Brombeeren [Rubus sectio Rubus] - Alle

Allgemein

Brombeeren - Allgemeines

Rubus sectio Rubus, Rubus ulmifolius. Rosengewächse.Rubus fructicosus, Brombeere (Blüte)Rubus fructicosus, Brombeere (Blüte)
Bild von: Botanikus-CD


Anbau

Brombeeren - Lage

Warme sonnige Lage, windgeschützt z.B. hinter besonnten Mauern.

Brombeeren - Boden

Lockerer, humoser, feuchter Boden, ggf. auch sandig. pH 4.5 - 6.

Schwerer feuchter Boden kann zu Frostschäden führen.

Staunässe vermeiden.

Brombeeren - Aufzucht

Vor der Pflanzung in Schachtelhalmtee tauchen, trockene Wurzeln 10 - 15 Minuten wässern. Rubus fructicosus, Brombeere (Frucht)Rubus fructicosus, Brombeere (Frucht)
Bild von: Botanikus-CD
Der Erdballen sollte 3 - 5 cm hoch mit Erde überdeckt sein. Selbstfruchtbar, jedoch Bestäubung durch andere Sorten sicherer und dadurch auch bessere Fruchtausbildung.

Mulchen. Düngen mit Kompost und Steinmehl im Frühjahr. Etwas mehr Kalk als bei Himbeeren. Weißklee, Gelbklee und Vergissmeinnicht (gegen den Himbeerkäfer) einsäen. Maiglöckchen unterpflanzen, erhalten gesund, steigern die Erträge. Auch Schafgarbe fördert sie. Stachellose Arten vertragen meistens nur Kältegrade bis -10°.

Pflanzzeit 3-4, die bodennahen Knospen sollten etwa 5 cm hoch mit Erde abgedeckt sein. Die jungen Ruten auf 30 - 40 cm zurückschneiden, höchstens 1 - 2 Ruten belassen. Pflanzabstände bei wenig rankenden stachellosen Sträuchern 1 - 1,5 m, bei stark rankenden Sträuchern wie "Theodor Reimers" 3 - 4 m.

Ranken am Draht ziehen, man benötigt drei Spanndrähte bis zu einer Höhe von 160 - 180 cm. Je nach Länge der Triebe kann man sie wellenförmig an den verschieden hohen Drähten anbinden oder auch palmettenförmig, wenn sie kürzer sind oder auch auf die richtige Länge abgeschnitten werden. Letzteres bedeutet, dass der längste Trieb etwas schräg nach rechts oben gezogen wird und am obersten Draht etwas abgeknickt nach rechts etwa, 2 m, am Draht angebunden wird. Der nächste Trieb wird genau gegensätzlich in derselben Art nach links geführt und ebenfalls am obersten Draht angebunden. Dann folgen die nächsten Triebe, sie werden aber am zweithöchsten Draht usw.usw. angebunden, so dass zum Schluss eine symmetrische 'Palmette' entsteht, deren einzelne Triebe sich nicht berühren. Einige Sorten werden auch senkrecht hochgeführt und wie Himbeeren angebunden.

Ende Juli die an der Basis etwas verholzten Seitentriebe (Geiztriebe) bis auf zwei bis vier Blätter kürzen, ggf. wiederholen, damit die Fruchtbildung stimuliert wird. Alte und schwache Ruten in rauen Lagen erst im Frühjahr als Frostschutz für die Jungtriebe abschneiden. Das erhöht auch die nächste Ernte. Bei Befall durch die Brombeermilbe sofort nach der Ernte bodentief zurückschneiden. Überhaupt sollte für Frostschutz gesorgt werden (Anhäufeln, Fichtenreisig). - Brombeeren fruchten an den Vorjahrstrieben.

Sechs Jungruten verbleiben bei den stachellosen Sorten, drei bei den anderen. Ggf. kürzen auf etwa 250 cm. Sie können auch in rauen Lagen auf den Boden gelegt und mit Fichtenreisig geschützt werden. Man kann neue und alte Ruten auch trennen, indem die Jungtriebe nach rechts und die Tragruten nach links gezogen werden, im nächsten Jahr umgekehrt. Oder zwei Drähte zwischen den Masten ziehen entweder für Tragruten oder Jungruten. - Die überlangen Ruten von 'Theodor Reimers' werden am besten im zeitigen Frühjahr um 1/3 bis 1/2 gekürzt. - Mehrmals gießen mit Jauchen aus Brennessel und Beinwell. Die Brombeerruten sollten mit 50 - 60 mg/qm einen chloridfreien Volldünger sowie gut verrottetem Stallmist bekommen.

Vermehrung durch Absenker oder - bei den aufrecht wachsenden Sorten - durch Wurzelaustriebe wie bei Himbeeren.

 

Brombeeren - Ernte

Die Beeren sind reif, wenn sie bei leichtem Druck etwas nachgeben und sich leicht lösen lassen. Sofort nach der Ernte verarbeiten, um Schimmelbildung zu vermeiden. Unreife Beeren reifen abgepflückt nicht nach. Die Früchte der stacheligen Brombeeren sind fruchtiger, aber kleiner als die der stachellosen.

Die Früchte ernten, wenn sie reif, also tiefschwarz sind. Da Brombeeren sehr empfindlich sind, sollten sie schnell verzehrt werden. Sie halten sich jedoch ein bis zwei Tage im Gemüsefach, wenn die Früchte ungewaschen und auf einem Teller ausgebreitet und in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden. Sie eignen sich auch zum Einfrieren.


