch besser. Man kann aber auch den abgetragenen oberen Teil der Ruten bei den Herbstsorten abschneiden und erhält dann jährlich eine Ernte im Sommer (von den vorjährigen Ruten) und eine Ernte im Herbst (von den diesjährigen Ruten). Wer auf reichlichen Genuss an Himbeeren Wert liegt, kann durch geschickte Auswahl der Sorten von 7 - 10 Himbeeren ernten. Die Herbstsorten sollten einen sonnigen und geschützten Platz bekommen, damit sie an der Herbstsonne ausreifen können und nicht vom Wind durchgeschüttelt werden. Pflanzabstand 30 - 40 cm, in den Reihen 150 cm, Ausrichtung Nord/Süd. Pflanzrückschnitt auf 30 cm. Rückschnitt der alten Ruten bodentief, bei Infektionsgefahr gleich nach der Ernte.

Unverzweigte Jungruten etwas einkürzen. 8, höchstens 10 Ruten per lfdm. belassen, ein Stock sollte nicht über sieben Neutriebe behalten. Möglichst nur mittelstarke Triebe stehen lassen, kräftige neigen zu Rissen. Bei starkwüchsigen Sorten sind die kleineren vorzuziehen. Nur gesunde Triebe stehen lassen, bei violetten Verfärbungen (Rutenkrankheit) oder Knotenbildung (Milben) immer wegschneiden. Auch nachwachsende schwache Neutriebe im Verlaufe des Jahres entfernen.

Späte Himbeerfrüchte können durch eine Folie, die über die Ruten gespannt wird, etwas geschützt werden. Sie erfrieren erst bei unter -5°. Die Ruten sind frostfest.

Leichte Düngung von 50 g/qm.

Vermehrung durch Wurzelaustriebe. Auf Wurzelfäule, Rutenkrankheit, Milben- und Virusbefall achten!

Bei allen Formen darauf achten, dass Himbeeren auf Hügel gepflanzt mehr tragen. Man hebt dafür mehrere Spatenstiche aus und vermischt beide Teile mit viel Kompost, so dass ein Hügel von etwa einen halben Meter entsteht. Dann sollte man die Himbeeren noch mit einer 10 cm dicken Schicht aus Rindenhumus bedecken.

Vermehrung durch Teilung oder Absenker.

Himbeeren - Ernte

Bretter oder Holzroste zum Begehen verhindern weitgehend Bodenverdichtung bei der Ernte.

Zu früh geerntete Himbeeren reifen nicht mehr nach. Sie sollten immer am Busch ausreifen. Zum Einfrieren besser einen Tag oder zwei Tage vorher abpflücken.

Weiter: Himbeeren - Fruchtfolge