Gemeiner Efeu [Hedera helix] - Anbau

Gemeiner Efeu - Lage

Efeu benötigt im Frühstadium eine Kletterhilfe. Er wächst erst langsam, dann erobert der Selbstklimmer mit seinen Hedera helix, EfeuHedera helix, EfeuHaftwurzeln alle Flächen und Gerüste bis zu 30 m hoch, das Wachstum beginnt mit dem 8. Lebensjahr. Nur glatte, spiegelnde (Metall-)Flächen bereiten ihm Probleme. Efeu klettert nicht auf hellen, weißen, von der Sonne beschienenen Wänden, weil er das Licht meidet. Auch feuchtigkeitssaugende Wände wie Beton, Putz, Sandstein meidet er, sie geben auch oft ätzende Stoffe ab, die die Haftfüße verbrennen. In solchen Fällen muss eine Holzkonstruktion installiert werden. Glatte, feuchtigkeitsabweisende Wände veranlassen ihn zum Klettern.

Wenn die Triebe abgerissen werden, bleiben Spuren zurück. In ältere Hauswände mit Putzrissen dringen die Haftwurzeln ein, verdicken sich und sprengen u.U. den Putz. Im Extremfall und bei höherem Gewicht können sie dadurch große Teile des Putzes von der Hauswand absprengen. Auch unter die Dachpfannen kann er kriechen und sie anheben.

Als Waldpflanze liebt Efeu keine direkte Sonne, halbheller Standort sagt ihm sehr zu, also das Nordfenster, auch die Ost- und Westlage. Viel frische Luft, regelmäßige, nicht zu starke Wassergaben und im Winter einen frostfreien Raum. Er überlebt aber auch im geheizten Zimmer, wenn wir ihn öfters lau übersprühen.

Gemeiner Efeu - Boden

Er gedeiht überall, am besten auf kalkhaltigen, nährstoffreichen, etwas feuchten Böden. Narzissenzwiebeln unter dem Efeu sorgen im Frühling für Farbtupfer.

Gemeiner Efeu - Aufzucht

Bei zu starker Ausbreitung eine Heckenschere benutzen. Keine Bodenverdichtung.

Efeu blüht und fruchtet erst nach vielen, mindestens sieben Jahren. Diese sog. Altersform hat elliptische Blätter und sie streckt plötzlich senkrechte, freistehende Triebe aus, Stecklinge davon klettern nicht. Er kann bis zu 400 Jahre alt werden. Die Blütendolden sind gelblich, Blüte 9 - 11, Früchte reifen (blauschwarz) vom Winter bis zum Frühjahr (Vogelnahrung), sie sind wegen ihrer Saponine giftig. Klettern sie bis in die Baumkrone, können sie zu Lichtkonkurrenten ihrer Trägerbäume werden. In diesem Falle besser unten die Ranken am Boden abschneiden, damit nicht durch etwaiges Abreissen die Rinde beschädigt wird. Andererseits geben die Blüten, die sich im Kronenbereich öffnen, eine gute Herbstweide für Insekten aller Art ab. Die schwarzen, für Menschen giftige Früchte werden gern von Amseln und Drosseln angenommen. Auch die Blätter sind für Kinder giftig. Nicht verbinden mit anderen schwachwüchsigen Sorten.

Im Frühjahr topfen wir ihn in kleine Gefäße um und verwenden lockere, humose Erde. Er muss alle 14 Tage von März bis September gedüngt werden, es genügt die Hälfte der Zuteilung.

Alte Bäume können damit wieder begrünt werden. Auch als Bedeckung von Lärmschutzwänden, als Bodendecker, Rasenersatz, Beeteinfassung und Hangbepflanzung ist Efeu beliebt, er muss dann, wie auch als Baumscheibenbedeckung, gelegentlich zurückgeschnitten werden. Als Bodendecker unterdrückt Efeu Wurzelunkräuter, außerdem hält er Schnecken ab.

Begleitpflanzen sind Farne, robuste Gräser wie Carex und Luzula, Maiglöckchen, Rhododendron, Salomonssiegel.

Bienennährgehölz. Futterpflanze für Nachtschwalbenschwanz und Schwebfliegen. In seinem Geäst brüten Buchfink und Haussperling, in der dichten Hecke Amsel, Gartengrasmücke, Grünfink. Auch vielen Insekten und Kleinsäugern bietet er Schutz. Der einheimische Efeu ist winterhart, viele andere, vor allem die bunten und buntpanaschierten, sind es nicht. Im allgemeinen gilt, je kleiner die Blätter, umso frosthärter.

Vermehrung durch Absenker, Samen oder Stecklinge.

Als Topf- oder Kübelpflanze kann er - gut isoliert - im Freien überwintern. Er kann Kontaktallergien hervorrufen. Im Zimmer muss er seiner Natur nach etwas dunkel (400 - 700 Lux) und kühl stehen, im Winter frostfrei. Im Zimmer kann er überwintert werden, wenn er desöfteren lauwarm übersprüht wird. - Er entgiftet die Raumluft (Benzol, CO2 Formaldehyd). Hinter Wärmeschutzgläsern bleiben buntblättrige und gelb-weiß-panaschierte Blätter grün. Auch für den Flaschengarten sind die kleinblättrigen Sorten gut geeignet. Es gibt viele Arten, wie dachziegelartig aneinandergereihte Blättchen, mit tiefgeschlitzten Blättern, vom zartesten bis zum tiefen Dunkelgrün ist alles vertreten. Vielfach sehen wir auch weißmarmorierte Arten. Efeu wird auch gern gehalten als Bodendecker.

Kühl halten bei 10 - 15°. Regelmäßig normal gießen. Norden. Alle 14 Tage düngen (1/2), nicht im Winter.

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