Sorten

Brombeeren - Sorten

  • Arkansas Navaho, die erste dornenlose Säulen-Brombeere der Welt. Aromatisch sehr gut. Extrem lange Erntezeit. Mittelstarkes, sehr aufrechtes Wachstum aus. (A&S).
  • Asterina, Liefergröße ca. 40 cm, Sonne, Halbschatten. Asterina hat einen besonders großen Anteil von sogenannten Antioxidantien. Dies Brombeere fruchtet und blüht zugleich (Pötschke).
  • Asterix. Brombeere wie aus einem Zaubertrank. Sehr große, sehr süße Früchte. Mitte Juli - Ende der Erntezeit schmecken sie herrlich süß. Die Brombeere fruchtet und blüht zugleich.
  • Black Satin, stachellos, großfrüchtiger als Loch Ness, stark wachsend. Winterhart und hat sehr weiche, saftige Beeren. Anfällig für Graufäule A 8 - 10.
  • Bromba Delikado, sehr große aromatische Beeren (8 cm), aufrechter Wuchs. Die Beeren befinden sich auf der Außenseite der Hecke, deshalb wenig Beeinträchtigung durch Stacheln.
  • Chester Thornless, Brombeere ohne Stacheln. Außergewöhnlich ertragreiche Brombeersorte. Große Früchte. Ernte 8 - 10. Resistent gegen Rutenkrankheit. Winterhart. Sehr widerstandsfähig gegen Frost und Rutenkrankheiten. ().
  • Dirksen Thornless, stachellose Brombeere, Früchte groß, Erntemenge etwas schwankend. Ziemlich widerstandsfähig gegen Graufäule.
  • Glen Coe, reichhaltige Ernte zwischen Juli und September. Dornen sind nicht nötig. Sehr dunkellila, sie beeindrucken durch Ihre außergewöhnliches Aroma. Sie sind besser als Himbeeren und Brombeeren zusammen. Aus Schottland. (Pötschke).
  • Hull Thornless, winterharte, stark wachsende, stachellose, gesunde, großfrüchtige, winterharte Brombeere.
  • Loch Ness (ohne Stacheln) A 8 - 10. 'Nessy' soll sehr robust und gesund sein. Mittelstarker Wuchs. Sehr große Früchte, Ernte regelmäßig und hoch. Empfehlenswerte Sorte. (Erfurter, Pötschke, TOM).
  • Lubera Navaho, stachellose, mittelfrühe, großfrüchtige Brombeere. A 8 - 10. Tolles Aroma. Sier wächst platzsparend in die Höhe und die fruchttragenden Triebe gehen fächerförmig auseinander. Ab Juli bis zum Frost riesengroße saftig-süße Früchte. Sie besitzt eine hohe Mehltauresistenz (Erfurter, TOM). Diese Brombeere ist sehr robust.
  • Navaho Early, ganz ohne Dornen. Navaho ist mit ihrem aufrechten Wuchs und ihren großen, festen und aromatischen Früchten der idealeVitaminkick für Besitzer mit kleinen Gärten/Balkonen. Mit Navaho können Sie sich bereits ab Juli auf leckere, besonders milde Früchte freuen. Sie läßt sich ganz besonders gut in einem großen Kübel ziehen und ist immer ein Genuß, egal ob als Saft, in Torten, Fruchtsalaten oder einfach von der Hand in den Mund. Genussreife Juli - Oktober (Pötschke).
  • Theodor Reimers, Sandbrombeere. Ernte Anfang August bis Ende Oktober. Schon lange bewährt im Anbau, starkwüchsig mit 10 m langen Ranken und kräftigen Stacheln. Die Früchte sind aromatisch, süß und anderen Beeren im Geschmack überlegen. Die Ranken sind frostempfindlich, sie müssen im Herbst heruntergebogen und abgedeckt werden.
  • Rubus fruticosus Thornfree. Zwei phantastische Eigenschaften: Riesengroße Früchte und keine Dornen. Sie schmecken frisch gepflückt herrlich und sind gut geeignet für Brombeersaft. Erntezeit August-September. Sonne, Halbschatten. Höhe 3 m (Bakker).
  • Thornless Evergreen, mit festen, runden Früchten.
  • Wilsons Frühe. Ernte ab 7/8. Tiefschwarze, mittelgroße Beeren, festfleischig. Mit Stacheln.
  • Hibrobeere Dorman Red. Diese Kreuzung aus Himbeere und Brombeere überrascht. An erlesenen Maulbeeren erinnert das feine Aroma der himbeerähnlichen, hellroten und glänzende Früchte. Der Wuchs ist eher brombeerähnlich. Reifezeit Mitte Juli bis Mitte August. Sehr hoher Ertrag. Sonne, Bienenpflanze, winterfest.

          Brombeeren haben keine nachreifenden Früchte.


Nahrung

Brombeeren - Inhaltsstoffe

Die Blätter enthalten: Gallotannine (8 - 14%), dimeren Ellagitanninen, Zitronensäure, Flavonoide, Triterpensäuren.
Die Beeren enthalten: Vitamin A (!), Vitamin B-Komplex, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Phosphat. Geringe Mengen von Zink, Natrium, Mangan und Eisen. Carotinoide, Anthocyane, Polyphenole (vor allem Ellagsäure (!)), ätherische Öle, Eiweiß, Lutein.


Heilkunde

Brombeeren - Wirkstoffe

Anthocyan, ätherische Öle, Biophenole (vor allem Ellagsäure (!)), Flavonoide, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Mineralstoffe und Pro-Vitamine A (!), C.

Brombeeren - Volksmedizin

Sammelzeit: Blätter 5 - 6. Blüte: Ab Mai.

Heilwirkung: Die Blätter stillen Durchlauf und Ruhr. Sie wirken adstringierend und sind deshalb wirksam bei Blinddarmreizung, Hämorrhoiden, Darmentzündungen, Magenverstimmungen und Durchfall (auch die Beeren). Verschleimungen. Katarrh. Durchfall. Menstruationskrämpfe. Gurgelmittel bei Entzündungen im Rachenbereich, bei Mandelentzündung auch innerlich. - Der Saft hilft bei Beeinträchtigung der Stimme durch Überanstrengung (Sänger). Starke Regel und Zuckerkrankheit (1 Teil Brombeerblätter, 1 Teil Heidelbeerblätter, 4 Teile Goldfingerkraut. Täglich 4 - 6 Tassen.).

Volksmittel: Junge Blätter zur Kräftigung des Zahnfleisches, Durchfall und Blutungen. Blutreinigung, Kräftigung gegen Magen- und Darmbeschwerden, Grippe, Verschleimung, Mandelentzündung, Hautausschägen.


Schadbilder

Krankheitsbilder/ Schädlinge
Blattzikaden [Typhlocyba]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Himbeeren-, Rosenzykaden. Typhlocyba. Blattlausähnliche Käfer, gelblich-weiß, 30 mm groß, mit 2 Paar Flügeln, die oberen sind pergamentartig. Sie bewegen sich springend, beim Berühren der Pflanzen fliegen sie in kleinen Schwärmen davon. Ihre Eier legen sie in die Rinde neuer Triebe oder an die Blattunterseite. 2 Generationen jährlich 5 - 9. Die Jungtiere sind ähnlich, aber ungeflügelt. Sie benötigen knapp 4 Wochen bis zur erwachsenen Zikade. Überwinterung in der Rinde junger Triebe als Ei.- Die Zikade saugt an der Unterseite. Dadurch entstehen gelblich-weiße Verfärbungen an der Oberseite, Triebe und Knospen verkümmern durch ein gleichzeitig abgesondertes Gift. Oft werden dabei auch Pilz- oder Virenkrankheiten übertragen. Trockenes, warmes Wetter begünstigt sie, Kälte, Regen und Wind verringern die Vermehrung. Die Eier werden auch in Mauerritzen abgelegt, dort überwintern auch die Tiere.

Falscher Mehltau [Peronosporales]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Befall: Brombeeren, Feldsalat, Gänsekresse, Goldmohn, Gurken, Knoblauch, Kohl, Kohl-Kohlrabi, Kornblume, Levkojen, Mangold, Mohn, Primeln, Puffbohnen, Rosen, Salat, Salat-Bindesalat, Salatrauke, Schleifenblume, Sommerastern, Spinat, Strohblumen, Weinreben, Zwiebeln.

Brombeeren, Goldmohn, Kornblume, Mohn, Puffbohnen, Salatrauke, Schleifenblume, Sommerastern. Auf der Blattoberseite weißgelbe Flecken, Unterseite weißgrauer Belag. Mit Stachelbesatz möglich. Peronospora sparsa, Mycosphaerelle.

Feldsalat. Peronospora valerianellae. Mehlige Punkte durch den Pilzbefall, dann Ausbreitung des weißgrauen Belags auf beiden Seiten. Verfärbung unterseits bis ins Violette, oberseits bis ins Schwarze.  Pflanzen verwelken und vertrocknen schließlich.  Feuchte und kühle Witterung beschleunigen den Befall.

Gänsekresse. Schmutzigweißer Belag auf der Blattunterseite.

Gurken. Pseudoperonospora cubensis. Auf Blattoberseite erst gelbe, dann braune, eckige Flecken, oft begrenzt von Blattadern. Unterseite Pilzbelag weiß-braun, rötlich-braun, flockenförmig. Blätter faulen. Bei lang anhaltender Feuchtigkeit wird Befall begünstigt. Beginn des Befalls meist im Spätsommer. In wenigen Tagen kann die Pflanze eingehen.

Kohl, Kohl-Kohlrabi. Peronospora brassicae. Befällt vor allem Setzlinge (Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi). Blattoberseite weiß-gelbe Flecken, Unterseite heller Pilzrasen. Blätter sterben z.T. ab. Gefährdung 3 - 5.

Levkojen. Befallene Pflanzen, die mit einem weißgrauen Belag bedeckt sind, müssen vernichtet werden.

Mangold. Peronospora farinosa. Helle Flecken auf der Blattoberseite mit Blattwölbung, Unterseite dunkelgrau oder grauviolett. Wird durch Kälte und Nässe begünstigt, Infektion beginnt mit dem vierten Blatt. Pilz überwintert am Blatt.

Primeln. Ursache oft lange Regenzeiten oder Bewässerung auf die Blätter. Teppichprimeln sind vorzugsweise betroffen.

Rosen. Pseudoperonospora sparsa. Feuchtwarmes Wetter und Temperaturschwankungen begünstigen. Auf Blattunterseite weißer Belag, danach auf der Oberseite bunte Flecken. Blätter trocknen ein, danach Blattfall.Übertragung von kranken Trieben und Blättern.

Salat, Salat-Bindesalat. Bremia lactucae. In feuchten, warmen Jahren Infektion über den Boden. Gelblich-braune Flecken auf den Blättern zwischen den Blattadern, die später eintrocknen. Unter den Blättern weißer oder brauner Pilzrasen. Fäulnis. Besonders die äußeren Blätter werden befallen. 5 - 10 besonders gefährlich. Überwinterung als Dauersporen im Boden. Verschiedene Rassen. Besonders gefährdet ist Gewächshaussalat.

Spinat. Peronospora farinosa. Siehe Mangold. Helle Auftreibungen oben und grauer bis violetter Schimmel an Blattunterseite, besonders bei nasser, kalter oder feuchtwarmer Witterung. Erst das vierte Blatt wird infiziert. Überwinterung am Winterspinat. Es gibt mehrere Rassen. Verbreitung durch Wind und Regen.

Strohblumen. Schimmelbelag auf den Unterseiten der Blätter.

Weinreben. Plasmopara viticola. Die überwinternden Sporen infizieren bei Feuchtigkeit Blätter und Beeren, Gefährdung Frühjahr - August. Beginnt mit blaßgelben, später bräunlichen "Ölflecken" auf der Blattoberseite, auf der Unterseite bildet sich ein weißer Rasen. Laub ("Blattsterben") und Blütenstände sterben ab. Blüten- und Nachblüteninfektionen bewirken Eintrocknen und Abfallen der jungen Beeren. Wächst der Pilz in das Beereninnere, werden diese nur erbsengroß mit blaugrauer Verfärbung (Lederbeeren). Überwinterung auf abgefallenem Laub.

Zwiebeln. Peronospora destructor/schleideni. Grauer bis dunkelgrauer Pilzbefall mit länglichen Flecken auf den Blättern. Der Pilz vermehrt sich besonders bei Nässe und Temperaturen von 15 - 20°. Unterhalb Schimmelrasen. Meistens sterben die Blätter von den Spitzen her ab, die Zwiebel bleibt klein. Infektion vom Boden her bei Porree und Zwiebeln.

Gurken. Keine stickstoffreiche Düngung.  Auf ausreichenden Pflanzabstand achten.  Schachtelhalmbrühe mit 1% Wasserglas spritzen.  ENVIRepel.  Vitanal.  Myco-Sin.  Elot-Vis.  Jungpflanzen mit Brennesseljauche stärken. Einlegegurke Bimbostar (Pötschke) und Cubella F 1(Sperli) sind tolerant,  Conny (Baldur) ist resistent. Trauben/Einlegegurke Amber F 1 (Kiepenkerl) ist umfassend resistent. - Im Gewächshaus lüften, so oft es möglich ist. Ggf. durch Heizung den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht verringern.

Kohl. Resistente Sorten wählen,  z.B. Weißkohl Cape Horn (Baumaux).  Weite Fruchtfolge.  Bei Anzucht sofort pikieren und gut abhärten.  Blätter nicht benetzen.  Knoblauchteespritzungen.  ENVIRepel.  Vitanal. Schachtelhalmtee. Neudovital.

Kohlrabi. Siehe Kohl allgemein. Blaro (Baldur, Pötschke) und Folio F 1 sind wenig empfindlich.

Mangold. Pflanzen vereinzeln.  Mit Zwiebel- oder Schachtelhalmbrühe spritzen.  ENVIRepel.  Vitanal. Unkrautbekämpfung,  Boden lockern,  genügend große Abstände einhalten.  Beim Mulchen darauf achten,  daß der Mangold keinen Kontakt mit dem Mulch bekommt.

Rosen. Sortenwahl.  Jährlich schneiden.  Stickstoffbetonte Düngung vermeiden,  feucht halten (mulchen).  Boden lockern.  Über die ganze Vegetationsperiode Schachtelhalmbrühe spritzen,  hin und wieder mit Zusatz von etwas °Kupfer (0,1%).  Mr. Evergreen Rosen.  ENVIRepel.  Myco-Sin.  Neudo-Vital Rosen-Pilzschutz.  °Kupfer in Gärten nicht mehr erlaubt.

Salat. Fruchtfolge drei Jahre.  Windoffene Lage.  Boden lockern,  keine stickstoffbetonte Düngung,  mulchen. Mischkultur mit Erdbeeren,  Kerbel,  Knoblauch,  Kohlrabi,  Radies,  Zwiebeln.  Resistente Sorten wählen wie Barbarossa,  Barcelona (Eiss. Kiepenkerl),  Cindy,  Dynamite (Kopfs. Kiepenkerl),  Dolly,  Estelle (Kopfs., Kiepenkerl), Fiorella (Kopfs. Kiepenkerl),  Florian,  Mirian,  Novita,  Palmgrau,  Sorayan,  Ultra,  Eissalate Kellys,  Marius,  Merkur und Resi.  Gewächshaus: Diamant,  Dukaat,  Nanda,  Pauvit,  Riant.  Romanasalat Bakito.  Mehrfach mit Schachtelhalmbrühe spritzen.  Pflanzabstand 25 x 25 cm.  Seltener, dafür durchdringend gießen - morgens.  Im Gewächshaus lüften,  so oft möglich.  Windoffene Lagen wählen.  Blätter nicht benetzen.  Abstand einhalten.  Neudovital 1%.  MYCO-SIN.  Elot-Vis.

Salat-Bindesalat. Resistent sind Almadin,  Alminar,  Attico,  Counter (Hild).

Spinat. Nicht überdüngen,  nicht zu eng säen.  Resistent:  Ass F1-Hybride,  Atlanta (Ahrens & Sieberz),  Attica,  Ballett F1 (Kiepenkerl) Bolero,  Califla (Pötschke),  Cherokee (Pötschke),  Correnta,  Dolphin RZ (alle 7 Rassen, auch gegen Gurkenmosaikvirus CMV,  Sperli,  Ahrens & Sieberz),  Estivato (N&G),  Gamma (A+B, Allerleirauh),  Lazio (Gehlsen), Mazurka,  Monnopa (auch gegen Mosaikvirus (Ahrens & Sieberz,  Baldur,  N&G,  Samen-Schmitz, Sperli),  Montaku, Palco (Pötschke),  Polka,  Rico F 1(Sperli),  Spanda,  Sprint,  Sputnik,  Tetona F 1 (Sperli) und Vital usw.  Sharan (Gehlsen).  Mazurka F1-Hybride und Spencer sind wenig anfällig. - ENVIRepel.  Vitanal Myco-Sin.

Strohblumen. Nur wenig wässern,  ggf. vor häufigem Regen schützen.

Weinreben. Sortenwahl w e i ß:  Bianca (Pötschke),  Excelsior (Häberli),  Fresco (Häberli),  Gelbe Phönix (widerstandsfähig,  Ahrens & Sieberz,  Baldur),  Glenora (Schmidt),  Golden Niagara (Fenzl),  Gustoso (Häberli), Märzling,  Sirius,  Theresa,  Venus (Ahrens & Sieberz) sowie blau:  Blaue Paradiestraube (Ahrens & Sieberz),  Blue Niagara (Fenzl),  Boscoso (Häberli),  Fiorito (Häberli),  Gustoso (Häberli),  Königliche Esther,  Magliasina (Häberli), Muscat Bleu (Häberli),  Rondo (Schmidt) und Solara (Baldur) sind resistent,  Regent (Ahrens & Sieberz,  Häberli) ist widerstandsfähig.  Keine stickstoffbetonte Düngung,  aber reichlich Kompost.  Mulchen.  Sortenwahl ist wichtig. Schachtelhalmbrühe mehrmals spritzen.  Kanarische Goldrute.  Sachalin-Staudenknöterich.  Rhabarberblättertee. Moosextrakt.  ENVIRepel.  Vitanal.  Oscorna-Bio-S.  Zur Vorbeugung reinen Schwefel in offenen, waagerechten Röhren in den Weinstock hängen.  Lebermooser.  Verdünnte Milch/Molke spritzen.

Zwiebeln. Fruchtwechsel für 3 Jahre.  Sortenwahl. Zu feuchten Boden vermeiden.  Lockeren Boden vorbereiten.  Nur sonnige Lagen wählen.  Abstände einhalten, keine stickstoffbetonte Düngung.  Majoran (verbessert gleichzeitig die Lagerdauer) und Oregano aussäen.  Mit Schachtelhalmbrühe spritzen,  mit Brennesseljauche die Jungpflanzen angießen.  ENVIRepel.  Vitanal.  MYCO-SIN.

 

Feldsalat. Schachtelhalmtee. Neudovital.

Gänsekresse. Vernichten.

Gurken: Pflanzenreste sorgfältig vernichten.

Mangold. Kranke Pflanzen vernichten.  Bioblatt-Mehltaumittel spritzen alle 7 Tage.

Rosen. Infizierte Triebe herausschneiden und vernichten. Vi-Care.  Compo.

Salat. Kranke Pflanzen vernichten.  Alle 10 Tage mit BioBlatt Mehltaumittel 0,15% spritzen.  Kerbel.

Sommerastern. Krankes vernichten.

Strohblumen.  Befallenes vernichten.

Weinreben. Befallenes vernichten.

Zwiebeln.  Krankes vernichten.

 

Grauschimmel [Botrytis cinerea usw.]

Botrytis cinerea u.a., Schwächeparasit.

Grauer Pilzrasen, das Gewebe stirbt ab, danach entstehen große rotbraune Flecken auf Blättern und Früchten. Viele Früchte sehen zuerst glasig aus.

Blätter schrumpfen von der Spitze her. Die Pilze überwintern als Myzel auf abgestorbenen Pflanzen. In warmen, nassen Jahren besonders aktiv.

Es gibt viele Botrytisarten. Befallen werden besonders: Bohnen (grauer Pilzrasen, danach Fäule), Brombeeren, Erdbeeren (Blüten werden infiziert, Früchte sind grau befallen, werden braun und faulen), Gurken (grauer Pilzrasen, danach Fäule), Himbeeren, Kopfsalat (grauer Pilzrasen, danach Fäule), Spargel (grauer Pilzrasen, danach Fäule), Tomaten (grauer Pilzrasen, danach Fäule. Helle Ringe auf den Früchten), Weintrauben, Zwiebeln; Begonien, Blausterne, Cyclamen (besonders gefährdet), Dahlienblüten, Fuchsien, Geranien, Gladiolenknollen, Herbstzeitlosen, Inkalilie, Kaphyazinten, Kugelamarant, Lilien, Mittagsgold, Narzissen (Narzissenfeuer), Pfingstrosen, (Triebe und Knospen werden welk, Stängel werden unten braun, faulen), Primeln, Rosen, Schneeglöckchen, Staticen, Tigerblumen, Tulpen (Tulpenfeuer), Vergissmeinnicht, Zinnien, Zucchini (die Enden der Früchte werden gelb, sie bleiben dünner als der Stiel-Teil).

Der Pilz befällt vor allem weiche Früchte und Blüten. Grauschimmelfäule an Fichten und Tannen: Junge Triebe hängen herab. An den Nadeln sind graubraune Pilzfäden mit silbergrauen Sporen.

Der Pilz tritt im Freien wie unter Glas auf. Feuchte Luft oder Erde fördern den Befall.

Die Sporen sind überall vorhanden und keimen auch auf gesundem Gewebe. Eindringen können sie erst, wenn das Pflanzengewebe geschwächt oder zu stark gedüngt ist, besonders gern bei Stickstoffüberdüngung (Schwächeparasit).

SchadbildVorbeugungBekämpfung
  • Alpenveilchen. Auf allen Pflanzenteilen faule, nasse Flecken, bei starkem Befall ist auch ein grauer Schimmelschleier zu sehen.
  • Basilikum, Begonien, Besenheide, Blauglöckchen, Chinesischer Bleiwurz, Dahlien, Erbsen, Erika, Eukalypten usw. Befall der Keimlinge. Grauschimmel. Grauer Pilzrasen, Gewebe stirbt ab. Botrytis cinerea.
  • Bohnen. Botrytis fabae. Schwächeparasit. Der Pilz überwintert als Myzel auf abgestorbenen Pflanzenteilen. Infektion besonders in nassen Jahren. Besonders betroffen sind Blätter und Hülsen, die später faulen.- Betroffen sind von den verschiedenen Botrytis-Pilzen auch andere Pflanzen wie Begonien, Cyclamen, Dahlien, Erdbeeren, Gladiolenknollen, Gurken, Himbeeren, Kopfsalat, Pelargonien, Primeln, Tulpen, Weintrauben, Zwiebeln usw.
  • Brombeeren. Weißer oder hellgrauer Belag auf den Früchten. Faulen. Der Pilz dringt schon während der Blütezeit in die Pflanze ein. Feucht-warmes Wetter fördert den Befall. Der Pilz überwintert an Fruchtmumien, an abgestorbenen Blattstielen und an den Ruten. Er kann auch Erd- und Himbeeren befallen.
  • Erdbeeren. Botrytis cinerea. Schwächeparasit. Infektion der Früchte über die Blüten, vor allem die Kelchblätter, sie ist also schon erfolgt, wenn sie noch nicht sichtbar ist. Hauptinfektionsquelle ist verdorrtes Erdbeerlaub. Graubraune Flecken auf den Früchten, später grauer Pilzrasen auf der ganzen Frucht, rotbraune Flecken auf den Blättern. Knospen und Blütenstiele werden bräunlichschwarz, Blüten oder Früchte hängen herunter. Feuchte Witterung und Temperaturen von 15 - 20° fördern die Krankheit. - Befällt auch Himbeeren und Brombeeren (siehe dort) und überwintert an abgestorbenen Fruchtmumien oder Blattstielen am Boden.
  • Kakteen. Botrytis. Grauer Pilzrasen, das Gewebe stirbt ab.
  • Lilien. Botrytis elliptica und cinerea. Kleine braune oder grüne glasige Flecken an Blüten und Knospen, die sich schnell vergrößern. Faulstellen. Verkrüppelte Blüten, die sich nicht öffnen. Auf den Zwiebeln befinden sich kleine schwarze Stellen (Dauerkörper). Die Pflanzen können bei Nässe absterben. Wärme und Feuchtigkeit begünstigt. Weiße Lilien (Madonnenlilien) sind besonders gefährdet, auch Gladiolen, Iris und Tulpen; in geringerem Maße Herbstzeitlose, Hyazinthen und Schneeglöckchen..
  • Narzissen. Gelbliche oder rötliche Blattflecken, die transparent erscheinen. Später bräunliche Flecken auf den Blüten, mausgrauer Schimmelrasen, gefördert durch hohe Luftfeuchtigkeit. 
  • Pfingstrosen. Botrytis paeoniae. Junge Blätter welken und fallen um. Nassfäule am Stängelgrund. Wurzelstock wird meistens nicht befallen, so daß die Pflanze bei trockener Witterung wieder durchtreibt. Kann auch Knospenfäule verursachen. Endbereich wird braun, trocknet ein oder fault, evt. mit Schimmelrasen bedeckt. Von dort kann die Infektion sich verbreiten auf die Blätter.Strauchpfingstrose. Botrytis paeoniae. Junge Blätter welken und fallen um. Nassfäule am Stängelgrund. Wurzelstock wird meistens nicht befallen, so daß die Pflanze bei trockener Witterung wieder durchtreibt. Kann auch Knospenfäule verursachen. Endbereich wird braun, trocknet ein oder fault, evt. mit Schimmelrasen bedeckt. Von dort kann die Infektion sich verbreiten auf die Blätter.
  • Tulpen. Blatt- und Sproßteile kümmern, die Blätter sind verbogen und faulen ab, ebenso die jungen Triebe (Tulpenfeuer). Nur spärlicher Blütenaustrieb oder ausbleibend. Grauer Schimmelrasen, vor allem Frühsorten treiben nicht richtig aus. Zwiebel faulen, deutlich sichtbar sind die schwarzen Dauerkörper (Sklerotien). Die Blätter haben glasige Stellen. Bei feuchter Witterung (Dauerregen) erhöhte Befallsgefahr.
  • Veilchen. Siehe unter Graufäule (Grauer Pilzrasen, Gewebe stirbt ab) und 'Mehltau, echter' (Auf der Oberseite kleine, weißgraue Flecken, die zusammenfließen, oft auch beidseitig. Die Blätter werden braun, trocknen ein, sterben ab).
  • Weinreben. Botrytis cinerea. Sauer-, Stiel- und Edelfäule. Feuchtes Wetter begünstigt, besonders bei angefressenen oder durch Hagel beschädigten Beeren (Sauerfäule). Grauer Pilzrasen auf allen Pflanzenteilen. Die Gescheine können abgetötet werden mit nachfolgendem Sauerwurmfraß. Geringer Befall kurz vor der Ernte ist oft erwünscht (Edelfäule). Sie erhöht den Zuckeranteil. - Befallenes Holz bzw. das Fallaub kann im nächsten Jahr zum Ausgangspunkt neuer Infektion werden. Grün-/Rosafäule ist eine Sekundärinfektion nach dem Grauschimmel. Voraussetzung ist feuchte Witterung 9/10. Die Trauben verfärben sich.

 

Vorbeugende Spritzungen mit Oscorna-Pilzvorbeuge, ENVIRepel, Myco-Sin (Erdbeeren, Wein), Ulmasud B im Wein- und Hopfenbau. Biofa Kiesel flüssig. Phytovit gegen Grauschimmel an Gurken. Elot-Vis. Schwächeparasit, daher müssen die Wachstumsbedingungen den Bedürfnissen angepasst werden. Nur morgens gießen, nicht auf die Pflanzen. Feuchtwarmes Wetter erhöht die Infektionsgefahr. Keine stickstoffbetonte Düngung, Bodenlockerung, Pflanzabstände einhalten, regelmäßig wässern, auf Licht und Luft achten im Gewächshaus. Besonders gefährdet sind die Pflanzen, wenn nach unterlassener Lüftung die Luft im Gewächshaus feucht wird und in der folgenden Nacht die Temperatur stark absinkt. Sobald sie unter den Taupunkt absinkt, lagert sich überall Nässe ab. Durch Heizen während der kalten Nächte kann dies weitgehend verhindert werden.

Topfpflanzen nur mäßig gießen im Winter. Für Helligkeit und regelmäßige Lüftung sorgen. Zu dichtes Laubwerk zurückschneiden. Genügend Abstände lassen zwischen den Pflanzen. Abgefallenes und Befallenes sofort entfernen. Stickstoffbetonte Düngung unterlassen. Pflanzenstärkungsmittel anwenden.

Regelmäßig auf Befall kontrollieren. Setzlinge mit Algenextrakten und Brennesseljauche fördern, vorher Wurzelbad. Erdbeeren mit Stroh abdecken. Auf richtige Sortenwahl achten. Sauren Boden mit Gesteinsmehl (siehe Steinmehle, vor allem Basaltmehl) verbessern. Knoblauch zwischen gefährdete Kulturen setzen. Pflanzenstärkungsmittel (Schachtelhalm) vorbeugend spritzen, ggf. 1% Wasserglas zumischen bei Beeren und Reben. Zwiebelschalen- oder Knoblauchtee. Moosextrakt. Lebermoser. (Moosextrakt und Lebermooser nur bei Erdbeeren, Weinreben, Paprika, Tomaten, Salat und Blumen, jeweils tropfnass alle 10 - 14 Tage besprühen). Neudovital. Befallene Erde desinfizieren mit Kalkstickstoff. Pechnelkenextrakt. - Siehe auch unter den einzelnen Pflanzen.

 

  • Alpenveilchen. Regelmäßig lüften, Pflanze beim Gießen nicht befeuchten, hellen Standort wählen.
  • Basilikum. Kompost einbringen vor der Aussaat.
  • Begonien. Keine stickstoffbetonte Düngung. Algenmehl und Steinmehl einarbeiten. Stärkung durch Besprühen mit Schachtelhalmbrühe. Knoblauchzwischenpflanzung.
  • Besenheide. Niemals Laub befeuchten beim Gießen.
  • Blauglöckchen. Keine stickstoffbetonte Düngung.
  • Bohnen. Keine stickstoffbetonte Düngung. Knoblauch zwischen die Pflanzen setzen. Bodenverbesserung mit Gesteinsmehlen und Algenmehl, der pH-Wert darf nicht zu sehr im sauren Bereich sein. Schachtelhalmbrühe spritzen. Sortenwahl. Jungpflanzen durch Wurzelbad stärken, z.B. in Schachtelhalmbrühe. Bodenbearbeitung, lockern, lüften, ausreichend wässern (nur morgens). Weite Pflanzabstände einhalten. Mulchen.
  • Brombeeren. Weite Pflanzabstände, auslichten. Krankes herausschneiden und vernichten. Widerstandsfähige Sorten anpflanzen, z.B. Wilsons Frühe oder Dirksen Thornless. Chester Thornless ist im Herbst anfällig. Stickstoffbetonte Düngung vermeiden. Bei sauren Böden mit Steinmehlen düngen. Boden locker halten. Knoblauch zwischen die Pflanzen setzen. Mit Schachtelhalmtee spritzen. Neudovital spritzen.
  • Dahlien. Nicht die Blätter und Stängel beim Gießen anfeuchten. Nur morgens wässern. Ausreichende Abstände einhalten.
  • Erdbeeren. Junge Setzlinge in Schachtelhalmbrühe tauchen. Im Jugendstadium mit etwas Brennesseljauche und Algenmehl stärken. Wenig Stickstoff, vor allem kein Stickstoff im Frühjahr, keine Überdüngung. Kieselsäurehaltiges, kalkarmes Gesteinsmehl. Dichte Stauden etwas entlauben. Knoblauch oder andere Zwiebelgewächse zwischen den Erdbeeren anpflanzen, deren Senfölgehalt wirkt gegen den Pilz. Mit Stroh oder Holzwolle die Pflanzen umgeben, so daß die Früchte trocken liegen, spätestens, wenn die Blütenblätter abgefallen sind. Kalibetonte Düngung. Sortenwahl: Anfällig sind Diana, Elvira, Korona, Lambada, Ostara und Senga Sengana. Weniger anfällig sind: Bogota, Capitola, Confitura (Häberli), Cornelia Pötschke, Darflash, Elvira, Florika (Baldur, Häberli), Framura, Gorella, Joghana, Machern, Mara des Bois, Milprima, Onebor - Marmolada, Pegasus (Häberli), Splendida, Tenira. - Die Monatserdbeere Florika gedeiht auf guten Gartenböden, bei übermäßiger Düngung wird sie jedoch auch von Graufäule befallen. - Spätestens im dritten Jahr Standort wechseln, bei hohem Befallsdruck jedes Jahr. Auslichten (Starker Blattwuchs nach Stickstoffdüngung). Pflanzen vor der Blüte mit Steinmehl bestäuben. Nur düngen in der dritten und vierten Woche nach der Pflanzung und nach der Ernte. Nur morgens wässern, nicht während der Erntezeit. Schwarze Mulchfolie (verfrüht auch die Ernte, hält das Beet unkrautfrei), weite Pflanzabstände, sonniger Standort. Sorten mit Blütenständen, die die Blätter überragen, wählen (Elvira, Polka, Tenira, Florika), widerstandsfähig sind Capitola, Florika, Joghana. Befallenes, kranke Früchte sofort entfernen, spätestens im Frühjahr auch alten Mulch, Strohreste. Verdorrte Blätter und Ausläufer usw. entfernen und verbrennen. - Vorbeugend spritzen mit Rhabarber-, Goldrute-, Ackerschachtelhalm-, Knoblauch- oder Zwiebelschalentee; mit fettarmer Milch, Molke, Kompostextrakten, immer mehrmals vor der Blüte dreimal wiederholen, später immer in die Blüten spritzen. 5 x mit Schachtelhalmbrühe spritzen: 1 x vor der Blüte, 1 x während der Blüte, 3 x nach der Ernte. Mit Brennesseljauche und Zwiebelbrühe gemischt spritzen. Neudovital Obstpilzschutz vor dem Austrieb spritzen, alle Pflanzenteile müssen benetzt sein, auch die Unterseiten. Bei Blütenbeginn und -ende mit Zuckerlösung 1 - 1,5% direkt in die Blüten spritzen. Moosextrakt. Algan. Niem, MYCO-SIN. Mit blühendem Schnittlauch mulchen. Spritzungen mit ENVIRepel und Vitanal allseitig. Spritzungen mit Oscorna-Pilzvorbeuge, Neudosan, Algan, Niem, Lebermooser. - In der Schweiz müssen Hummeln beim Verlassen des Stocks ein 'Fußbad' nehmen, das mit dem Pilz Trichoderma angereichert ist. Den Pilz streifen sie beim Besuch von Erdbeerblüten ab und bringen damit den Gegenspieler des Schadpilzes in Stellung.
  • Fichten. Boden lockern. Kalkgehalt überprüfen, er sollte nicht unter pH 6 liegen. Etwas Kompost geben oder angewelktes Gras auf die Baumscheibe. ENVIRepel, VITANAL.
  • Gladiolen. Luftiger Stand. Mulchen. Sortenwahl. Keine Überdüngung, besonders keine Stickstoffüberdüngung. Pflanzstelle jährlich wechseln. Knoblauch als Zwischenkultur. Schachtelhalmbrühe. Neudovital. VITANAL. ENVIRepel.
  • Gurken. Lockerer Boden, ausreichend Wasser, weite Pflanzabstände. Düngung mit Gesteinsmehl. Knoblauch zwischen die Pflanzen setzen. Schachtelhalm- und Brennesseljauche spritzen. ENVIRepel. VITANAL. Keine stickstoffbetonte Düngung, keine Überdüngung.- Regelmäßig lüften, die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch werden.
  • Himbeeren. Weite Pflanzabstände. Befallenes sofort vernichten. Resistente Sorten: Elida, Glen Clova, Rubaca (Niniane, Pötschke, ziemlich resistent), Ruflava, Schönemann, Zeva 2 (Willemse). Stickstoffüberdüngung vermeiden. Boden vorsichtig lockern, ggf. wässern. Mulchen. Bei zu sauren Böden Gesteinsmehl oder Algenmehl streuen. Knoblauch oder Zwiebeln zwischen die Sträucher pflanzen. Beete und Blätter mehrmals mit Schachtelhalmbrühe übersprühen unter Zusatz von 1% Wasserglas. Neudovital spritzen. ENVIRepel. Vitanal.
  • Knollenbegonien. Keine stickstoffbetonte Düngung. Algenmehl und Steinmehl einarbeiten. Stärkung durch Besprühen mit Schachtelhalmbrühe. Knoblauchzwischenpflanzung.
  • Lilien. Keine nassen und windstille Lagen. Ganzjährig Schachtelhalmbrühe spritzen. Knoblauch als Mischkultur. ENVIRepel. Vitanal. Boden lockern, keine übermäßige Stickstoffdüngung. Keine Zwiebeln dorthin setzen, wo vorher Knollen standen. Gesteinsmehl vor allem bei sauren Böden.
  • Narzissen vernichten. Falls nicht schon geschehen, die Narzissen auf sonnige oder luftige Plätze umsetzen.
  • Paprika, Peperoni. Keine stickstoffbetonte Düngung. Boden locker halten und mulchen. Knoblauch beipflanzen. Für Luftbewegung sorgen. Nicht die Blätter beim Gießen benetzen. Schachtelhalmtee. Moosextrakt, ENVIRepel. Vitanal. Neudovital. Lebermooser. Elot-Vis.
  •  
  • Pfingstrosen. Nicht stickstoffbetont düngen, kein frischer Stallmist. Nicht auf die Blätter gießen. Im Herbst alle Blätter so tief wie möglich wegschneiden, kein Winterschutz, nur in raueren Gegenden etwas Fichtenreisig, das alsbald wieder entfernt wird. Blütenblätter nicht auf den Boden fallen lassen. Mulch im Frühjahr entfernen. Schwere Böden mit Sand auflockern. Nur sonnige, luftige Lagen wählen.
  • Rosen in Gartenerden. Nicht überdüngen, vor allem mit Stickstoff. Abstand einhalten, die Rosen dürfen sich nicht berühren. Nur Sonnenlagen auswählen. Neudovital-Rosenpilzschutz.
  • Schwertlilien. ENVIRepel. Vitanal. Boden durchlässig machen mit Sand, ggf. auch auf einem Wall pflanzen.
  • Strauchpfingstrosen. Nicht stickstoffbetont düngen, kein frischer Stallmist. Nicht auf die Blätter gießen. Im Herbst alle Blätter so tief wie möglich wegschneiden, kein Winterschutz, nur in raueren Gegenden etwas Fichtenreisig, das alsbald wieder entfernt wird. Blütenblätter nicht auf den Boden fallen lassen. Mulch im Frühjahr entfernen. Schwere Böden mit Sand auflockern. Nur sonnige, luftige Lagen wählen.
  • Tomaten. Vorbeugende Spritzungen mit Moosextrakt. ENVIRepel. Moosextrakt. Lebermooser. Vitanal. Elot-Vis. In Gewächshäusern regelmäßig lüften.
  • Tulpen-Pflanzstelle jährlich wechseln. Nicht stickstoffbetont düngen. Sortenwahl. Nur gesundes Pflanzgut verwenden. Luftiger, sonniger Standort ist optimal. Schweren Boden mit Sand auflockern. Verblühtes und verwelkte Blätter sofort abschneiden. Ausgegrabene Zwiebeln auf Befall prüfen, schnell trocknen lassen, danach trocken lagern. Blattwerk mit Pflanzenstärkungsmitteln behandeln. - Diese Krankheit tritt immer häufiger auf. Auch Wildtulpen, die mehrere Jahre auf demselben Platz stehen, werden befallen. Plätze, auf denen Tulpen gestanden haben, sollen über Jahre nicht erneut mit Tulpen bepflanzt werden.
  • Veilchen. Genügend große Pflanzabstände einhalten, Pflanzen nicht zu tief setzen, die unteren Pflanzenteile müssen gut abtrocknen können. Nicht auf die Pflanzen gießen. Nicht abends wässern. Nicht stickstoffbetont düngen. Schachtelhalmbrühe, Neudovital.
  • Weinreben. Frühe Sorten wählen. Traubenwickler und Wespen bekämpfen. Traubenanzahl verringern und mehrmals mit Algenkalk oder Steinmehl stäuben, solange die Trauben sich noch nicht berühren. Neudovital. ENVIRepel. Vitanal. Blue Niagara + Golden Niagara (Fenzl) sind resistent. Moosextrakt. Lebermooser.
  • Zistrosen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit durch ständiges Lüften verhindern, Kondenswasserbildung vermeiden, damit Schadpilzen keine Angriffsmöglichkeit geboten wird. - Blattläuse sind möglich.
  • Zwiebeln. Lockerer Boden, weite Pflanzabstände. Fruchtfolge einhalten. Keine stickstoffbetonte Düngung, keine Jauche oder Stallmist. ENVIRepel. VITANAL.
  • Alle übrigen: Kein Laub befeuchten.
  • Alpenveilchen. Befallenes entfernen.
  • Begonien. Schachtelhalmspritzungen mit 1% Wasserglas.
  • Bohnen, Brombeeren, Dahlien, Feldsalat usw.  Versuch mit Niem.
  • Erdbeeren. Knoblauchtee spritzen. Befallene Früchte und Pflanzenteile vernichten. Blätter nach Ernte abschneiden und vernichten. Moosextrakt. Lebermooser. Mit Gemisch aus Brennesseljauche und Zwiebelbrühe gießen.
  • Kakteen. Unterhalb des Stängels abschneiden, ist der Pilzbefall an der Pflanzenbasis, die ganze Pflanze vernichten.
  • Knoblauch. Schachtelhalmspritzungen mit 1% Wasserglas.
  • Narzissen. Gelbliche oder rötliche Blattflecken, die transparent erscheinen. Später bräunliche Flecken auf den Blüten, mausgrauer Schimmelrasen, gefördert durch hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Paprika, Peperoni. Moosextrakt. Niem, Lebermooser. Befallenes abschneiden bzw. die gesamte Pflanze vernichten.
  • Tomaten. Moosextrakt. Lebermooser, Niem, Pechnelkenextrakt
  • Tulpen. Vernichten.
  • Veilchen. Niem.
  • Weinreben. Schachtelhalmbrühe + Netzschwefel spritzen. Niem. Moosextrakt. Lebermooser. Vi-Care
Himbeerglasflügler [Pennisetia hylaeiformis, Sesiidae, Lepidoptera]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Brombeeren, Himbeeren. Tragruten welken. Blätter und Früchte vertrocknen. Larve sitzt im Rutenmark. Eiablage ab 4, Schlupfzeit Juli.

n/v

Himbeeren. In den Abendstunden mit Spruzit spritzen kurz vor und während der Blüte. Zweimal wiederholen.

Himbeerkäfer [Byturus tomentosus]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Apfelbäume. Byturus tomentosus. Käfer graubraun, 4-5 mm groß, frisst Blüten, Blätter, Knospen, unreife Früchte. Flugzeit 5-6. Bevorzugt im Schatten zu finden. Legt Eier an die Blüten. Die gelbe Larve, 4 mm groß, ernährt sich vom Fruchtfleisch.

Birnbäume, Brombeere, Himbeere, Weißdorn. Byturus tomentosus. Käfer graubraun, 4-5 mm groß, frisst Blüten, Blätter, Knospen, unreife Früchte. Flugzeit 5-6. Bevorzugt im Schatten zu finden. Legt Eier an die Blüten. Die gelbe Larve, 4 mm groß, ernährt sich vom Fruchtfleisch. Eiablage 5 - 6 in die Blüte. Der Käfer überwintert im Boden, befällt auch Brombeeren, manchmal auch Äpfel und Weißdornbüsche. Nur bei frühblühenden Bäumen.

Himbeere. Morgens, wenn die Käfer klamm sind, an die Zweige klopfen und die Käfer in ein Gefäß mit Wasser fallen lassen. Spruzit in die Blüten spritzen. Zweimal wiederholen. Niem. Befallene Früchte vernichten. Vergissmeinnicht im Bodenbereich aussäen.

Himbeeren. Spritzen mit Rainfarntee kurz vor bis Ende der Blüte, auch auf den Boden. Holzstützgerüst mit Gemisch aus Baumanstrich und Rainfarntee einstreichen (Überwinterungsplatz). Vergissmeinnicht im Bodenbereich aussäen, sehr wirkungsvoll (Geruchsüberdeckung). Brennesseljauche oder Rainfarntee gießen. Herbsthimbeere Autumn Bliss oder Golden Bliss pflanzen. - Spitzmäuse und Igel fördern. Die Kreuzung Him-/Brombeere = Taybeere wird nicht befallen, dagegen die andere Kreuzung Boysenbeere.

Rankenkrankheit [Rhabdospora ramealis]

SchadbildVorbeugungBekämpfung

Brombeeren. Rhabdospora ramealis. Rötliche Flecken auf den Ranken, die im Zentrum bräunlich werden.

Brombeeren. Ranken abschneiden und verbrennen.

Rutenkrankheit [Septocyta ruborum, Leptosphaeria usw.]
SchadbildVorbeugungBekämpfung

Brombeeren. Ruten- oder Rankenkrankheit. Pilzbefall durch Septocyta ruborum, Leptosphaeria. Rötliche Flecken, ca. 2 cm groß, auf den jungen Ranken, sie werden im Mittelpunkt mehr bräunlich, Rand ist rot. Wuchs und Qualität der Beeren leiden. Feuchtes Wetter begünstigt den Befall. Kranke Triebe sterben schließlich ab.

Himbeeren. Didymella applanata, Leptosphaeria coniothyrium usw. Häufigste Himbeerkrankheit. Pilze dringen durch Verletzungen der Rinde (diese können auch durch Larven der Himbeergallmücken und Schwankungen in der Wasserversorgung, vor allem Trockenheit, verursacht sein) in das Rindengewebe ein. Die Larven der Himbeergallmücken verpuppen sich im Boden. - Es bilden sich zuerst hellgraue, später bräunlich-violette Flecken an der Rinde, vor allem an jungen Ruten im unteren Bereich ab 5. Dann fließen sie zusammen, färben sich braun und reißen auf. Infektion greift über auf die oberen Teile. Die Ruten sterben ab. Überwinterung in Sporenbehältern auf den Ruten. Oftmals Doppelinfektion durch Didymella und Leptosphaeria.

Brombeeren. Im Frühjahr Schachtelhalmtee mit Rainfarnabsud spritzen. Befallenes abschneiden und vernichten.

Himbeeren. Ruten sofort nach der Ernte bzw. nach Befall bodentief so kurz wie möglich über dem Boden abschneiden, noch besser, den Boden entfernen und die Rute tief abschneiden.

Brombeere. Schattigen Platz vermeiden, genügend auslichten, Pflanzabstände einhalten, junge Ranken frühzeitig hochbinden. Befallene Teile vernichten. Sortenwahl: Chester Thornless (Ahrens & Sieverz) ist resistent.

Himbeeren. Rindenverletzungen vermeiden. Regelmäßig schneiden und wässern. Dicke Ruten zugunsten mittelstarker abschneiden. Höchstens 8 Ruten per lfdm. belassen. Kalte, nasse, schwere Böden sind ungeeignet. Im Sommer schon schwache und überzählige sowie abgetragene Ruten entfernen. Keine stickstoffbetonte Düngung, keinen kalkhaltigen Dünger, überhaupt wenig (mit Laubkompost) oder gar nicht düngen, jedoch ausreichend mit Kali versorgen. Mehrmals mit Schachtelhalmbrühe spritzen. Brennesseljauche gießen. Sehr wichtig: Nicht hacken, dicke Mulchschicht mit Gras, Häcksel, Laub, Rindenkompost, Sägemehl, Stroh, Strohmist, Torf, möglichst dick. Im Frühjahr etwas Beinwelljauche geben. Saurer Boden erforderlich. Halbschattige Lage. Neudovital. - Resistent: Elida, Ruflava (Ahrens& Sieverz), Schönemann (N&G), Willamette. Ziemlich resistent: Autumn Bliss (Baldur, Ahrens & Sieverz, Pötschke) oder Blissy (Ernte 8 - 1O), Elida + Gradina (Häberli), Rubaca (oder Niniane) Pötschke, Rusilva.